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2010
29.08.2010 Pressemitteilung: Straßenfest des Bündnis gegen Oseberg ein Erfolg
28.08.2010 Aufruf-Flugblatt zum Straßenfest
12.04.2010, NRZ: Friedlicher Protestmarsch gegen "Oseberg"
NRZ / Essen,Montag, 12.04.2010
Friedlicher Protestmarsch gegen "Oseberg"
Bildunterschrift: Etwa 200 Menschen protestierten am Samstag in der Innenstadt friedlich gegen den bei Neonazis beliebten Laden "Oseberg" an der Viehofer Straße. Starke Polizeikräfte begleiteten die Demonstranten, dabei kam es auch wie hier an der Hindenburgstraße zu Verkehrsbehinderungen. Foto: Walter Bucholz |
12.04.2010, WAZ: Friedlicher Protestmarsch gegen Rechts
WAZ / Essen,Montag, 12.04.2010
Friedlicher Protestmarsch gegen Rechts
Bereits in der Nacht zum Samstag hatte es nach Polizeiangaben tätliche Auseinandersetzungen zwischen Sympathisanten der rechten und der linken Szene gegeben. Auf dem Willy-Brandt-Platz versammelten sich zunächst r 100 Menschen, um die Schließung des Textilfilialisten zu fordern, dessen Marke "Thor Steinar" nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes von Mitgliedern der rechten Szene getragen wird. Der Oseberg-Betreiber Mediatex wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Marke sei ein Erkennungsmerkmal der rechten Szene. Vor dein Landgericht konnte er eine Räumungsklage des Hausbesitzers abwehren. Noch vor Beginn des Zuges gab es Diskussionen unter den Demonstranten. Ergebnis: Zur Verblüffung der Polizei blieb eine rund 30köpfige Gruppe auf dem Willy-Brandt-Platz und folgte der größeren Kundgebung im Abstand von einer Viertelstunde. Gegen 15.30 Uhr endete die Veranstaltung ohne Zwischenfälle am Kennedyplatz.Bildunterschrift: Der Protestzug in der City Foto: Walter Buchholz |
07.04.2010, WAZ: Front gegen rechtsextreme Mode
WAZ / Essen,Mittwoch, 07.04.2010
WAZ, 07.04.2010:Front gegen rechtsextreme Mode
Räumungsklage gegen "Oseberg" ist gescheitert, Laden kann bis 2014 bleiben, Protestkundgebung für Samstag geplant
Ein Jahr nach der Eröffnung der umstrittenen "Oseberg"-Filiale an der Viehofer Straße und nach dem Scheitern einer Räumungsklage sucht die Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Nördliche Innenstadt neue Mittel gegen den Vertrieb der von der rechten Szene getragenen Marke "Thor Steinar". Die Antifa Essen ruft für Samstag zu einer weiteren Protestkundgebung auf. "Wir haben von Anfang an gesagt: Unserem Viertel hilft dieser Laden nicht. Wenn der Rechtsweg dem Immobilienbesitzer keinen Erfolg gebracht hat, müssen wir beraten, was wir selbst tun können", sagt Matthias Peiniger, Chef des Varietés GOP an der Rottstraße und Vorstandsmitglied der ISG. Der Hausbesitzer hatte seinen Mieter mehrfach abgemahnt und hatte eine Räumungsklage gegen Oseberg angestrengt. Er warf dem Mieter arglistige Täuschung vor. Der Hinweis auf das in rechtsextremen Kreisen beliebte Modelabel "Thor Steinar" sei ihnen erst wenige Minuten vor der Unterzeichnung des Mietvertrages handschriftlich untergeschoben worden. Vor der 6. Zivilkammer des Landgerichtes hatte der Hausbesitzer allerdings eine Klatsche kassiert. Die Klage sei unbegründet, der Mietvertrag nicht anfechtbar, eine arglistige Täuschung liege nicht vor. Im Unterschied zu einem anderen Fall, in dem das Oberlandesgericht Hamburg den Vermietern Recht gegeben hatte, habe Oseberg dem Hausbesitzer ausdrücklich die Marke "Thor Steinar" benannt. Zudem habe der Makler bereits einen Tag vor der Vertragsunterzeichnung gewusst, dass in dem Ladenlokal "Thor Steinar"-Mode verkauft werden solle. Selbst kurz vor der Vertragsunterzeichnung hätten die Vermieter per Internet Informationen über Marke und Diskussionen erhalten können. Somit kann Oseberg den bis ins Jahr 2014 laufenden Mietvertrag behalten. Am Samstag ab 14 Uhr will die Antifa Essen erneut gegen Oseberg demonstrieren. Antifa-Sprecher Tessa Kuijer: "Wenn Oseberg hier stillschweigend geduldet wird, wird auch das Auftreten Rechten im Stadtbild immer offener und dreister.' Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz sollen die Demonstranten unter anderem über die Hindenburgstraße bis zur Ecke Viehofer- / Kreuzeskirchstraße ziehen. Oseberg und Rechte Das Tragen von Thor Steinar gilt als Erkennungsmerkmal der rechten Szene. Deshalb ist die Kleidung u.a im Bundestag sowie in zahlreichen Fußballstadien verboten. Seit dem Verkauf der Markenbesitzerin Mediatex an Investoren aus Dubai gibt es aber auch Boykottaufrufe aus der rechten Szene.Bildunterschrift: Verbarrikadiert, aber geöffnet: die Oseberg-Filiale. Foto: von Born |
Storch Heinar
12.08.2010, TAZ: "Storch Heinar" besiegt Fascho-Fashion
TAZ / Berlin,Donnerstag, 12.08.2010
"Storch Heinar" besiegt Fascho-Fashion
URTEIL Das bei Rechtsextremen beliebte Modelabel Thor Steinar verliert Nürnberger Prozess
Die Persiflage sei erlaubt und von der Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt, lautete das Urteil - ähnlich wie bei "Lusthansa"-Spaß-Shirts, mit denen die Fluggesellschaft Lufthansa veralbert wird. Eine Verletzung des Markenrechts oder des Wettbewerbsrechts konnte das Gericht auch nicht erkennen. Eine Verwechslungsgefahr zwischen Thor Steinar und dem Satire-Storch bestehe nicht. Die Betreiberfirma von Thor Steinar, die MediaTex GmbH aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen, wollte die Modesatire verbieten und ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro verhängen lassen, sollten sich die Macher von "Storch Heinar" nicht daran halten. Eine Abweisung der Klage in Nürnberg war erwartet worden. Bereits bei der mündlichen Verhandlung vor drei Wochen hatte der Vorsitzende Richter MediaTex geraten, die Klage zurückzuziehen. Hinter "Storch Heinar" steht in erster Linie Mathias Brodkorb, der den Blog "Endstation Rechts" betreibt und für die SPD im mecklenburg-vorpommerischen Landtag sitzt. Sein Ansatz: den Kampf gegen die Rechtsextremen nicht immer bierernst zu führen. Das tat er gemeinsam mit Spaß-Antifaschisten wie der "Front Deutscher Äpfel" (FDÄ), die "Storch Heinar" am Mittwoch auch gleich zur "heldenhaften Durchbruchsschlacht an der Modefront" gratulierte. Auch auf "Endstation Rechts" ging man mit dem Erfolg humorvoll um. "Ich habe soeben im Nürnberger Modeverbrecherprozess meinen Gegner vernichtend geschlagen", verkündete dort "Storch Heinar", der sich der "größte Modedesigner aller Zeiten" nennt, den GRÖMAZ. Doch hat Brodkorbs Kampf einen ernsten Hintergrund. Die rechtsextreme Szene stabilisiere sich zunehmend über die Vermarktung eines bestimmten Lebensstils, über Musik und Mode eben, sagte der SPD-Politiker der taz. "Ideologien lassen sich durch Mode auf eine unterschwellige Art und Weise sehr gut verbreiten", sagte Brodkorb. Eine kleine Niederlage mussten er und seine Mitstreiter vor Gericht aber doch hinnehmen. Eine im "Storch Heinar"-Onlineshop angebotene Tasche darf nicht länger den Aufdruck "Wüstenfuchs" tragen, da sich die Firma MediaTex hier vorher die Namensrechte gesichert hatte. Verkauft werden soll die Tasche trotzdem weiterhin: Vorerst als schlichte "Kampftasche". Brodkorb und seine Mitstreiter überlegen aber, ob