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Lohnbetrug an ausländischen Arbeitnehmern

Besonders im Baugewerbe scheint sich eine neue Form von Lohndumping zu etablieren. Ausländische Arbeitnehmer werden für den Baustellenauftrag extra hergeholt, hier untergebracht und verpflegt. Sie wissen oft nicht, dass ihnen der gleiche Lohn zusteht, wie allen anderen (deutschen) Arbeitnehmern auch. Oft können sie sich kaum mit ihren Kollegen verständigen. So entsteht eine große Abhängigkeit zum Arbeitgeber.

Ein "Geschäftsmodell", das sich offenbar rechnet, wenn man die Leute schamlos um ihren Lohn betrügt?

In den Jahren 2003/2004 waren von der IG-Bau und von der Presse in Essen einige Fälle von eklatenten Lohnbetrug in Zusammenhang mit der Saalbau-Baustelle aufgedeckt worden.

Heute, im Jahr 2011, ist die IG Bau wieder fündig geworden.

Diese Lohndrückerei weit unter das Existenzminimum bringt nicht nur die deutschen Kollegen zur Verzweifelung: Sie hat auch Auswirkungen auf das gesamte Lohngefüge in Deutschland und schadet so uns allen.

Inhaltsverzeichnis

2011: Primark-Stores

28.10.2011, WAZ: Bauarbeiter kämpfen um ihr Lohn

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WAZ / Essen,Freitag, 28.10.1011

Bauarbeiter kämpfen um ihr Lohn

Protest an der Kettwiger: Am künftigen Sitz von "Primark" fordert die IG.Bau Ausstehende Zahlungen ein.


Mit einem spontanen Protestzug zum ehemaligen C&A-Haus auf der Kettwiger Straße haben die Industriegewerkschaft Bau und polnische Bauarbeiter ausstehnde Löhne eingefordert. Nach Rechnung der Gewerkschaft stehen den acht Arbeitern bis zu 20 000 Euro zu. Erhalten haben sie auf Druck der Gewerkschaft einen "Vorschuss von 150 Euro pro Nase.


Letzter Stand

"Wir prüfen"
Der von Generalunternehmer
eingeschaltete Rechtsanwalt
hat angekündigt, die Ansprüche
der acht Bauarbeiter zu "prüfen".
Gewerkschaft und Bauarbeiter
denken über eine Ausweitung

der Protestaktionen nach.

Von einem "Lohnskandal" wie wie Gewerkschaftssekretär Holger Vermeer will Pawel Jurowski nicht sprechen, aber er ist wütend und enttäuscht. "Vor ein Paar Monaten hat Frau Merkel uns Polen noch gesagt: Kommt nach Deutschland, hier ist viele Arbeit und gutes Geld. Ich habe viel gearbeitet - wo ist mein gutes Geld?"

Seit September sind er und seine Kollegen mit dem Trockenbau auf der Baustelle zugange, wo die irische Textilkette "Primark" nächsten Monat ihren Megastore mit rund 600 Mitarbeitern eröffnen will. Angeheuert wurden die polnischen Arbeiter nach Vermeers Angaben von zwei Subunternehmern des Generalunternehmers, der Hegerat-Unternehmensgruppe mit Sitz in Moers und Kalkar.

Von Anfang an soll es Streit um die Bezahlung gegeben haben, erzählt Jurowski, "Ich bin gegangen zur Gewerkschaft, zur Polizei und zum Zoll," Prompt stand letzte Woche die Finanzkontrolle Scharzarbeit vor der Baustelle. Ob auf Jurowskis Beschwerde hin oder im Rahmen der bundesweiten Schwerpunktprüfung von mehr als 5000 Baustelle, darüber gab es gestern keine Angaben. Jurowski und seine Kollegen jedenfalls haben seither Baustellenverbot. "So ist das auf dem Bau", sagt Gewerkschafter Vermeer und zuckt die Achsen: "Wer nicht arbeitet und die Schnauze hält, der fliegt"

Jetzt macht sich die Gewerkschaft für Jurowski und seine Kollegen stark. "Der Subunternehemer sagt. die Polen seien hier selbstständige Unternehmer gewesen. Diese Scheinselbstständigkeit kennen wir in der Baubranche."

