Bauvorhaben: Philharmonie Saalbau/Essen
IG Bau deckt erneut Missstände auf!
Die IG Bauen-Agrar-Umwelt hat beim Großbauvorhaben des Saalbaues erneut Missstände aufgedeckt. Die Gewerkschaft IG BAU, die mit einem eigenen Beratungscontainer auf der Baustelle vertreten ist, gibt an, dass im Bereich des Trockenbaues erneut noch nicht einmal die Mindestlöhne eingehalten werden. Ein Nachunternehmer hat seinen Arbeitnehmern über 3 Monate keinen Lohn vergütet. Diese Arbeitnehmer sind nun auf die IG BAU zugegangen. Die Gewerkschaft hat mittlerweile den ausstehenden Lohn geltend gemacht und wird nach Fristablauf und Nichterfüllung der Lohnansprüche den Klageweg einleiten.
Die IG BAU hat zunächst versucht, die Angelegenheit intern zu regeln. In der letzten Woche haben deshalb Gespräche stattgefunden zwischen Herrn Wolff von der Objektgesellschaft, diese wurde von der Stadt Essen beauftragt, das Bauprojekt durchzuführen, den Herren Krause und Coerper vom ausführenden Generalunternehmer Wayss & Freytag und den Baugewerkschaftern Manfred Meyer, Holger Vermeer und Günter Kralj. Hier wurde vereinbart, dass zwischen der ausführenden Trockenbaufirma und den insgesamt 8 Nachunternehmern ein Weg gefunden werden muss, um die Tarifbestimmungen einzuhalten. In einem weiteren Gespräch zwischen der Bauleitung von Wayss & Freytag, der IG BAU und der beauftragten Trockenbaufirma wurde diesbezüglich nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.
"Trotz der Kooperativen Zusammenarbeit, ist letztendlich die Angelegenheit jedoch nach wie vor mehr als unbefriedigend", so Bernd Börgers, Geschäftsführer der IG BAU aus Essen. Als Teilerfolg wird von der Gewerkschaft bewertet, dass sie ab sofort bei den Baustellenunterweisungen dabei ist, um Baustellenleiter, Vorarbeiter und Arbeitnehmer der ausführenden Betriebe über die Mindestlohnbestimmungen zu informieren. "Dieses ist trotzdem ungenügend, da die Arbeitnehmer genötigt werden, unter Tarif zu arbeiten, um ihren Job zu behalten", so Bernd Börgers weiter, "wir werden nicht umhin kommen, die Vollzugsbehörden in Kenntnis zu setzten, um weitere Kontrollen anzufordern. Außerdem wird es Zeit, dass sich der Rat der Stadt Essen endlich diesem skandalösen Machenschaften auf der größten öffentlichen Essener Baustelle annimmt", so abschließend der Geschäftsführer der IG BAU.