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Moschee-Altendorf (inhaltliche Beiträge)

Jeder hat das Recht auf freie Ausübung seiner Religion. Dies schließt auch repräsentative Bauwerke mit ein, wie Kirchen, Moscheen, Synagogen oder Tempel.

In der öffentlichen Diskussion um die neue Moschee in E-Altendorf/E-Frohnhausen ist dieses Grundrecht offenbar manchmal vergessen worden.



Hier dokumentieren wir die Dinge, die einen inhaltlichen Beitrag zum Moscheebau in E-Altendorf darstellen.
Beiträge, die nur eine allgemeine Stimmung ausdrücken und bei denen der Moscheebau nur Anlass ist, finden Sie hier.

Inhaltsverzeichnis


geplanter Neubau der Moschee in E-Altendorf

WAZ, 23.07.2007: Der Widerstand wächst

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WAZ / Essen,Montag, 23.07.07

Der Widerstand wächst

In Frohnhausen wehren sich die Anwohner gegen den geplanten Bau des türkischen Gebetszentrums. Nachbar Noweda droht mit dem Stopp eines millionenschweren Investitionsprogramms am Standort


Von Kai Süselbeck

Der Stadtspitze steht Sturm ins Haus. Seit dem WAZ-Bericht über den geplanten Bau eines türkischen Gebetszentrums auf dem Gelände am S-Bahnhof Frohnhausen protestieren Anwohner beim Oberbürgermeister. Ein namhafter Nachbar hat das schon letztes Jahr getan: jetzt droht die Apothekergenossenschaft Noweda mit Investitionsstopp am Standort In der Hagenbeck.

Das Gespräch am Donnerstag bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) sollte eigentlich die Wogen glätten.

Anwohner:
Unterstützung
aus der Politik

Die Altendorfer Ditib-Gemeinde hatte Fakten geschaffen und aus der Insolvenzmasse des traditionsreichen Essener Schuh-Handelshauses Böhmer die Lagerhalle an der Ecke Nöggerathstraße/In der Hagenbeck gekauft. Prompt protestierten Anwohner gegen die "Nacht- und Nebelaktion" und argwöhnten, die Gemeinde habe bei diesem Kauf heimliche Unterstützung aus der Politik bekommen.

Gar nicht heimlich hatten Thomas Kufen (CDU), der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, und die SPD-Landtagsabgeordnete Britta Altenkamp bei einem Besuch im Gemeindezentrum an der Helenenstraße die Unterstützung des Oberbürgermeisters angefordert beim seit Jahren andauernden Versuch der Gemeinde, ein angemessenes Gebäude für ein größeres Zentrum für bis zu 2000 Versammlungsgäste zu finden (die WAZ berichtete). jetzt will die Gemeinde ihr Zentrum im ehemaligen Böhmer-Lager einrichten, eingeschlossen Sport- und Umkleideräume für den türkischen Sportverein und Ausbildungsräume. Auch von einem türkischen Einkaufszentrum ist die Rede. Auf WAZ-Anfragen haben weder das Ditib-Bundeszentrum in Köln noch die Altendorfer Gemeinde zu diesen Plänen Stellung genommen. Die Stadtverwaltung verschanzt sich bisher hinter der Formal-Floskel, noch liege kein Bauantrag der Gemeinde auf dem Tisch.

jetzt allerdings wird Tacheles geredet. Noweda-Chef Hollmann sieht im Religionszentrum wegen der Verkehrsbelastung insbesondere durch den erhöhten Parkdruck einen Standortnachteil für sein Logistikzentrum, von dem aus täglich Medikamente an Apotheken im Ruhrgebiet ausgeliefert werden. Ein schon beschlossenes 30-Millionen-Euro-Investitionspaket stellt er in Frage für den Fall, dass die Stadt die Ditib-Pläne nicht stoppen kann. Auch ein Abzug der Verwaltung sei in diesem Falle denkbar. Die Stadt wollte sich am Freitag zu diesem Vorgang der WAZ gegenüber nicht äußern.


Die Noweda

Die Apothekergenossenschaft wurde 1939 in Essen gegründet mit dem Auftrag, für die Mitgliedsapotheken den Einkauf abzuwickeln. Heute versorgt das Unternehmen mehr als 6000 Mitglieder-Apotheken mit über 120 000 Arzneimitteln und Pflegeprodukten. An neun deutschen Standorten beschäftigt das Unternehmen über 1900 Mitarbeiter.
Bildunterschrift:
Stein des Anstoßes: Die Altendorfer Ditib-Gemeinde will in dieser Lagerhalle ihr neues Gebetszentrum errichten. Anwohner befürchten große Verkehrsprobleme. (Foto: WAZ, Arnold Rennemeyer)

WAZ, 24.07.2007: Stadt: Keine Zentralmoschee / Linke gegen Noweda

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WAZ / Essen,Dienstag, 24.07.07

Stadt: Keine Zentralmoschee / Linke gegen Noweda


Stadt: Keine Zentralmoschee
In der Diskussion um das geplante Gebetszentrum des Vereins Ditib am Gewerbegebiet In der Hagenbeck kann die Bauverwaltung nach eigenen Angaben noch keine Erkenntnisse, was genau auf dem Gelände der Böhmer-Halle entstehen soll. Fest steht aber schon, "dass eine Zentralmoschee mit überregionalem Einzugsbereich nicht genehmigungsfähig ist." Die Stadt sieht jetzt Ditib am Zuge.

Linke gegen Noweda

Der Kreisvorstand der Linkspartei wendet sich gegen die Stimmungsmache gegen den Bau einer Moschee in Altendorf. Insbesondere die Drohung der Geschäftsführung des Apothekenzulieferers Noweda stößt auf heftige Kritik.

WAZ, 25.07.2007: KWI bietet Schlichtung an

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WAZ / Essen,Mittwoch, 25.07.07

Stadt: Moscheebaue, KWI bietet Schlichtung an

Präsident Prof. Claus Leggewie: Bei solchen Projekten wird regelmäßig der Fehler gemacht, hinter den Kulissen zu agieren. Bauherren und Politik müssten aktiv Akzeptanz einwerben. Grüne sprechen von "Stimmungsmache"


von Kai Süsselbeck
In der Diskussion um den Moscheebau am S-Bahnhof Frohnhausen hat das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) den Beteiligten wissenschaftliche Hilfe bei der Konfliktlösung angeboten. Denn die Fronten verhärten sich. jetzt schießen die Grünen großes Kaliber: "Wer einen Moscheeneubau in Essen-West verteufelt, ohne etwas Genaues über die Pläne zu wissen, setzt sich dem Verdacht aus, von unlauteren Motiven geleitet zu sein", sagt Doris Eisenmenger, Grünen-Schatzmeisterin aus Altendorf. "Die Wegzugsdrohungen der Noweda sind ein dreister Versuch, die Stadtpolitik negativ zu beeinflussen." Die "Stimmungsmache" diene nicht der Integration und dem Dialog.

