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Seitenübersicht

Widerstand gegen Naziausstatter

Am 03.04.2009 eröffnete in der Essener Innenstadt (Viehofer Straße) die Modeboutique "Oseberg". Dieses Bekleidungsgeschäft verkauft ausschließlich Produkte der Marke "Thor Steinar" - ein Modelabel, dass bei den extremen Rechten sehr beliebt ist.

Sofort baute sich in Essen Widerstand auf. Ein Bündis gegen Oseberg entstand. Dort sind die jeweils aktuellsten Informationen abrufbar. Zudem gibt es inzwischen ein Nachtbarschaftsinitiative.

Derzeit läuft der Mietvertrag bis zum Jahr 2014 und hat keine Aussicht auf Verlängerung.


Hier finden Sie derzeit nur historische Informationen.
Aktuelle Informationen finden Sie unter: http://buendnisgegenoseberg.blogsport.de!

Inhaltsverzeichnis

2010

29.08.2010 Pressemitteilung: Straßenfest des Bündnis gegen Oseberg ein Erfolg

100829_PE_strassenfest.gif Brief PDFicon.gif (56.7 KB)

Eq-OsebergBuendnisKopf.jpg

Bündnis gegen Oseberg
Maxstr. 11(*)
45127 Essen

Bündnis gegen Oseberg: Straßenfest ein voller Erfolg

Mehrere hundert Besucherinnen und Besuch nahmen im Verlauf des Samstags am Straßenfest des Bündnis gegen Oseberg auf dem Pferdemarkt teil. Ein Bündnissprecher: „Das Fest machte deutlich, Oseberg muss weg. Dieser Laden, der die von Rechtsextremen und Neonazis getragene Kleidermarke Thor Steinar vertreibt, ist in Essen nicht erwünscht. Besonders möchten wir uns bei den Anwohnern und den Betreibern vieler Geschäfte in der nördlichen Innenstadt bedanken, die unser Fest mit Spenden unterstützt haben.“

Völliges Unverständnis zeigte das Bündnis über den Polizeieinsatz. „Teilweise war in der Innenstadt eine derart massive Polizeipräsenz, das es sich wohl um mehrere Hundertschaften gehandelt haben muss. Straßen wurden abgesperrt, Passanten der Durchgang verwehrt, selbst ein LKW einer Tauchgruppe der Polizei aus Köln wurde gesehen. Dies angesichts eines Straßenfests, das nicht anders durchgeführt wurde, als geplant und angemeldet, das ist nicht nur völlig überzogen, dass ist Geldverschwendung. Es wäre sinnvoll, wenn die Verantwortlichen ihre Energien darauf konzentrieren würden die zunehmenden Überfälle von Neonazis, wie in den letzten Tagen wieder in Dortmund, zu verfolgen. Das Bündnis ruft für kommenden Samstag, den 4.9.2010 dazu auf sich an den Protesten gegen den Neonaziaufmarsch in Dortmund zu beteiligen.“

28.08.2010 Aufruf-Flugblatt zum Straßenfest

Strassenfest-Flyer1.jpg
Seite 1/1
Flugblatt PDFicon.gif (1 MB)
 
Setzen wir ein öffentliches
und unübersehbares Signal:
KEIN FUßBREIT UND KEINEN LADENMETER FÜR FASCHISTEN!


Bunte Nordstadt
Internationonales Strassenfest
Samstag, den 28. August 2010, 12 - 16 Uhr


Wo?:-->Pferdemarkt
<Ende Viehofer Str.>
Essen



  • Getränke, Grill und Kuchentheke
    selbstorganisiert zum Nachbarschaftspreis)
  • Sitz- und Plaudergelegenheiten
  • antifaschistische Informationsstände und Literaturangebot
  • Lieder, Gedichte und kulturelle Beiträge, u. a. mit:
    Bandbreite aus Duisburg (Polit-Hip-Hop)
    Intifada (RAP aus Essen)
    Sängerinnen und Sängern des Ruhrchors
    (antifaschistische und Arbeiterlieder,
    Essen und Umgebung
    René Dombrovski (Liedermacher aus Essen)
    Peter Rolke (Liedermacher aus Dortmund)
  • Spaß und Spiel für Kinder mit Glücksrad,
    Erbsen schlagen und Dosenwerfen.
Wir laden alle Demokraten und Antifaschisten
insbesondere alle Anwohner der Viehofer Straße
recht herzlich ein. Bitte bringen Sie Bekannte, Freunde und Nachbar mit.
Wir bitten um Kuchenspenden und kulturelle Beiträge
Strassenfest-Flyer2.jpg
Seite 2/2

Seit April 2009 existiert in der Viehofer Straße
der Modeladen Oseberg, der die Nazi-Marke
Thor Steinar exklusiv verbreitet.
Das sind 18 Monate zuviel.

Die Modemarke Thor-Steinar wird vom Umfeld der
Neonaziszene produziert und vertrieben, bedient
sich völkischer Symbolik mit Bezug zum

faschistischen Hitlerregime.

Mit dieser Modemarke transportieren Neofaschisten
kriegs- und gewaltverherrlichende Botschaften.
Zudem dient der Oseberg-Laden als Treffpunkt der
Neonaziszene.

Antifaschistische Jugendliche, Schüler und
Studenten, Anwohner aus der nördlichen Innenstadt,
demokratische Stadträte und Bezirksvertreter

verschiedener Parteien haben seit Bestehen des
Nazi-Ladens immer wieder ihren Protest zum
Ausdruck gebracht.

Doch Stadtrat, Oberbürgermeister, die Essener
Marketing-Gesellschaft und die Kulturhauptstadt
GmbH ignorieren bisher diese unerträgliche
Existenz des Naziladens mitten in der nördlichen

City. Dieser Laden darf nicht von den
einflussreichen Essener Institutionen wie bisher
stillschweigend geduldet werden.

Darauf will das Bündnis gegen Oseberg
nachdrücklich hinweisen und weiter gegen den
Oseberg protestieren, bis der Laden zu ist.

Deshalb wollen wir am Samstag, den 28. August,
direkt vor dem Laden in der Fußgängerzone auf der

Viehofer Straße ein buntes, internationales und
antifaschistisches Strassenfest feiern.

