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NRZ / Essen,Samstag, 01.08.2007
Fast so sicher wie das Amen in der Kirche
RELIGION. Nach Bekanntgabe erster Pläne ist bislang kein Grund erkennbar, der gegen eine Genehmigung der Moschee spricht.
Auch wenn die offizielle Bauvoranfrage des Altendorfer Ditib-Moscheevereins für das so genannte Kulturzentrum an der Straße "In der Hagenbeck" erst in der kommenden Woche gestellt werden soll: Dass die türkisch-islamische Gemeinde in dem ehemaligen Böhmer-Schuhlager eine neue Heimat findet, scheint für Experten in der Stadtverwaltung fast schon so sicher zu sein wie das Amen in der Kirche. Nach der weitgehend sachlichen Bürgerversammlung vom Montagabend und der dortigen Bekanntgabe erster Pläne (die NRZ berichtete) sehen die Fachleute bislang keinen Hinweis darauf, dass dem Vorhaben die Genehmigung verweigert werden könnte mit dein einzigen wirksamen Argument: Es handele sich um eine nicht genehmigungsfähige Zentralmoschee mit regionaler Ausstrahlung und nicht um einen reinen Ersatzbau für die türkische Gemeinde an der Helenenstraße, der baurechtlich unbedenklich wäre. Das Vorhaben müsse besonders sorgfältig geprüft werden, heißt es, Verfahrensfehler seien zu vermeiden. Eine solche Moschee vorschnell abzulehnen oder auch zu genehmigen, um bei einem dann von welcher Seite auch immer angestrengten Gerichtsverfahren zu unterliegen, ziehe einen gewaltigen "Flurschaden für die Stadt" nach sich, schätzen Stadtplaner. Um gleichzeitig zu betonen: Solange eine abschließende Beurteilung ausstehe, laute die offizielle Sprachregelung: "Erst die Bauvoranfrage, dann die Entscheidung." Jedoch gibt's nach NRZ-Informationen schon weitergehende Gedankenspiele, wie den von den Anwohnern befürchteten Verkehrsproblemen vorgebeugt werden könnte, sollte es dazu kommen. So sind neben den 94 Parkplätzen, die auf dem Grundstück der Ditib vorgehalten werden sollen, die nach Expertenschätzung aber "nicht ausreichen", bereits Umwidmungen anderer Flächen in den Köpfen. Denkbar wären zum Beispiel zusätzliche Parkplätze auf dem Gelände des ehemaligen Porschezentrums, ist zu hören. "Bei einem Verkehrskonzept sind wir aber noch lange nicht», heißt hingegen die offizielle Antwort. Wie an anderen Orten in Deutschland auch, wurde das ehemalige Böhmer-Grundstück für den Bau mit symbolischem Minarett in Frohnhausen von dem deutschen Ditib-Dachverband mit Sitz in Köln erworben. Der Essener Ditib-Vorstand will den Umbau des Schuhlagers in Angriff nehmen, sobald die Stadt grünes Licht gibt. Auf einer eigenen Website, deren Adresse noch bekannt gegeben werden Joll, will der Verein über den Fortgang der Arbeiten informieren. In zwei Wochen soll es so weit sein. Die für das Bauvorhaben veranschlagten 1,2 Millionen Euro habe man jedoch erst zum Teil zusammen, räumte Ditib-Sprecher Gökselin Acar gestern ein. - LOKALSEITE 2Bildunterschrift: Bedenken hinter türkischen Backwaren: Teilnehmer der Bürgerversammlung in Frohnhausen. (NRZ-Foto: Wemmer) |
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