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Brandanschlag auf Flüchtlingsheim in Essen-Altendorf | |
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16.03.2005, NRZ: Anschlag auf Asyl-Heim
NRZ / Essen,Mittwoch, 16.03.2005
Anschlag auf Asylantenheim
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NRZ / Essen,Mittwoch, 16.03.2005
Anschlag auf Asyl-Heim
KRIMINALITÄT / Unbekannte warfen an der Altendorfer Straße brennende Molotow-Cocktails. 29 Bewohner blieben unverletzt. Staatsschutz: "Fremdenfeindliche Straftat nicht auszuschließen."
Während Ausländer in Hoyerswerda, Mölln oder Solingen zu Opfern teils tödlicher Anschläge wurden, blieb Essen von derartigen Auswüchsen eines rücksichtslosen Rassismus gänzlich verschont. Einzig eine brennende Zeitung im Flur des Asylbewerberheims an der Altendorfer Straße erregte 1991 die Gemüter. Seit gestern jedoch ist die Situation eine andere: In der Nacht zum Dienstag warfen Unbekannte brennende Molotow-Cocktails auf eben jene Flüchtlingsunterkunft an der Altendorfer Straße, in der es vor 14 Jahren schon einmal gebrannt hatte. Nur dass es sich diesmal zweifelsfrei um einen Anschlag handelt, bei dem glücklicherweise keiner der nach Auskunft der Stadt 29 Bewohner verletzt wurde: "Wir müssen zur Zeit von einer gezielten Aktion gegen das Heim oder dessen Bewohner ausgehen und ermitteln wegen versuchter schwerer Brandstiftung", sagte Kriminaloberrat Gerhard Bürgel. Diese erste Einschätzung des Essener Staatsschutz-Chefs kam schnell, das Spurenbild war eindeutig: Vor der Außenwand eines der zwei bewohnten Gebäude auf dem Gelände fanden die Ermittler Scherben einer mit Brandbeschleuniger gefüllten Flasche, die nicht an der Wand des Heims, sondern auf dem Boden davor zerbarst, so dass das Feuer nur einen geringen Schaden anrichten konnte. Eine zweite unzerstörte Flasche lag in der Nähe. Die Lunte hatte zunächst gebrannt, war aber dann vermutlich erloschen. Ein 44 Jahre alter Bewohner des betroffenen Gebäudes, in dem nur zwei der in dem Gesamtkomplex untergebrachten ausländischen Familien leben, entdeckte den Brand um kurz nach Mitternacht. Offenbar früh genug, um die Flammen mit einem Eimer Wasser löschen zu können. Auch wenn eine neuerdings in der Öffentlichkeit zur Schau gestellte Gewaltbereitschaft von Essener Neonazis Zwischenfälle mit Rechten im Rat der Stadt und zu beobachtende stärkere Mobilisierungsversuche der so genannten "Freien Kameradschaften" vor Ort schnell Rückschlüsse provozieren könnten - für die Staatsschützer ist völlig offen, wer für den Anschlag an der Altendorfer Straße zur Verantwortung gezogen werden könnte. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, sagte Bürgel.
Insgesamt hat die politisch motivierte Kriminalität in Essen im vergangenen Jahr leicht zugenommen: von 202 Delikten in 2003 auf 218 in 2004. Die allermeisten Straftaten (182) gingen auf das Konto von Rechten - überwiegend Hakenkreuzschmierereien, aber auch Volksverhetzung und Körperverletzungen.
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16.03.2005, NRZ: Essen ist keine Hochburg
NRZ / Essen,Mittwoch, 16.03.2005
Essen ist keine Hochburg
Trotz eines Anstiegs der politisch motivierten Straftaten um 4,4 Prozent zieht Kriminaloberrat Gerhard Bürgel eine positive Staatsschutz-Bilanz für das vergangene Jahr: "Eine aktive extrempolitische Szene gibt es nicht. Hier in Essen ist es recht ruhig - zum Glück." Auch wenn die vermehrt zu registrierenden Auftritten gerade von jungen Neonazis anderes vermuten ließe: Eine gut organisierte rechte Szene gebe es in Essen nach wie vor nicht. Was auch erkläre, dass ein einschlägig bekannter Rechter aus Köln die rechte Kundgebung für den 16. April angemeldet habe und nicht erneut die Essener Kameradschaften. Dass deren geplante Demonstration durch den Polizeipräsidenten verboten wurde, nachdem ausgerechnet die Anmelder die Organisatoren einer Gegenveranstaltung vor dem Grend in Steele bedroht hatten, sei in der Szene nicht ohne Reaktion geblieben. "Die haben es sich verscherzt", stünden auf der Hierarchieleiter jetzt ganz unten, so Bürgel. Das Zeichen sei deutlich: Nun kommt ein Neonazi von außen, um den Essenern zu zeigen wie man eine Demo durchzuziehen hat. Verstöße gegen das Versammlungsrecht machen einen Großteil der Straftaten aus, die die Polizei dem linken Spektrum zuordnete: Im vergangenen Jahr wurden 25 Delikte bekannt. Unter dem Stichwort "Ausländerextremismus" landeten elf Verfahren auf den Schreibtischen der 22 Mitarbeiter des Staatsschutzes. Was für deren Chef heißt: "Bei den politisch motivierten Straftaten zählt Essen nicht zu den Hochburgen." (j.m.) |
16.03.2005, WAZ: Brandanschlag auf Flüchtlingsheim
WAZ / Essen,Mittwoch, 16.03.2005
Brandanschlag auf Flüchtlingsheim
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16.03.2005, TAZ: Brandanschlag in Essen
taz,Mittwoch, 16.03.2005
Brandanschlag in Essen
Geringer Schaden
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22.03.2005, WAZ: Integrationsbeirat verurteilt Anschlag
WAZ / Essen,Dienstag, 22.03.2005
Integrationsbeirat verurteilt Anschlag
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Aufruf zur Solidaritätskundgebung am 18.03.