12.04.2010, NRZ: Friedlicher Protestmarsch gegen "Oseberg"

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NRZ / Essen,Montag, 12.04.2010

Friedlicher Protestmarsch gegen "Oseberg"


Etwa 200 Menschen protestierten am Samstag unter dem Motto "Say 'auf Wiedersehen' to your Nazi wear" friedlich in der Innenstadt gegen das Geschäft "Oseberg" an der Viehofer Straße. Dort wird seit der Eröffnung vor rund einem Jahr die bei Anhängern der rechten Szene favorisierte Marke "Thor Steinar" verkauft. Gegen 14 Uhr startete der Protest mit einer Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz. Für Diskussionen sorgten rund 30 Demonstranten, die unter der Fahne der "roten Antifa" kurzfristig eine eigene Demonstration angemeldet hatten. Im Abstand von zehn Minuten folgten sie dem Hauptzug über die Lindenallee zum Markt, wo die Hauptkundgebung stattfand. Beide Demo-Züge machten einen weiteren Halt an der Kreuzeskirche, in Sichtweite des Ladens. Gegen 15:30 endete der Protest auf dem Kennedyplatz. Zum Schutz der Demonstranten sperrte die Polizei einige Straßen und Kreuzungen. Polizeidirektor Fritz Unterberg zeigte sich "mit dem Verlauf der Versammlung zufrieden". Hes
Bildunterschrift:
Etwa 200 Menschen protestierten am Samstag in der Innenstadt friedlich gegen den bei Neonazis beliebten Laden "Oseberg" an der Viehofer Straße. Starke Polizeikräfte begleiteten die Demonstranten, dabei kam es auch wie hier an der Hindenburgstraße zu Verkehrsbehinderungen. Foto: Walter Bucholz

12.04.2010, WAZ: Friedlicher Protestmarsch gegen Rechts

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WAZ / Essen,Montag, 12.04.2010

Friedlicher Protestmarsch gegen Rechts


200 Menschen haben in der Innenstadt unter massivem Polizeischutz gegen die Oseberg-Filiale an der Viehofer Straße begonnen.

Bereits in der Nacht zum Samstag hatte es nach Polizeiangaben tätliche Auseinandersetzungen zwischen Sympathisanten der rechten und der linken Szene gegeben.

Auf dem Willy-Brandt-Platz versammelten sich zunächst r 100 Menschen, um die Schließung des Textilfilialisten zu fordern, dessen Marke "Thor Steinar" nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes von Mitgliedern der rechten Szene getragen wird. Der Oseberg-Betreiber Mediatex wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Marke sei ein Erkennungsmerkmal der rechten Szene. Vor dein Landgericht konnte er eine Räumungsklage des Hausbesitzers abwehren.

Noch vor Beginn des Zuges gab es Diskussionen unter den Demonstranten. Ergebnis: Zur Verblüffung der Polizei blieb eine rund 30köpfige Gruppe auf dem Willy-Brandt-Platz und folgte der größeren Kundgebung im Abstand von einer Viertelstunde. Gegen 15.30 Uhr endete die Veranstaltung ohne Zwischenfälle am Kennedyplatz.
Bildunterschrift:
Der Protestzug in der City Foto: Walter Buchholz

07.04.2010, WAZ: Front gegen rechtsextreme Mode

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WAZ / Essen,Mittwoch, 07.04.2010

WAZ, 07.04.2010:Front gegen rechtsextreme Mode

Räumungsklage gegen "Oseberg" ist gescheitert, Laden kann bis 2014 bleiben, Protestkundgebung für Samstag geplant


Kai Süselbeck

Ein Jahr nach der Eröffnung der umstrittenen "Oseberg"-Filiale an der Viehofer Straße und nach dem Scheitern einer Räumungsklage sucht die Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Nördliche Innenstadt neue Mittel gegen den Vertrieb der von der rechten Szene getragenen Marke "Thor Steinar". Die Antifa Essen ruft für Samstag zu einer weiteren Protestkundgebung auf.

"Wir haben von Anfang an gesagt: Unserem Viertel hilft dieser Laden nicht. Wenn der Rechtsweg dem Immobilienbesitzer keinen Erfolg gebracht hat, müssen wir beraten, was wir selbst tun können", sagt Matthias Peiniger, Chef des Varietés GOP an der Rottstraße und Vorstandsmitglied der ISG.

Der Hausbesitzer hatte seinen Mieter mehrfach abgemahnt und hatte eine Räumungsklage gegen Oseberg angestrengt. Er warf dem Mieter arglistige Täuschung vor. Der Hinweis auf das in rechtsextremen Kreisen beliebte Modelabel "Thor Steinar" sei ihnen erst wenige Minuten vor der Unterzeichnung des Mietvertrages handschriftlich untergeschoben worden.

Vor der 6. Zivilkammer des Landgerichtes hatte der Hausbesitzer allerdings eine Klatsche kassiert. Die Klage sei unbegründet, der Mietvertrag nicht anfechtbar, eine arglistige Täuschung liege nicht vor. Im Unterschied zu einem anderen Fall, in dem das Oberlandesgericht Hamburg den Vermietern Recht gegeben hatte, habe Oseberg dem Hausbesitzer ausdrücklich die Marke "Thor Steinar" benannt.

Zudem habe der Makler bereits einen Tag vor der Vertragsunterzeichnung gewusst, dass in dem Ladenlokal "Thor Steinar"-Mode verkauft werden solle. Selbst kurz vor der Vertragsunterzeichnung hätten die Vermieter per Internet Informationen über Marke und Diskussionen erhalten können. Somit kann Oseberg den bis ins Jahr 2014 laufenden Mietvertrag behalten.

Am Samstag ab 14 Uhr will die Antifa Essen erneut gegen Oseberg demonstrieren. Antifa-Sprecher Tessa Kuijer: "Wenn Oseberg hier stillschweigend geduldet wird, wird auch das Auftreten Rechten im Stadtbild immer offener und dreister.' Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz sollen die Demonstranten unter anderem über die Hindenburgstraße bis zur Ecke Viehofer- / Kreuzeskirchstraße ziehen.


Oseberg und Rechte

Das Tragen von Thor Steinar gilt als Erkennungsmerkmal der rechten Szene. Deshalb ist die Kleidung u.a im Bundestag sowie in zahlreichen Fußballstadien verboten. Seit dem Verkauf der Markenbesitzerin Mediatex an Investoren aus Dubai gibt es aber auch Boykottaufrufe aus der rechten Szene.
Bildunterschrift:
Verbarrikadiert, aber geöffnet: die Oseberg-Filiale. Foto: von Born

Storch Heinar

12.08.2010, TAZ: "Storch Heinar" besiegt Fascho-Fashion

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TAZ / Berlin,Donnerstag, 12.08.2010

"Storch Heinar" besiegt Fascho-Fashion

URTEIL Das bei Rechtsextremen beliebte Modelabel Thor Steinar verliert Nürnberger Prozess


"Storch Heinar" ist ein klappriger Vogel mit Führerbärtchen und Stahlhelm. Und eine Verballhornung des bei Rechtsextremen beliebten Modelabels Thor Steinar. Am Mittwoch hat nun das Landgericht in Nürnberg entschieden: Der "Führer-Storch" darf weiter T-Shirts, Tassen, Anstecker und andere Gegenstände zieren. Eine Klage des Modelabels Thor Steinar gegen die Macher der Satire wurde überwiegend abgewiesen.

