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WAZ / Essen,Montag, 16.02.2004
Gewerkschaft sieht Skandal auf Essens größter Baustelle
Ein Nachunternehmer habe seinen Arbeitnehmern über drei Monate keinen Lohn vergütet. Diese Arbeitnehmer seien nun auf die IG BAU zugegangen. Die Gewerkschaft hat mittlerweile den ausstehenden Lohn geltend gemacht und wird nach Fristablauf und Nichterfüllung der Lohnansprüche den Klageweg einleiten. "Die IG BAU hat zunächst versucht, die Angelegenheit intern zu regeln. In der letzten Woche haben Gespräche stattgefunden zwischen der Objektgesellschaft, die von der Stadt Essen beauftragt worden war, das Bauprojekt durchzuführen", teilt die Gewerkschaft mit. Es sei vereinbart worden, dass zwischen der ausführenden Trockenbaufirma und den insgesamt acht Nachunternehmen ein Weg gefunden werden muss, die Tarifbestimmungen einzuhalten. In einem weiteren Gespräch zwischen der Bauleitung, der IG BAU und der beauftragten Trockenbaufirma wurde bereits nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. "Trotz der kooperativen Zusammenarbeit ist die Angelegeneheit jedoch nach wie vor mehr als unbefriedigend", so Gernd Börgers, Geschäftsführer der IG BAU aus Essen. Als Teilerfolg wird von der Gewerkschaft bewertet, dass sie ab sofort bei den Baustellenunerweisungen dabei ist, um Bausstellenleiter, Vorarbeiter und Arbeitnehmer der ausführenden Betriebe über Mindestlohn-Bestimmungen zu informieren. "Dies ist trotzdem ungenügend, da die Arbeitnehmer genötigt werden, unter Tarif zu arbeiten, um ihren Job zu behalten", sagt Börgers. Er werde nicht umhin kommen, die Vollzugsbehörden in Kenntnis zu setzen und weitere Kontrollen anzufordern. Außerdem sei es Zeit, dass sich der Rat der Stadt "diesen skandalösen Machenschaften auf der größten öffentlichen Essener Baustelle annimmt", so der Gewerkschafter. |
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