Aus Anti-Rassismus-Telefon

nach unten Hauptseite LogoArtKlein.gif Wir helfen! Wer sind wir?
E-Mail: artessen<a>gmx.dePost_icon.png
1ordnerZu.gif
Anti-Rassismus-Telefon »
1ordnerZu.gif
Flüchtlinge in Essen »
1ordnerAuf.gif
Lokale Arbeit »
11ordnerZu.gif
- Lokal/Global
11ordnerZu.gif
Rechtsextremismus »
11ordnerAuf.gif
Migranten »
111ordnerZu.gif
- Übersicht
111ordnerZu.gif
"Zuwanderung droht"
111ordnerZu.gif
Ethn. Profiling
111ordnerZu.gif
Kriminalisierung
111ordnerZu.gif
Disko Einlass
111ordnerZu.gif
polit. Vertretung
111ordnerZu.gif
Drohende Abschiebung
111ordnerZu.gif
Abschreckung
111ordnerZu.gif
Menschenrechtstag
111ordnerZu.gif
10 kleine Negerlein?
111ordnerZu.gif
Nachbarschaftsterror
111ordnerZu.gif
Brandanschlag E-Altendorf 05
111ordnerZu.gif
Bleiberecht Roma 2002-2003
111ordnerZu.gif
... 2. Teil
111ordnerAuf.gif
Asyl ist Menschenrecht
111ordnerZu.gif
Illegalität
111ordnerZu.gif
Lohnbetrug
11ordnerZu.gif
Prozessbeobachtung »
11ordnerZu.gif
Unsere Veröffentlichungen »
11ordnerZu.gif
Zeche Carl retten
11ordnerZu.gif
Magna Charta Essen
1ordnerZu.gif
Gedenken »
1ordnerZu.gif
"Das Boot ist voll" »
1ordnerZu.gif
Islamfeindlichkeit »
1ordnerZu.gif
Oury Jalloh
1ordnerZu.gif
Nazi-Kriegsverbrechen »
1ordnerZu.gif
Seitenübersicht

Flüchtlinge fordern ihr Recht auf Asyl

Ostern 2002 forderten afrikanische Flüchtlinge ihr Grundrecht auf Asyl ein. Sie "besetzten" am Karfreitag für einige Stunden die Trinitas-Kirche in Altenessen und führten am Samstag vor dem Altenessener Einkaufszentrum eine Kundgebung durch. Auf Flugblättern und einer Unterschriftenliste fordern Sie, dass man Ihnen eine Chance geben solle.

Inhaltsverzeichnis

unsere Pressemitteilung: Afrikanische Asylbewerber fordern Legalisierung

Artpm.gif
Interkulturelles Solidaritätszentrum e.V.

Anti-Rassismus-Telefon

 LogoArtKlein.gif
Maxstraße 11(*), 45127 Essen, Tel/Fax: 0201-232060

Essen, den 30.03.2002
Presseerklärung

Afrikanische Asylbewerber treten für Legalisierung ein.


Während der Osterfeiertage habe Flüchtlinge in Altenessen auf ihre schwere Lebenssituation aufmerksam gemacht.

Am Karsamstag gab es vor dem Altenessener Einkaufszentrum eine Kundgebung der afrikanischen Asylbewerber. Sie verteilten Flugblätter und führten Gespräche mit den Passanten. Schautafeln über Folter und Tod in den Herkunftsländern führten zu großer Anteilnahme. Unterschriftenlisten mit ihren Forderungen füllten sich schnell.

Bereits am Karfreitag gestalteten die afrikanischen Asylbewerber in der Altenessener Trinitas-Kirche den ökomenischen Gottesdienst mit.

Im Gebet und der anschließenden Diskussion in der Kirche wurde die Hauptforderung "Asyl ist Menschenrecht" erläutert und mit individuellen Verfolgungserlebnissen veranschaulicht. Vor den Diktatoren in Ländern wie Togo, Kamerun, Ruanda und Sierra Leone haben sie hier in Deutschland Zuflucht gesucht. Viele leben inzwischen schon jahrelang hier; sie dürfen aber kaum arbeiten und sind oft in Flüchtlingsheimen kaserniert. Ihr Aufenthalt in Deutschland ist nicht abgesichert und somit ist ihnen jegliche realistische Zukunftsperspektive verschlossen.

