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Islamophobe Hetze millionenfach in Zeitungen verteilt

Die Fernsehzeitung rtv liegt deutschlandweit vielen Tageszeitungen bei.

Im Rahmen einer Buchwerbung wurde dort in übelster Form gegen Moslems gehetzt.

Anlaß für uns, bei den vielen Zeitungen nachzufragen, was sie eigentlich davon halten. Immerhin ist der gefährliche Unsinn mit ihrem Blatt verbreitet worden.

Inhaltsverzeichnis

Die Buchwerbung

Aus Süddeutschland bekamen wir den ersten Hinweis auf eine Fernseh-Programmbeilage mit einer hetzerischen Werbung. Eine Woche später entdeckten wir diese Anzeige auch in der rtv, die in Essen der WAZ/NRZ (Ausgabe zum 1. 11. 2008) beilag.

UlfkotteBuch.jpgGanzseitig wird für ein Buch geworben, was den "Untergang des Abendlandes" beschwört. Schon in der Einleitung werden Behauptungen aufgelistet, wie:

  • Eine Kirche zahle Schutzgeld an Moslems,
  • es gebe eine wachsende Zahl von Vergewaltigungen durch "Mitbürger aus dem islamischen Kulturkreis“,
  • 70 Prozent der inhaftierten Straftäter seien Muslime,
  • usw.

Das beworbene Buch sei die

"erschreckendste Chronologie über die Ausbreitung des Islams in Europa".

Der Buchautor Udo Ulfkotte ist in der Szene der "Islamkritiker" wohl bekannt. Er liefert die Schlagworte für die neuen rechtspopulistischen Bewegungen wie "Pro Köln / Pro NRW" und so manche Anti-Moschee-Bewegung vor Ort.

Der Verlag selbst verkündet wortreich, dass alle Aussagen im Buch belegt seien. Dieses Argument ist für uns irrelevant: Verbrechen einzelner, selbst wenn es sie wirklich so gegeben hat, dürfen nicht in pauschale Vorurteile umgemünzt werden. Werden diese Vorurteile dann gegen Bevölkerungsteile und ganze Völker gewendet, empfinden wir das als Volksverhetzung.

Die Fernsehzeitung rtv erscheint wöchentlich, sie wird deutschlandsweit ca. 200 Tageszeitungen beigelegt und erreicht so eine Auflage von über 9 Millionen Exemplaren. Wenn diffamierende Aussagen über Mitbürger anderer Herkunft auch noch millionenfach verbreitet werden, halten wir das für besonders schlimm.



170 Zeitungen angeschrieben

Würden die Tageszeitungen die Werbeinhalte des Fernsehmagazins selbst mitbestimmen, hätte diese breite Verteilung sicherlich nicht stattgefunden. Also stellte sich für uns die Frage, ob sich die Zeitungsmacher wirklich bewusst sind, was für ein gefährlicher Unsinn unter ihrem Namen verbreitet wurde.

ArtBriefe.pngWir schrieben bundesweit per e-mail die ca. 170 Zeitungen an, welche die rtv wöchentlich beilegen. Im Anschreiben wiesen wir auf diese rtv-Werbung hin und stellten wir die Frage, "ob es Grundsätze für Ihre Zeitung gibt, wonach sie Werbebeilagen ablehnen."

Etliche Antworten sind eingegangen. Wie zu erwarten war, hält sich so manche Zeitung für nicht zuständig und verweist direkt auf die rtv, bzw. leitete unseren Brief gleich dorthin weiter.

Einige Zeitungen allerdings haben gleichzeitig zugesagt, dass sie Einfluss auf den Verlag der rtv ausüben wollen, damit solch eine Werbung in Zukunft unterbleibt.

Etliche haben unsere Empörung auch voll geteilt und uns zugesichert, in Zukunft verstärkt auf die Werbeinhalte zu schauen.

Der rtv-Verlag selbst schiebt wiederum die Verantwortung auf die zuständige Werbeagentur, entschuldigt sich aber immerhin für die Äußerungen, die in der Anzeige gemacht werden, und setzt hinzu: "Sie können sicher sein, dass wir dieses Anzeigemotiv auf keinem Fall mehr veröffentlichen werden".

In einigen Fällen leiteten die angeschriebenen Zeitungsredaktionen eine Stellungnahme des Buchverlages (Kopp-Verlages) an uns weiter. Und darin lobt der Verlag seinen Autor und Buch und nutzt die Gelegenheit in der gleichen sehr unangenehmen Weise weiterzuwerben.


Was wir erreicht haben

Ohne unsere Anfragen hätte sich sicherlich so manche Zeitung gar nicht mit dem Thema beschäftigt. Aber die Leute, die Zeitungen machen, sind wichtige Meinungsmacher im Land. Wir glauben durch unsere Anfragen so genau die richtigen Menschen für dieses Thema sensibilisiert zu haben.

Eine Anfrage bei der Staatsanwaltschaft, ob in diesen Äußerungen die Eigenschaften der Volksverhetzung zu erkennen sind, wurde abgewiesen. Wir prüfen zur Zeit die weitere Schritte. Wir haben auch von wenigstens einer weiteren Strafanzeige erfahren.


Übrigens ...

Uns wurde gemeldet, dass eine fast identische Werbung in dem ADAC-Magazin Motorwelt (12/2008) geschaltet wurde. Auch deren Redaktion haben wir angeschrieben. - Eine Antwort steht noch an.
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