"Muslime haben das Recht, ihre Religion auszuüben." Mit diesem Satz sagt Doris Eisenmenger das, was Prof. Claus Leggewie von der Politik einfordert. Politik müsse den Menschen klarmachen, dass der Bau einer Moschee zur Religionsfreiheit gehöre, sagt der neue Präsident des KWI: "Die tun etwas, was im Grundgesetz steht."

Wissenschaft kann aus Sicht des Politikwissenschaftlers in diesem Konflikt zweierlei tun: "Wir können aus der Forschung Regelmäßigkeiten benennen, die bei solchen Prozessen schief gehen. Und wir können Moderation und Mediation anbieten."

Zu den regelmäßigen Knackpunkten bei Moscheeprojekten zählt Leggewie Unterlassungssünden bei Bauherren und in der Politik. "Der Bauherr muss werben für sein Projekt und sich von Anfang an den Befürchtungen aus dem Umfeld stellen." Aufgabe der Politik sei es, den Menschen klarzumachen, dass die Muslime ein Recht auf religiöse Symbole wie eine Moschee hätten. In Anspielung auf die in der Regel orientalisch geprägte Architektur von Moscheen sagt er: "Wie man in Essen sieht, kann hier jeder auch ein hässliches Haus bauen."

Die aktuelle Diskussion fordert nach Einschätzung des KWI "unser Wissen über die Hintergründe des damit einhergehenden Konfliktes heraus. Sie macht es aber auch erforderlich, über Möglichkeiten der Mediation und Moderation nachzudenken." Wie die aussehen könnten? "Wir können und wollen keine Bürgerversammlung ausrichten. Die muss vor Ort stattfinden." Wissenschaftler könnten aber, weil sie in den Konflikt nicht involviert wären, alle Beteiligten an einen Tisch holen und nach festen Regeln Konfliktmanagement betreiben. Leggewie: "Das setzt aber die Notwendigkeit voraus, mit offenen Karten zu spielen und an einem Erfolg des Prozesses ernsthaft interessiert zu sein."

WAZ, 26.07.2007: Copur begrüßt KWI-Angebot / Kommentar:Schattengesellschaft

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WAZ / Essen,Donnerstag, 26.07.07

Copur begrüßt KWI-Angebot / Online-Forum: Schattengesellschaft


Copur begrüßt KWI-Angebot
Der Vorsitzende des Migrationsausschusses, Burak Copur, Grüne, hat das Angebot von Prof. Claus Leggewie begrüßt, in der Frage Moschee in Altendorf zu schlichten. Leggewie, Präsident des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI), sei ein international anerkannter Migrationsexperte, der mit seiner Kompetenz derartige Prozesse zum Erfolg bringen könne. "Das KWI ist in dieser Frage die richtige Adresse", erklärt Copur, der Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger auffordert, sich so schnell wie möglich an Prof. Leggewie zu wenden. Diese Chance dürfe sich die Stadt nicht entgehen lassen.

ONLINE-FORUM
> Moschee Altendorf
Schattengesellschaft

Dies wird massive Auswirkungen auf die angrenzenden Wohngebiete haben und aus der Sicht der dort Wohnenden den Stadtteil massiv negativ beeinflussen. Eine Moschee ist kein sakraler Bau. Eine Moschee dieser Größenordnung ist ein Polit- und Kulturzentrum mit allen Einrichtungen, die ein Muslim für seine Lebenseinstellung braucht. Teestube, Koranschule, Sportstätten, Geschäfte und eben auch Gebetsräumen, aber eben nicht nur. Es geht daher hier auch nicht um die Frage der freien Religionsausübung, es geht um die Ausbreitung der Kultur und Lebensform, ohne Integration zu wollen. Moscheen dieser Art bergen die Gefahr, Schattengesellschaften zu fördern. breuer100

WAZ, 27.07.2007: Keine Angst vorm Minarett

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WAZ / Rhein/Ruhr,Freitag, 27.07.07

Keine Angst vorm Minarett

Muslimische Gemeinden haben ein gutes Recht, im Ruhrgebiet Gemeindezentren zu errichten. Trotzdem lösen solche Pläne Bauchgrimmen aus. Nachvollziehbar, sagen Theologen und Politikwissenschaftler - aber kaum hilfreich


Von Kai Süselbeck
Essen. Als Ruhrbischof Felix Genn eine Selbstverständlichkeit betonte, haben viele Katholiken im Bistum die Welt nicht mehr verstanden. Natürlich dürfe die muslimische Gemeinde in Duisburg eine Moschee bauen, hatte er gesagt. Und dafür entsetzte Briefe geerntet: Die bauen auf und Sie reißen unsere Kirchen ab! Einer von vielen Gründen, warum Moscheebauten mit Unbehagen betrachtet werden.
Landnahme
Ein Moscheebau "wirkt wie eine Landnahme", sagt Prof. Claus Leggewie, neuer Präsident des Kulturwissenschaftlichen Institutes (KWI). Der Bau von türkischen Gemeindezentren symbolisiere die Fortdauer von Zuwanderung. "Man hat den Deutschen ja nie erklärt, dass wir ein Einwanderungsland sind." In diesem Sinne hätten auch Deutsche Integrationsbedarf, sagt Volker Meißner, Referent für Migration und interreligiösen Dialog im Bistum Essen: Sie müssten die real existierende Gesellschaft zur Kenntnis nehmen". Das Signal einer Moschee "Wir sind hier und wir bleiben hier" könne Integrationsbereitschaft bedeuten.
Die im Dunkeln

Die Essen-Altendorfer Ditib-Gemeinde will eine Moschee für 2000 Gläubige bauen und hat mit dieser Zahl Ängste ausgelöst. Wie viele türkische und arabische Muslime leben im Ruhrgebiet? Die Ditib-Gemeinde behauptet von sich, 70 Prozent aller in Deutschland lebenden Türken zu vertreten. "Fantasiezahlen", sagt Meißner. "Es gibt keine verlässlichen Statistiken.

Zusammenhang
völlig gegen
jede Logik

Unsere Zahlen beruhen auf intelligentem Raten." Aber eins sei sicher: "Es gibt Ramadan-Muslime und Weihnachts-Christen."