Die Persiflage sei erlaubt und von der Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt, lautete das Urteil - ähnlich wie bei "Lusthansa"-Spaß-Shirts, mit denen die Fluggesellschaft Lufthansa veralbert wird. Eine Verletzung des Markenrechts oder des Wettbewerbsrechts konnte das Gericht auch nicht erkennen. Eine Verwechslungsgefahr zwischen Thor Steinar und dem Satire-Storch bestehe nicht.

Die Betreiberfirma von Thor Steinar, die MediaTex GmbH aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen, wollte die Modesatire verbieten und ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro verhängen lassen, sollten sich die Macher von "Storch Heinar" nicht daran halten. Eine Abweisung der Klage in Nürnberg war erwartet worden. Bereits bei der mündlichen Verhandlung vor drei Wochen hatte der Vorsitzende Richter MediaTex geraten, die Klage zurückzuziehen.

Hinter "Storch Heinar" steht in erster Linie Mathias Brodkorb, der den Blog "Endstation Rechts" betreibt und für die SPD im mecklenburg-vorpommerischen Landtag sitzt. Sein Ansatz: den Kampf gegen die Rechtsextremen nicht immer bierernst zu führen.

Das tat er gemeinsam mit Spaß-Antifaschisten wie der "Front Deutscher Äpfel" (FDÄ), die "Storch Heinar" am Mittwoch auch gleich zur "heldenhaften Durchbruchsschlacht an der Modefront" gratulierte. Auch auf "Endstation Rechts" ging man mit dem Erfolg humorvoll um. "Ich habe soeben im Nürnberger Modeverbrecherprozess meinen Gegner vernichtend geschlagen", verkündete dort "Storch Heinar", der sich der "größte Modedesigner aller Zeiten" nennt, den GRÖMAZ.

Doch hat Brodkorbs Kampf einen ernsten Hintergrund. Die rechtsextreme Szene stabilisiere sich zunehmend über die Vermarktung eines bestimmten Lebensstils, über Musik und Mode eben, sagte der SPD-Politiker der taz. "Ideologien lassen sich durch Mode auf eine unterschwellige Art und Weise sehr gut verbreiten", sagte Brodkorb. Eine kleine Niederlage mussten er und seine Mitstreiter vor Gericht aber doch hinnehmen. Eine im "Storch Heinar"-Onlineshop angebotene Tasche darf nicht länger den Aufdruck "Wüstenfuchs" tragen, da sich die Firma MediaTex hier vorher die Namensrechte gesichert hatte. Verkauft werden soll die Tasche trotzdem weiterhin: Vorerst als schlichte "Kampftasche". Brodkorb und seine Mitstreiter überlegen aber, ob sie künftig den Beinamen "Büstenluchs" tragen soll. Die Kosten des Rechtsstreits muss zu 94 Prozent die "Thor Steinar"-Vertriebsfirma MediaTex bezahlen, 6 Prozent müssen die Macher von "Storch Heinar" übernehmen.

Die 2003 gegründete MediaTex GmbH betreibt nach eigenen Angaben inzwischen zwölf Thor-Steinar-Läden in Deutschland, die Namen wie "Tønsberg" oder "Narvik" tragen. Immer wieder kommt es zu Protesten und Klagen gegen die Geschäfte. Auf den dort verkauften Kleidern finden sich Anspielungen auf den Zweiten Weltkrieg, die deutsche Kolonialzeit oder die nordische Mythologie. Im ursprünglichen Logo konnte man Ähnlichkeiten mit Runen erkennen, die auch im Nationalsozialismus verwendet wurden. Im Jahr 2005 wurde das Logo in ein Kreuz mit zwei Punkten geändert. Der Brandenburgische Verfassungsschutz stellte aber auch danach fest, dass die Marke im "aktionsorientierten Rechtsextremismus" getragen werde.

Thor Steinar war in Teilen der rechtsextremen Szene etwas in Verruf geraten, als 2008 ein arabischer Investor in die MediaTex GmbH eingestiegen war. Doch laut Handelsregistereintrag ist zumindest der zwischenzeitliche Geschäftsführer Mohammed Aweidah aus Dubai seit Ende Mai nicht mehr im Amt. Der neue Geschäftsführer, Marco Wäspe, war am Mittwoch nicht zu erreichen. von Ariane Lemme und Wolf Schmidt


Nachtrag: Am 22.10.2010 berichtet die tageszeitung, dass das Urteil rechtskräftig geworden sei: Die Firma Mediatex habe die Berufungsfrist verstreichen lassen, meldete "Endstation Rechts".

Dossier 2009

Einschätzung zu Essener Thor-Steinar-Geschäft Oseberg (2009)


Auszug aus "Die extreme Rechte in Essen - Aktivitäten und Entwicklungen in 2009", Frühjahr 2010, ein Dossier der Essener Antifa Z, http://antifaessen.blogsport.de, Kontakt: antifaessen<a>riseup.netPost_icon.png

 

Rechtes Bekleidungsgeschäft „Oseberg“ eröffnet in Essen

Am 3. April 2009 eröffnete in der Essener Innenstadt das Bekleidungsgeschäft „Oseberg“. Es handelt sich dabei um die erste nordrheinwestfälische Filiale der brandenburgischen MediaTex GmbH, die seit 2003 für die Herstellung und den Vertrieb der rechten Szenemarke Thor Steinar verantwortlich ist.

Thor Steinar

Die MediaTex GmbH und das Bekleidungslabel Thor Steinar wurden 2002/2003 von den Jungunternehmern Axel K. und Uwe M. aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen ins Leben gerufen. Mehreren Verantwortlichen der Firma konnten in der Vergangenheit Verbindungen zur rechten Szene nachgewiesen werden.(2)

Große Teile der Kollektion der Marke Thor Steinar nehmen durch Schriftzüge und Symbolik Bezug auf Hooligankultur, Wehrmacht und Nationalsozialismus, deutsche Kolonialgeschichte oder neoheidnischen Germanenkult. Die Marke erfreut sich daher unter Neonazis und rechten Hooligans großer Beliebtheit.(2)

Von den Verantwortlichen des Modelabels wurde eine explizite politische Positionierung stets vermieden. Dennoch wird die Kleidung der Marke Thor Steinar von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen wie auch vom brandenburgischen Landesamt für Verfassungsschutz als Kennzeichen der rechten Szene gewertet. Das Tragen von Thor Steinar- Bekleidung ist daher mittlerweile in mehreren Fußballstadien (unter anderem auch dem des Vereins Rot-Weiß Essen) sowie im Deutschen Bundestag verboten. Wegen des Verdachts auf Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wurden 2004 zahlreiche Artikel mit dem Aufdruck des Thor Steinar-Labels beschlagnahmt. In einzelnen Fällen kam es zu gerichtlichen Verurteilungen wegen des öffentlichen Zeigens des Labels. Die Firma MediaTex gestaltete daraufhin ein neues Symbol, das von den Gerichten als unbedenklich eingestuft wurde.(2)

