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Seminare in Italien

Das Bildungswerk der Humanistischen Union und ISTORECO in Italien veranstalten oft Seminare und Bildungsurlaub zu Besatzung und Widerstand in Italien.

Kurse werden nur angeboten, wenn Aussicht auf genügend Teilnehmer besteht. Sollten Sie allgemeines Interesse an zukünftigen Kursen haben, so können sie beim Bildungswerk der Humanistischen Union (Tel. 0201-227982) vorab den Planungsstand erfragen. Auch nach dem offiziellen Anmeldeschluß könnten Plätze wieder freigeworden sein.

Inhaltsverzeichnis

2009

Rom unter deutscher Besatzung: Zeit der Resistenza (Rom, 14.-19. Sept. 2009)

Prospekt PDFicon.gif (441.3 KB)

Studienreise/Bildungsurlaub in Rom vom 14. bis 19. September 2009

Rom steht für antike Geschichte, für künstlerische Höchstleistungen, für Rom2009-1.jpg italienische Staatspolitik, für päpstliche Macht und für quirliges Metropolenleben. Rom, die ewige, die faszinierende Stadt: Geschichte zum Anfassen, wohin man schaut. In diesem Seminar geht es um ein weitgehend unbekanntes Kapitel römischer Vergangenheit und deren Spuren in der Stadt und im Gedächtnis seiner Menschen. Um das von der Wehrmacht und der SS besetzte und terrorisierte Rom, um die Entstehung und Entwicklung der Resistenza, um den Anfang vom Niedergang des italienischen Faschismus und sein gemeinsames Ende mit dem Nationalsozialismus. Denn große Teile der römischen Bevölkerung verweigerte dem Besatzungsregime die Gefolgschaft, ganze Stadtquartiere leisteten passiven und aktiven Widerstand. Dieser unterschied sich in Inhalt und Form nach politischer Orientierung und sozialer Schichtzugehörigkeit. In Rom bildete sich das nationale, einheitliche Kom- mando der Resistenza gegen die nationalsozialistischen Besatzer und ihre fa- schistischen Helfer, dass bis zum Ende des Krieges das wichtigste Organ des Widerstands war.

Wir werden ein weiteres, anderes Rom als das klassisch-touristische kennen lernen und dazu Menschen erleben, Zeugen dieser Epoche, die sie uns mit ihrer persönlichen Geschichte beeindruckend nahe bringen. In diesem Seminar werden wir die geschichtlichen Orte und heutigen Gedenkstätten besuchen und uns mit ExpertInnen zu speziellen Themen treffen und mit ihnen diskutieren.


Geplantes Programm

(bei täglich 8 Unterrichtsstunden)Rom2009-2.jpg

  • Montag, 14.09.09:

bis 18 Uhr Ankommen im Ostello in Ostia, das direkt am Strand liegt.
18.15 Uhr Kennenlernen und Programmvorstellung,
20.15 Uhr gemeinsames Abendessen.

  • Dienstag, 15.09.09:

Vormittags:
Wir beginnen im Ostello mit einem historischer Abriss zur politischen und militärischen Situation zur Zeit der Besetzung Roms. Vorgestellt werden die verschiedenen Akteurinnen und Akteure von zeitgeschichtlicher Bedeutung. Rom – Offene Stadt: ein Begriff und was sich dahinter verbirgt. Erste örtliche Orientierungen. Gemeinsame Fahrt ins antike Zentrum der Stadt.

Nachmittags:
Wir treffen uns an der Cestus Pyramide und treffen uns mit einer römischen Historikerin, die über die Kämpfe an der Porta San Paolo zur Verhinderung des Einmarsches der deutschen Truppen in die Stadt 1943 berichtigen wird. Danach führt sie uns durch einen historischen Stadtteil mit ausgeprägter Widerstandsgeschichte.

  • Mittwoch, 16.09.09:

Vormittags:

Wir fahren in den Stadtteil Trastevere, wo der Partisan Rosario Bentivegna im Haus der Geschichte Roms über die Resistenza im besetzten Rom berichten wird: über ihre Protagonisten, ihre politischen Orientierungen, ihre Aktionen, ihre räumliche Struktur. Der berühmte Anschlag der GAP-Guerilla in der Via Rasella und seine bis heute dauernden Nachwirkungen im politischen Raum. Bewaffneter und ziviler Widerstand.