Unter diesen Bedingungen ist eine Integration kaum möglich und Ausgrenzung vorprogrammiert. An die ständigen Beleidigungen und die Angst vor Nazi- Übergriffen müssen sie sich gewöhnen. Auch Kommunkationsprobleme tragen dazu bei. So ist immer noch vielen Deutschen nicht bewusst, dass der Ausdruck "Neger" als tief verletzend empfunden wird.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. (R. Sonntag)


Anlage:
- Flugblatt
- Unterschriftenliste

- Fotos zur freien Verfügung

Fotos: In der Trinitas-Kirche

Karfreitag in der Trinitas-Kirche (29.03.2002)
Ostern2002032905x.jpg
Am Ende des Gottesdienstes
bleiben die Besucher in der Kirche...
Ostern2002032918x.jpg
Eine improvisierte Pressekonferenz
in der Kirche...
alle Fotos zeigen...


Flugblatt: Asyl ist Menschenrecht!

Flugblatt A4, 6-seitig gefaltet

100px-F020327a_001.gif

Asyl ist Menschenrecht
Legalisierung ist Menschenrecht

erstellt von:

  • Asyl-Dialog


Mitaufrufer:

  • Anti-Rassismus-Telefon
  • ProAsyl Essen


Verteilt:

  • Kirchenbesucher Trinitas-Kirche in Altenessen
  • Passanten während der Demonstration am 30.03.2002 in Altenessen
Bild größer...
200px-F020327a_001.gif
Seite 1/6

Asyl ist Menschenrecht

Asyl-Dialog

Afrikanischer Verband zur Integration und Verteidigung der Rechte von Asylanten

Anti-Rassismus-Telefon


ProAyl Flüchtlingsrat Essen


c.o. Maxstr. 11(*)
v.i.S.d.P.: Toniy Etchrivi

Bild größer...
200px-F020327a_002.gif
Seite 2/6
  • Wir wünschen, endlich sicher im Land bleiben zu können und ohne Angst unsere Zukunft planen zu können.
  • Wir wollen gleichberechtigt mit den Deutschen zusammen arbeiten und leben dürfen.
  • Asyl ist Menschenrecht!
  • Für die Legalisierung aller Asylbewerber!
  • Wir wollen uns gemeinsam für eine friedliche Gesellschaft einsetzen, in der kulturelle Vielfalt allen nützt.
Bild größer...
200px-F020327a_003.gif
Seite 3/6

Zu Ostern 2002 wollen wir in Altenessen auf unsere Probleme aufmerksam machen.

Am Karfreitag bringen wir uns in der evangelischen Kirche Basunestraße gestalterisch mit in den Gottesdienst ein. Am folgenden Samstag wollen wir einen Protestmarsch vom Karlsplatz bis zum Einkaufszentrum durchführen. Besonders im Altenessener Zentrum wollen wir viele Menschen erreichen.

Bild größer...
200px-F020327a_004.gif
Seite 4/6

Wir Flüchtlinge mussten aus unseren Heimatländern fliehen und sind nach Deutschland gekommen, weil wir hofften, hier vor weiterer politischer Verfolgung geschützt zu sein. Viele von uns sind schon seit Jahren hier und haben sich eingelebt. Leider dürfen die meisten von uns immer noch nicht damit rechnen, in Deutschland zu bleiben. Einige, die schon jegliche Chance auf legalem Aufenthalt verloren haben, können dennoch nicht in ihre Länder zurück und bleiben hier; sie sind "illegal".

Viele besondere Gesetze sorgen dafür, dass wir wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Auch deshalb gibt es viele Vorurteile gegen uns. So werden wir z. B. oft als Bettler angesehen und verspottet.