Offensive
"Die demonstrative muslimische Art, Religion zu zeigen", löse im säkularisierten Deutschland Irritationen aus, sagt Leggewie. "Muslime signalisieren ein religiöses Selbstbewusstsein, das uns aussterbende Christen verunsichert." Diese Verunsicherung bemerkt auch das Bistum, das aus Mangel an Geld und Gläubigen Kirchen schließen muss. "Viele Menschen stellen einen Zusammenhang her, völlig gegen jede Logik", sagt Meißner. "Aus einem Gefühl heraus: Die nehmen uns was weg. Unsinn. Wenn morgen alle Muslime gehen würden, würde sich im Bistum nichts ändern."
Generalverdacht
Spätestens seit dem 11. September 2001 stehen alle muslimischen Gemeinden unter dem Generalverdacht des Fundamentalismus, sagt der Politikwissenschaftler Leggewie, der seit Jahrzehnten zum Islam forscht und lehrt. Und daran seien viele Gemeinden nicht ganz unschuldig: "Die Verbände sagen nie, was sie eigentlich machen." Deshalb fordert er die Muslime auf "intensiv für ihre Projekte zu werben". Und Integrationspolitiker, "nicht in Hinterzimmern zu mauscheln".
Zentralmoschee
Noch so eine Gänsehaut-Vokabel. So etwas sei in Altendorf keineswegs genehmigungsfähig, hat die Stadt Essen schon verkündet. Dabei sei eine Zentralmoschee nicht vergleichbar mit dem Dom eines Bistums, sagt Meißner, sondern Ausdruck der Konkurrenz zwischen den Verbänden um die religiöse Lufthoheit.
Islam und Politik
Mindestens einige muslimischen Verbände, so Meißner, betonten die Einheit des Islams, ordneten sich aber politischen Parteien in der Türkei zu. Das muss aufhören, fordern evangelische und katholische Integrationsbeauftragte: Die Vermischung von Religion und Politik sei "höchst problematisch". Und im konkreten Fall vor Ort ohnehin von wenig Bedeutung. "Eins steht fest", sagt der Theologe Meißner: "Überall, wo im Ruhrgebiet Moschee-Neubauten entstanden sind, haben sie der Integration einen Schub gegeben." Wie in Gladbeck. Da ist die Ditib-Gemeinde inzwischen anerkannt als ein Träger der Jugendhilfe.


-> online Diskussion: Zwischen Unbehagen und Offenheit waz.de/direkt


KWI und Ditib

Das Essener Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) ist ein interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften. Es fördert Forschung, Nachwuchs, internationalen wissenschaftlichen Austausch und interkulturellen Dialog. Hinter Ditib verbirgt sich die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion.
Bildunterschrift:
Mit Kuppel und Minarett- die Moschee in Essen-Katernberg.

Klärung auf der Bürgerversammlung

WAZ, 31.07.2007: "Das wird ein schönes Ding"

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WAZ / Essen,Dienstag, 31.07.07

"Das wird ein schönes Ding"

Ditib-Gemeinde Altendorf stellt ihre Pläne vor für den Umbau der Böhmer-Halle zum Gemeindezentrum: Mit Kuppel, mit Minarett, ohne Muezzin. Anwohner kritisieren den Standort In der Hagenbeck


Von Kai Süselbeck

Die türkische Ditib-Gemeinde Altendorf hat ein Versäumnis eingestanden und nachgeholt. Im überfüllten Clubheim "Eigene Scholle" in Frohnhausen präsentierte sie den Bürgern gestern Abend die Pläne für das "Integrationszentrum", das sie auf dem im Frühjahr gekauften Böhmer-Grundstück am Gewerbegebiet In der Hagenbeck errichten will.

Architekt Oylar Saguner brach einen guten Teil der Spannung im Saal, als er mit charmantem Lächeln die Arme ausbreitete: "Diese Versammlung ist ein wenig zu spät." Die Untertreibung brachte ihm brausenden Applaus und die Bereitschaft des Publikums ein, sich auf seine Planungen einzulassen. Auf 3400 Quadratmetern Nutzfläche und zwei Etagen will er einen 1000 Quadratmetern großen Hauptgebetsraum mit Wasserspielen in der Mitte einrichten unter einer Leichtmetallkuppel, die einen Großteil der Stützsäulen in der ehemaligen Lagerhalle überflüssig macht. Die bisherige Feuerschutz-Wendeltrepppe am Notausgang " will er zu einem kunstvoll verzierten Minarett verkleiden. Im Erdgeschoss des "Integrationszentrums" ("Beten ist nur ein Teil davon") sollen Schulräume für Deutsch- und Nachhilfeunterricht eingerichtet werden, eine Ballsporthalle ("für Fußball, Handball, Basketball"), eine Sporthalle für Aerobic und Kampfsport, die der Sportverein der Gemeinde dort künftig anbieten will, dazu ein Jugendtreff und" Einzelhandelsfläche. Im Obergeschoss soll neben Büro, Imam-Wohnung und Waschungsräumen ein Seniorentreff entstehen. Das ganze Gebäude, betonten Ditib-Vertreter immer wieder, werde "jedermann und jeder Frau offen stehen". Die Gesamtkosten einschließlich Grundstückskauf werden auf 1,2 Millionen Euro beziffert.

Strittigster Punkt der anschließenden Diskussion war die Verkehrsfrage. 91 Parkplätze will die Ditib auf dem Gelände schaffen. "Mehr als ausreichend", beteuert Saguner. Anwohner dagegen rechnen mit deutlich höherer Verkehrsbelastung, auch mit Hinweis auf die nahe gelegene polnische Gemeinde. An diesem Standort, so hieß es immer wieder, sei die Parkplatzfrage ein "unlösbares Problem".



KOMMENTAR

Das Recht auf die Moschee

Die türkische Ditib-Gemeinde hat getan, was ihre Kritiker forderten: Sie hat die Pläne für ihr Gebetszentrum vorgelegt und für die Zukunft Transparenz versprochen. Das Recht auf ein würdiges Gebetszentrum kann ihr niemand absprechen. Wer also Vorbehalte für die Pläne am S-Bahnhof äußert, muss ihnen einen Standort anbieten, wo er den Bau akzeptieren kann.

In dieser Frage liegt der Ball nun im Spielfeld von Verwaltung und Politik. ks
Bildunterschrift:
Mit Kuppel, mit Minarett, ohne Muezzin. Architekt Oylar Saguner präsentiert sein Modell für das Integrationszentrum mit 1000 Quadratmetern Gebetsraum auf dem Gelände am S-Bahnhof Frohnhausen. Foto: WAZ, Alexandra Umbach/far

NRZ, 31.07.2007: Moschee-Minarett ist 22 Meter hoch

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NRZ / Essen,Dienstag, 31.07.07

Moschee-Minarett ist 22 Meter hoch

RELIGION. Türkischer Ditib-Verein stellte Pläne für Integrationszentrum in Altendorf auf gut besuchter Bürgerversammlung vor.


