Beten und Warten nach dem Antrag
RELIGION Ditib-Verband will heute seine Moschee-Pläne einreichen. Stadt bereitet sich vor.
JÖRG MAIBAUM
Den festen Glauben an eine Genehmigung ihrer Moschee haben sie nicht verloren. Dafür sehen sie auch keinen Grund, und deshalb gehen sie heute den entscheidenden Schritt weiter: Der türkisch-islamische Ditib-Verein und ihr Architekt Oylar Saguner werden nach eigenem Bekunden den schon länger angekündigten Bauantrag für ihr Integrationszentrum
Tausend Autos vor der Tür
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samt Minarett in Frohnhausen bei den zuständigen Stellen der Stadt einreichen. Und dann? "Beten und warten", sagt Ditib-Sprecher Gökselin Acar: "Zwei Wochen, drei Monate, ein halbes Jahr - ich weiß es nicht."
Zwei bis drei Monate könnten schon vergehen bis zu einem Bescheid, heißt es bei der Stadt, nach der ungefähren Devise: Nur nicht den Eindruck eines vorschnellen Urteils erwecken, auch wenn alle Eingeweihten hinter den Kulissen wohl länger schon davon auszugehen scheinen, dass das Projekt in dem ehemaligen Böhmer-Schuhlager realisiert wird. Wohl wird's noch ein paar baurechtliche Spitzfindigkeiten geben, vielleicht müssen ja auch ein paar striktere Auflagen sein etwa wegen einer tatsächlich nicht ausreichenden Zahl vorgehaltener Parkplätze. Denn was ist, wenn wirklich einmal tausend Autos vor der Tür stehen, fragt man sich im Rathaus. Darüber wird also zu sprechen sein. Und nicht nur über das Haus, seine Hülle, und sein geplantes 22 Meter hohes Minarett, auch über Inhalte. Was etwa bedeutet denn "Hausaufgabenhilfe", die dort angeboten werden soll? Deutsch-Unterricht oder Koranlesen, das wissen die Entscheider der Stadt noch nicht. Sie werden's wissen wollen, sagen sie, und bereiten sich gleichzeitig vor auf denkbare Szenarien: auf den Bau des Integrationszentrums auf dem Grundstück in der Hagenbeck eben, aber auch - und das ist eine zweite, weniger realistische Variante - auf die Suche nach einem Ausweichstandort, falls es am Ende vielleicht doch nichts werden sollte mit der Moschee nahe des S-Bahnhofs.
So oder so. Beides will dann vermittelt sein, der einen wie der anderen Seite. Für diese Aufgabe ist nach NRZ-Informationen bereits eine Schar gestandener Kämpen ausgesucht worden, die reichlich Erfahrungen haben machen können.
Als in Katernberg vor zehn Jahren die Widerstände gegen den Moschee-Neubau an der Schalker Straße groß waren, schafften es die Stadtteilmoderatoren des Instituts für stadtteilbezogene soziale Arbeit und Beratung der Uni Duisburg-Essen (ISSAB), die Stadt Essen, die Arbeiterwohlfahrt und die evangelische Kirchengemeinde gemeinsam, Ängste und Bedenken aus dem Weg zu räumen. Dafür gab es am Ende den Bundespreis "Soziale Stadt" und weitgehenden Frieden im Quartier, wobei die Ansprüche an gegenseitige Zuneigung nicht übertrieben sein sollten. Dieses Ziel soll die Truppe nun auch in Frohnhausen und Altendorf erreichen. Dazu müssen Bauherrn, Bürger und die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord in ein Boot und dann in eine Richtung rudern.
FREMDER EIGENTÜMER
Eins stößt der Stadt auf: Dass der Eigentümer des Grundstücks "In der Hagenbeck 41" der Ditib-Dachverband in Köln ist. Deren Funktionäre haben den Auftrag der türkischen Regierung, gesteckte Ziele erreichen zu müssen, während der Vereinsvorstand von der Helenenstraße womöglich nichts zu sagen hat.