NRZ, 04.04.2009:Thor-Schluss als Ziel
Antifaschistische Szene kündigt Proteste gegen Laden mit rechten Mode an
Bei Rot-Weiss Essen steht die Marke schon seit knapp eineinhalb Jahren auf dem Index: Wer erkennbar mit Klamotten von „Thor Steinar" an der Hafenstraße aufläuft, kommt nicht rein ins Stadion – die Kleidung mit ihrer nordischen Symbolik gilt in der Szene als Ausdruck rechtsextremer Gesinnung, und die hat, so der Verein, an der Hafenstraße nichts zu suchen.
Kein Wunder, wenn die antifaschistische Szene Alarm schlägt, dass gestern an der Viehofer Straße ein Laden der Brandenburger Firma MediaTex GmbH eröffnete, der ausschließlich „Thor Steinar"-Ware verkaufe. Das werde man „nicht widerspruchslos hinnehmen", hieß es gestern, kündigte Protestaktionen an und verwies dabei auf Bochum und Dortmund, wo die Betreiber ähnlicher Läden nach massiven Protesten zur Aufgabe gezwungen wurden. Dabei gilt auch für die Pächter: Kämpfen bis zur letzten Instanz.
Der Hersteller des Modelabels „Thor Steinar" streitet deutschlandweit hartnäckig um Ladenlokale – mittlerweile sogar vor dem Bundesgerichtshof.
Das neue Essener Geschäft ist bundesweit der neunte Laden der Modemarke. „Für den Kampf gegen diese Läden braucht man einen langen Atem", weiß Bianca Klose von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) in Berlin. Sie arbeitet gerade an einem Mustervertrag für Vermieter, die sicher gehen wollen, dass in ihren Läden „keine Produkte verkauft werden, die in der Öffentlichkeit mit einem Bezug zur rechtsextremen Szene wahrgenommen werden". Was schwammig klingt, soll größtmögliche Wirksamkeit entfalten.
woki/JE