Den rund 150 Besuchern auf dem Infoabend des Ditib-Moscheevereins in Altendorf war das Staunen am gestrigen Abend anzumerken: Ein 22 Meter hohes Minarett soll das neue islamische Integrationszentrum auf dem 6300 Quadratmeter großen Gelände an der Straße In der Hagenbeck zieren. Bei dem Anbau handele es sich um ein Kunstobjekt, das - von einer Nottreppe im Innern abgesehen - keine Funktion habe, versicherte der Architekt des zweistöckigen Gebäudes mit einem Gebetsraum in der oberen Etage. Der wird rund 1000 Quadratmeter groß und von einer Aluminium-Kuppel überspannt sein, wobei die Größe keine Rückschlüsse auf die Besucherzahl bei Gottesdiensten erlaube. Das sei wie im Kölner Dom, hieß es. Die Moschee mit einem Parkplatz für 90 Autos solle vielfältig genutzt werden. Ein Jugendtreff, eine Veranstaltungshalle mit Bühne für 170 Besucher und eine Sporthalle seien geplant. Die Anwohner erwarten vor allem Verkehrsprobleme, die aus ihrer Sicht nicht gelöst sind. (j.m.)

_ BERICHT FOLGT MORGEN
Bildunterschrift:
Dieses Modell im Maßstab von 1:500 wurde gestern erstmals vorgestellt. Das geplante Minarett ist 22 Meter hoch und überragt die Aluminium-Kuppel der Moschee, die in dem ehemaligen Böhmer-Schuhlager entstehen soll. (NRZ-Foto: Wemmer)

NRZ, 01.08.2007: Fast so sicher wie das Amen in der Kirche

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NRZ / Essen,Samstag, 01.08.2007

Fast so sicher wie das Amen in der Kirche

RELIGION. Nach Bekanntgabe erster Pläne ist bislang kein Grund erkennbar, der gegen eine Genehmigung der Moschee spricht.


JÖRG MAIBAUM

Auch wenn die offizielle Bauvoranfrage des Altendorfer Ditib-Moscheevereins für das so genannte Kulturzentrum an der Straße "In der Hagenbeck" erst in der kommenden Woche gestellt werden soll: Dass die türkisch-islamische Gemeinde in dem ehemaligen Böhmer-Schuhlager eine neue Heimat findet, scheint für Experten in der Stadtverwaltung fast schon so sicher zu sein wie das Amen in der Kirche.

Nach der weitgehend sachlichen Bürgerversammlung vom Montagabend und der dortigen Bekanntgabe erster Pläne (die NRZ berichtete) sehen die Fachleute bislang keinen Hinweis darauf, dass dem Vorhaben die Genehmigung verweigert werden könnte mit dein einzigen wirksamen Argument: Es handele sich um eine nicht genehmigungsfähige Zentralmoschee mit regionaler Ausstrahlung und nicht um einen reinen Ersatzbau für die türkische Gemeinde an der Helenenstraße, der baurechtlich unbedenklich wäre.

Das Vorhaben müsse besonders sorgfältig geprüft werden, heißt es, Verfahrensfehler seien zu vermeiden. Eine solche Moschee vorschnell abzulehnen oder auch zu genehmigen, um bei einem dann von welcher Seite auch immer angestrengten Gerichtsverfahren zu unterliegen, ziehe einen gewaltigen "Flurschaden für die Stadt" nach sich, schätzen Stadtplaner. Um gleichzeitig zu betonen: Solange eine abschließende Beurteilung ausstehe, laute die offizielle Sprachregelung: "Erst die Bauvoranfrage, dann die Entscheidung."

Jedoch gibt's nach NRZ-Informationen schon weitergehende Gedankenspiele, wie den von den Anwohnern befürchteten Verkehrsproblemen vorgebeugt werden könnte, sollte es dazu kommen. So sind neben den 94 Parkplätzen, die auf dem Grundstück der Ditib vorgehalten werden sollen, die nach Expertenschätzung aber "nicht ausreichen", bereits Umwidmungen anderer Flächen in den Köpfen. Denkbar wären zum Beispiel zusätzliche Parkplätze auf dem Gelände des ehemaligen Porschezentrums, ist zu hören. "Bei einem Verkehrskonzept sind wir aber noch lange nicht», heißt hingegen die offizielle Antwort.

Wie an anderen Orten in Deutschland auch, wurde das ehemalige Böhmer-Grundstück für den Bau mit symbolischem Minarett in Frohnhausen von dem deutschen Ditib-Dachverband mit Sitz in Köln erworben.

Der Essener Ditib-Vorstand will den Umbau des Schuhlagers in Angriff nehmen, sobald die Stadt grünes Licht gibt. Auf einer eigenen Website, deren Adresse noch bekannt gegeben werden Joll, will der Verein über den Fortgang der Arbeiten informieren. In zwei Wochen soll es so weit sein. Die für das Bauvorhaben veranschlagten 1,2 Millionen Euro habe man jedoch erst zum Teil zusammen, räumte Ditib-Sprecher Gökselin Acar gestern ein.

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Bildunterschrift:
Bedenken hinter türkischen Backwaren: Teilnehmer der Bürgerversammlung in Frohnhausen. (NRZ-Foto: Wemmer)

NRZ, 01.08.2007: Wir brauchen Ihre Toleranz

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NRZ / Essen,Mittwoch, 01.08.2007

Wir brauchen Ihre Toleranz

RELIGION. Ditib räumt ein: Öffentlichkeit wurde zu spät informiert. Das hatte jedoch Gründe.


Fortsetzung von Seite 1

Der Einwurf eines "Basisdemokraten" gleich zu Beginn der Bürgerversammlung in Sachen Moschee, man solle doch über Mehrheitsentscheid abstimmen lassen, ob denn der Ditib-Verein von der Helenenstraße "überhaupt willkommen ist in Altendorf", ließ Schlimmstes befürchten. Doch von einzelnen Scharfmachern abgesehen, schien den allermeisten Bürgern im überfüllten Saal der Gaststätte "Eigene Scholle" an der Raumerstraße die nicht ganz freiwillige Informationsoffensive des Vereinsvorstands ein Schritt in die richtige Richtung gewesen zu sein. Denn es war ein Schritt auf sie zu.


In trockenen

Tüchern

"Wir brauchen ihre Toleranz", appelliert der mit der Planung des Multifunktionsbaus für Muslime beauftragte Architekt Oylar Saguner bei der Vorstellung seiner Pläne, um einzuräumen: "Diese Versammlung ist ein wenig zu spät!" In der Tat wollte der Ditib-Verein von der Helenenstraße diesmal auf Nummer Sicher gehen und sich nach Jahren der Suche nicht noch einen Standort für eine neue Moschee vor der Nase wegschnappen lassen. So ist es zuletzt passiert an der Helenenstraße, als Pläne öffentlich wurden und Thyssen-Krupp das von Ditib ausgeguckte Gebäude im Krupp-Gürtel zurückkaufte.

Nachvollziehbar, dass der Verein danach die Grundstücksgeschäfte an der Straße "In der Hagenbeck" erst in trockenen Tüchern haben wollte, bevor sie Allgemeingut wurden. Denn an dem Böhmer-Grundstück hatte noch jemand Interesse: Die Wohnungsgenossenschaft Essen Nord, die bereits eine Bauvoranfrage für Wohnungen bei de Stadt gestellt hatte. Dort wurde das Projekt aber als zu "massiv" abgelehnt. Allenfalls eine "Randbebauung" sei genehmigungsfähig, hieß es, worauf hier die Genossenschaft ihr Vorhaben nicht weiter verfolgte, mit dem nun bekannten Ergebnis.