Die Gewerkschaft hat die ausstehenden Löhne bei den Subunternehmern und dem Generalunternehmer eingefordert und will schnell Geld sehen. Denn die Lage der Polen wird allmählich unhaltbar. Sie haben kein Geld, um nach Hause zu fahren. Sie haben aber auch kein Geld, ihre Unterkunft in Gelsenkirchen zu bezahlen. Und essen müssen sie auch, Vermeer: "Auch die Familien in Polen warten auf das Geld, das die Arbeiter hier verdienen wollten." Mehr als 20 000 Euro, haben die Gewerkschafter ausgerechnet, stünden den Polen zu, wenn der gültige Mindestlohn in der Baubranche berechnet wir. Generalunternehmer Hegerath hat inzwischen angekündigt, "grundsätzlich" zahlen zu wollen. Kai Süselbeck

28.10.2011, NRZ: Polen von der Baustelle gejagt

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NRZ / Essen,Freitag, 28.10.1011

Polen von der Baustelle gejagt

Gewerkschaft IG-Bau deckt Lohn-Skandal auf der "Primark"-Baustelle auf. Firma will Arbeiter nicht bezahlen - kein Einzelfall.


Mit sichtlicher Empörung protestierten gestern Arbeiter aus Polen zusammen mit der Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt vor der Baustelle der "Primark-Stores" im früheren C&A-Haus an der Kettwiger Straße, um offene Löhne in Höhe von 20 000 Euro einzufordern. Acht Wanderarbeiter haben seit September für Subunternehmer aus Krefeld und Berlin Trockenbauarbeiten im Gebäude durchgeführt. Sie kamen so auf bis 300 Stunden. Da die Subunternehmer nicht zahlten, baten sie die IG Bau um Hilfe, um Druck auf die Firma "Hegerath" aus Noers auszuüben. Sie ist für den Umbau hauptverantwortlich.

"Wir werden nicht eher weggehen, bis wir unser Geld erhalten haben", sagt Pawel Zurowski aus Posen. Als er und seine Kollegen den Hegerath-Bauleiter zu Rede stellen wollten, habe er sie sofort von der Baustelle gejagt. "Hier seid nur Polen, Haut ab!", hat er zu mir gesagt, so Zurowski.

Angeblich seien die Arbeiter selbstständig gewesen, heißt es - so die IG Bau - seitens beider Subunternehmen, die gestern für die NRZ nicht zu sprechen waren. "Die Polen arbeiten als Scheinselbstständige, bekommen das Baumaterial gestellt und von Polier gesagt, was sie machen sollen. Damit sind sie Angestellte" sagt Gewerkschaftssekretär Holger Vermeer, der die Löhne für sie einfordert. "Kein Kommentar" hieß es gestern auch bei Hegerath auf Anfrage

Kein Geld für die Heimreise

Den Polen ist das Geld ausgegangen. Wie sie in ihre Heimat zurückkommen, wissen sie nicht. "Bis vergangene Woche Haben die Subfirmen unsere Unterkunft gezahlt; jetzt haben wir keinen Cent mehr dafür. Auch nicht für Essen", so ein Arbeiter. "Sie wissen nicht, wie sie überleben sollen. Hegerath muss jetzt Verantwortung übernehmen und ausstehende Löhne zahlen" Fordert Holger Vermeer. Es sei erschreckend, wie skrupellos und Menschenunwürdig solche Firmen Arbeiter behandeln würden. Ein Einzelfall ist das aktuelle Beispiel tatsächlich nicht; Bereits 2007 machte die Baustelle des Einkaufszentrums am Limbecker Platz Schlagzeilen. Rumänen hätten dort für 1.49 Euro die Stunde gearbeitet, Der Generalunternehmer Bilfinger Berger zahlte letztendlich die ausstehenden Gelder von rund 66 000 Euro. Auf den gleichen Areal wurden Bauhelfer als Reinigungskräfte angemeldet, um ihnen weniger Lohn zahlen zu müssen. Eine Razzia brachte es ans Tageslicht. Andere Beispiele sind laut IG Bau der Umbau der Philarmonie, wo für Trockenbauarbeiter Dumpinglöhne gezahlt wurden. Vermeer erinnert sich an ähnliche Fälle, wie bei der Arbeiten auf Zollverein, am Gebäude der Essener Staatsanwaltschaft sowie bei einem Hotel an der Hachestraße.