Anfang 2009 wurde die MediaTex GmbH mitsamt der Marke Thor Steinar an einen Investor aus Dubai verkauft. Diese Entwicklung führte in der rechten Szene vereinzelt zu kontroversen Diskussionen und Kritik an dem Unternehmen. Die Marke Thor Steinar wird jedoch unverändert auf Naziaufmärschen und RechtsRock-Konzerten getragen und über neonazistische Szeneläden und Internetversände vertrieben.(3)

Oseberg

Bei dem im März eröffneten „Oseberg“ handelt es sich um eine von zurzeit insgesamt neun Verkaufsfilialen der MediaTex GmbH. Zum Zeitpunkt der Eröffnung konnte das Geschäft offenbar nicht auf regionale Strukturen zurückgreifen. Das Sortiment wurde von einem Kleintransporter direkt aus Brandenburg geliefert, zudem musste auf auswärtiges Verkaufspersonal zurückgegriffen werden.

Unmittelbar nach der Eröffnung kam es zu ersten Protesten gegen das Geschäft. So demonstrierten am 6. April rund 200 Menschen gegen den „Oseberg“ in der Essener Innenstadt. Es folgten weitere Demonstrationen mit 200 und 500 Teilnehmern am 18.04. und am 06.06.2009. Am Rande dieser Veranstaltungen kam es jedes Mal zu Provokationen von Mitarbeitern und Sympathisanten des rechten Bekleidungsgeschäftes, die beispielsweise versuchten, Demonstrationsteilnehmer zu fotografieren.

Neben Demonstrationen und Kundgebungen kam es seit der Eröffnung zu zahlreichen Sachbeschädigungen gegen das Geschäft. Unbekannte schlugen mehrfach die Scheiben des „Oseberg“ ein, weshalb die Schaufenster mittlerweile mit schwarzen Holzlatten verkleidet wurden. Im November letzten Jahres wurden Teile der Inneneinrichtung und des Sortiments durch einen Farbanschlag unbrauchbar gemacht.

Im Juni 2009 gründete sich zudem eine Anwohnerinitiative, die durch Flugblattverteilungen, Informationsstände und Unterschriftensammlungen die Schließung des „Oseberg“ erreichen möchte. Während sich Linke/DKP/AUF und Grüne deutlich gegen den Verbleib des „Oseberg“ in der Essener Innenstadt positionierten, wird die Thematik von den anderen im Stadtrat vertretenen Parteien weitgehend ignoriert. Auch das mediale Interesse an den Aktivitäten gegen das rechte Bekleidungsgeschäft nahm in den letzten Monaten spürbar ab. Das Nachrichtenportal derwesten.de berichtete im September 2009 von der bevorstehenden Schließung des Geschäftes, eine Darstellung, die sich als unrichtig erwies. Eine Richtigstellung veröffentlichte derwesten.de bis heute nicht. Der Vermieter der Räumlichkeiten in der Viehofer Straße 20 versuchte auf gerichtlichem Wege eine Aufhebung des Mietvertrages mit der MediaTex GmbH zu erwirken - bislang offenbar erfolglos.

Kontakte oder Überschneidungen zwischen dem Verkaufspersonal des „Oseberg“ und der organisierten rechten Szene konnten in Essen bisher nicht festgestellt werden. Teile der Essener Kameradschaftsszene distanzierten sich öffentlich von dem Geschäft und riefen gar zum Boykott der Marke Thor Steinar auf. Hintergrund war die Diskussion über den Verkauf der MediaTex GmbH an einen arabischen Investor.


2^bc  http://investigatethorsteinar.blogsport.de/ ... steinar_2_web.pdf

3^  http://www.morgenpost.de/ ... _Thor_Steinar.html

 


2009

03.04.2009, AEZ: Pressemitteilung der Antifa Essen Z

Freitag, 03.04.2009

Pressemitteilung
Rechtes Bekleidungsgeschäft in Essen
MediaTex GmbH eröffnet "Thor Steinar"-Filiale in der Innenstadt


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie soeben bekannt wurde, eröffnet am heutigen Freitag die Firma MediaTex GmbH ein Bekleidungsgeschäft in der Essener Innenstadt. Der auf der Viehofer Straße 20 gelegene Laden verkauft ausschließlich Produkte der extremrechten Marke "Thor Steinar" und ist zurzeit der einzige seiner Art in Nordrheinwestfalen. In Bochum und Dortmund war zuletzt ein Angehöriger der rechten Szene, der unter anderem "Thor Steinar"-Produkte verkauft hatte, aufgrund massiver Proteste zur Aufgabe seines Geschäftes gezwungen.

Auch in Essen wird die Existenz einer "Thor Steinar"-Filiale nicht widerspruchslos hingenommen werden. Über mögliche Protestaktionen werden wir in den nächsten Tagen informieren.

Informationen über die Bekleidungsmarke "Thor Steinar" und die Verflechtungen der Firma MediaTex GmbH mit der rechten Szene finden Sie im Internet unter

http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/thor-steinar

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/service/lexikon/t/thor-steinar/


"RWE setzt Zeichen gegen Rechts" - Stadionverbot für "Thor Steinar"
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/essen/2007/12/5/news-8979741/detail.html

"'Goliat' ist leer geräumt" - Rechtes Geschäft in Dortmund geschlossen
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2007/9/2/news-784171/detail.html


Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Antifa Essen Z

http://antifaessen.blogsport.de



25.05.2009, WAZ: Oseberg: Neue Demo am 6. Juni

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WAZ / Essen,Montag, 25.05.2009

WAZ, 25.05.2009:Oseberg: Neue Demo am 6. Juni


Die Antifa Essen hat für Samstag den 6.Juni erneut zu einer Protestkundgebung gegen die Boutique "Oseberg" an der Viehofer Straße aufgerufen, weil dort die bei Rechtsradikalen beliebte Marke "Thor Steinar" verkauft wird.

Auch die Interessengemeinschaft Nördliche Innenstadt positioniert sich gegen das Geschäft: "Mit Betroffenheit" habe der Vorstand die Eröffnung zur Kenntnis genommen, sagt Vorstandsmitglied Andreas Hausner. "Diese Affäre zeigt einmal mehr, dass eine Weiterentwicklung der Standortgemeinschaft und ein effektives Quartier-Management dringend erforderlich sind". Die Grünen wollen das Thema am morgigen Dienstag in der Bezirksvertretung ansprechen. ks


Ordner.png Dieser Text wird auch in Infobrief_Nr.114 benutzt.