Nachmittags:
Wir treffen uns mir einer Historikerin zum Thema „traditioneller Antifaschismus und spontaner Widerstand gegen die Besatzer in den Armutsquartieren und Arbeitervierteln Roms“. Die bedeutsame, lange Zeit aus der offiziellen Geschichte verdrängte Rolle der kommunistischen Organisation „Bandiera Rossa“ (Rote Fahne). Rom2009-3.jpg

  • Donnerstag, 17.09.09:

Vormittags:
Wir fahren in die Gegend der Via Appia antica und der Katakomben und besuchen die Gedenkstätte „Fosse Ardeatine“ - Ort der Rache des NS-Regimes für die Aktivitäten der Resistenza. Die Geschichte des unvergessenen Massakers an 335 Menschen durch die Nationalsozialisten.

Nachmittags:
Rundgang durch das ehemalige SS-Gefängnis in der Via Tasso, heute Museum und Gedenkstätte des Widerstands. Diskussion der politischen und juristischen Aufarbeitung der Verbrechen der deutschen Besatzer und ihrer faschistischen italienischen Vasallen. Der „Schrank der Schande“ und die aktuellen Kriegsverbrecherprozesse.

  • Freitag, 18.09.09

Vormittags:
Wir treffen Pietro Terracina, einen der wenigen römischen Überlebenden von Auschwitz. Er wird über die Shoa in Italien berichten, über Rassengesetze, Deportation und Vernichtung der römischen Jüdinnen und Juden, über Solidarität und Verrat angesichts des nationalsozialistischen Terrors. Anschließend machen wir einen Rundgang an der alten Synagoge vorbei durch das ehemalig Ghetto.

Nachmittags:

Wir gehen in das Haus der Geschichte Roms in der Nähe des Vatikans zum Thema „die Rolle der katholischen Kirche während der Besatzung: das Verhalten des Klerus vor Ort und die umstrittene Politik Papst Pius des XII“. Vortrag einer Expertin mit Diskussion.

  • Samstag, 19.09.09

Vormittags:
Treffen mit VertreterInnen der aktuellen Sozialen Bewegung in Rom zu den Themen: Welche Anknüpfungspunkte an die Resistenza gibt es in den derzeitigen politischen Auseinandersetzungen mit einer wieder erstarkten radikalen Rechten unter dem neofaschistischen Bürgermeister Roms und zunehmenden rassistischen Tendenzen in der Bevölkerung.

Nachmittags:
Abschließende Diskussionen und Auswertung des Seminars. Ende gegen 15.00 Uhr

Leitung: Marianne Wienemann und Matthias Durchfeld


Das Seminar richtet sich an:

historisch und politisch interessierte jüngere wie ältere Erwachsene, die sich mit der deutschen und italienischen Zeitgeschichte, ihrer Aufarbeitung und Gegenwartsbedeutung auseinander setzen möchten.

Für diese Veranstaltung kann eine Freistellung nach dem Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz NRW und Hessen in Anspruch genommen werden (Antragsfrist bis sechs Wochen vor Seminarbeginn). Anträge auf Anerkennung in weiteren Bundesländern können auf Anfrage

Lernziele:

Verständnis für Zeitgeschichte und heutige Politik in Italien und ihre Bezüge zur deutschen NS-Geschichte; Vertiefung von an Gedächtnisorte gebundene Kenntnisse; Urteilsbildung zu Fragen der Verantwortung und juristischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen von SS und Wehrmacht in Italien und der Bundesrepublik Deutschland

Kosten und Leistungen:

Unsere Leistung umfasst Unterbringung, Frühstück, Entritte, Führungen, Vorträge und Übersetzungen. Ort der Unterbringung ist ein modernisiertes Jugendgästehaus mit unterschiedlichen Zimmerqualitäten direkt am Strand in Ostia: Kostenbeitrag bei Unterkunft im 5/6-Bett-Zimmer mit Bad 400 €; im 3/4-Bett-Zimmer mit Bad 430 €; im Doppelzimmer mit Bad 460 €. Einzelzimmer auf Anfrage. Die Anreise und das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr sind individuell zu organisieren. Hinweis zur Anreise: Mehrere Billigfluglinien steuern die beiden römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino an.

Anmeldung:

Zur Anmeldung schicken Sie uns bitte eine Postkarte, eine Mail oder ein Fax, spätestens bis zum 01.08.2009. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt; sie werden nach dem Eingangsdatum der Anmeldung vergeben.