"Wir setzen uns für faire Arbeitsbedingungen und Lohne ein, da spielt es keine Rolle, ob die Arbeiter Deutsche, Türken oder Polen sind", sagt Günter Kralij von der IG-Bau. Fair sei das Gehalt im aktuellen Fall nicht; "Gerade mal neun Euro pro Stunde soll ich erhalten, alle andere acht", sagt Pawel Zurowski.

Zugangskarte verrät: Polen sind direkt für Hegerath tätig.

Nur 150 Euro Voschuss wurden jedem Polen bezahlt. Das ergibt einen Stundelohn von gerade einmal 50 Cent. "Ein eindeutiger Verstoß gegen gültigen Mindestlohn im Bauhauptgewerbe", betont Gewerkschaftssekretär Holger Vermeer von der IG Bau.

Ein Zahlungsultimatum an die beteiligten Unternehmen war gestern verstrichen. Der Rechtsanwalt von Hegerath wolle prüfen, ob das Unternehmen zahle oder nicht. hieß es gestern. "Die Arbeiter sollen fortan nicht mehr sagen, dass sie angestellt sind, sagr zumindest der Anwalt", so Vermeer. Scheinbar geht Hegerath auch davon aus, dass die Männer selbsständig und als Subunternehmer für die Firmen aus Krefeld und berlin tätig sind. Die IG Bau machte hingegen bei der gestrigen Protestaktion auf die Firmenbezeichnung "Hegerat Trockenbau" auf der Baustellenzugangskarten von Marek Macal aufmerksam. "Das ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Polen nicht als Subunternehmer arbeiten, sondern bei der Firma angestellt sind", ist sich der Gewerkschaftssekretär sicher.

Verträge nur Mündlich

Pawel Zurowski, der bereits als Wanderarbeiter in Berlin und Hamburg tätig war, "ist so etwas bisher noch nicht passiert. Wir waren viel zu gutgläubig". Bis auf mündliche Absprachen wurden die Verträge nicht fixiert. "Es sollte schriftlich festgehalten werdne, doch sie haben uns vertröstet und am Ende rausgeschmissen. Klein beigeben werden wir aber nicht", gibt sich der 47-jährige Bauarbeiter kämpferisch. Pascal Hesse

Bildunterschrift:

Arbeiter protestieren gegen die baufirma Hegerath. Foto Buchholz

2003/04: Saalbau

23.02.2004, unsere Pressemitteilung: Lohnbetrug am Saalbau

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Interkulturelles Solidaritätszentrum e.V.

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Maxstraße 11(*), 45127 Essen, Tel/Fax: 0201-232060

Essen, den 23.02.2004.
Presseerklärung

Lohnbetrug am Saalbau


Wiederholt wird in den Zeitungen vom Lohnbetrug beim Bau der Philharmonie (Saalbau) berichtet. Es ist erschreckend, wie schamlos hier die Abhängigkeit und Unkenntnis ausländischer Vertragsarbeiter ausgenutzt wird. Auch wenn die Stadt Essen die Durchführung des Bauvorhabens einer privaten Projektgesellschaft übertragen hat: Wir glauben, als Auftraggeber bleibt die Stadt Essen in der Verantwortung. Was für eine Art von Aushängeschild soll der neue Saalbau für die Stadt Essen eigentlich werden? Soll er etwa ein Symbol dafür werden, dass die Stadt Essen durch gesetzeswidrigen Lohnbetrug am kleinen Mann Kosten eingespart hat?

