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Tätigkeitsbericht 2018/19

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Am 14. Okt. 2019 fand die Jahreshauptversammlung von ART statt.

Kurz vorher wurde der Tätigkeitsbericht gesendet.

In diesem Jahr hat das Anti-Rassismus-Telefon sein 25. Jahr seiner Existenz erreicht.

Inhaltsverzeichnis

Bericht über die Tätigkeiten des Anti-Rassimus-Telefons (ART)

(September 2018 bis Oktober 2019)

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In diesem Jahr haben wir eine Konsolidierung der Arbeit erreicht, wenn auch auf einem niedrigen Niveau.

Positiv ist es, dass wir die Arbeit gegen Rassismus in einem breiten Netzwerk vieler Organisationen, hauptsächlich aus Essen, aber auch mit Partnern von außerhalb, ausführen. Einige unserer Partner haben uns eine Grußadresse für die Broschüre, die wir zum 25. Jahrestag des Anti- Rassismus-Telefons erstellt haben (s. unten), zugesendet.

Im Jahre 2019:
Das Anti-Rassismus-Telefon gibt es jetzt seit 25 Jahren.

Dieses Datum würdigen wir mit einer Broschüre und mit einer Veranstaltung am 30.10.2019. Seit 25 Jahren ist das Anti-Rassismus-Telefon nun tätig, immer im festen Glauben, dass wir gemeinsam eine Gesellschaft erreichen können, in der man konstruktiv miteinander umgeht, wo für Menschenhass kein Platz ist. Eigentlich angetreten, um sich sozusagen selbst abzuschaffen, ist den Mitarbeitern heutzutage nicht wirklich zum Feiern zumute. Die Aufgabe bleibt uns, für eine offene, solidarische Gesellschaft einzutreten.

Unsere „25 Jahre Broschüre PDFicon.gif (3 MB)

In der Broschüre haben wir unter anderem Grußadressen von Partnerorganisationen (s. u.) in Essen und von außerhalb gesammelt. Dies ist ein Zeichen der Vernetzung, welches immer ein Ziel des ARTs gewesen ist.

  • Medico international, Frankfurt
  • Stiftung Leben ohne Rassimus
  • Essen stellt sich quer
  • Proasyl/Flüchtlingsrat Essen
  • VVN-BdA Essen
  • Karawane Wuppertal
  • Essener Friedens-Forum
  • attac Essen
  • Alibi Essen
  • Medinetz Essen
  • Rosa-Luxemburg-Club Essen
  • Essen-gegen-Abschiebung

Mit den Interviews im zweiten Teil der Broschüre war eine „Dokumentation“ der Vielfalt von gesellschaftlichen Kräften und Lebensweisen angestrebt. Wir hatten vier Interviewpartner. Man hätte diese „Dokumentation“ ins unendliche weiterführen können. Aber diese wenige Beispiele sollen unser Interesse an einer offenen, multikulturellen, demokratischen Gesellschaft, verdeutlichen.

Auch nach 25 Jahren Bestehen des ART sehen wir noch immer die Notwendigkeit, den Blick für Rassismus und seine Gefahren zu schärfen. In Essen scheint sich mit der Problematik der so genannten „Clans“ eine ganz besondere Aufforderung anzubieten. Seit einiger Zeit schon werden in der Berichterstattung, in Aussagen von Politiker und in Polizeiberichten Großfamilien - in erster Linie libanesisch-kurdischen Ursprungs - als Quelle der Kriminalität im Norden von Essen dargestellt. Die Eindringlichkeit mit dem eine Menschengruppe pauschal als Problem dargestellt wird, (seltene Alibisätze, es seien ja nicht alle so, reichen wohl kaum aus, den allgemeinen Eindruck zu schwächen), gibt zu denken. Als Zeichen unserer entschiedenen Ablehnung jeglichen Rassismus haben wir anstelle einer „Feier“ anlässlich unseres 25 jährigen Bestehens eine Veranstaltung geplant:

Veranstaltungshinweis:
Nach 25 Jahren Anti-Rassismus-Telefon in Essen:
Clan, rassistisches Konstrukt oder echte Gefahr? Libanesisch-kurdische-palästinensische Großfamilien in Essen

Zeit: Mittwoch, den 30.Oktober 2019 um 19 Uhr
Ort: CAFÉ des evangelischen Studierendenzentrums „DIE BRÜCKE“, Universitätstr. 19 in Essen.
Referent: Frank Höschen, Sonderschulrektor.



