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WAZ: schönes Ding
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WAZ / Essen,Dienstag, 31.07.07


"Das wird ein schönes Ding"

Ditib-Gemeinde Altendorf stellt ihre Pläne vor für den Umbau der Böhmer-Halle zum Gemeindezentrum: Mit Kuppel, mit Minarett, ohne Muezzin. Anwohner kritisieren den Standort In der Hagenbeck


Von Kai Süselbeck

Die türkische Ditib-Gemeinde Altendorf hat ein Versäumnis eingestanden und nachgeholt. Im überfüllten Clubheim "Eigene Scholle" in Frohnhausen präsentierte sie den Bürgern gestern Abend die Pläne für das "Integrationszentrum", das sie auf dem im Frühjahr gekauften Böhmer-Grundstück am Gewerbegebiet In der Hagenbeck errichten will.

Architekt Oylar Saguner brach einen guten Teil der Spannung im Saal, als er mit charmantem Lächeln die Arme ausbreitete: "Diese Versammlung ist ein wenig zu spät." Die Untertreibung brachte ihm brausenden Applaus und die Bereitschaft des Publikums ein, sich auf seine Planungen einzulassen. Auf 3400 Quadratmetern Nutzfläche und zwei Etagen will er einen 1000 Quadratmetern großen Hauptgebetsraum mit Wasserspielen in der Mitte einrichten unter einer Leichtmetallkuppel, die einen Großteil der Stützsäulen in der ehemaligen Lagerhalle überflüssig macht. Die bisherige Feuerschutz-Wendeltrepppe am Notausgang " will er zu einem kunstvoll verzierten Minarett verkleiden. Im Erdgeschoss des "Integrationszentrums" ("Beten ist nur ein Teil davon") sollen Schulräume für Deutsch- und Nachhilfeunterricht eingerichtet werden, eine Ballsporthalle ("für Fußball, Handball, Basketball"), eine Sporthalle für Aerobic und Kampfsport, die der Sportverein der Gemeinde dort künftig anbieten will, dazu ein Jugendtreff und" Einzelhandelsfläche. Im Obergeschoss soll neben Büro, Imam-Wohnung und Waschungsräumen ein Seniorentreff entstehen. Das ganze Gebäude, betonten Ditib-Vertreter immer wieder, werde "jedermann und jeder Frau offen stehen". Die Gesamtkosten einschließlich Grundstückskauf werden auf 1,2 Millionen Euro beziffert.

Strittigster Punkt der anschließenden Diskussion war die Verkehrsfrage. 91 Parkplätze will die Ditib auf dem Gelände schaffen. "Mehr als ausreichend", beteuert Saguner. Anwohner dagegen rechnen mit deutlich höherer Verkehrsbelastung, auch mit Hinweis auf die nahe gelegene polnische Gemeinde. An diesem Standort, so hieß es immer wieder, sei die Parkplatzfrage ein "unlösbares Problem".



KOMMENTAR

Das Recht auf die Moschee

Die türkische Ditib-Gemeinde hat getan, was ihre Kritiker forderten: Sie hat die Pläne für ihr Gebetszentrum vorgelegt und für die Zukunft Transparenz versprochen. Das Recht auf ein würdiges Gebetszentrum kann ihr niemand absprechen. Wer also Vorbehalte für die Pläne am S-Bahnhof äußert, muss ihnen einen Standort anbieten, wo er den Bau akzeptieren kann.

In dieser Frage liegt der Ball nun im Spielfeld von Verwaltung und Politik. ks
Bildunterschrift:
Mit Kuppel, mit Minarett, ohne Muezzin. Architekt Oylar Saguner präsentiert sein Modell für das Integrationszentrum mit 1000 Quadratmetern Gebetsraum auf dem Gelände am S-Bahnhof Frohnhausen. Foto: WAZ, Alexandra Umbach/far
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