Wenn nötig, muss man die Hauptfirmen gesondert darauf verpflichten, dass die gesetzlichen Lohnbestimmungen - auch in den Nachunternehmen! - eingehalten werden. Andernfalls sollten sie für den Lohnausfall der Arbeiter haften.

Gut, dass die Gewerkschaften diese Missstände aufdecken und auch bereit sind, die Gerichte einzuschalten.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Rainer Sonntag

18.02.2004, STD: IG BAU schlägt Alarm

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Stadtanzeiger / Essen,Mittwoch, 18.02.2004

IG Bau schlägt in Sache Saalbau Alarm


+++ Die IG Bau schlägt in Sachen Allbau Alarm; auf Esssens größter öffentlicher Baustelle, dem Saalbau Essen, würden wiederholt Mindestlöhne nicht gezahlt, zudem habe ein Nachunternehmer bereits seit drei Monaten keinen Lohn bezahlt. Rechtliche Schritte würden erwogen. +++

16.02.2004, WAZ: Gewerkschaft sieht Skandal auf Essens größter Baustelle

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WAZ / Essen,Montag, 16.02.2004

Gewerkschaft sieht Skandal auf Essens größter Baustelle


Die IG Bauen-Agrar-Umwelt hat anch eigenen Angabe beim Grossbauvorhaben des Saalbaus erneut Missstände aufgedeckt. Die Gewerkschaft, die mit einem eigenen Beratungscontainer auf der Baustelle vertreten ist, gibt an, dass im Bereich des Trockenbaus wiederholt nicht einmal die Mindestlöhne eingehalten werden.

Ein Nachunternehmer habe seinen Arbeitnehmern über drei Monate keinen Lohn vergütet. Diese Arbeitnehmer seien nun auf die IG BAU zugegangen. Die Gewerkschaft hat mittlerweile den ausstehenden Lohn geltend gemacht und wird nach Fristablauf und Nichterfüllung der Lohnansprüche den Klageweg einleiten.

"Die IG BAU hat zunächst versucht, die Angelegenheit intern zu regeln. In der letzten Woche haben Gespräche stattgefunden zwischen der Objektgesellschaft, die von der Stadt Essen beauftragt worden war, das Bauprojekt durchzuführen", teilt die Gewerkschaft mit. Es sei vereinbart worden, dass zwischen der ausführenden Trockenbaufirma und den insgesamt acht Nachunternehmen ein Weg gefunden werden muss, die Tarifbestimmungen einzuhalten.

In einem weiteren Gespräch zwischen der Bauleitung, der IG BAU und der beauftragten Trockenbaufirma wurde bereits nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.

"Trotz der kooperativen Zusammenarbeit ist die Angelegeneheit jedoch nach wie vor mehr als unbefriedigend", so Gernd Börgers, Geschäftsführer der IG BAU aus Essen. Als Teilerfolg wird von der Gewerkschaft bewertet, dass sie ab sofort bei den Baustellenunerweisungen dabei ist, um Bausstellenleiter, Vorarbeiter und Arbeitnehmer der ausführenden Betriebe über Mindestlohn-Bestimmungen zu informieren.

"Dies ist trotzdem ungenügend, da die Arbeitnehmer genötigt werden, unter Tarif zu arbeiten, um ihren Job zu behalten", sagt Börgers. Er werde nicht umhin kommen, die Vollzugsbehörden in Kenntnis zu setzen und weitere Kontrollen anzufordern.

Außerdem sei es Zeit, dass sich der Rat der Stadt "diesen skandalösen Machenschaften auf der größten öffentlichen Essener Baustelle annimmt", so der Gewerkschafter.

12.02.2004, WAZ: Wieder zu wenig Lohn

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NRZ / Essen,Donnerstag, 12.02.2004

Wieder zu wenig Lohn

SAALBAU / Gewerkschaft und Parteien verlangen, dass die Missstände endlich aufhören.