sie künftig den Beinamen "Büstenluchs" tragen soll. Die Kosten des Rechtsstreits muss zu 94 Prozent die "Thor Steinar"-Vertriebsfirma MediaTex bezahlen, 6 Prozent müssen die Macher von "Storch Heinar" übernehmen. Die 2003 gegründete MediaTex GmbH betreibt nach eigenen Angaben inzwischen zwölf Thor-Steinar-Läden in Deutschland, die Namen wie "Tønsberg" oder "Narvik" tragen. Immer wieder kommt es zu Protesten und Klagen gegen die Geschäfte. Auf den dort verkauften Kleidern finden sich Anspielungen auf den Zweiten Weltkrieg, die deutsche Kolonialzeit oder die nordische Mythologie. Im ursprünglichen Logo konnte man Ähnlichkeiten mit Runen erkennen, die auch im Nationalsozialismus verwendet wurden. Im Jahr 2005 wurde das Logo in ein Kreuz mit zwei Punkten geändert. Der Brandenburgische Verfassungsschutz stellte aber auch danach fest, dass die Marke im "aktionsorientierten Rechtsextremismus" getragen werde. Thor Steinar war in Teilen der rechtsextremen Szene etwas in Verruf geraten, als 2008 ein arabischer Investor in die MediaTex GmbH eingestiegen war. Doch laut Handelsregistereintrag ist zumindest der zwischenzeitliche Geschäftsführer Mohammed Aweidah aus Dubai seit Ende Mai nicht mehr im Amt. Der neue Geschäftsführer, Marco Wäspe, war am Mittwoch nicht zu erreichen. von Ariane Lemme und Wolf Schmidt Nachtrag: Am 22.10.2010 berichtet die tageszeitung, dass das Urteil rechtskräftig geworden sei: Die Firma Mediatex habe die Berufungsfrist verstreichen lassen, meldete "Endstation Rechts". |
Dossier 2009
Einschätzung zu Essener Thor-Steinar-Geschäft Oseberg (2009)
2009
03.04.2009, AEZ: Pressemitteilung der Antifa Essen Z
25.05.2009, WAZ: Oseberg: Neue Demo am 6. Juni
WAZ / Essen,Montag, 25.05.2009
WAZ, 25.05.2009:Oseberg: Neue Demo am 6. Juni
Auch die Interessengemeinschaft Nördliche Innenstadt positioniert sich gegen das Geschäft: "Mit Betroffenheit" habe der Vorstand die Eröffnung zur Kenntnis genommen, sagt Vorstandsmitglied Andreas Hausner. "Diese Affäre zeigt einmal mehr, dass eine Weiterentwicklung der Standortgemeinschaft und ein effektives Quartier-Management dringend erforderlich sind". Die Grünen wollen das Thema am morgigen Dienstag in der Bezirksvertretung ansprechen. ks
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04.04.2009, NRZ: Thor-Schluss als Ziel
NRZ / Essen,Samstag, 04.04.2009
NRZ, 04.04.2009:Thor-Schluss als Ziel
Antifaschistische Szene kündigt Proteste gegen Laden mit rechten Mode an
woki/JE |
04.04.2009, WAZ: Politstreit um Modegeschäft
WAZ / Essen,Samstag, 04.04.2009
WAZ, 04.04.2009:Politstreit um Modegeschäft
Wo die bei Rechtsextremen beliebte Marke "Thor Steinar" auftaucht, kommt es zu Protesten. Nun gibt es ein Lokal in Essen
Die Modemarke „Thor Steinar” gilt wegen ihrer nordischen Symbolik in rechten Kreisen als Kultlabel. Das neue Essener Geschäft mit der Kollektion der Brandenburger Firma Mediatex ist bundesweit der neunte Laden der Modemarke. Erst Ende Februar hatte in Berlin-Friedrichshain ein neuer "Thor Steinar"-Laden eröffnet. Der Protest kam postwendend: Demonstranten zogen vor den Laden, Steine und Farbbeutel flogen an die Fassade. Zwei Wochen nach der Eröffnung kündigte der Vermieter dem Laden fristlos. Der Mieter habe verschwiegen, dass im Geschäft "Thor Steinar"-Artikel verkauft werden sollten. Auch dem Ladenlokal in Berlin-Mitte hatte der dortige Vermieter bereits vor längerem gekündigt, es folgten Widerspruch und Räumungsklage. Ob der Verkauf in den Berliner Läden dennoch weitergeht? "Klar, die sind offen", sagt ein Mitarbeiter von Mediatex.