Veranstalter:

Bildungswerk der Humanistischen Union NRW, Kronprinzenstr. 15, 45128 Essen, Tel. 0201-227982, Fax 0201-235505 oder buero<a>hu-bildungswerk.dePost_icon.png in Kooperation mit ISTORECO, Istituto per la storia della Resistenza, Reggio-Emilia/Italien, http://www.istoreco.re.it

2008

Vom Apennin bis zur Adria: (Reggio Emilia 12.bis 17. Mai 2008)


Vom Apennin bis zur Adria: Auf den Spuren des Widerstands gegen die deutsche Besatzung: Zeit der Resistenza Studienseminar/Bildungsurlaub in Reggio Emilia vom 12.bis 17. Mai 2008.

Italien war für Deutsche nicht immer das Land des Dolce Vita, wo die Zitronen blühen, sondern auch Feindesland. Die deutsche Besatzung in Italien von 1943 bis 1945 ist hierzulande ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutsch-italienischer Geschichte. Dabei verlief die Gotenlinie, die letzte Befestigungsbastion der deutschen Truppen in Italien, vom tyrrhenischen Meer quer durch den Apennin bis zur Adria. In ihrem Einzugsbereich wuchs der italienische Widerstand, die Resistenza, bis zur Befreiung zu einer antifaschistischen Massenbewegung heran. PartisanInnen unterstützten die Alliierten Truppen im Kampf gegen die deutschen Besatzer, die angesichts der drohenden Niederlage das Land mit Terror überzogen. Für einen kurzen Zeitraum konnten die PartisanInnen sogar ein ganzes Gebiet im Gebirge befreien und dort als Modell eine Partisanen-Republik aufbauen.

Wir werden in diesem Seminar ZeitzeugInnen und Schauplätze dieser Geschichte kennen lernen: PartisanInnen und ihre Gebiete in den Bergen des Apennin und in den Sümpfen bei Ravenna, Überlebende des deutschen Massakers von Marzabotto sowie das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in Ferrara. Darüber hinaus treffen wir HistorikerInnen, besuchen Museen und Gedenkstätten.

Geplantes Programm (bei täglich außer Mo. und Sa., 8 Unterrichtsstunden)

  • Montag, 12.5. 2008:

Bis 18 Uhr: Anreise nach Reggio-Emilia,

Kennenlernen, Programmvorstellung

  • Dienstag, 13.5.2008

Vormittags: Einführung in die Geschichte der Resistenza gegen die deutsche Besatzung unter besonderer Berücksichtigung der Ereignisse entlang der Gotenlinie durch einen Historiker des ISTORECO. Der Apennin: Schauplatz von Siegen und Niederlagen des Widerstands.

Nachmittags: Besuch des Denkmals für die Frauen der Resistenza in Castelnovo Monti; Gespräch mit einer Zeitzeugin über die Rolle der Frauen im Widerstand.

  • Mittwoch, 14.5.2008:

Vormittags: Das deutsche Massaker an der Zivilbevölkerung von Marzabotto, das mit 770 Toten die meisten Opfer in Westeuropa forderte. Besuch der zentralen Gedenkstätte. Diskussion über den Prozess, die Urteile und die Reaktionen in Deutschland.

Nachmittags: Geführter Rundgang zu den Gedenkstätten auf der Hochebene des Monte Sole; Treffen mit einem Überlebenden, der als Jugendlicher Augenzeuge des Massakers wurde.


  • Donnerstag, 15.5.2008:

Vormittags: Fahrt nach Ferrara, der Stadt mit einer langen jüdischen Geschichte und einem ehemals ausgeprägt jüdischen Leben (das z.B. in den Büchern von Giorgio Bassani geschildert wird). Geführter Rundgang durch das ehemalige Ghetto und Besuch der Synagoge. Nachmittags: Ein Zeitzeuge berichtet über das Schicksal der italienisch-jüdischen Bevölkerung unter dem Faschismus und der deutschen Besatzung. Anschl. Weiterfahrt nach Bagnacavallo bei Ravenna.

  • Freitag, 16.5.2008:

Vormittags: Einstimmung mit Auszügen aus dem Buch „Agnese va a morire“ (Agnes geht in den Tod), das die Geschichte einer bäuerlichen Partisanin in dieser Region beschreibt. Besichtigung des Hauses der (Film)Agnese, eines typischen Bauernhofes der Epoche, heute ein Museum. Besuch des Gotenlinien-Museums mit Vortrag über die Kämpfe der Resistenza in den Sumpfgebieten der Adriaküste und ihren Besonderheiten.