Auf der Großbaustelle Saalbau ist es nach Angaben der Industriegewerkschaft BAU erneut zu Tarif-Verstößen gekommen. In mehreren Fällen seien nicht einmal die Mindestlöhne gezahlt worden, ein Sub-Unternehmen habe seinen Arbeitnehmern seit drei Monaten jede Bezahlung vorenthalten. Trotz mehrerer Gespräche mit Vertretern des Generalunternehmens sei bislang keine befriedigende Lösung gefunden worden - so die IG BAU. Die SPD forderte gestern eine "rigorose Aufklärung" der Vorwürfe. Auch wenn die Stadt nicht direkter Bauherr sei, müsse der Oberbürgermeister jetzt endlich handeln. Die PDS will das Thema in der heutigen Sitzung des Bauauschusses zur Sprache bringen.

11.02.2004, IG-Bau: Mißstände bei Philharmonie Saalbau (Pressemitteilung)

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IG Bauen Agrar Umwelt / Pressemitteilung,Mittwoch, 11.02.2004

Bauvorhaben: Philharmonie Saalbau/Essen

IG Bau deckt erneut Missstände auf!


Die IG Bauen-Agrar-Umwelt hat beim Großbauvorhaben des Saalbaues erneut Missstände aufgedeckt. Die Gewerkschaft IG BAU, die mit einem eigenen Beratungscontainer auf der Baustelle vertreten ist, gibt an, dass im Bereich des Trockenbaues erneut noch nicht einmal die Mindestlöhne eingehalten werden. Ein Nachunternehmer hat seinen Arbeitnehmern über 3 Monate keinen Lohn vergütet. Diese Arbeitnehmer sind nun auf die IG BAU zugegangen. Die Gewerkschaft hat mittlerweile den ausstehenden Lohn geltend gemacht und wird nach Fristablauf und Nichterfüllung der Lohnansprüche den Klageweg einleiten.

Die IG BAU hat zunächst versucht, die Angelegenheit intern zu regeln. In der letzten Woche haben deshalb Gespräche stattgefunden zwischen Herrn Wolff von der Objektgesellschaft, diese wurde von der Stadt Essen beauftragt, das Bauprojekt durchzuführen, den Herren Krause und Coerper vom ausführenden Generalunternehmer Wayss & Freytag und den Baugewerkschaftern Manfred Meyer, Holger Vermeer und Günter Kralj. Hier wurde vereinbart, dass zwischen der ausführenden Trockenbaufirma und den insgesamt 8 Nachunternehmern ein Weg gefunden werden muss, um die Tarifbestimmungen einzuhalten. In einem weiteren Gespräch zwischen der Bauleitung von Wayss & Freytag, der IG BAU und der beauftragten Trockenbaufirma wurde diesbezüglich nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.


"Trotz der Kooperativen Zusammenarbeit, ist letztendlich die Angelegenheit jedoch nach wie vor mehr als unbefriedigend", so Bernd Börgers, Geschäftsführer der IG BAU aus Essen. Als Teilerfolg wird von der Gewerkschaft bewertet, dass sie ab sofort bei den Baustellenunterweisungen dabei ist, um Baustellenleiter, Vorarbeiter und Arbeitnehmer der ausführenden Betriebe über die Mindestlohnbestimmungen zu informieren. "Dieses ist trotzdem ungenügend, da die Arbeitnehmer genötigt werden, unter Tarif zu arbeiten, um ihren Job zu behalten", so Bernd Börgers weiter, "wir werden nicht umhin kommen, die Vollzugsbehörden in Kenntnis zu setzten, um weitere Kontrollen anzufordern. Außerdem wird es Zeit, dass sich der Rat der Stadt Essen endlich diesem skandalösen Machenschaften auf der größten öffentlichen Essener Baustelle annimmt", so abschließend der Geschäftsführer der IG BAU.