"Für den Kampf gegen diese Läden braucht man einen langen Atem", weiß Bianca Klose von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) in Berlin. Der Mietstreit um das "Thor Steinar"-Geschäft in Magdeburg liegt mittlerweile beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Der Versuch dagegen, im letzten Herbst auch in Hamburg einen Laden zu öffnen, endete in einer außergerichtlichen Einigung mit dem Vermieter. Das Geschäft konnte Ende September wegen Protesten aus der linken Szene nur unter Polizeischutz eröffnet werden. Nach Medienberichten hatte der Vermieter, die HSH Nordbank, zu spät erfahren, dass sich dahinter die Marke "Thor Steinar" verbirgt. Jetzt ist der Laden dicht. "Aber das heißt gar nichts: Thor Steinar will expandieren", sagt Bianca Klose. Im November wurde die Mediatex GmbH von einem arabischen Investor übernommen. Ob die Stammkunden den ideologisch pikanten Wechsel hinnehmen? "In den Internetforen wird zwar viel diskutiert", so Klose, "aber Thor Steinar wird weiter seine Kunden an sich binden." Die Mobilen Berater aus Berlin arbeiten gerade an einem Mustervertrag für Vermieter, die sicher gehen wollen, dass in ihren Läden "keine Produkte verkauft werden, die in der Öffentlichkeit mit einem Bezug zur rechtsextremen Szene wahrgenommen werden". Was schwammig klingt, bedeutet tatsächlich größtmögliche Wirksamkeit. Denn: Würde man von vornherein von "rechten Labels" sprechen, wäre im Fall der meisten Firmen der Nachweis juristisch nur schwer möglich. Erst im März hatte sich der Berliner Polizeipräsident im Dickicht der rechten Modeszene verirrt. Nachdem Zivilbeamte mit scheinbar einschlägigen Kleidungsstücken gesichtet worden waren, ließ Dieter Glietsch zehn Modemarken auf den Index setzen. Vier von ihnen sind mittlerweile wieder von der Liste gestrichen worden. Nach wie vor untersagt sind Marken wie "Pit Bull", "Thor Steinar" und "Consdaple" - welche viele wegen der Buchstabenreihe "nsdap" im Namen kaufen.
Große Ahnungslosigkeit In Essen wissen viele nichts über den neuen Nachbarn. Essen. Ordentliche Auslage, sortierte Regale, blanker Parkettboden – das Geschäft mit dem nordischen Namen „Oseberg" sticht an der Viehofer Straße am nördlichen Rand der Essener Fußgängerzone ins Auge. In einem Umfeld, das von einigen alteingesessenen und engagierten Kaufleuten seit Jahren nur mit Mühe gegen Billigläden und Leerstand verteidigt wird, scheint eine vergleichsweise schicke neue Boutique eingezogen zu sein. Welch bittere Ironie. Dass der Laden die bei Rechtsextremen beliebte Marke „Thor Steinar" führt, ahnte bis Freitag nicht einmal die Nachbarschaft. Es scheint sich nicht bis nach Essen herumgesprochen zu haben, dass das Label nach Einschätzung des Brandenburger Verfassungsschutzes als identitätsstiftendes Erkennungszeichen der Neonazi-Szene zu werten sei. Ein möglicher Anlaufpunkt für Rechtsextreme oder tumultartige Gegenproteste haben der „Immobilien und Standortgemeinschaft Nördliche City" gerade noch gefehlt. Vor vier