Nachmittags: Exkursionen zu Land und Wasser zu den Orten der Geschichte der Resistenza mit Zeitzeugengesprächen.

  • Samstag, 17.5.2008:

Vormittags: Im Raum der romagnolischen Adria wurde die Gotenlinie zuerst durchbrochen – der Anfang vom Ende der deutschen Besatzung in Italien. AkteurInnen auf Seiten der Alliierten waren dabei u.a. Partisanen unter dem charismatischen Kommandanten „Bulow“, königstreue italienische Einheiten und die berühmte Jewish Brigade. Die Gräber der Gefallenen dieser jüdischen Brigade besuchen wir auf dem britischen Soldatenfriedhof.

Nachmittags: Offene Fragen und Themen, Evaluation des Seminars, Abreise ca. 16.00 Uhr.

Leitung

Marianne Wienemann und Matthias Durchfeld


Die Veranstaltung richtet sich an
Historisch-politisch Interessierte, die sich mit der deutschen und italienischen Zeitgeschichte und ihrer Bedeutung für die Gegenwart beider Länder auseinander setzen möchten.

Arbeitnehmerweiterbildung
In NRW können drei Tage Bildungsurlaub in Anspruch genommen werden (die Antragsfrist endet am 28.3.2008); auf Anfrage stellen wir gern Anträge auf BU-Anerkennung in anderen Bundesländern.

Kosten und Leistungen
Der Kostenbeitrag von € 490 umfasst die Unterbringung in guten Vierbettzimmern in Jugendherbergen (die in stilvollen ehemaligen Klöstern untergebracht sind), HP, Transfers während des Seminars, Übersetzungen. DZ und EZ auf Anfrage gegen Aufpreis möglich. Die Anreise erfolgt individuell.

An- und Abreise
Reggio-Emilia erreicht man mit öffentlichen Verkehrsmitteln entweder mit der Bahn oder mit dem Flugzeug: die nächstgelegenen Flughäfen mit Anschluss per Bus und Bahn nach Reggio-Emilia sind Bologna, Forlì, Verona und die Mailänder Flughäfen. Abreisemöglichkeiten bestehen mit dem Zug ab Ravenna (Teilnehmende können zum Bahnhof gebracht werden), mit dem Flugzeug von den Flughäfen Forli, Rimini, Venedig und Treviso.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich an bis zum 31.03.2008

Bildungswerk der Humanistischen Union NRW

Kronprinzenstr. 15, 45128 Essen,
Tel. 0201 227982, Fax 0201 235505, buero@hu-bildungswerk.de
in Kooperation mit ISTORECO, Istituto per la Storia della resistenza e la storia contemporanea, Reggio-Emilia



Starke Frauen: Italienerinnen im Widerstand (25. bis 30. Mai 2008)


Starke Frauen: Italienerinnen im Widerstand gegen deutsche Besatzung und Faschismus. Studienseminar/Bildungsurlaub vom 25. bis 30. Mai 2008 in der Emilia Romagna und in Venedig

Von September 1943 bis Kriegsende war Italien durch deutsches Militär besetzt. Während dieser Zeit wurde das Land von nationalsozialistischem und faschistischem Terror beherrscht. Dagegen entwickelte sich ein immer stärker werdender Widerstand der italienischen Bevölkerung - die Resistenza.

Frauen hatten einen wesentlichen Anteil an der Resistenza, sie bildeten das Rückgrat der "Resistenza civile", des zivilen Widerstands im alltäglichen Leben. Sie riefen zu Protestkundgebungen und Streiks auf, sie verteilten Flugblätter und organisierten die Logistik des bewaffneten Widerstands. Als so genannte Stafetten transportierten sie schriftliche Nachrichten, Waffen und Munition und standen dabei dem Feind häufig Auge in Auge gegenüber. Sie kämpften auch mit der Waffe in Einheiten von Partisaninnen und Partisanen. Frauen sind für ihr antifaschistisches Engagement ins Gefängnis geworfen, gefoltert und ermordet worden. Überlebende Zeitzeuginnen berichten, dass ihre Erfahrung im Widerstand ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu ihrer Emanzipation war.