16.12.2003, WAZ: IG Bau überwacht erstmals im Container eine Baustelle

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WAZ / Essen,Dienstag, 16.12.2003

IG Bau überwacht erstmals im Container eine Baustelle

Aktion der Gewerkschaft gegen Lohn-Missstände am Saalbau


Premiere auf dem Bau in Essen: Die Gewerkschaft IG Bau stellte erstmals auf einer Großbaustelle einen Büro-Container auf, um künftig vor Ort Lohn-Missstände zu verhindern. Einsatzort ist die Großbaustelle Saalbau. Hier haben - wie berichtet - nach Informationen der IG Bau polnische Bauarbeiter von der Firma Abimex über fünf Monate zu wenig oder keinen Lohn erhalten. Die Polen wurden drei Monate lang nur mit 4,90 Euro pro Stunde abgefunden, obwohl ihnen nach dem tariflichen Mindestlohn mindestens 12,47 Euro (Facharbeiter) bzw. 10,36 Euro (Hilfskräfte) zugestanden hätten. In den letzten drei Monaten erhielten die Bauarbeiter sogar überhaupt kein Geld. Die IG Bau errechnete: "Die Rückständebetragen inzwischen mehrere 100 000 Euro".

In dem IG BAUstellen-Container können sich nun die Bauarbeiter am Saalbau bei der Gewerkschaft in Sprechstunden über ihre gesetzlichen und tarifvertraglichen Ansprüche informieren. Außerdem wird die IG Bau durch ihre dauernde Präsenz auf der Baustelle gegen neue Missstände sofort vorgehen. Im Büro-Container sitzen bis zum Ende der Bauphase am Saalbau ehrenamtliche Berater. Bisher wurde eine solche Aktion im IG Bau-Bezirk MEO nur beim Bau des Centros Oberhausen durchgeführt.

In den letzten Tagen erkämpfte die Gewerkschaft bereits einen besseren Gesundheitsschutz für die Bau-Beschäftigten in Essen: Ab 2005 darf nur noch Zement verwendet werden, der für die Haut weniger schädlich ist. IG-Bau-Geschäftsführer Bernd Börgers: "Der Verbot von chromathaltigem Zement ist ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der Maurerkrätze". Ko.
Bildunterschrift:
Information, Beratung und Hilfe für die Beschäftigten auf der Großbaustelle Saalbau gibt es jetzt im neuen Container der Gewerkschaft IG Bau. Im Bild das Team der IG BAUstelle mit (von links) Manfred Meyer, Holger Vermeer und Agnes Jarzyna bei der Eröffnung.WAZ-Bild: Rennemeyer

12.12.2003, WAZ: Bauarbeitern aus Polen Lohn vorenthalten

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WAZ / Essen,Freitag, 12.12.2003

Bauarbeitern aus Polen Lohn vorenthalten


Polnische Bauarbeiter, die von der Firma Abimex auf der Saalbau-Baustelle eingesetzt wurden, haben nach Angaben der IG Bau über fünf Monate zu wenig oder keinen Lohn erhalten. Die Gewerkschaft hat inzwischen die Lohnrückstände gegenüber Abimex geltend gemacht hat. Auch der General-Unternehmer Wayss + Freitag informiert.

Nach Angaben der Gewerkschaft wurden die Arbeiter über drei Monate mit 4,90 Euro pro Stunde abgefunden. Der tarifliche Mindestlohn betragt jedoch 12,47 Euro für Facharbeiter und 10,36 Euro für Hilfskräfte. In den letzten drei Monaten sei überhaupt nicht gezahlt wurde. Die Rückstände sollen mehrere 100 000 Euro betragen.

Information zum Mindestlohn

2003: IG-BAU-Prospekt: Ihr gutes Recht bei der Arbeit am Bau in Deutschland!


Achtung!
Historisch!

Bitte beachten Sie

Diese Information ist veraltet! Bei der Gewerkschaft erhalten Sie aktualisierte Versionen dieses Heftes.



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