Jahren hat sich der Verein der Anlieger und Kaufleute gegründet, um das Quartier in Eigenregie aufzuwerten. Die Erfolge sind unübersehbar. Mit der neuen Disco „Essence" und einem Ausgeh-Viertel rund um das bekannte GOP-Varieté gewinnt die Viehofer Straße zunehmend an Attraktivität. Allerdings kämpft man seit Jahren mit Immobilienbesitzern, die lieber schnell und billig ihre Ladenlokale vermieten wollen, als sich auf langfristig wirkende Konzepte einzulassen. Wem inzwischen das Haus des „Oseberg"-Shops gehört, das zuvor eine Eisdiele beherbergte, war am Freitag nicht zu ermitteln. waz |
07.04.2009, NRZ: Demo gegen Mode
NRZ / Essen,Dienstag, 07.04.2009
NRZ, 07.04.2009:Demo gegen Mode
200 Linke protestierten gegen "Thor Steinar"-Filiale
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07.04.2009, WAZ: Rabiat, lautstark, aber friedlich
WAZ / Essen,Dienstag, 07.04.2009
WAZ, 07.04.2009:Rabiat, lautstark, aber friedlich
200 Demonstranten protestierten unter starker Polizeibegleitung gegen einen Laden mit Mode aus der rechten Szene
Zur besten Einkaufszeit zeigte die Polizei gestern ab 17 Uhr massiv Flagge in der Innenstadt bei der Begleitung eines Demonstrationszuges gegen den neu eröffneten Laden an der Viehofer Straße, dessen Kundschaft der rechten Szene zugerechnet wird. Die Antifa Essen hatte die Kundgebung am Samstag angemeldet - nach dem WAZ-Bericht über den Laden, die Marke „Thor Steinar" und deren Symbolik in der rechten Szene. Die besteht nach Ansicht der Antifaschisten in einer Abkehr vom „unbeliebten und martialischen Skinhead-Look" und dem Versuch einer „modischen Integration, vor allem um ihren potenziellen Sympathisantenkreis zu erweitern". In einem Kooperationsgespräch am Sonntag hatte die Polizeiführung auf zwei Bedingungen bestanden: kein Zug durch die Kettwiger Straße wegen des Ostermarktes und kein Auftritt vor dem Laden selbst wegen der Gefahr von Ausschreitungen. Diese Vorgaben setzte die Polizei mit massivem Kräfteeinsatz entlang des Zugweges vom Willy-Brand-Platz bis zur Kreuzeskirchstraße um. Die Reaktionen der Passanten in der Innenstadt reichte von Erschrecken bis Erheiterung. An der Limbecker Straße flüchteten sich Familien mit Kindern und Hunden in den Juwelierladen am Straßenrand, reihenweise gingen in der nördlichen Innenstadt die Rollgitter herunter. An der I. Weberstraße dagegen zeigten sich die arabischen Anwohner so begeistert darüber, dass der Polizeieinsatz mal nicht ihnen galt, dass sie Leitern auf die Straße stellten, um das Schauspiel noch besser verfolgen zu können. Auf der Viehofer Straße fragte ein Passant einen Polizeiführer besorgt: „Die sind doch gegen die Nazis, oder?" Ein großer Teil der 200 Demonstranten hatte sich nämlich modisch stark am Schwarzen Block orientiert. Kurz vor Schluss kam der Zug auf Steinwurfweite an den Gegenstand des Protestes heran. Weil die Polizei an diesem Punkt ihre Diensthunde bellen ließ, blieb es bei Drohungen: „Wir kriegen euch alle." Polizeibilanz: keine Festnahmen.