Mit Recht beklagen die Anwohner nun einen Mangel an Information. Nicht nur auf Seiten des türkischen Vereins sondern auch auf Seiten de Stadtverwaltung, die seit Monaten von den Plänen weiß. Fehlende Fakten schafften Raum für Spekulationen: Während die Zahl von 2000 Gottesdienstbesuchern in der 1000-Quadratmeter-Gebetshalle durch den Raum schwebt und zu kruden Hochrechnungen des zu befürchtenden Verkehrsaufkommens führt, sag Ditib-Sprecher Gökselin Acar, dass "auch in 30 Jahren keine 2000 Menschen" zu erwarten seien, zumal man bislang selbst beim Freitagsgebet maximal 150 Muslime zählen konnte.

Warum dann das alles? Die deutsche Ditib will ihre Vereine mehr auf ein Leben in Deutschland ausrichten, meinen Integrationsexperten. Um die nächste tonangebende Generation der hier lebenden Türken allerdings bei der Stange zu halten halten zu können in den Gemeinden, brauche es mehr als schäbige Hinterhof-Moscheen: Gebetshäuser, die was hermachen mit Sportangeboten, Jugendtreffs und Veranstaltungshalle. Eben so, wie es jetzt geplant ist im Schatten des Bahnhofs in Frohnhausen. (j.m.)

West-Anzeiger: 04.08.2007: Wir wollen Fakten!

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Westanzeiger / Essen,Samstag, 04.08.07

Anwohner: "Wir wollen jetzt Fakten!"

Bürgerabend informierte über geplantes Integrationszentrum im Westen


Bereits eine halbe Stunde vor Beginn des Bürgerinformationsabends zum geplanten Integrationszentrum an der Hagenbeck 14 ist es übervoll im Gasthaus "Zur eigenen Scholle".

Man kennt sich untereinander, schließlich wohnt man Tür an Tür, und so wird bereits vor Beginn heiß diskutiert. Die Stimmung ist gespannt, das merkt man sofort. Auch wenn viele sagen, sie hätten sich noch keine Meinung gebildet und wollten sich erst einmal informieren lassen.

Auf den Tischen stehen kleine Fladenbrote, "greifen Sie zu, Sie sind unsere Gäste" wird später der Architekt Oylar Saguner die Anwesenden ermuntern. Trotzdem werden die Brote bis zum Schluss nur ganz unauffällig weniger, keiner will sich anmerken lassen, dass er von der türkischen Gastfreundschaft Gebrauch macht.

An der Frontseite sitzen acht Männer, die an diesem Abend versuchen sollen, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Auch ihnen ist die Anspannung deutlich anzumerken. "Wir sind Amateure, bitte entschuldigen Sie, wenn man das merkt", bedauern sie kollektiv.

Der Pressesprecher übernimmt die Moderation des Abends, ungeübt wie es scheint, aber doch mit viel gutem Willen. Er stellt die Herren vor, reißt mit einem Satz an, dass auch die "Frauenabteilung, so nenn' ich sie jetzt einfach mal" anwesend sei und will zum ersten Pogrammpunkt übergehen. Tumultartig melden sich die Anwesenden zu Wort: "Bitte stellen sie auch die Frauen vor". Diese sitzen an der Seite, bis auf die Vorsitzende, die ihren Namen selbst ins Mikro sagen muss, da er dem Pressesprecher nicht geläufig ist, tragen alle ein Kopftuch. Mehr hört man aus dieser Ecke im weiteren Verlauf des Abends nicht.

Weiter geht es mit der Begrüßung durch Kemal Yapar von der Gemeinde Helenenstraße.


Religionszentrum
für Muslime

Anschließend stellt der Sekretär, Kabacan, die Geschichte der türkischen Gemeinde Altendorf vor. Er beginnt mit der Gründung Anfang der 70er Jahre und erzählt, wie sie anwuchs und immer wieder umziehen musste, weil zu wenig Platz vorhanden war. So auch jetzt wieder. Auf seine Frage wer denn wisse, was die Gemeinde für ein Angebot hat, erntet er nur verdruckstes Lachen. Jeder scheint eine Meinung zu haben, doch niemand kann auf fundiertes Wissen zurückgreifen. Dann stellt er die zahlreichen Aktivitäten der Gemeinde vor, um zu untermauern, wofür das Integrationszentrum benötigt würde. "Wir haben Hausaufgabenhilfe, ein Kultur- und Integrationsangebot, bieten Hilfe bei Behördengängen und stehen im Dialog mit den Kirchen, besonders der an der Ohmstraße", betont Kabancan. Wieder raunt es im Saal. Für die zukünftig geplanten Angebote, wie Computerkurse, weitere Sportangebote und Ähnliches brauche man das Zentrum, schließt Kabacan.

Nun steht die Vorstellung des Dachverbands Ditib Köln auf dem Programm. Die zusammengeschlossenen Gemeinden bilden die größte islamische Vereinigung innerhalb Deutschlands. Ihr Angebot umfasse nie das einer reinen Moscheegemeinde, sondern gehe weit darüber hinaus. Das sei ähnlich wie bei den christlichen Kirchen hier. Von den insgesamt 25 Moscheen in Essen sind sechs der Ditib angeschlossen.

Endlich ergreift der Architekt das Wort. Er beginnt mit einer Entschuldigung: "Diese Versammlung kommt ein wenig zu spät." Tosender Applaus. Das sieht man hier genauso. Die Begründung liefert Saguner direkt hinterher: "Ich als Architekt habe vorher versucht, mit allen Parteien zu sprechen". Dabei bezieht er sich auf die Firma Noweda, die Stadt, Medienvertreter und den Vertreter der Anwohner, Herrn Breuer. Er habe mit allen, außer Letztgenanntem, ein nettes Gespräch geführt und so habe die Veranstaltung nun stattfinden können. Breuer ist unter den Anwesenden, er sagt :"Ich habe ein solches Gespräch abgelehnt, da ich verhindern wollte, dass es hier heißt 'Wie ich mit Herrn Breuer bereits besprochen habe'". Wieder applaudieren die Anwesenden.

Dann beginnt der Architekt mit der Vorstellung des Projekts. Dabei betont er, dass die Größe einer Moschee in keinem Zusammenhang mit der Anzahl der Gemeindemitglieder stehe. Das sei im Islam nie so. Die betreffende Gemeinde in diesem Fall umfasst 280, Mitglieder, davon sind 60 Frauen.

