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SZ / NRW,Montag, 21.10.2002


Roma protestieren auf Parteitagen

Grüne schicken Delegation nach Jugoslawien.


Von Bernd Dörries

Düsseldorf - Zehn Vertreter der seit Monaten in Düsseldorf campierenden Roma sind am Wochenende zu den Bundesparteitagen der Grünen und der SPD nach Bremen und Berlin gereist, um gegen ihre drohende Abschiebung zu protestieren.

Die Parteichefin der Grünen, Claudia Roth, habe der Gruppe zugesagt, mit einer Delegation nach Jugoslawien zu fliegen, um zu erkunden, was die Roma im Falle einer Abschiebung dort erwarten würde, sagte der Sprecher der Gruppe, Dzoni Sichelschmidt. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Veit wolle an der Reise teilnehmen. Der Bericht der Grünen-Delegation werde dem Auswärtigen Amt zugehen. Zudem habe der Europarat zugesagt, eine eigene Delegation nach Jugoslawien zu schicken, so Sichelschmidt.

Ursprünglich wollten etwa 700 Roma mit Bussen zu den Parteitagen nach Bremen und Berlin fahren. Sie wurden aber von der Polizei daran gehindert. "Die Gruppe besitzt lediglich den Status der Duldung", sagte ein Düsseldorfer Polizeisprecher. Sie dürften die Landesgrenzen von Nordrhein-Westfalen nicht verlassen. Man habe die Roma nicht nach Berlin reisen lassen, um "eine Ordnungswidrigkeit zu verhindern". Aus Sicht der Roma sei das "völlig unverständlich", sagte Sichelschmidt. Die Gruppe sei bereits im September mit Wissen der Polizei in Berlin gewesen. Nachdem die Beamten das Reiseverbot ausgesprochen hatten, hätten sich die Roma getrennt. Etwa zehn Mitglieder seien unbemerkt von der Polizei nach Berlin gefahren, sagte Sichelschmidt. Parallel machten sich 300 Roma erst zu Fuß und später mit Bussen auf den Weg nach Essen, um dort während einer genehmigten Demonstration gegen ihre Abschiebung zu protestieren. Mittlerweile sind die Roma an ihren derzeitigen Aufenthaltsort in Düsseldorf-Lörick zurückgekehrt und setzen dort ihre Dauerdemonstration fort.
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