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Keine Bewährung für Friedhelm Busse: Der 73-jährige Ex-Vorsitzende der verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) muss wegen Volksverhetzung für ein Jahr und neun Monate ins Gefängnis. Das entschied gestern die XXI. Strafkammer des Landgerichtes.
Demonstrativ verließen Busses Anhänger nach Verkündigung der Freiheitsstrafe den Saal. "Wenn Deutschland erst judenfrei ist, dann brauchen wir kein Auschwitz mehr". Dieser Nazispruch hat den 73-Jährigen Münchener vor Gericht gebracht. Gesagt hat er ihn in seiner Rede am 1. Mai vergangenen Jahres bei der NPD Kundgebung in Frohnhausen. Busse bestritt im Prozess, will es so nicht gesagt haben, wortreich beteuerte er "1ch bin kein stupider Antisemit." Drei Tage verhandelte die Kammer, hörte Zeugen, die sich gut an Busses Spruch erinnern konnten. Entlasten sollten ihn seine Leute aus der rechten Szene. Die wollten den fraglichen Satz nicht gehört haben. Sie konnten vor Gericht nicht überzeugen.
Die Kammer ist sicher: Der Ausspruch ist gefallen. Und das, so Richter Gerd Scheibe, "verdient keine Nachsicht". Man müsse nicht groß herumdeuteln, betont Scheibe, Busse habe damit an antisemitische Ressentiments appelliert. Er habe Abneigung und Hass auslösen Feindschaft gegen jüdische Mitbürger schüren wollen. Und das sei ihm bewusst gewesen.
Der 73-Jährige verbrachte schon fast fünf Jahre hinter Gittern. Beleidigung und Volksverhetzung waren die häufigsten Vorwürfe. "Alle Vorstrafen haben sie nicht abhalten können", kritisiert der Richter. Deshalb bewahre ihn auch sein Alter nicht vor einem weiteren Gefängnisaufenthalt. Scheibe will das Urteil auch als Abschreckung verstanden wissen, "für die Leute, die den Staat umstrukturieren wollen".
"Uneinsichtiger Angeklagter"
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Staatsanwalt Lutz Wolf beantragte sogar zwei Jahre Haft für den "uneinsichtigen Angeklagten". "Man muss befürchten dass er genau so weitermacht", vermutete der Staatsanwalt. Die Verteidigerin plädierte für eine siebenmonatige Bewährungsstrafe. "Ich habe ihm gründlich ins Gewissen geredet" sagte sie und versprach: "Er will jetzt nur noch schreiben."
Minuten später bewies Busse das Gegenteil. Bevor sich die Kammer zur Beratung zurückzog, setzte er zu einer lautstarken, flammenden Rede an, unter anderem über die Schuldigen des Zweiten Weltkrieges. (adB)
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