Saguner wendet sich nun dem Bauplan zu. Auf der Seite zur Nöggerathstraße soll ein Funktionseingang entstehen, der von allen, die nicht zum reinen Beten kommen, genutzt werden soll. Direkt daneben gelegen sind die Schule und die Sporthalle. Außerdem wird es einen Veranstaltungsraum für ca. 170 Personen geben, mit Anschluss an einen Lagerraum und eine Küche,die für die Festmahlzeiten während des Ramadans benötigt werden.

Der Hauptgebetstaum wird mehrere Eingänge haben, aus der heutigen Feuerleiter wird ein Minarett gestaltet, indem sie mit luftigen Alubuchstaben gestaltet wird. Das Minarett wird jedoch nur Deko sein und nicht funktionstüchtig.

Das Dach soll aus einer Aluminiumkuppel bestehen, die im Vergleich zum heutigen Dach wesentlich leichter ist. Neben Wasch- und Büroräumen entsteht außerdem ein Seniorencafe. "Die Menschen bleiben dann den ganzen Tag in unserem Zentrum", freut sich Saguner.

Der Imam der Gemeinde wird direkt im Integrationszentrum seine Wohnung haben, so.dass die Gläubigen ihn jederzeit aufsuchen können.

Bereits während der Ansprache des Architekten ist es unruhig geworden. Genug geredet, finden die Bürger, jetzt wollen wir Fragen stellen. Obwohl zuvor darum gebeten worden war, mit Fragen bis zum Schluss zu warten, konnten sich nicht mehr alle beherrschen. "Wir wollen Fakten!", ruft eine genervte Anwohnerin in den Raum und erntet Applaus. So beginnen die Verantwortlichen die Fragerunde. Brennend interessiert die Bürger die Parkplatzsituation. Angenommen es kämen weitere Mitglieder der umliegenden Gemeinden, könnte das neugeschaffene Parkplatzangebot von 90 Stellplätzen innerhalb der Anlage, den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Nun doch leicht ungehalten, betont Saguner, es sei bereits deutlich geworden, dass keine weiteren Gäste zu erwarten seien. Derzeit kämen rund 55 Autos an hohen Festtagen an die Helenenstraße, das würde sich auch am neuen Standort nicht ändern. Unzufriedenheit, die Mehrheit der Anwesenden zweifelt an diesen Worten. Ein Herr in der letzten Reihe will sogar "per Abstimmung erfragen, ob Sie in Altendorf überhaupt erwünscht sind." Dieser barsche Wunsch ruft dann doch Unverständnis hervor. So persönlich will sonst niemand werden, auch wenn teilweise der Unmut zu spüren ist. Auch die Frage, wieso das Gebäude "verschachert wurde, ohne das wir informiert wurden" müssen die türkischen Vertreter beantworten. Das sei gewesen, damit dieses Objekt nicht in andere Hände falle, schließlich suche die Gemeinde bereits sei 15 Jahren mit dem Wissen der Stadt, nach einer neuen Immobilie.

Letztlich will man noch wissen, wieso noch kein Bauantrag gestellt worden sei. Eine wichtige Frage, steht doch, solange der Antrag nicht genehmigt ist, das Vorhaben noch in den Sternen.


"Wir reichen den Antrag nächste Woche ein", heißt es. Es habe eben gedauert, bis man sich über alle Wünsche im Klaren gewesen sei.


Eine Frage bleibt:
Was kommt jetzt?

So schließt ein turbulenter Abend voller Informationen und Emotionen, bei dem sich beide Parteien" die Anwohner und auch die türkischen Mitbürger zumeist von ihrer besten Seite zeigten.


Der Polizist der draußen vor der Tür wartete, zeigt, dass damit nicht von Anfang an gerechnet wurde...

Meike Laskowski

Nach der Bürgerversammlung

NRZ, 08.08.2007: Platz für Ängste

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NRZ / Essen,Dienstag, 08.08.07

Jede Menge Platz für Ängste

RELIGION: Die Altendorfer Moschee-Pläne bleiben in der Diskussion - und sie verläuft selten sachlich.


Nein, die Straße "In der Hagenbeck" gehört nicht zu den besten Adressen im Essener Westen. Gute Wohnlagen sehen anders aus, und als Gewerbegebiet hat der Standort auch schon geschäftigere Zeiten erlebt. Vom "Porschezentrum" hängt nur noch die Reklame, der BMW-Händler nebenan hat sich abgemeldet, ganz unten, an der Ecke zur Nöggerathstraße, steht das ehemalige Schuhlager der Firma Böhmer seit Jahren leer. "Wird Zeit dass hier was passiert", sagt ein Passant und schielt durch den Gitterzaun. Dass dahinter was passieren wird, ist ziemlich sicher. Doch die Frage, was aus der alten Böhmer-Halle werden soll, spaltet seit Wochen die Altendorfer Bevölkerung. Gestern ging die Moschee-Diskussion in eine weitere Runde.

Sie machen es den Anwohnern wirklich nicht leicht, die Verantwortlichen des türkischen Vereins Ditib, der aus dem Zweckbau ein "Integrationszentrum" machen will (die NRZ berichtete). Zur ersten Informationsveranstaltung am Montag der vergangenen Woche luden sie in letzter Minute ein. Gestern nun der zweite Versuch, mit den Menschen aus dem Viertel ins Gespräch zu kommen. Schwierig, wenn Hinweisschilder fehlen und man die Lücke im neuen Zaun eher durch Zufall entdeckt. Oylar Saguner ist Architekt der Moschee und an diesem frühen Dienstagvormittag erschienen, um über Fakten zu sprechen, Pläne zu erläutern und so vielleicht die Gemüter zu beruhigen. Auch nicht einfach.

Es mag an der Uhrzeit liegen oder an Kommunikationsdefiziten: Groß ist der Andrang nicht. "Wir haben von der Veranstaltung nur über Umwege erfahren", beschwert sich eine junge Frau. Sie ist mit Tochter und Nachbarin gekommen. Der Raum, in dem die Moschee-Pläne hängen, ist klein, aber er hat Platz für jede Menge Ängste und Vorurteile. Schon geistern Gerüchte über fallende Immobilienpreise durch die Nachbarschaft. Dass es nicht um Verkehrsprobleme geht, bringt ein Besucher auf den Punkt: "Gucken Sie sich um, die Altendorfer Straße ist doch schon jetzt eine Türken-Allee."

Zweieinhalb Stunden lang steht Oylar Saguner neben und hinter seinen Plänen - und manchmal auch mit dem Rücken zur Wand. Was soll er auch sagen, wenn der Vorstands-Chef der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord, die auf dem Gelände selbst gern aktiv geworden wäre, ihn mit Unterstellungen("Wer führt hier eigentlich wen hinters Licht?") mundtot macht und das Moschee-Projekt als Produkt politischer Kungeleien attackiert?