15.03.2005, Aufruf: Kein Platz fuer Rechte Gewalt
Essen, den 15.03.2005
Kein Platz für rechte Gewalt
Brandstiftung am Asylbewerberheim!
Niemand - egal welcher Herkunft - soll in unserer Stadt Angst haben müssen! Wer Häuser in Brand steckt, ist ein feiger Mörder, der hinter Gittern gehört!
und werden dann gemeinsam über die Altendorfer Straße bis zur Bocholder Straße (Haltestelle Fliegenbusch) gehen. Wir wollen in aller Öffentlichkeit darstellen, dass uns dieser Anschlag betroffen macht und möchten besonders den Anwohnern im Flüchtlingsheim unsere Solidarität ausdrücken. Weitere Informationen beim Anti-Rassismus-Telefon und ProAsyl Essen, Maxstr. 11(*), 45127 Essen, T.0201- 23 20 60, www.antirassismus-telefon.de | ||||
18.03.2005, NRZ: Nach Brandanschlag Solidarität zeigen
NRZ / Essen,Freitag, 18.03.2005
Nach Brandanschlag Solidarität zeigen
PROTEST / Der Flüchtlingsrat Essen lädt zu einer Versammlung nach Altendorf ein.
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18.03.2005, WAZ: Protest gegen Anschlag
WAZ / Essen,Freitag, 18.03.2005
Protest gegen Anschlag
Solidarität mit betroffenen Asylbewerbern
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Reden auf der Kundgebung am 18.03.
Presseberichte über die Kundgebung
19.03.2005, NRZ: 250 Bürger zeigten Solidarität
NRZ / Essen,Samstag, 19.03.2005
250 Bürger zeigten Solidarität
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19.03.2005, WAZ: Bürger marschieren gegen Rechts
WAZ / Essen,Samstag, 19.03.2005
Bürger marschieren gegen Rechts
ProAsyl/Flüchtlingsrat und Anti-Rassismus-Telefon organisieren Solidaritäts-Lauf
Mehr als 130 Essener wollten ein Zeichen setzen gegen Ausländerfeindlichkeit und zogen in einer Kundgebung zum Asylbewerberheim Wüstenhöferstraße. In der Nacht zum Dienstag war auf das Haus in Altendorf ein Brandanschlag verübt worden. Eine Veranstaltung im Spannungsfeld zwischen besonnenem Friedensmarsch und hitziger Antifa-Demo - vorneweg die Veranstalter vom Anti-Rassismus-Telefon und ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen sowie eine Abordnung der PDS, gefolgt von einer großen Gruppe Jugendlicher der Antifa-Szene, ausgerüstet mit Plakaten und noch mehr Parolen. Und am Schlangenschwanz: die weiße Taube der Friedensbewegung. Ruhig, zurückhaltend - aber bestimmt. Unter ihnen Yomi S. Seit 30 Jahren lebt der gebürtige Nigerianer in Essen. "Deutschland ist kein fremdenfreundliches Land", sagt er. "Unterschwellig" erlebe er die alltägliche Diskriminierung. Auch dagegen, nicht nur gegen den Anschlag mit einem Molotow-Cocktail auf das Heim, will Mitveranstalter Rainer Sonntag aufstehen. "Wir zeigen unsere Solidarität mit den Bewohnern und treten gegen jede Diskriminierung ein", erläutert der Vertreter des Anti-Rassismus Telefons. Mobilisiert hat das Team dafür auch verschiedene Pfarrer evangelischer Gemeinden und Altendorfer Bewohner. Mitveranstalter Bernd Brack: "Die Bürger sind gefordert." |
23.03.2005, WA: Demo nach Anschlag auf Asylbewerberheim
Westanzeiger / Essen,Mittwoch, 23.03.2005
Demo nach Anschlag auf Asylbewerberheim
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24.03.2005, BN: Ein Zeichen gegen Rassismus
Borbecker Nachrichten / Essen,Donnerstag, 24.03.2005
Ein Zeichen gegen Rassismus
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