Im Vordergrund dieses Seminars stehen das Zusammentreffen und die Gespräche mit Zeitzeuginnen, die in der Resistenza in unterschiedlichen Rollen aktiv waren sowie mit überlebenden des nationalsozialistischen und faschistischen Terrors. Es geht darüber hinaus um Informationen zum historischen Umfeld jener Epoche. Das Seminar sucht Orte des Geschehens und heutigen Gedenkens in der Emilia Romagna und in Venedig auf. Alle Gespräche werden ins Deutsche übersetzt.

Geplantes Programm (bei täglich außer Mo. und Sa., 8 Unterrichtsstunden)

  • Sonntag 22.05.2008:

18 Uhr Reggio-Emilia: Kennenlernen, Programmerläuterungen, Organisatorisches,
anschließend gemeinsames Abendessen.

  • Montag, 26.5.2008:

Vormittags: Vorstellung des Istituto per la storia della resistenza in provincia di Reggio-Emilia (ISTORECO).
Die Situation der Frauen während des Faschismus und ihre Beteiligung am Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung (Vortrag einer Mitarbeiterin des Instituts).
Zeitzeuginnengespräch mit einer Stafetta über ihre Verbindungs- und Informationstätigkeit innerhalb der katholisch orientierten Partisanenverbände.

Nachmittags: Zeitzeuginnengespräch mit einer ehem. Partisanin über ihre Widerstandstätigkeit gegen die Faschisten vor 1943 und ihre Arbeit in der Roten Hilfe.

  • Dienstag, 27.5.2008:

Vormittags: Deutsche Kriegsverbrechen in Italien und deren aktuelle juristische Aufarbeitung (thematische Einführung und Austausch);
Zeugnisse des Faschismus und der Resistenza in Reggio-Emilia.

Nachmittags: Die Organisation der Frauenverteidigungsgruppen.
Zeitzeuginnengespräch mit der stellvertretenden Vorsitzenden des Nationalen Partisanenverbandes Italiens (ANPI) auch über und ihre damalige Tätigkeit als Politkommissarin.

  • Mittwoch, 28.5.2008:

Vormittags: Gewerkschaftliches und frauenpolitisches Engagement in der Nachkriegszeit.
Zeitzeuginnengespräch mit einer früheren Partisanin.
Diskussion über die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung der Beteiligung der Frauen an der Resistenza.

Nachmittags: Weiterfahrt nach Venedig. Frauen in der Situation der Besatzung und der Resistenza im Veneto und in Venedig (Vortrag).

  • Donnerstag, 29.5.2008:

Vormittags: öffentliches Erinnern und künstlerische Verarbeitung.
Die Denkmäler für die Frauen der Resistenza sowie das Museum für Moderne Kunst Ca' Pesaro mit der Skulptur "Die Partisanin" von Leonardo Leoncillo, anschl. Diskussion.

Nachmittags: Ziviler Widerstand - Organisation und Tätigkeiten.
Gespräch mit einer Zeitzeugin, die im bürgerlich-aristokratischen Milieu Venedigs mit den Westalliierten kooperierte und den Druck illegaler Schriften mitorganisierte.

  • Freitag, 30.5.2008:

Vormittags: Vergangenes jüdisches Leben und jüdische Kultur vergegenwärtigen.
Rundgang durch den ehemaligen venezianischen Ghettobezirk; Führung durch drei der fünf venezianischen Synagogen.
Die Verfolgung von Jüdinnen und Juden in Venedig
Gespräch mit einer Zeitzeugin, die nach der Besetzung Venedigs durch deutsche Truppen mit ihrer Familie in die Schweiz flüchten konnte.

Nachmittags: Auswertung des Seminars, Ende der Veranstaltung ca. 15.30 Uhr.

Organisatorisches

Leitung: Nadja Bennewitz und Marianne Wienemann

Die Veranstaltung richtet sich an:

Frauen, die historisch und politisch interessiert sind und sich mit der deutschen wie italienischen Zeitgeschichte und ihrer Gegenwartsbedeutung auseinander setzen möchten.