Rassismus in der Mitte der Gesellschaft

Nach wie vor ist unser erstes Anliegen, den Rassismus in der Mitte der Gesellschaft einzudämmen. Wir

schätzen diesen als besonders gefährlich ein: Er bereitet auch den Boden für offen gewaltsame Rechte Bewegungen und verstärkt sie durch Akzeptanz.



Schwerpunkte:

Staatlicher Rassismus:

Die rassistische Aspekte der aktuellen Politik der BRD zeigen sich in der Asyl- und Flüchtlingspolitik:
Regierung und Politik streben an, mehr und schneller abzuschieben. Das verursacht unzählige unmenschliche Tragödien an den Grenzen Europas und fördert darüber hinaus auch Angst und Lebensunsicherheit vieler hier lebender Flüchtlinge, die von Duldung zu Duldung ihr Leben nicht richtig ordnen können.

In Essen hat inzwischen die ZAB (Zentrale Ausländerbehörde) ihre Arbeit aufgenommen, die auf Bürokratisierung und maximale Effizienz bei Abschiebungen zielt. Dagegen arbeiten wir mit der Gruppe „Essen gegen Rassismus“ (EGA), der wir auch Räumlichkeiten für Treffen zu Verfügung stellen, an.

Noch weiter als in Deutschland reicht der Aufbau der Festung Europa mit seinen Folgen, von denen das Sterben in Mittelmeer die dramatischste, aber nicht die einzige ist.
Mit der Lesung des Buches „Diktatoren als Türsteher Europas“, für die wir – mit anderen Partnern - einen der Autoren, Christian Jacob, nach Essen eingeladen haben (19. Februar in der Heine-Buchhandlung), wurde eine Seite der Politik der Abschottung der Grenzen von Europa beleuchtet .
In die gleiche Richtung ging die Veranstaltung „Strategie für die "Festung Europa? - Externalisierung in der europäischen Migrationspolitik“, die wir mit unterstützt haben (23. Mai in der VHS).
Und vor kurzem hat das ART den Antrag der Seebrücke Essen, unsere Stadt zu „sicherem Hafen“ zu erklären, unterstützt.

Das ART war bei den Erstunterzeichner*innen der Petition „Bleiberecht statt Ausgrenzung und Illegalität - Der 70. Jahrestag des Grundgesetzes und die antastbare Würde des Menschen“, die vom Grundrechtekomitee und unserem Partner medico international lanciert wurde.

In diesem Jahr gab es ein unerfreuliches Jubiläum; seit hundert Jahren ist Abschiebehaft in Deutschland möglich, d.h., dass Menschen in Haft genommen werden, die nichts verbrochen haben, und zwar unter teilweise noch schlimmer Haftbedingungen als Kriminelle. Aus Büren, das größte Anstalt in Deutschland, hat das ART - in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen – Frank Gockel, Sprecher der Initiative “Hilfe für Menschen in Abschiebehaft“ als Referent eingeladen (am 03. April 2019 bei Alibi).

Institutioneller Rassismus:

Dessau, Kleve und jetzt auch Essen…?
Das ART hatte schon lange das schreckliche Ereignis des Todes von Oury Jalloh in Blick gehabt, Veranstaltungen durchgeführt und die Petition gegen die Einstellung des Ver-fahrens unterstützt.

In diesem Berichtszeitraum empörte uns die Nachricht, dass der Landtag von Sachsen-Anhalt die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses im Fall Oury Jalloh verweigert hat. Wir haben dann kurzfristig eine kleine Geldspende bei uns und bei unmittelbaren Partnern ‚Essen stellt sich quer‘ ‚ und ‚Essen-gegen-Abschiebung‘ durchgeführt, als Ermutigung für die Initiative Oury Jalloh weiter zu machen.

