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| Ein Kriminal-Theaterstück wird in Essen aufgeführt
1939 schrieb Agatha Christie den Krimi "Ten Little Niggers". Das entsprechende Theaterstück wurde im April 2002 im Essener Rathaustheater unter dem Titel "Zehn kleine Negerlein" aufgeführt. Mitbürger schwarzer Hautfarbe empfinden den Ausdruck "Neger" als Beleidigung. Der Buchverlag selbst hat aufgrund von Protesten schon im März beschlossen, den Titel des Stückes zu ändern, dies fand in Essen allerdings nicht statt.
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Widerstand formierte sich
Vertreter der Flüchtlingsorganisation Asyl-Dialog, Frauen des Pro Multi-Club und Mitarbeiter des Anti-Rassismus-Telefons bildeten eine Arbeitsgruppe. Man wollte in der Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass der Ausdruck "Neger" zutiefst verletzen kann.
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Pressewirbel und Leserbriefschlacht
Die WAZ Essen brachte unser Anliegen als Top-Story auf die erste Lokalseite, die restliche Presse zog nach, teilweise in recht hämischen Ton. Man war offenbar nicht bereit, den Schwarzen zuzugestehen, beleidigt sein zu dürfen. Einige Leserbriefe und Reaktionen waren derart harsch, dass wir den Eindruck bekommen mussten, wir würden die gesamte Sprachkultur und das Abendland in Gefahr bringen. Wir haben in Leserbriefen vieles richtiggestellt.
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Fragwürdiger Zustand der Gesellschaft
Die überzogenen und teilweise dummen Reaktionen werfen die Frage auf, dass vielleicht etwas ganz anderes dahintersteckt: Dürfen Schwarze nicht mit einer eigenen Meinung in die Öffentlichkeit treten? Dürfen Gruppen aus der Flüchtlingssolidarität nichts bewegen dürfen?
Trotz und auch wegen der umfangreichen Pressereaktionen hält die Arbeitsgruppe die Aktion für einen Erfolg: Allen Lesern wurde bewußt, daß der Ausdruck "Neger" heute als Beleidigung empfunden wird (siehe ausführliche Dokumentation hier).
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