04.04.2009, NRZ: Thor-Schluss als Ziel

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NRZ / Essen,Samstag, 04.04.2009

NRZ, 04.04.2009:Thor-Schluss als Ziel

Antifaschistische Szene kündigt Proteste gegen Laden mit rechten Mode an


Bei Rot-Weiss Essen steht die Marke schon seit knapp eineinhalb Jahren auf dem Index: Wer erkennbar mit Klamotten von „Thor Steinar" an der Hafenstraße aufläuft, kommt nicht rein ins Stadion – die Kleidung mit ihrer nordischen Symbolik gilt in der Szene als Ausdruck rechtsextremer Gesinnung, und die hat, so der Verein, an der Hafenstraße nichts zu suchen.
Kein Wunder, wenn die antifaschistische Szene Alarm schlägt, dass gestern an der Viehofer Straße ein Laden der Brandenburger Firma MediaTex GmbH eröffnete, der ausschließlich „Thor Steinar"-Ware verkaufe. Das werde man „nicht widerspruchslos hinnehmen", hieß es gestern, kündigte Protestaktionen an und verwies dabei auf Bochum und Dortmund, wo die Betreiber ähnlicher Läden nach massiven Protesten zur Aufgabe gezwungen wurden. Dabei gilt auch für die Pächter: Kämpfen bis zur letzten Instanz.
Der Hersteller des Modelabels „Thor Steinar" streitet deutschlandweit hartnäckig um Ladenlokale – mittlerweile sogar vor dem Bundesgerichtshof.

Das neue Essener Geschäft ist bundesweit der neunte Laden der Modemarke. „Für den Kampf gegen diese Läden braucht man einen langen Atem", weiß Bianca Klose von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) in Berlin. Sie arbeitet gerade an einem Mustervertrag für Vermieter, die sicher gehen wollen, dass in ihren Läden „keine Produkte verkauft werden, die in der Öffentlichkeit mit einem Bezug zur rechtsextremen Szene wahrgenommen werden". Was schwammig klingt, soll größtmögliche Wirksamkeit entfalten.
woki/JE

04.04.2009, WAZ: Politstreit um Modegeschäft

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WAZ / Essen,Samstag, 04.04.2009

WAZ, 04.04.2009:Politstreit um Modegeschäft

Wo die bei Rechtsextremen beliebte Marke "Thor Steinar" auftaucht, kommt es zu Protesten. Nun gibt es ein Lokal in Essen


Berlin/Essen. Kämpfen bis zur letzten Instanz: Der Hersteller des Modelabels „Thor Steinar” streitet deutschlandweit hartnäckig um Ladenlokale - mittlerweile sogar vor dem Bundesgerichtshof. Das jüngste Geschäft der unter Neonazis beliebten Marke hat gestern am Rand der Essener Fußgängerzone eröffnet.

Die Modemarke „Thor Steinar” gilt wegen ihrer nordischen Symbolik in rechten Kreisen als Kultlabel. Das neue Essener Geschäft mit der Kollektion der Brandenburger Firma Mediatex ist bundesweit der neunte Laden der Modemarke.

Erst Ende Februar hatte in Berlin-Friedrichshain ein neuer "Thor Steinar"-Laden eröffnet. Der Protest kam postwendend: Demonstranten zogen vor den Laden, Steine und Farbbeutel flogen an die Fassade. Zwei Wochen nach der Eröffnung kündigte der Vermieter dem Laden fristlos. Der Mieter habe verschwiegen, dass im Geschäft "Thor Steinar"-Artikel verkauft werden sollten. Auch dem Ladenlokal in Berlin-Mitte hatte der dortige Vermieter bereits vor längerem gekündigt, es folgten Widerspruch und Räumungsklage. Ob der Verkauf in den Berliner Läden dennoch weitergeht? "Klar, die sind offen", sagt ein Mitarbeiter von Mediatex.


"Für den Kampf gegen diese Läden braucht man einen langen Atem", weiß Bianca Klose von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) in Berlin. Der Mietstreit um das "Thor Steinar"-Geschäft in Magdeburg liegt mittlerweile beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Der Versuch dagegen, im letzten Herbst auch in Hamburg einen Laden zu öffnen, endete in einer außergerichtlichen Einigung mit dem Vermieter. Das Geschäft konnte Ende September wegen Protesten aus der linken Szene nur unter Polizeischutz eröffnet werden. Nach Medienberichten hatte der Vermieter, die HSH Nordbank, zu spät erfahren, dass sich dahinter die Marke "Thor Steinar" verbirgt. Jetzt ist der Laden dicht. "Aber das heißt gar nichts: Thor Steinar will expandieren", sagt Bianca Klose.

Im November wurde die Mediatex GmbH von einem arabischen Investor übernommen. Ob die Stammkunden den ideologisch pikanten Wechsel hinnehmen? "In den Internetforen wird zwar viel diskutiert", so Klose, "aber Thor Steinar wird weiter seine Kunden an sich binden."

Die Mobilen Berater aus Berlin arbeiten gerade an einem Mustervertrag für Vermieter, die sicher gehen wollen, dass in ihren Läden "keine Produkte verkauft werden, die in der Öffentlichkeit mit einem Bezug zur rechtsextremen Szene wahrgenommen werden". Was schwammig klingt, bedeutet tatsächlich größtmögliche Wirksamkeit. Denn: Würde man von vornherein von "rechten Labels" sprechen, wäre im Fall der meisten Firmen der Nachweis juristisch nur schwer möglich.

Erst im März hatte sich der Berliner Polizeipräsident im Dickicht der rechten Modeszene verirrt. Nachdem Zivilbeamte mit scheinbar einschlägigen Kleidungsstücken gesichtet worden waren, ließ Dieter Glietsch zehn Modemarken auf den Index setzen. Vier von ihnen sind mittlerweile wieder von der Liste gestrichen worden. Nach wie vor untersagt sind Marken wie "Pit Bull", "Thor Steinar" und "Consdaple" - welche viele wegen der Buchstabenreihe "nsdap" im Namen kaufen.


Große Ahnungslosigkeit

In Essen wissen viele nichts über den neuen Nachbarn.

Essen. Ordentliche Auslage, sortierte Regale, blanker Parkettboden – das Geschäft mit dem nordischen Namen „Oseberg" sticht an der Viehofer Straße am nördlichen Rand der Essener Fußgängerzone ins Auge. In einem Umfeld, das von einigen alteingesessenen und engagierten Kaufleuten seit Jahren nur mit Mühe gegen Billigläden und Leerstand verteidigt wird, scheint eine vergleichsweise schicke neue Boutique eingezogen zu sein. Welch bittere Ironie.

Dass der Laden die bei Rechtsextremen beliebte Marke „Thor Steinar" führt, ahnte bis Freitag nicht einmal die Nachbarschaft. Es scheint sich nicht bis nach Essen herumgesprochen zu haben, dass das Label nach Einschätzung des Brandenburger Verfassungsschutzes als identitätsstiftendes Erkennungszeichen der Neonazi-Szene zu werten sei.