Ein Problem für Jahre Einen zähen Kampf haben Bürger und Politiker in Dortmund hinter sich: Dort dauerte es Jahre, bis das Nazi-Geschäft „Donnerschlag" am Rand der City endlich aufgab. Verkauft wurden CDs und Pullis für Rechtsradikale. Das Geschäft galt als Anlaufpunkt der Szene. Der Hausverwalter duldete das Ganze – kein Wunder: Er selbst wurde den Rechten zugeordnet. Das wiederum hatte der Besitzer der Immobilie, ein niederländischer Investor, nicht gewusst. Unter dem Motto „Ladenschluss für Donnerschlag" stellte sich ein breites Bündnis gegen das Geschäft auf. Ordnungsamt und Polizei kontrollierten im Problemviertel. Und ahndeten auch Kleinigkeiten – z. B., wenn Rechte abends auf dem Bürgersteig herumgrölten. Die zuständige Bezirksvertretung eröffnete in der Nachbarschaft ein Bürgerbüro, bot Deutschkurse für Türkinnen an, Polizisten hielten Sprechstunden ab. Am Ende war dem „Donnerschlag" nicht straf-, sondern nur zivilrechtlich beizukommen. Räumungsklage. Die Pächter hatten kaum Miete gezahlt. -MarS |
08.04.2009, WAZ: Vermieter: Ich wurde getäuscht
WAZ / Essen,Mittwoch, 08.04.2009
WAZ, 07.04.2009:Vermieter: Ich wurde getäuscht
Filiale der bei Rechtsextremen beliebten Marke "Thor Steinar" kam offenbar auf dubiosen Wegen an die Viehofer Straße
Am Samstag las der Essener Geschäftsmann dann in der WAZ, wen er sich da ins Haus geholt hatte: Eine Boutique, die die bei Rechtsextremen beliebte Modemarke „Thor Steinar" führt. Der brandenburgische Verfassungsschutz spricht gar von einer Art Erkennungszeichen der Neonazi-Szene. Seither protestieren Politiker, Nachbarn sind entsetzt, und ein stattliches Aufgebot der Essener Polizei musste am Montag einen Demonstrationszug von dem Ladenlokal fernhalten. Der Vermieter, ein eher klein gewachsener Mann mit ehrlicher Verzweiflung im Blick, beteuert: „Ich bin reingelegt worden. Wenn ich gewusst hätte, wer sich hinter der Protex GmbH verbirgt, hätte ich nie vermietet. Lieber lasse ich den Laden leer stehen." Er zieht einige Din-A4-Bögen hervor. Es ist der Mietvertrag für das Geschäft an der Viehofer Straße 20. Geschlossen mit „ganz normal" aussehenden und auftretenden Geschäftsleuten. Er ist maschinell ausgefüllt. Nur im Feld des einen Vertragspartners steht handschriftlich gezwängt: Thor Steinar. „Das wurde kurz vor der Unterschrift hineingemogelt", sagt der Vermieter empört. Thor Steinar – der Name sagte ihm auf die Schnelle nichts. Auch machte es ihn nicht stutzig, dass sein Mieter keine Fotos und keine Internet-Adresse zu seinen anderen Läden präsentieren konnte. „Man sagte mir, ich solle nach Berlin kommen und mir einen der Läden ansehen", sagt er. Seit klar ist, dass sich die gepflegt wirkende Boutique an der Viehofer Straße längst zu einem Politikum ausgewachsen hat, will der Vermieter möglichst schnell aus dem Mietvertrag aussteigen. Noch am Dienstag leitete er erste rechtliche Schritte zu einer fristlosen Kündigung ein. „Das muss wasserdicht sein", sagt er mit Blick auf diverse Klagen gegen „Thor Steinar"-Läden in anderen Städten. Der Vermieter erhofft sich womöglich Hilfe von der Stadt. Vor allem will er, dass jeder in Essen weiß: „Ich mache mit solchen Leuten keine Geschäfte." Foto: WAZ, Arnold Rennemeyer Häufiger Mietstreit Der Mietstreit um ein „Thor Steinar"-Geschäft in Magdeburg liegt mittlerweile beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Auch andernorts gab es juristische Streitigkeiten, wenn der Vermieter nicht ahnte, was in seinem Lokal verkauft wird. Der Nachweis, dass es so etwas „rechte Mode" gibt, ist eben schwierig zu führen. |
25.05.2009, WAZ: Oseberg: Neue Demo am 6. Juni
WAZ / Essen,Montag, 25.05.2009
WAZ, 25.05.2009:Oseberg: Neue Demo am 6. Juni
Auch die Interessengemeinschaft Nördliche Innenstadt positioniert sich gegen das Geschäft: "Mit Betroffenheit" habe der Vorstand die Eröffnung zur Kenntnis genommen, sagt Vorstandsmitglied Andreas Hausner. "Diese Affäre zeigt einmal mehr, dass eine Weiterentwicklung der Standortgemeinschaft und ein effektives Quartier-Management dringend erforderlich sind". Die Grünen wollen das Thema am morgigen Dienstag in der Bezirksvertretung ansprechen. ks