Die Erfahrung um Oury Jalloh und die Bestrebungen, den Mord unter den Tisch zu kehren, haben uns sensibilisiert für Fälle in Essen, wo das Vorgehen der Polizei bis jetzt nicht ausreichend geklärt ist. Wir haben also Partner gesucht für die Gründung einer Initiative: „Aufklärung und Gerechtigkeit für Mike und Adel“.
Mike Haile aus Eritrea war Anfang 20, lebte allein und zurückgezogen. Nachbarn hatten im April 2017 wegen angeblicher Ruhestörung die Polizei gerufen und Mike Haile wurde in seiner Wohnung erschossen. Die Umstände wurden nie genau geklärt.
Adel B. war Deutscher mit einem algerischen Elternteil. Bei dem Polizeieinsatz ging es um Selbstgefährdung des offenbar psychisch Erkrankten. Adel B. wurde an seiner Haustür Opfer durch einen tödlichen Schuss der Polizei. War es wirklich unvermeidbar? Viele auch von denen, die das beobachten haben, meinen, man hätte sein Leben schonen können. Das ART beteiligt sich daher am Kampf um die Aufarbeitung des Falles.


Beratung

Es scheint doch, dass der Standort in einer Seitenstraße (Steubenstraße) für die Beratungstätigkeit nicht optimal ist. Nach wie vor haben wir weniger Ratsuchende als früher, und die erreichen uns oft über Internet von anderen Orten.

Beratungen sind nach wie vor sehr langwierig und die wenigen entscheidenden Erfolge können nur mit vieler Arbeit und Beharrlichkeit erreicht werden. Es ist wichtig, dass das Team sich immer weiter bildet.


Tätigkeit gegen Rechts

Die rechten Strömungen haben sich gerade in diesem Jahr verstärkt und zwar nicht nur in Essen. In der Stadt selbst sind die Aufmärsche der Steeler Jungs – einer rechten Bürgerwehr, die sich auf einen Stadtteil bezieht, - immer bedrohlicher geworden und auch in anderen Stadtteilen scheint sich der Begriff der „Bürgerwehr“ zu verbreiten. Die Bekämpfung dieser Auswüchse machen wir hauptsächlich im Rahmen des breiten Bündnis, das sich in "Essen stellt sich quer‘ (ESSQ) gesammelt hat (und für Steele auch in Zusammenarbeit mit dem lokalen Bündnis "Mut machen - Steele bleibt bunt".

Kurz nach unserer letzten JHV hat die erfolgreiche Großdemo „Wir sind mehr“ in Essen stattgefunden (13 Sept. 2018), bei der mehrere Tausende Teilnehmer eine klare Absage an den offenen Rassismus der Rechten ausgesprochen haben. Und am 14. September 2019 war mit einer Großdemo in Steele unter dem Motto „Der Pott bleibt unteilbar! „ ein Zeichen dagegen gesetzt, dass rechte Gruppierung sich den den öffentlichen Raum aneignen dürfen.


Digitales

Das Veranstaltungskalender wurde weiter geführt, und auch das Archiv der lokalen Zeitungsartikel. Und weiterhin werden aktuelle Themen und Veranstaltungen auf den eigenen Webseiten angesprochen: www.antirassismus-telefon.de.

Weniger erfolgreich ist die facebook-Seite, die nicht regelmäßig gepflegt werden kann.


Für die Zukunft

Wie soll es weiter gehen, vielleicht nicht für die nächsten 25 Jahren, aber für die unmittelbare Zukunft?


Das Thema der „Clans“ wird uns sicher auch nach der Veranstaltung am 30.10. weiter beschäftigen. Es ist ein zentrales Thema für Essen und es ist nicht zu erwarten, dass die bisherigen Hauptbetreiber - NRW-Regierung, Stadt, Polizei, Presse - es fallen lassen, und es ist auch nicht zu erwarten, dass bei der komplexen Fragestellung sich bald eine Lösung aufzeigt. Es wird also weiterhin nötig sein, dass nicht nur das ART, sondern alle antirassistische Kräfte in Essen daran erinnern, dass Rassismus eher ein Hindernis, nie eine Lösung von Problemen ist.

Die Initiative „Gerechtigkeit und Aufklärung für Mike und Adel“ hat sich gerade eben konstituiert und wird weiterhin viel Arbeit verlangen.

Leider ist es auch kaum eine entscheidende, positive Wende in der Asyl- und Flüchtlingspolitik zu er-warten. Auch da werden wir weiter versuchen, einen Schwerpunkt zu haben.

Neben diesen grundlegenden Aufgaben werden wahrscheinlich noch viele andere von Tag zu Tag entstehen.

Wichtig ist, dass die Arbeit des ART sich kontinuierlich weiterentwickelt.

UNTERSTÜTZT UNS!


Wir sind umgezogen: von der Friedrich-Ebert-Str. zur Steubenstr.49, 45138 Essen
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