Ein möglicher Anlaufpunkt für Rechtsextreme oder tumultartige Gegenproteste haben der „Immobilien und Standortgemeinschaft Nördliche City" gerade noch gefehlt. Vor vier Jahren hat sich der Verein der Anlieger und Kaufleute gegründet, um das Quartier in Eigenregie aufzuwerten. Die Erfolge sind unübersehbar. Mit der neuen Disco „Essence" und einem Ausgeh-Viertel rund um das bekannte GOP-Varieté gewinnt die Viehofer Straße zunehmend an Attraktivität.

Allerdings kämpft man seit Jahren mit Immobilienbesitzern, die lieber schnell und billig ihre Ladenlokale vermieten wollen, als sich auf langfristig wirkende Konzepte einzulassen. Wem inzwischen das Haus des „Oseberg"-Shops gehört, das zuvor eine Eisdiele beherbergte, war am Freitag nicht zu ermitteln. waz

07.04.2009, NRZ: Demo gegen Mode

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NRZ / Essen,Dienstag, 07.04.2009

NRZ, 07.04.2009:Demo gegen Mode

200 Linke protestierten gegen "Thor Steinar"-Filiale


Von der Polizei aufmerksam beäugt, zogen rund 200 Demonstranten gestern vom Willy-Brandt- zum Viehofer Platz.
Foto: Oliver Müller.

Gegen angeblich in Wolle gefärbten Rechtsextremismus gingen gestern rund 200 Demonstranten in der Innenstadt auf die Straße. Auf Initiative der „Antifa Essen Z" machten sie ihrem Unmut Luft über eine „Thor Steinar"-Filiale an der Viehofer Straße, die in der vergangenen Woche eröffnet wurde. Die Modemarke scheint unter Neonazis und Hooligans so angesagt zu sein wie die Proteste dagegen: Wo auch immer ein Laden in der Republik eröffnet worden ist, hagelte es Kritik, aber auch Wurfgeschosse. Räumungsklagen und Widersprüche beschäftigen inzwischen selbst die höchsten Gerichte. Der gestrige Protest blieb weitgehend friedlich, berichtete die Polizei am Abend. j.m.

07.04.2009, WAZ: Rabiat, lautstark, aber friedlich

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WAZ / Essen,Dienstag, 07.04.2009

WAZ, 07.04.2009:Rabiat, lautstark, aber friedlich

200 Demonstranten protestierten unter starker Polizeibegleitung gegen einen Laden mit Mode aus der rechten Szene


Kai Süselbeck

Zur besten Einkaufszeit zeigte die Polizei gestern ab 17 Uhr massiv Flagge in der Innenstadt bei der Begleitung eines Demonstrationszuges gegen den neu eröffneten Laden an der Viehofer Straße, dessen Kundschaft der rechten Szene zugerechnet wird.

Die Antifa Essen hatte die Kundgebung am Samstag angemeldet - nach dem WAZ-Bericht über den Laden, die Marke „Thor Steinar" und deren Symbolik in der rechten Szene. Die besteht nach Ansicht der Antifaschisten in einer Abkehr vom „unbeliebten und martialischen Skinhead-Look" und dem Versuch einer „modischen Integration, vor allem um ihren potenziellen Sympathisantenkreis zu erweitern".

In einem Kooperationsgespräch am Sonntag hatte die Polizeiführung auf zwei Bedingungen bestanden: kein Zug durch die Kettwiger Straße wegen des Ostermarktes und kein Auftritt vor dem Laden selbst wegen der Gefahr von Ausschreitungen.

Diese Vorgaben setzte die Polizei mit massivem Kräfteeinsatz entlang des Zugweges vom Willy-Brand-Platz bis zur Kreuzeskirchstraße um. Die Reaktionen der Passanten in der Innenstadt reichte von Erschrecken bis Erheiterung. An der Limbecker Straße flüchteten sich Familien mit Kindern und Hunden in den Juwelierladen am Straßenrand, reihenweise gingen in der nördlichen Innenstadt die Rollgitter herunter. An der I. Weberstraße dagegen zeigten sich die arabischen Anwohner so begeistert darüber, dass der Polizeieinsatz mal nicht ihnen galt, dass sie Leitern auf die Straße stellten, um das Schauspiel noch besser verfolgen zu können. Auf der Viehofer Straße fragte ein Passant einen Polizeiführer besorgt: „Die sind doch gegen die Nazis, oder?" Ein großer Teil der 200 Demonstranten hatte sich nämlich modisch stark am Schwarzen Block orientiert.

Kurz vor Schluss kam der Zug auf Steinwurfweite an den Gegenstand des Protestes heran. Weil die Polizei an diesem Punkt ihre Diensthunde bellen ließ, blieb es bei Drohungen: „Wir kriegen euch alle." Polizeibilanz: keine Festnahmen.


Ein Problem für Jahre

Einen zähen Kampf haben Bürger und Politiker in Dortmund hinter sich: Dort dauerte es Jahre, bis das Nazi-Geschäft „Donnerschlag" am Rand der City endlich aufgab.

Verkauft wurden CDs und Pullis für Rechtsradikale. Das Geschäft galt als Anlaufpunkt der Szene. Der Hausverwalter duldete das Ganze – kein Wunder: Er selbst wurde den Rechten zugeordnet. Das wiederum hatte der Besitzer der Immobilie, ein niederländischer Investor, nicht gewusst.

Unter dem Motto „Ladenschluss für Donnerschlag" stellte sich ein breites Bündnis gegen das Geschäft auf. Ordnungsamt und Polizei kontrollierten im Problemviertel. Und ahndeten auch Kleinigkeiten – z. B., wenn Rechte abends auf dem Bürgersteig herumgrölten. Die zuständige Bezirksvertretung eröffnete in der Nachbarschaft ein Bürgerbüro, bot Deutschkurse für Türkinnen an, Polizisten hielten Sprechstunden ab. Am Ende war dem „Donnerschlag" nicht straf-, sondern nur zivilrechtlich beizukommen. Räumungsklage. Die Pächter hatten kaum Miete gezahlt. -MarS

08.04.2009, WAZ: Vermieter: Ich wurde getäuscht

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WAZ / Essen,Mittwoch, 08.04.2009

WAZ, 07.04.2009:Vermieter: Ich wurde getäuscht

Filiale der bei Rechtsextremen beliebten Marke "Thor Steinar" kam offenbar auf dubiosen Wegen an die Viehofer Straße


Er war so froh, sein Ladenlokal gut vermietet zu haben. 130 Quadratmeter an der Viehofer Straße, nicht eben 1a-Lage in der Essener Innenstadt, sind ja nicht im Handumdrehen unter Vertrag zu bringen. Nach manchem Ärger mit säumigen Mietern in der Vergangenheit schien sich nun eine langfristige Lösung abzuzeichnen. Eine Protex GmbH aus dem brandenburgischen Zeesen wollte mit einem Geschäft für Outdoor- und Sportbekleidung einziehen. „Wie Jack Wolfskin, haben die gesagt, nur billiger", erzählt der Vermieter, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. Er seufzt schwer.

