Am 11.04.2002 berichtete die TV-Sendung Kontraste über einen in Essen lebenden alten Herrn, der beschuldigt wurde, in Italien an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein.
Im Jahr 1944 wurden von den Deutschen u.a. ca. 50 Einwohner (Frauen, Kinder, Ältere) von Cerpiano bei Marzabotto in der Kirche eingeschlossen. Sie sollten alle erschossen werden. Nur einzelne konnten unter den Toten versteckt überleben.
Der SS-Unterscharführer Albrecht Meyer soll nach Zeugenaussagen Granaten in die Kirche geworfen haben. "Um diese Menschen noch mehr leiden zu lassen", soll er sich gerühmt haben.
Über die schrecklichen Ereignisse, die im September/Oktober 1944 in der
Umgebung von Marzabotto geschahen, gibt es einen ausführlichen Bericht, der kurz danach erstellt wurde. Das
Anti-Rassismus-Telefon hat ihn erstmalig ins Deutsche übersetzt. Die
gedruckte Broschüre ist gegen einen Unkostenbeitrag bei uns erhältlich.
- Nur eine Episode im großen, länderübergreifenden Massenmord der Nazis!?
- Lange her!?
(Herr Meyer ist inzwischen längst gestorben - Übrigens,
ohne je dafür vor Gericht gestanden zu haben.)
 Heute: Die Ruine der Kirche von Cerpiano. Die Namen der Ermordeten sind links auf der Gedenktafel | Das Anti-Rassismus-Telefon kämpft selbstverständlich gegen alle Nazi-Umtriebe - gegen die Verbrechen der Alten Nazis und die ihrer Nachfolger.
Deshalb unterstützen wir z.B. nach Kräften das Essener Bündnis
Runder Tisch für Menschenrechte, das unter dem Motto
Essen stellt sich quer
erfolgreiche Aktionen durchführt. Auch wenn uns die Neo-Nazis
viel Arbeit machen, so dürfen die Verbrechen der NS-Zeit nicht
vergessen werden. Die italienischen Opfer, die deutsche
Bevölkerung und auch der Beschuldigte haben ein Recht darauf,
dass Kriegsverbrechen in Prozessen aufgedeckt und - wenn möglich -
gesühnt werden.
Das Anti-Rassismus-Telefon hat Kontakt mit Italien aufgenommen.
Vertreter von uns sprachen dort mit den Opferverbänden und den
letzten noch lebenden Widerstandskämpfern.
Ein Ergebnis userer Arbeit war die Ausstellung Partigiani, die wir zusammen mit der Veranstaltungsreihe Krieg und Menschenrechte vom 19.10 bis zum 18.11.2005 in der Essener Volkshochschule durchgeführt haben.
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