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| www.dw-world.de,
| Freitag, 15.08.2008
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Vereinte Nationen beklagen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland
Die Bundesregierung unternehme zu wenig gegen rassistische Übergriffe, klagt das UN-Komitee zur Beseitigung von Rassismus. Außerdem würden Ausländer in Deutschland diskriminiert und seien schlecht integriert.
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Eine zunehmende Zahl rassistischer Vorfälle in Deutschland
lässt die Vereinten Nationen aufhorchen. Die Bundesregierung
gehe nicht entschlossen genug gegen fremdenfeindliche
Übergriffe vor, kritisiert das UN-Komitee zur Beseitigung
von Rassismus (CERD). In letzter Zeit seien vor allem Juden,
Muslime, Sinti und Roma sowie afrikanische Asylbewerber von
Übergriffen betroffen, heißt es in einem Bericht des Komitees,
der am Freitag (15.08.2008) in Genf verabschiedet wurde.
Die Bundesregierung prüft
In einer ersten Reaktion erklärte das Bundesjustizministerium,
es werde die Empfehlungen des Ausschusses prüfen und
sorgfältig auswerten. Die deutsche Vertreterin vor dem
Genfer CERD-Gremium, Brigitta Siefker-Eberle betonte
aber, die Bundesregierung sei "aktiv engagiert", die
Anti-Diskriminierungsgesetze der EU in Deutschland
umzusetzen. Der Nationale Aktionsplan gegen Rassismus werde
gerade abschließend beraten. Noch dieses Jahr soll er dem
UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) vorgelegt
werden.
Die UN-Experten bemängeln in ihrem Bericht vor allem, dass es
unklar sei, wie sich Deutschland als "nicht-multi-ethnischer
Staat" definieren wolle. Schließlich hätte ein Fünftel der
Bevölkerung in Deutschland einen Migranten-Hintergrund,
rund acht Prozent seien Ausländer ohne deutschen
Pass. Vor diesem Hintergrund wollte das Komitee wissen,
ob diese Bevölkerungsgruppen in die öffentlichen
Dienste wie die deutsche Polizei integriert seien. Die
Bundesregierung ließ dazu verlauten, Ziel sei es, "Menschen mit
Migrationshintergrund zu integrieren, nicht zu assimilieren".
Zahlreiche Benachteiligungen
Auch der Sprachgebrauch im deutschen Recht und bei Behörden
wurde von den Anti-Rassismus-Experten der Vereinten Nationen
bemängelt. Außerdem würde im deutschen Strafrecht die
rassistische Motivation von Verbrechen nicht ausdrücklich
als strafverschärfend angesehen. Ausländer, die Opfer von
Gewalttaten wurden, erhalten nach Angaben des UN-Gremiums meist
weniger Geld nach dem Opferentschädigungsgesetz als Deutsche.
Besonders schlecht sei die Lage der Sinti und Roma in
Deutschland. Sie würden unter anderem bei der Bildung sowie
auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt benachteiligt und in den
Medien häufig als Volksgruppe diskriminiert. Die UN-Experten
kritisierten auch, dass Kinder von Asylbewerbern in Hessen,
Baden-Württemberg und im Saarland nicht alle in die Grundschule
gehen. Als schlechtes Zeichen werteten die Experten zudem, dass
der Anteil von Migrantenkindern in Sonderschulen besonders
hoch sei. Als positiv wurden die Einführung des Allgemeinen
Gleichstellungsgesetzes vor zwei Jahren und die Islamkonferenz
gewertet. (det)
- Foto
- (Frau mit Kopftuch), Migranten werden in Deutschland benachteiligt, so die UNO
- Foto
- (Deutsche Polizisten an der Grenze), Sind Migranten überall entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil vertreten? Wohl nicht bei der Polizei
Webseite http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3566923,00.html
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