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Eine Kamerunerin kämpft gegen die drohende Abschiebung.

200px-WAZE23-05-2012Kamerun.gifAm Dienstag, den 22.Mai 2012 protestierten einige Menschen vor dem Ausländerbehörde. Es ging um das Schicksal einer 38jährigen Frau aus Kamerun. Sie hat sich von ihrem deutschen Ehemann getrennt, der sie zur Prostitution zwingen wollte.

Der Frauenverband "Courage" hatte zu dieser Demonstration aufgerufen und fordert für sie ein eigenständiges Bleiberecht, weil der Ehemann sie misshandelt hat.


Inhaltsverzeichnis

WAZ Essen 22.05.12: Demo gegen Abschiebung

WAZE22-05-2012Courage.gif

WAZ / Essen,Dienstag, 22.05.2012

Demo gegen Abschiebung

Frau aus Kamerun floh ins Frauenhaus


Mit einer Demonstration vor der Ausländerbehörde an der Schederhofstraße 45 macht der Frauenverband „Courage“ am heutigen Dienstag um 10 Uhr auf das Schicksal von Nicole Marlyse Semek aufmerksam. Die 38-jährige aus Kamerun soll in ihr Heimatland abgeschoben werden, weil sie von ihrem deutschen Ehemann getrennt lebt. Dieser hatte sie jedoch nach ihrer Ankunft in Deutschland Ende 2010 zur Prostitution zwingen wollen. Im Mai 2011 floh sie in ein Frauenhaus, inzwischen lebt sie in einer eigenen Wohnung, lernt Deutsch und sucht eine Arbeit. Obwohl ihr ab Juni ein weiterer Sprachkurs bewilligt worden ist, wurde sie jetzt von der Ausländerbehörde aufgefordert, binnen 30 Tagen nach Kamerun auszureisen. „Courage“ fordert nun ein eigenständiges Bleiberecht für Nicole Semek.

WAZ Essen 23.05.12: "Zurück kann ich nicht mehr"

WAZE23-05-2012Kamerun.gif

WAZ / Essen,Mittwoch, 23.05.12

"Zurück kann ich nicht mehr"

Die Kamerunerin Nicole Semek kämpft gegen die drohende Abschiebung


Von Vera Eckardt

Einen Traum wollte sie leben, einen Albtraum hat sie vorgefunden: Als die Kamerunerin Nicole Semek ihrem deutschen Ehemann Ende 2010 nach Essen folgte, brach ihre Welt zusammen. Der liebevolle, nette Kraftfahrer, den sie in ihrer Heimat kennengelernt und geheiratet hatte, wollte sie zur Prostitution zwingen, behandelte sie wie Dreck, wurde handgreiflich.

„Ich sollte ihm das Geld zurückzahlen, das er angeblich in mich investiert hatte“, sagt Nicole. Die 38- jährige fühlte sich total ausgeliefert, war ohne Sprachkenntnisse, ohne Freunde, ohne eigenes Geld. Trotzdem habe sie sich standhaft gewehrt. Fünf Monate hielt sie es aus, dann eskalierte die Situation: „Mein Mann hat mich einfach rausgeschmissen.“ Nachbarn alarmierten die Polizei, die sie in einem Frauenhaus unterbrachte. Eine


"Ich wollte Deutsch
lernen, Arbeit finden
und mir ein Leben
aufbauen"

Anzeige gegen ihren Ehemann stellte sie nicht: Sie sei nur froh gewesen, diesem Albtraum entkommen zu sein.

„Ich wollte Deutsch lernen, Arbeit finden und mir ein Leben aufbauen.“ Das ist ihr fast gelungen: Mittlerweile kann die zierliche Kamerunerin sich ohne Dolmetscher unterhalten, arbeitet ehrenamtlich bei den Schwestern Theresa, hat eine eigene Wohnung und, das ist das Wichtigste, Freunde gefunden.

Doch der Traum vom Leben in Deutschland droht erneut zu scheitern: Die Ausländerbehörde möchte sie in ihre Heimat abschieben. Grund sei die fehlende Integration, die kurze Dauer ihres Aufenthaltes und ihrer Ehe. In Kamerun, so die Behörde, sei sie besser aufgehoben. Auch ein Härtefall läge nicht vor: Für ihre Anschuldigungen gegen den Noch-Ehemann fehlten jegliche Beweise, teilt die Behörde auf Anfrage mit, zudem sei noch nicht mal ein Scheidungsantrag gestellt. „Mit dem Abschiebungsbefehl folgen wir nur der Gesetzgebung.“