Ganz zum Schluss taucht dann tatsächlich noch ein Nachbar auf. Dieter Bartsch wohnt in dem Haus direkt neben dem Gelände und macht auch ein Geständnis: "Moschee? Ich habe keine Angst."
Bildunterschrift:
Kein leichter Stand: Oylar Seguner ist Architekt des "Integrationszentrums". Gestern erläuterte er die Moschee-Pläne. Ähnliche Info-Veranstaltungen sollen folgen. (NRZ-Foto:Tietz)
Die alte Lagerhalle soll zur Moschee werden. Zur Zeit gleicht das Gelände noch einer wilden Müllkippe.

NRZ, 15.08.2007: Beten und Warten nach dem Antrag

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NRZ / Essen,Freitag, 15.08.07

Beten und Warten nach dem Antrag

RELIGION Ditib-Verband will heute seine Moschee-Pläne einreichen. Stadt bereitet sich vor.


JÖRG MAIBAUM

Den festen Glauben an eine Genehmigung ihrer Moschee haben sie nicht verloren. Dafür sehen sie auch keinen Grund, und deshalb gehen sie heute den entscheidenden Schritt weiter: Der türkisch-islamische Ditib-Verein und ihr Architekt Oylar Saguner werden nach eigenem Bekunden den schon länger angekündigten Bauantrag für ihr Integrationszentrum

Tausend Autos
vor der Tür

samt Minarett in Frohnhausen bei den zuständigen Stellen der Stadt einreichen. Und dann? "Beten und warten", sagt Ditib-Sprecher Gökselin Acar: "Zwei Wochen, drei Monate, ein halbes Jahr - ich weiß es nicht."


Zwei bis drei Monate könnten schon vergehen bis zu einem Bescheid, heißt es bei der Stadt, nach der ungefähren Devise: Nur nicht den Eindruck eines vorschnellen Urteils erwecken, auch wenn alle Eingeweihten hinter den Kulissen wohl länger schon davon auszugehen scheinen, dass das Projekt in dem ehemaligen Böhmer-Schuhlager realisiert wird. Wohl wird's noch ein paar baurechtliche Spitzfindigkeiten geben, vielleicht müssen ja auch ein paar striktere Auflagen sein etwa wegen einer tatsächlich nicht ausreichenden Zahl vorgehaltener Parkplätze. Denn was ist, wenn wirklich einmal tausend Autos vor der Tür stehen, fragt man sich im Rathaus. Darüber wird also zu sprechen sein. Und nicht nur über das Haus, seine Hülle, und sein geplantes 22 Meter hohes Minarett, auch über Inhalte. Was etwa bedeutet denn "Hausaufgabenhilfe", die dort angeboten werden soll? Deutsch-Unterricht oder Koranlesen, das wissen die Entscheider der Stadt noch nicht. Sie werden's wissen wollen, sagen sie, und bereiten sich gleichzeitig vor auf denkbare Szenarien: auf den Bau des Integrationszentrums auf dem Grundstück in der Hagenbeck eben, aber auch - und das ist eine zweite, weniger realistische Variante - auf die Suche nach einem Ausweichstandort, falls es am Ende vielleicht doch nichts werden sollte mit der Moschee nahe des S-Bahnhofs.

So oder so. Beides will dann vermittelt sein, der einen wie der anderen Seite. Für diese Aufgabe ist nach NRZ-Informationen bereits eine Schar gestandener Kämpen ausgesucht worden, die reichlich Erfahrungen haben machen können.

Als in Katernberg vor zehn Jahren die Widerstände gegen den Moschee-Neubau an der Schalker Straße groß waren, schafften es die Stadtteilmoderatoren des Instituts für stadtteilbezogene soziale Arbeit und Beratung der Uni Duisburg-Essen (ISSAB), die Stadt Essen, die Arbeiterwohlfahrt und die evangelische Kirchengemeinde gemeinsam, Ängste und Bedenken aus dem Weg zu räumen. Dafür gab es am Ende den Bundespreis "Soziale Stadt" und weitgehenden Frieden im Quartier, wobei die Ansprüche an gegenseitige Zuneigung nicht übertrieben sein sollten. Dieses Ziel soll die Truppe nun auch in Frohnhausen und Altendorf erreichen. Dazu müssen Bauherrn, Bürger und die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord in ein Boot und dann in eine Richtung rudern.


FREMDER EIGENTÜMER

Eins stößt der Stadt auf: Dass der Eigentümer des Grundstücks "In der Hagenbeck 41" der Ditib-Dachverband in Köln ist. Deren Funktionäre haben den Auftrag der türkischen Regierung, gesteckte Ziele erreichen zu müssen, während der Vereinsvorstand von der Helenenstraße womöglich nichts zu sagen hat.

Rechtslage geklärt

NRZ, 26.08.2008: Mit Gerüchten gegen die Rechtslage

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NRZ / Essen,Dienstag, 26.08.08

Mit Gerüchten gegen die Rechtslage

RELIGION. In Altendorf wird vor der Sitzung der Bezirksvertretung der Anschein erweckt, die Moschee sei noch zu verhindern.


Jörg Maibaum

Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Aus dem früheren Böhmer-Schuhlager am S-Bahnhof Frohnhausen wird die islamisch-türkische Merkez-Moschee. Daran werden selbst die entschiedensten Gegner des Vorhabens nichts mehr ändern können, auch wenn sie den Anschein erwecken wollen, die am Donnerstag von der Stadt angekündigte Baugenehmigung (die NRZ berichtete) könne durch politische Gremien aufgehalten werden. Das verwirrt nicht nur den Bürger, sondern auch den ein oder anderen im Ditib-Moscheeverein, der möglichst schon im kommenden Jahr von der Helenenstraße in sein neues Domizil im Gewerbegebiet "In der Hagenbeck" ziehen will. So blickt mancher verunsichert, mancher voller Hoffnung auf den kommenden Donnerstag.

Dann tagt die Bezirksvertretung Essen-West ab 17 Uhr in der Gesamtschule an der Keplerstraße, dann sollen die Moschee-Pläne auf die Tagesordnung, auf der sie bislang nicht stehen, und dann, ja dann wird die politische Gemengelage so folgenlos sein, wie sie wenig durchschaubar ist.

Kristallklar ist allein die Gesetzeslage: Da nach Einschätzung der städtischen Bauverwaltung alle Voraussetzungen für den Moscheebau erfüllt und keine öffentlich-rechtlichen Belange berührt sind, besteht für den türkisch-islamischen Verein nun ein Rechtsanspruch auf Genehmigung.

Die Bezirksvertretung besitze keinerlei Befugnis in diesem Verfahren, heißt es klipp und klar aus dem Deutschlandhaus, und die Tatsache, dass die politischen Vertreter vor Ort am Donnerstag dennoch die ein oder andere Einzelheit zu dem Moscheeprojekt erfahren, sei so etwas wie ein Akt der Nächstenliebe. Mehr nicht.