Bildungsfreistellung

Diese Veranstaltung ist nach dem Bildungsurlaubsgesetz NRW nicht anerkannt; auf Wunsch stellen wir Anträge auf Anerkennung nach den Freistellungsgesetzen anderer Bundesländern. <p>

Kosten und Leistungen:

Kostenbeitrag bei Unterkunft in Mehrbettzimmer/Jugendherberge in Reggio-Emilia und Doppelzimmern in Venedig 500 Euro. Übernachtungen im Doppelzimmer auch in Reggio-Emilia sowie im Einzelzimmer in beiden Städten sind möglich, die Preise hier­für erfragen Sie bitte im Bildungswerk der Humanistischen Union.
In diesen Beträgen sind Halbpension, Eintritte, Führungen, Übersetzungen und die Transfers während des Seminars enthalten. Die Anreise nach Reggio-Emilia und die Abreise von Venedig sind individuell zu planen und nicht im Preis inbegriffen.

An- und Abreise

Die Anreise nach Reggio-Emilia mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist entweder mit der Bahn oder mit dem Flugzeug möglich: die nächstgelegenen Flughäfen mit Anschluss per Bus und Bahn nach Reggio-Emilia sind Bologna, Forli, Verona und die Mailänder Flughäfen.
Die Abreise von Venedig kann ebenfalls per Bahn oder Flugzeug erfolgen. Hier sind die nächstgelegenen Flughäfen Venedig, Treviso, Verona und Bologna. Bei der An- und Abreise mit dem PKW empfiehlt es sich, das Auto von Reggio-Emilia nach Venedig mitzunehmen, es in Venedig-Mestre zu parken und von dort aus abzureisen.

Anmeldung:

Zur Anmeldung schicken Sie uns bitte eine Postkarte, eine Mail oder ein Fax, spätestens bis zum 31.3.2008. Sie erhalten umgehend eine vorläufige Bestätigung mit weiteren Informationen.

Veranstalter:


Bildungswerk der Humanistischen Union NRW
Kronprinzenstr. 15, 45128 Essen,
Tel. 0201 227982, Fax 0201 235505, Mail: buero@hu-bildungswerk.de
in Kooperation mit ISTORECO, Istituto per la Storia della resistenza e la storia contemporanea, Reggio-Emilia/Italien
www.istoreco.re.it


2007

Rom unter deutscher Besatzung: Zeit der Resistenza (10. bis 15. Spt. 2007)

Studienseminar/Bildungsurlaub in Rom vom 10.bis 15. September 2007.

Rom ein Ort, an dem auch im Zweiten Weltkrieg Geschichte geschrieben wurde: der Niedergang des italienischen Faschismus und sein gemeinsames Ende mit dem Nationalsozialismus. Alle Straßen der deutschen Wehrmacht zur Front führten in einer entscheidenden Phase des Italienfeldzugs durch Rom, auf ihnen operierte aber auch der römische Widerstand. In Rom bildete sich das nationale, einheitliche Kommando der Resistenza gegen die nationalsozialistischen Besatzer und ihre faschistischen Helfer. Wie die politische Rolle des Vatikan im Machtgefüge jener Zeit einzuschätzen ist, wird bis heute kontrovers diskutiert.

Wir werden uns, begleitet von ZeitzeugInnen und ExpertInnen, an Gedächtnisorten mit der Zeit der deutschen Besatzung in Rom befassen: mit der politischen und militärischen Entwicklung in Italien ab 1943, dem deutschen Terror, mit der Deportation der jüdischen Bevölkerung in die Vernichtungslager und insbesondere mit der Resistenza, dem italienischen Widerstand. Denn große Teile der römischen Bevölkerung verweigerten dem Besatzungsregime die Gefolgschaft, ganze Stadtquartiere leisteten passiven und aktiven Widerstand. Dieser unterschied sich in Inhalt und Form nach politischer Orientierung und sozialer Schichtzugehörigkeit. Darüber hinaus möchten wir die politische Auseinandersetzung mit Faschismus und Resistenza in der italienischen Nachkriegsgesellschaft - auch im Vergleich zur Bundesrepublik - kennen lernen und diskutieren.


Geplantes Programm

(bei täglich 8 Unterrichtsstunden)

  • Montag, 10. September 2007:

Ankunft in der Unterkunft bis 18 Uhr.

19.00 Vorstellen der TeilnehmerInnen und des Programms.

  • Dienstag, 11. September 2007:

Vormittags: Historischer Abriss zur politischen und militärischen Situation zur Zeit der Besetzung Roms. Die verschiedenen Akteurinnen und Akteure von zeitgeschichtlicher Bedeutung. Rom - Offene Stadt: ein Begriff und was sich dahinter verbirgt. Erste örtliche Orientierungen.