„Die Scheidung konnten wir erst jetzt beantragen. Nach deutschem Recht muss man dafür ein Jahr lang getrennt leben“, erklärt Sigrid Agbely. Die Rechtsanwaltsgehilfin arbeitet in einer Gelsenkirchener Kanzlei, die sich auf Ausländerrecht spezialisiert hat. Zufällig trafen sich die beiden Frauen, die inzwischen gut befreundet sind. Sigrid Agbely war es auch, die den Kontakt zum Frauenverband Courage herstellte. „Das war mein Glück“, sagt sie. Denn Courage unterstützt sie im Kampf um ein Bleiberecht. Der erste Schritt ist getan: „Wir haben Klage gegen den Abschiebungsbescheid erhoben und erwägen, auch einen Härtefallantrag zu stellen“, erläutert Sigrid Agbely. Zusätzlich bereite der Anwalt von Nicole eine Anzeige gegen den Ehemann vor. Damit könne man die Abschiebung fürs Erste stoppen, weiß Agbely.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, trafen sich die Frauen gemeinsam mit Nicole Semek zu einer kleinen Protestaktion vor der Ausländerbehörde. „Wir wollten keine Konfrontation, sondern haben das Gespräch ge- sucht“, sagt Susanne Keil von Courage. Jörg Stratenwerth, Chef der Behörde, habe sehr verständnisvoll reagiert: „Er hat uns den Rat gegeben, Strafanzeige gegen den Ehemann zu stellen und uns zu verstehen gegeben, dass der Rechtsweg ja noch nicht abgeschlossen sei.“

Bis Ende 2013 kann sich der Entscheidungsprozess hinziehen. Zeit für Nicole, sich ihren Traum vielleicht doch zu erfüllen? „Das wünsche ich mir sehr. Denn nach Kamerun kann ich nicht mehr zurück. Für meine Familie bin ich eine Schande.“


Ein Verein
für alle Frauen

  • Courage e.V. besteht seit 1991. In 50 Gruppen in verschiedenen Städten organisieren sich Frauen aus 25 Nationen.
  • Der Verein engagiert sich für die gesellschaftliche Anerkennung von Frauen, hilft und berät bei allen Fragen des Lebens.
  • Weitere Infos: www.courage-zentrum-essen.de
    Bildunterschrift:
    Nicole Marlyse Semek kämpft gegen ihre Abschiebung. Susanne Keil unterstützt sie. FOTO: ULRICH VON BORN

WAZ Essen 23.05.12: Aus der Warteschlange in die Warteschleife

WAZE23-05-2012KamerunC.gif

WAZ / Essen,Mittwoch, 23.05.12

Aus der Warteschlange in die Warteschleife

Politik lobt Ausländeramt. „Pro Asyl“ kritisiert: Schnelle Vorsprache ist nicht möglich


Die Mitarbeiter der Ausländerbehörde dürfte gefreut haben, dass SPD und CDU ihrem Amt öffentlich bescheinigten, sich auf den Weg hin zu mehr Kundenfreundlichkeit gemacht zu haben. Durch die persönliche Terminvergabe, so hieß es, habe sich die seit Jahren kritisierte Situation auf den Fluren merklich entschärft. Der Flüchtlingsrat „Pro Asyl“ weist allerdings auf Anlaufschwierigkeiten hin.

Die sichtbare Warteschlange mag zwar passé sein. Jedoch landen die Kunden jetzt in einer wochenlangen Warteschleife und schlagen hilfesuchend bei den Flüchtlingsberatern auf, wenn ihnen existenzielle Nachteile entstehen. "Was außerhalb der Flure des Ausländeramtes passiert“, sagt Inka Jatta von Pro Asyl, „bleibt der Öffentlichkeit zu- meist verborgen.“ Aber eben nicht den Helfern: Nach deren Darstellung warten die Menschen sechs bis acht Wochen auf einen Termin und auch in dringenden Fallen sei „keine Schnelle Vorsprache möglich“. Wöchentlich würden Fälle von besonderer Harte bekannt. Das gibt Peter Allmang zu, stellvertretnder Leiter des OB-Büros. In der Tat gebe es bei der Terminvergabe „einen Vorlauf von vier bis sechs Wochen“, wenn ein Aufenthaltstitel über Berlin beantragt werden müsse. Es kämen mehrere Faktoren zusammen: ein überdurchschnittlich hoher Krankenstand treffe auf eine Personaldecke, die eh schon auf Kante genäht sei und „eine freie Wahl der Brückentage“, die „testweise eingeführt“ worden sei, trage ihr Übriges dazu bei. Zurzeit denke man über Lösungen nach, „um die Rückstände abbauen zu können“, so All- mang — etwa mit den Kunden Termine am eigentlich publikumsfreien Mittwoch zu vereinbaren: „Wir arbeiten dran.“

jm
Bildunterschrift:
Inka Jatta von Pro Asyl
Steubenstr. 49, 45138 Essen
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