Doch lohnt vor der Sitzung ein Blick auf die unterschiedlichen politischen Lager. Gemeinsam ist denen allenfalls, dass sie "nichts Schriftliches" und "keinerlei Unterlagen" haben, wie etwa gestern Silva Buttke, Vorsitzende der Bezirksfraktion der Grünen und ihr SPD-Kollege Udo Karnath richtig feststellten, während Rolf-Dieter Liebeskind von der CDU gestern erst gar keinen Zweifel aufkommen ließ: "Die Moschee gehört dort nicht hin. Wir lehnen diesen Standort ab", sagte der Christdemokrat unmissverständlich. Dies sei im Übrigen nicht seine persönliche, sondern die Meinung seiner Fraktion, die die Anwohner, den Verkehr und dessen befürchtete Auswirkungen auf Abläufe des Unternehmens "Noweda" im Blick habe.

Karnath hat etwas hinter sich: Ein "heißes Wochenende" mit vielen Anwohner-Anrufen, nachdem die Bauverwaltung die Signale auf Grün gestellt hatte. Nun will der Sozialdemokrat erfahren, was zu der Genehmigung geführt habe, um es den Bürgern erklären zu können, und Silva Buttke möchte wissen, wie denn die An- und Abfahrt bei "Noweda" geregelt werde.

Jedenfalls nicht über die Heinrich-Strunk-Straße, wie in der Hirtsiefersiedlung bereits befürchtet wird. Das seien Überlegungen Dritter, die mit der Baugenehmigung rein gar nichts zu tun haben, heißt es bei der Stadt, während der Verwaltung in Altendorf nachgesagt wird, die verkehrsberuhigte Zone dem Lieferverkehr opfern zu wollen. Noch so ein Gerücht. Oder?
Bildunterschrift:
Dem Umbau des ehemaligen Böhmer-Schuhlagers in eine Moschee steht außer Gerüchten rechtlich nichts im Wege. Am Donnerstag erfährt die Bezirksvertretung mehr. Deren Meinung ist aber folgenlos für das Genehmigungsverfahren.
Dies ist das einzig bekannte Modell der neuen Merkez-Moschee in Altendorf

WAZ/NRZ: 02.09.2008: Neue Moschee kommt

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WAZ/NRZ / Essen-West,Dienstag, 02.09.08

Neue Moschee kommt

Genehmigung des Bauantrags für muslimisches Gotteshaus in Altendorf ist "nur noch Formsache". Sie soll aber an Bedingungen geknüpft werden. Gutachter attestieren "keinen unzumutbaren Anstieg des Verkehrsaufkommens".


Von Walter Fuhrmeister
Altendorf. Ein anderer Bauantrag wäre schon längst "einfach genehmigt und zu den Akten gelegt" - darin waren sich die Ortspolitiker und Detlef Robrecht, Leiter der Bauplanung, bei der letzten Sitzung der Bezirksvertretung III einig. Nun handelt es sich im vorliegenden Antrag aber um eine Baugenehmigung für die "Merkez"-Moschee (Zentrums-Moschee), mit der die muslimische Gemeinde in Altendorf ein neues Gebetshaus errichten will.

Das Ergebnis stand bereits vor der Debatte fest: Die Baugenehmigung wird erteilt - allerdings an Nutzungsbedingungen geknüpft. Konkret bedeutet dies: Rechtlich steht dem kompletten Umbau des ehemaligen Schuhlagers an der Nöggerathstraße nichts mehr im Wege.

Auf dem Gebäude wird unter anderem ein rund 800 Quadratmeter großer Gebetssaal entstehen, in dem maximal 400 Personen Platz finden dürfen. Ausnahme: Vier Mal im Jahr darf diese Obergrenze mit höchstens 700 Menschen überschritten werden. "Unsere Gemeinde verfügt aktuell über 302 Mitglieder. Große Besucherzahlen erwarten wir nur zu den Freitagsgebeten und Feiertagen", erklärt Muhammet Balaban, Mitglied des Integrationsbeirats.

Neben den Untersuchungen der Baubehörde nimmt auch ein von der angrenzenden Firma "Noveda" in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten den Moschee-Kritikern Wind aus den Segeln. Deren Argument, durch die Moschee würde es zu einem unzumutbaren Anstieg des Verkehraufkommens kommen, sehen beide Beurteilungen nicht. Robrecht: "Wir sind von worst-case-Zahlen ausgegangen, die diese Befürchtung nicht bestätigen". Dabei sei mit der "sehr hohen Annahme" gerechnet worden, dass 75 Prozent der Besucher mit dem eigenen PKW anreisen. Dass entspreche "in den Spitzenzeiten 248 Autos".

110 neue Stellplätze sollen dafür gebaut werden, jeweils zur Hälfte an der Nöggerathstraße und In der Hagenbeck. Der restliche Bedarf werde "ohne Probleme vom öffentlichen Verkehrsraum aufgefangen", so Robrecht. In der Hagenbeck ist eine etwa 600 Quadratmeter große Sporthalle geplant, die "auch für die Allgemeinheit zugänglich" gemacht werden soll, so Balaban. "Selbst wenn die räumlich voll ausgelastet sind, ist nach unseren Berechnungen der Verkehrsfluss nicht über Gebühr beeinträchtigt", erklärt Robrecht.

Auch eine übermäßige Lärmbelästigung bestehe laut Verwaltungsvorlage nicht. Einzig an der westlichen Grenze des rund 6300 Quadratmeter großen Baugeländes müsse eine fünf Meter hohe Schallschutzwand gebaut werden. Neben dem sieben Meter hohen Kuppeldach soll die Moschee ein Minarett erhalten, das "rein symbolischen Charakter" habe. "Die Nottreppe des Gebäudes bleibt und wird zum Minarett umgestaltet", so Robrecht.

Vor allem SPD- und CDU-Politiker kritisierten nochmals, dass es sich "im Hinblick auf die angrenzenden Bereiche" um "keinen optimalen Standort" handele. Für Wolfgang Freye, Linkspartei, dürfe nur der Vorwurf gelten, dass sich Oberbürgermeister Reiniger "früher und mutiger hätte in die Standortfrage einschalten müssen".

Erfahrung lehrt

Nach Aussage von Detlef Robrecht habe die Fachverwaltung " aus den Fehlern gelernt", die beim ersten großen Moscheebau in Katernberg gemacht worden seien. Dort gebe es einen Mangel an Parkplätzen. Auf Grundlage dieser Erfahrungen sollen in Altendorf ausreichend Stellplätze entstehen. Der restliche Bedarf werde "ohne Probleme" vom normalen Verkehrsraum aufgefangen.
Bildunterschrift:
Noch ist es nicht amtlich: Doch wenn die Baugenehmigung rechtskräftig erteilt ist, kann die muslimische Gemeinde mit dem Umbau des ehemaligen Schuhlagers an der Nöggerathstraße beginnen. Der Kanalbau ist schon beendet. Foto: Walter Bucholz
Steubenstr. 49, 45138 Essen
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