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28.05.2009, TAZ: Rechte boykottieren Thor Steinar
taz,Donnerstag, 28.05.2009
taz 28.05.2009: Rechte boykottieren Thor Steinar
RECHTE MODE Im Internet rufen Neonazis dazu auf, keine Kleidung bei der in der rechten Szene beliebten Marke zu kaufen. Der Grund ist der Einstieg eines arabischen Investors
Es klingt absurd: Die unter Rechtsextremen beliebte Modemarke "Thor Steinar" hat Absatzprobleme - ausgerechnet in der rechten Szene. Im Internet findet sich ein Boykottaufruf, der von mehreren Neonazi-Gruppen verbreitet wird. "Wir als nationale Sozialisten lehnen ganz klar die Mediatex GmbH und ihre Marke 'Thor Steinar' ab", erklärt etwa die "Aktionsgruppe Essen". Markig begründet sie den erstaunlichen Schwenk. Die Volksgemeinschaft baue auf deutscher Kultur auf. "Markenwahn und Konsumterrorismus werden in unserer Gemeinschaft keinen Platz haben." Andere Gruppen, etwa die Autonomen Nationalisten aus Regensburg, posten zustimmende Kommentare. Die Marke, die mit uneindeutigen Symbolen rechte Kunden anlockt, hat offenbar ein Akzeptanzproblem bei ihrer Klientel. Der Grund ist der arabische Investor Faysal al Zarooni, der im November 2008 bei Mediatex einstieg. 2003 hatten Uwe Meusel und Axel Kopelke die Marke gegründet, heute stellt die "Faysal al Zarooni Group of Companies" den Geschäftsführer. Neben dem Unbehagen an fremdländischem Kapital nennen die Neonazis krude Konsumkritik als Boykottgrund. Die Firma mache sich schuldig, jüngere Kameraden zu "geldgierigen Konsummonstern" heranzuziehen, die gezwungen würden, sich "zu verschulden, um sich an den 'rechten Lifestyle' anzupassen", heißt es weiter in dem Aufruf. Er wird bisher vor allem von Autonomen Nationalisten unterstützt, die als gewaltbereit gelten und Outfits und Aktionen von linken Autonomen kopieren - etwa schwarzen Outdoorlook.
Vom Erfolg getragen, eröffnete das Unternehmen diverse Läden, musste sich aber teilweise wieder zurückziehen. Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg löste etwa die Eröffnung eines Ladens im Februar 2009 Proteste aus. Es folgte die Kündigung. Bereits im Jahr 2004 hatte Mediatex einen Rückschlag erlitten. Das Landgericht Neuruppin entschied, dass die im Logo verwendete Binderune eine Kombination aus der Tyr-Rune und der Wolfsangel darstelle. Die Symbole fanden bei der SA und der Waffen-SS Verwendung. Das Logoverbot folgte, ein neues Logo entstand. Später wurde das Verbot aufgehoben. Bei Mediatex in Königs Wusterhausen in Brandenburg will man den Boykott nicht bewerten. "Alles im grünen Bereich", sagte Mitgründer Meusel der taz. Zur wirtschaftlichen Situation der Firma sagte er nichts. |
29.05.2009, WAZ: Kodex gefordert für Eigentümer in der Nordcity
WAZ / Essen,Freitag, 29.04.2009
WAZ, 29.05.2009:Kodex gefordert für Eigentümer in der Nordcity
Hintergrund ist der seit Wochen schwelende Streit um eine Boutique an der Viehofer Straße, die eine in rechtsextremen Kreisen beliebte und dort als Erkennungszeichen benutzte Modemarke führt. "Die Eigentümer der Geschäfte in der Innenstadt dürfen nicht nur auf den schnöden Mammon achten, sondern müssen genau prüfen, an wen sie ihre Immobilien vermieten", betonte Grünen-Sprecherin Julia Kahle-Hausmann. Gegen das Szene-Geschäft "Oseberg" an der Viehofer Straße hatte es zuletzt mehrere Demonstrationen gegeben.
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06.06.2009, Aufruf: 06. Juni: Demo gegen Nazis neue Kleider
Pressemitteilung zur stattgefundenen Demonstration am 06.06.2009
11.06.2009, NRZ: Vorwurf: EMG behindert das Recht auf Demonstration
NRZ / Essen,Donnerstag, 11.06.2009
Vorwurf: EMG behindert das Recht auf Demonstration
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