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NRZ / Essen,Dienstag, 18.10.2005


Hinschauen und lernen

GESCHICHTE / Eine Ausstellung in der Volkshochschule erinnert an den Widerstand in Italien gegen Faschismus und deutsche Besetzung. Rahmenprogramm zu "Krieg und Menschenrechte"


60 Jahre nach Ende des Zeiten Weltkrieges erinnert eine Ausstellung in der Volkshochschule am Burgplatz an einen Kriegsschauplatz, der im öffentlichen Interesse bislang eher ein Randerscheinung war: an Italien und den dortigen Widerstand gegen den Faschismus und die deutsche Besatzung. In zehn Kapiteln zeichnet die Ausstellung mit Hilfe von Fotos und Erläuterungen den Kriegseintritt Italiens nach und dokumentiert den Weg vom Verbündeten Nazi-Deutschlands bis zum offenen Widerstand. "Wir wollen keinen Geschichtsunterricht machen", sagt Initiatorin Gabriella Guidi vom Anti-Rassismus-Telefon, Ziel sei es, aus dem Vergangenen zu lernen.

Zu Essen stellen die Veranstalter einen besonderen Bezug her, engagiert sich doch hier die Initiative "Eine Orgel für Sant' Anna di Stazzema". Der toskanische Ort war 1944 Schauplatz eines der größten Massakers der SS an italienischen Zivilisten. 560 Menschen wurden ermordet. Erst Ende der 90ger Jahre erfuhr die breite Öffentlichkeit in Deutschland durch einen Zeitungsartikel von der Gräueltat. Auch die Kirchenorgel war damals

von den Deutschen zerstört worden. Die Initiative sammelt für einen Neubau, 2007 soll sie eingeweiht werden. Sant' Anna die Stazzema findet in der Ausstellung, die seit 1999 in Deutschland gezeigt wird, nur am Rande Erwähnung. Zur offiziellen Eröffnung durch Bürgermeister Rolf Fliß am Mittwoch, 19. Oktober, um 19 Uhr wird auch Claudia Buratti, Rechtsanwältin und selbst Angehörige einer Opferfamilie als Referentin erwartet. Weitere Vorträge zum Thema, auf die die NRZ gesondert hinweisen wird, bilden den Rahmen zur Ausstellung, die bis zum 18. November zu sehen ist. Infos: www.krieg-und-menschenrechte.de (schy)
Bildunterschrift:
Gabriella Guidi vom Anti-Rassismus-Telefon hat die Ausstellung "Partigiani. Gegen Faschismus und deutsche Besatzung. Der Widerstand in Italien" in der VHS mit initiiert. Das Plakat dokumentiert die Propaganda des faschistischen Italiens (NRZ-Foto: Udo Geisler)
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