Nachmittags: Die Kämpfe zur Verhinderung des Einmarsches der deutschen Truppen in die Stadt. Gespräch mit einer Historikerin an der Porta San Paolo; kurzer Rundgang durch den Stadtteil Testaccio.

  • Mittwoch, 12 September 2007:

Vormittags: Resistenza im besetzten Rom: Protagonisten, politische Orientierungen, Aktionen und räumliche Struktur. Der berühmte Anschlag der GAP-Guerilla in der Via Rasella; Berichte ehemaliger PartisanInnen.

Nachmittags: Führung durch das ehemalige SS-Gefängnis und die heutige Gedenkstätte in der Via Tasso. Vortrag über die "andere" Resistenza in den Arbeitervierteln und Armutsquartieren Roms und die Reaktionen der deutschen Besatzer.


  • Donnerstag, 13. September 2007:

Vormittags: Die Geschichte eines unvergessenen Massakers der Nationalsozialisten: Besuch der Gedenkstätte "Fosse Ardeatine" - Ort der Rache des NS-Regimes für die Aktivitäten der Resistenza: Täter, Opfer und die juristische Aufarbeitung dieses Verbrechens.

Nachmittags: Exkursionen zu verschiedenen historischen Orten im Rahmen der hier behandelten Geschichtsepoche.

  • Freitag 14, September 2007:

Vormittags: Die Shoa in Italien: Rassengesetze, Deportation und Vernichtung der römischen Jüdinnen und Juden. Treffen mit einem überlebenden. Besuch der alten Synagoge und des ehemaligen Ghettos. Jüdisches Leben in Rom heute.

Nachmittags: Die Rolle der katholischen Kirche während der Besatzung: das Verhalten des Klerus vor Ort und die umstrittene Politik Papst Pius des XII (Vortrag einer Expertin mit Diskussion).


  • Samstag 15. September 2007:

Vormittags:Treffen mit dem Sänger der Band Banda Bassotti :

"warum wir immer noch antifaschistische Lieder singen."

Die Bedeutung der Resistenza für die Nachkriegsentwicklung, die Bezugnahme auf den Widerstand in der politischen Auseinandersetzung und in aktuellen Debatten.

Nachmittags: Abschließende Diskussion und Auswertung des Seminars.


Organisatorisches

Leitung: Marianne Wienemann und Matthias Durchfeld

Das Seminar richtet sich an:

Historisch und politisch interessierte jüngere wie ältere Erwachsene, die sich mit der deutschen und italienischen Zeitgeschichte und ihrer Gegenwartsbedeutung auseinander setzen möchten. Für diese Veranstaltung kann eine Freistellung nach dem Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz NRW und dem hessischen Bildungsurlaubsgesetz in Anspruch genommen werden (Antragsfrist bis sechs Wochen vor Seminarbeginn). Anträge auf Anerkennung in weiteren Bundesländern können auf Anfrage gestellt werden.


Kosten und Leistungen:

Unsere Leistung umfasst Unterbringung, Halbpension, Eintritte, Führungen, Vorträge und übersetzungen. Ort der Unterbringung ist ein 2006 eröffnetes Jugendgästehaus mit unterschiedlichen Zimmerqualitäten am Strand in Ostia: Kostenbeitrag bei Unterkunft im 5/6-Bett-Zimmer mit Bad 490; im 3/4-Bett-Zimmer mit Bad 520; im Doppelzimmer mit Bad 550. Einzelzimmer auf Anfrage. Die Anreise und das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr sind individuell zu organisieren. Hinweis zur Anreise: Mehrere Billigfluglinien steuern die beiden römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino an.

Anmeldung:

Zur Anmeldung schicken Sie uns bitte eine Postkarte, eine Mail oder ein Fax, spätestens bis zum 15.07.2008. Sie erhalten umgehen eine vorläufige Bestätigung. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt; sie werden nach dem Eingangsdatum der Anmeldung vergeben.

Veranstalter:

Bildungswerk der Humanistischen Union NRW Kronprinzenstr. 15 45128 Essen Tel. 0201-227982, Fax 0201-235505 Mail: buero@hu-bildungswerk.de

In Kooperation mit ISTORECO, Istituto per la storia della Resistenza , Reggio-Emilia/Italien www.istoreco.re.it


Wir sind umgezogen: von der Friedrich-Ebert-Str. zur Steubenstr.49, 45138 Essen
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