Am Samstag las der Essener Geschäftsmann dann in der WAZ, wen er sich da ins Haus geholt hatte: Eine Boutique, die die bei Rechtsextremen beliebte Modemarke „Thor Steinar" führt. Der brandenburgische Verfassungsschutz spricht gar von einer Art Erkennungszeichen der Neonazi-Szene. Seither protestieren Politiker, Nachbarn sind entsetzt, und ein stattliches Aufgebot der Essener Polizei musste am Montag einen Demonstrationszug von dem Ladenlokal fernhalten.

Der Vermieter, ein eher klein gewachsener Mann mit ehrlicher Verzweiflung im Blick, beteuert: „Ich bin reingelegt worden. Wenn ich gewusst hätte, wer sich hinter der Protex GmbH verbirgt, hätte ich nie vermietet. Lieber lasse ich den Laden leer stehen." Er zieht einige Din-A4-Bögen hervor. Es ist der Mietvertrag für das Geschäft an der Viehofer Straße 20. Geschlossen mit „ganz normal" aussehenden und auftretenden Geschäftsleuten. Er ist maschinell ausgefüllt. Nur im Feld des einen Vertragspartners steht handschriftlich gezwängt: Thor Steinar. „Das wurde kurz vor der Unterschrift hineingemogelt", sagt der Vermieter empört. Thor Steinar – der Name sagte ihm auf die Schnelle nichts. Auch machte es ihn nicht stutzig, dass sein Mieter keine Fotos und keine Internet-Adresse zu seinen anderen Läden präsentieren konnte. „Man sagte mir, ich solle nach Berlin kommen und mir einen der Läden ansehen", sagt er.

Seit klar ist, dass sich die gepflegt wirkende Boutique an der Viehofer Straße längst zu einem Politikum ausgewachsen hat, will der Vermieter möglichst schnell aus dem Mietvertrag aussteigen. Noch am Dienstag leitete er erste rechtliche Schritte zu einer fristlosen Kündigung ein. „Das muss wasserdicht sein", sagt er mit Blick auf diverse Klagen gegen „Thor Steinar"-Läden in anderen Städten. Der Vermieter erhofft sich womöglich Hilfe von der Stadt. Vor allem will er, dass jeder in Essen weiß: „Ich mache mit solchen Leuten keine Geschäfte." Foto: WAZ, Arnold Rennemeyer

Häufiger Mietstreit

Der Mietstreit um ein „Thor Steinar"-Geschäft in Magdeburg liegt mittlerweile beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Auch andernorts gab es juristische Streitigkeiten, wenn der Vermieter nicht ahnte, was in seinem Lokal verkauft wird. Der Nachweis, dass es so etwas „rechte Mode" gibt, ist eben schwierig zu führen.

25.05.2009, WAZ: Oseberg: Neue Demo am 6. Juni

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WAZ / Essen,Montag, 25.05.2009

WAZ, 25.05.2009:Oseberg: Neue Demo am 6. Juni


Die Antifa Essen hat für Samstag den 6.Juni erneut zu einer Protestkundgebung gegen die Boutique "Oseberg" an der Viehofer Straße aufgerufen, weil dort die bei Rechtsradikalen beliebte Marke "Thor Steinar" verkauft wird.

Auch die Interessengemeinschaft Nördliche Innenstadt positioniert sich gegen das Geschäft: "Mit Betroffenheit" habe der Vorstand die Eröffnung zur Kenntnis genommen, sagt Vorstandsmitglied Andreas Hausner. "Diese Affäre zeigt einmal mehr, dass eine Weiterentwicklung der Standortgemeinschaft und ein effektives Quartier-Management dringend erforderlich sind". Die Grünen wollen das Thema am morgigen Dienstag in der Bezirksvertretung ansprechen. ks


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28.05.2009, TAZ: Rechte boykottieren Thor Steinar

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taz,Donnerstag, 28.05.2009

taz 28.05.2009: Rechte boykottieren Thor Steinar

RECHTE MODE     Im Internet rufen Neonazis dazu auf, keine Kleidung bei der in der rechten Szene beliebten Marke zu kaufen. Der Grund ist der Einstieg eines arabischen Investors


VON ANDREAS SPEIT

Es klingt absurd: Die unter Rechtsextremen beliebte Modemarke "Thor Steinar" hat Absatzprobleme - ausgerechnet in der rechten Szene. Im Internet findet sich ein Boykottaufruf, der von mehreren Neonazi-Gruppen verbreitet wird. "Wir als nationale Sozialisten lehnen ganz klar die Mediatex GmbH und ihre Marke 'Thor Steinar' ab", erklärt etwa die "Aktionsgruppe Essen".

Markig begründet sie den erstaunlichen Schwenk. Die Volksgemeinschaft baue auf deutscher Kultur auf. "Markenwahn und Konsumterrorismus werden in unserer Gemeinschaft keinen Platz haben." Andere Gruppen, etwa die Autonomen Nationalisten aus Regensburg, posten zustimmende Kommentare. Die Marke, die mit uneindeutigen Symbolen rechte Kunden anlockt, hat offenbar ein Akzeptanzproblem bei ihrer Klientel. Der Grund ist der arabische Investor Faysal al Zarooni, der im November 2008 bei Mediatex einstieg. 2003 hatten Uwe Meusel und Axel Kopelke die Marke gegründet, heute stellt die "Faysal al Zarooni Group of Companies" den Geschäftsführer.

Neben dem Unbehagen an fremdländischem Kapital nennen die Neonazis krude Konsumkritik als Boykottgrund. Die Firma mache sich schuldig, jüngere Kameraden zu "geldgierigen Konsummonstern" heranzuziehen, die gezwungen würden, sich "zu verschulden, um sich an den 'rechten Lifestyle' anzupassen", heißt es weiter in dem Aufruf. Er wird bisher vor allem von Autonomen Nationalisten unterstützt, die als gewaltbereit gelten und Outfits und Aktionen von linken Autonomen kopieren - etwa schwarzen Outdoorlook.


"Thor Steinar" bedruckt seine Kleidung mit mythisch-germanischen Symbolen und szeneinterpretierbaren Slogans. So prangt etwa das Wort "Luftlandedivision" auf manchen Pullovern. "Ihr uneindeutiges Spielen mit rechten Symbolen gefällt", sagte Toni Peters vom antifaschistischen Pressearchiv (Apabiz). Die Marke erweitere die rechtsextreme Erlebniswelt. "Andere Marken kopieren die Idee, im Stil das politische Bekenntnis zum Rechtsextremismus offenzulassen", so Peters.