Bild größer...
200px-F020327a_005.gif
Seite 5/6
  • Wir werden kaserniert!
In den Flüchtlingswohnheimen sind die Zimmer oft nur 12 bis 16 qm gross. Dort müssen wir mit 6 bis 8 Leuten, mit all unseren Kleidern, Kochgeschirr, Büchern... irgendwie zusammenleben. Einige werden krank davon.
  • Wir dürfen uns nicht frei bewegen!
Wir dürfen den Regierungsbezirk Düsseldorf nicht verlassen. Nur ein paar Schritte weiter - wie Bochum und Gelsenkirchen - ist für uns oft verbotenes Gebiet. Wir können unsere Freunde und Verwandte in Deutschland nicht besuchen, wenn die Behörden sie zu weit entfernte Orte in ganz Deutschland verteilt haben.
  • Wir dürfen nicht jede Arbeit annehmen!
Zum Teil dürfen wir gar nicht arbeiten. Die anderen brauchen eine spezielle "Arbeitserlaubnis". Aber selbst einfachste Tätigkeiten (z.B. Raumpfleger, Bauhilfsarbeiter, Gartenarbeiter) sind für uns verboten.
  • Wie sollen wir uns denn integrieren?
Ständig wird im Fernsehen an uns appelliert, uns zu integrieren. Das ist wirklich schwer wenn wir abgetrennt in Lagern leben müssen, wenn wir kaum arbeiten dürfen und uns weniger als die Sozialhilfe zusteht.
Bild größer...
200px-F020327a_006.gif
Seite 6/6
  • Wir müssen ständig vor Gericht!
Wer hier bleiben will, muss endlos lange vor Gericht darum kämpfen. Dort werden wir behandelt wie unerwünschte Bettler, die man schnellsten rauswerfen will. Die Richter wollen oft nicht verstehen warum wir geflohen sind und nehmen uns nicht ernst. Wir können mit Berichten aus der Presse und dem Fernsehen die Verfolgung in unserer alten Heimat beweisen. Aber nur ein kleiner Zweifel reicht ihnen, uns abzulehnen.
  • Wir werden täglich beleidigt!
Wir werden laufend als "NEGER" bezeichnet, dabei ist das Schwarzsein für uns eigentlich ein Grund zum Stolz. Unsere Kinder werden in der Schule so beschimpft. Aber es kann auch passieren, dass einem auf der Straße unbekannte Menschen entgegenkommen oder aus dem Auto heraus plötzlich "NEGER" zurufen. Daran muss man sich gewöhnen. Auch an die Angst, jederzeit von Nazis angegriffen zu werden. Unser Schicksal ähnelt dem eines toten Blattes, das alle Winde mißhandeln. Wir afrikanische Asylbewerber sind offensichtlich dazu verurteilt, alle Demütigung der Erde über uns hergehen zu lassen.

NRZ, 30.03.2002: Warum hört niemand zu?

Z20330n1.gif

NRZ / Essen,Samstag, 30.03.2002

Warum hört niemand zu?

AUSLÄNDER / In der Altenessener Trinitatiskirche wollten afrikanische Migranten in einem ökumenischen Gottesdienst auf ihre unbefriedigende Situation in Deutschland aufmerksam machen.


Irgendwie war es wohl bezeichnend, was gestern beim ökomenischen Karfreitags-Gottesdienst in der Trinitatiskirche in Altenessen ablief. Eigentlich wollten die Mitglieder des afrikanischen Verbandes "AsylDialog" auf ihre Situation aufmerksam machen, mit den Gottesdienstbesuchern ins Gespräch kommen. Doch offensiv auf die Menschen ihres oft noch so fremden Gastlandes zuzugehen, fällt ihnen offensichtlich nicht leicht. Zu prägend sind da wohl die bisherigen Erfahrungen, die Beleidigungen auf der Straße oder in der U-Bahn, die bei bekundetem Interesse plötzlich schon vermieteten Wohnungen, der ungesicherte Aufenthaltsstatus oft über viele Jahre hinweg - die Liste ließe sich beliebig verlängern.

Und so sitzen sie nach dem Gottesdienst wie so oft weitestgehend unter sich, erzählen von ihren persönlichen Schicksalen, die sich so sehr ähneln, ganz gleich, ob sie aus Togo, dem Kongo, Sierra Leone, Kamerun oder anderen Staaten Afrikas vor Gewalt und Willküir fliehen mussten. Tony Etchrivi entkam dem Regime seiner Heimat Togo vor gut sechs Jahren, sein Weg führte ihn nach Deutschland. Und in die Mühlen des deutschen Asylrechts. Warum er alle paar Monate eine befristete Aufenthaltserlaubnis, die Duldung, beantragen muss, will dem jungen Mann nicht in den Kopf: "Deutschland ist doch ein Rechtsstaat. Gewährt man uns Asyl, stärkt man die Demokratiebewegung in Togo. Andernfalls arbeitet man dem Regime in die Hand."

