| Geplantes Programm
(bei täglich 8 Unterrichtsstunden)
bis 18 Uhr Ankommen im Ostello in Ostia, das direkt am Strand liegt.
18.15 Uhr Kennenlernen und Programmvorstellung,
20.15 Uhr gemeinsames Abendessen.
Vormittags:
Wir beginnen im Ostello mit einem historischer Abriss zur politischen und militärischen
Situation zur Zeit der Besetzung Roms. Vorgestellt werden die verschiedenen
Akteurinnen und Akteure von zeitgeschichtlicher Bedeutung.
Rom – Offene Stadt: ein Begriff und was sich dahinter verbirgt. Erste örtliche
Orientierungen. Gemeinsame Fahrt ins antike Zentrum der Stadt.
Nachmittags:
Wir treffen uns an der Cestus Pyramide und treffen uns mit einer römischen
Historikerin, die über die Kämpfe an der Porta San Paolo zur Verhinderung des
Einmarsches der deutschen Truppen in die Stadt 1943 berichtigen wird.
Danach führt sie uns durch einen historischen Stadtteil mit ausgeprägter
Widerstandsgeschichte.
Vormittags:
Wir fahren in den Stadtteil Trastevere, wo der Partisan Rosario Bentivegna im Haus
der Geschichte Roms über die Resistenza im besetzten Rom berichten wird: über ihre
Protagonisten, ihre politischen Orientierungen, ihre Aktionen, ihre räumliche Struktur.
Der berühmte Anschlag der GAP-Guerilla in der Via Rasella und seine bis heute
dauernden Nachwirkungen im politischen Raum. Bewaffneter und ziviler Widerstand.
Nachmittags:
Wir treffen uns mir einer Historikerin zum Thema „traditioneller Antifaschismus und
spontaner Widerstand gegen die Besatzer in den Armutsquartieren und
Arbeitervierteln Roms“. Die bedeutsame, lange Zeit aus der offiziellen Geschichte
verdrängte Rolle der kommunistischen Organisation „Bandiera Rossa“ (Rote Fahne).
Vormittags:
Wir fahren in die Gegend der Via Appia antica und der Katakomben und besuchen die
Gedenkstätte „Fosse Ardeatine“ - Ort der Rache des NS-Regimes für die Aktivitäten
der Resistenza. Die Geschichte des unvergessenen Massakers an 335 Menschen durch
die Nationalsozialisten.
Nachmittags:
Rundgang durch das ehemalige SS-Gefängnis in der Via Tasso, heute Museum und
Gedenkstätte des Widerstands.
Diskussion der politischen und juristischen Aufarbeitung der Verbrechen der deutschen
Besatzer und ihrer faschistischen italienischen Vasallen. Der „Schrank der Schande“
und die aktuellen Kriegsverbrecherprozesse.
Vormittags:
Wir treffen Pietro Terracina, einen der wenigen römischen Überlebenden von
Auschwitz. Er wird über die Shoa in Italien berichten, über Rassengesetze,
Deportation und Vernichtung der römischen Jüdinnen und Juden, über Solidarität und
Verrat angesichts des nationalsozialistischen Terrors. Anschließend machen wir einen
Rundgang an der alten Synagoge vorbei durch das ehemalig Ghetto.
Nachmittags:
Wir gehen in das Haus der Geschichte Roms in der Nähe des Vatikans zum
Thema „die Rolle der katholischen Kirche während der Besatzung: das
Verhalten des Klerus vor Ort und die umstrittene Politik Papst Pius des XII“.
Vortrag einer Expertin mit Diskussion.
Vormittags:
Treffen mit VertreterInnen der aktuellen Sozialen Bewegung in Rom zu den
Themen: Welche Anknüpfungspunkte an die Resistenza gibt es in den
derzeitigen politischen Auseinandersetzungen mit einer wieder erstarkten
radikalen Rechten unter dem neofaschistischen Bürgermeister Roms und
zunehmenden rassistischen Tendenzen in der Bevölkerung.
Nachmittags:
Abschließende Diskussionen und Auswertung des Seminars.
Ende gegen 15.00 Uhr
Leitung: Marianne Wienemann und Matthias Durchfeld
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