Vom Erfolg getragen, eröffnete das Unternehmen diverse Läden, musste sich aber teilweise wieder zurückziehen. Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg löste etwa die Eröffnung eines Ladens im Februar 2009 Proteste aus. Es folgte die Kündigung. Bereits im Jahr 2004 hatte Mediatex einen Rückschlag erlitten. Das Landgericht Neuruppin entschied, dass die im Logo verwendete Binderune eine Kombination aus der Tyr-Rune und der Wolfsangel darstelle. Die Symbole fanden bei der SA und der Waffen-SS Verwendung. Das Logoverbot folgte, ein neues Logo entstand. Später wurde das Verbot aufgehoben.

Bei Mediatex in Königs Wusterhausen in Brandenburg will man den Boykott nicht bewerten. "Alles im grünen Bereich", sagte Mitgründer Meusel der taz. Zur wirtschaftlichen Situation der Firma sagte er nichts.

29.05.2009, WAZ: Kodex gefordert für Eigentümer in der Nordcity

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WAZ / Essen,Freitag, 29.04.2009

WAZ, 29.05.2009:Kodex gefordert für Eigentümer in der Nordcity


Hausbesitzer in der Essener Innenstadt sollen sich mit einem Kodex zum gemeinsamen Kampf gegen Extremisten bekennen. Das hat die Bezirksvertretung I auf Antrag der Grünen einstimmig gefordert.

Hintergrund ist der seit Wochen schwelende Streit um eine Boutique an der Viehofer Straße, die eine in rechtsextremen Kreisen beliebte und dort als Erkennungszeichen benutzte Modemarke führt. "Die Eigentümer der Geschäfte in der Innenstadt dürfen nicht nur auf den schnöden Mammon achten, sondern müssen genau prüfen, an wen sie ihre Immobilien vermieten", betonte Grünen-Sprecherin Julia Kahle-Hausmann.

Gegen das Szene-Geschäft "Oseberg" an der Viehofer Straße hatte es zuletzt mehrere Demonstrationen gegeben.


Ordner.png Dieser Text wird auch in Rundbrief 115 benutzt.

06.06.2009, Aufruf: 06. Juni: Demo gegen Nazis neue Kleider

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Achtung:
Der Startpunkt der Demo hat sich geändert!

nach Polizeiauflage startet die Demo nun am Hirschlandplatz
(und nicht am Willy-Brandt-Platz/Hauptbahnhof).


Im April 2009 eröffnete in der Essener Innenstadt das rechte Bekleidungsgeschäft "Oseberg". Hier werden ausschließlich Artikel der neonazistischen Modemarke "Thor Steinar" verkauft.

Am 6. Juni wollen wir gemeinsam auf die Straße gehen, um die sofortige Schließung des Neonaziladens zu fordern und ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Bekleidungsgeschäfte wie das "Oseberg" dienen Neonazis als Anlaufstelle und Einnahmequelle. Davon zeugen seit seit der Eröffnung auch die vermehrt auftauchenden rechtsradikalen Aufkleber in der Essener Innenstadt. Neonazis und ihr subkulturelles Umfeld stellen, auch im Ruhrgebiet, eine konkrete permanente Bedrohung für MigrantInnen, Juden und Jüdinnen, Homosexuelle und Linke dar oder die, die dafür gehalten werden. Die seit Monaten andauernden Morddrohungen gegen den Gewerkschaftler Rainer Sauer, die jüngsten rechtsradikalen Übergriffe auf Mitglieder der Landesschülervertretung in Essen oder der organisierte Überfall auf eine Gewerkschaftsdemonstration in Dortmund verdeutlichen diese Gefahr. Daher ist aktiver Widerstand gegen die Aufmärsche, Organisation und Infrastruktur der extremen Rechten unerlässlich.

Aktuelle Informationen gibt es unter www.Buendnis-gegen-Oseberg.de.vu.




Pressemitteilung zur stattgefundenen Demonstration am 06.06.2009

Bündnis gegen Oseberg
www.Buendnis-gegen-Oseberg.de.vu

Pressemitteilung

Mehr als 500 Antifaschistinnen und Antifaschisten aller Altersgruppen demonstrierten am Samstag Nachmittag – trotz schlechtesten Wetters – in der Essener City gegen den neofaschistischen Bekleidungsladen Oseberg in der Viehofer Straße.

In den Kundgebungsbeiträgen von Walter Hilbig (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten) und weiteren Vertretern des Bündnisses gegen Oseberg aus verschiedenen Jugendorganisationen wurde die identitätsstiftende Rolle der Nazi-Marke Thor Steinar insbesondere für die militante rechtsextreme Szene herausgestellt und die sofortige Schließung des Ladens gefordert. Hilbig und weitere Redner wiesen insbesondere auch auf die staatliche Tolerierung, Förderung oder gar Steuerung neofaschistischer Aktivitäten hin und riefen zum gemeinsamen antifaschistischen Widerstand auf.

Die Demonstration konnte infolge der massiven und undemokratischen Auflagen und Behinderungen der Polizei am Hirschlandplatz erst mit Verspätung beginnen und wurde fast vollständig aus den belebten Teilen der Innenstadt verbannt. Einig waren sich alle Teilnehmer/innen im Protest gegen die schikanösen Auflagen der Polizei und ihre vorgeschobenen Begründungen. Das Bündnis wird gegen die zunehmenden Polizeiauflagen für eine „demonstrationsfreie“ Innenstadt auch juristische Schritte einleiten.


11.06.2009, NRZ: Vorwurf: EMG behindert das Recht auf Demonstration

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NRZ / Essen,Donnerstag, 11.06.2009

Vorwurf: EMG behindert das Recht auf Demonstration


Mal ist es eine Werbetour der Sauerland-Tourismus GmbH, mal die „Gourmetmeile“, mal eine andere Großveranstaltung – und immer muss das Demonstrationsrecht drunter leiden. Das jedenfalls glaubt die vereinigte Ratsfraktion von Die Linke/DKP/AUF und übt dabei Kritik an der Essen Marketing GmbH (EMG). Die, so der Vorwurf, sorge allzu oft dafür, dass insbesondere die Innenstadt“ aus kommerziellen Gründen politikfrei gehalten werde. Als aktueller Fall wird die Demo am vergangenen Samstag angeführt. Weil am Willy-Brand-Platz ein Werbebus aus dem Sauerland stand, habe die Demo am „weniger belebten“ Hirschlandplatz beginnen müssen.

EMG-Geschäftsführer Karl-Heinz König weist den Vorwurf der Links-Fraktion vehement zurück. Zwar koordiniere die EMG die verschiedenen Marketing-Veranstaltungen und werde deshalb im Vorfeld von Demonstrationen gefragt. „Die Entscheidung, wo und wann eine Demo stattfindet, liegt aber ganz allein bei der Polizei“, beteuert König. Die EMG nehme da „überhaupt keinen Einfluss“
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