Mountapmbeme Daouda kam 2000 aus Kamerun nach Deutschland. Neben seinem unsicheren Status belastet ihn vor allem, dass er, wie die meisten afrikanischen Flüchtlinge, nicht arbeiten darf: "Wir leben vom Sozialstaat, das ist schlecht. Wir wollen arbeiten und unsere Steuern zahlen, ein geregeltes Leben führen. Die meisten von uns haben Familien, müssen sich um die Zukunft ihrer Kinder kümmern." Kurz und gut: Die afrikanischen Flüchtlinge wollen in ihrer neuen Heimat akzeptiert und integriert werden - und sie wünschen sich, dass ihnen endlich jemand zuhört. Deshalb werden sie sich heute um 11 Uhr zu einer Demo am Karlsplatz treffen und zum Allee-Center ziehen. Und hoffen, diesmal auf offene Ohren zu stoßen.
Bildunterschrift:
Ihre Heimatländer mussten sie verlassen, um nicht Opfer von Gewalt und Willlkür zu werden. In der Trinitatis-Kirche wollten die afrikanischen Flüchtlinge mit deutschen Gottesdienstbesuchern ins Gespräch kommen, von ihren Schicksalen erzählen. (NRZ-Foto: Ulrich von Born)

Fotos: Kundgebung in Altenessen

Kundgebung im Altenessener Zentrum (30.03.2002)
Ostern2002033006x.jpg
Am Karlsplatz in Altenessen geht es los
Ostern2002033018x.jpg
Informationen auf der Kundgebung
alle Fotos zeigen ...


Unterschriftenliste: Asyl ist Menschenrecht!

Bild größer...
200px-020327b1g.gif

Flugblatt A4, einseitig

Aufenthaltsrecht für alle länger hier lebenden Flüchtlinge
Asyl ist Menschenrecht

erstellt von:

  • Asyl-Dialog


Mitaufrufer:

  • Anti-Rassismus-Telefon
  • ProAsyl Essen


Verteilt:

  • Politische Vertreter in Stadt/Land/Bund
  • unterschreibende Passanten während der Demonstration am 30.03.2002 in Altenessen

Antrag

An:
Bundeskanzler Gerhard Schröder
Bundesinnenminister Otto Schilly

Ministerpräsident NRW Wolfgang Klement
Innenminister NRW Fritz Behrend
Oberbürgemeister der Stadt Essen Dr. Wolfgang Reiniger
Fraktionen und Gruppen im Rat der Stadt Essen CDU, SPD, Bündnis90/Die Grünen,FDP, PDS


Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit Jahren leben in Deutschland viele Flüchtlinge, denen ein normaler Aufenthaltstatus verwehrt wird. Sie sind "geduldet" oder sogar ganz ohne Papiere, "illegal" in Deutschland. Sie haben dadurch wenige Rechte und keine Lebensperspektive. Auch durch das neue Zuwanderungs-Gesetz werden nur sehr wenige von ihnen in eine bessere Lage kommen; die meisten aber eher tiefer in Lebensbedingungen versinken, die keine menschenwürdige Lebensplanung ermöglichen.

Ihre Asylverfahren dauern oft sehr lange und werden am Ende in der Regel negativ entschieden ohne Berücksichtigung der reellen Bedrohung im Herkunftsland.

Obwohl viele von ihnen nichts anders wünschen, als ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, werden ihnen vor der Arbeitsaufnahme vielfaltige Hindernisse in den Weg gelegt. Damit fallen sie gegen ihren Wille der Sozialhilfe zur Last. In der Öffentlichkeit wird ihnen dafür auch noch die Schuld zugeschoben.

Kinder, die hier geboren oder aufgewachsen sind, sind durch den unsicheren Aufenthaltsstatus oft von Schulabschlüssen und Berufsausbildung ausgeschlossen.

Die Integration, die von der Politik als Bringpflicht der Migranten dargestellt wird, wird ihnen verwehrt. Dadurch, dass sie gesetzlich zu lästigen "Bettlern" gemacht werden, werden sie auch in der Öffentlichkeit isoliert.

Diese Behandlung von Menschen ist eines offenen demokratischen Landes nicht würdig.

Darum bitten wir Sie, alles zu tun, was in Ihren Möglichkeiten steht, diese Bedingungen zu ändern.

AUFENTHALTSRECHT FÜR ALLE LÄNGER HIER LEBENDEN FLÜCHTLINGE!

ASYL IST MENSCHENRECHT!

Steubenstr. 49, 45138 Essen
. nach oben Hauptseite Wir helfen! E-Mail: artessen<a>gmx.dePost_icon.png