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Welle von Flüchtlingen? Eher einen Welle von Rassismus!

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Wie schon in den 90ger Jahren suchen zunehmend mehr Flüchtlinge bei uns Schutz.


Die Stadtverwaltung Essen gibt vor, überrascht zu sein und muss wieder neue Flüchtlingsunterkünfte aufbauen.
Parallel dazu wird wieder eine Zunahme von Rassismus verzeichnet.


Inhaltsverzeichnis

Mehr Flüchtlinge in Essen seit 2012

Die Flüchtlingszahlen steigen etwas in Deutschland, zusätzlich werden mehr Migranten aus EU-Ländern erwartet.


Es gibt Kriege und Krisen. Die große Mehrheit der Flüchtlinge flüchtet in benachbarte Länder, die große Mehrheit der Armen bleibt in ihrem Land. Vergleicht man die Flüchtlingszahlen mit früheren Jahren kann man nicht von einer Überforderung Deutschlands reden.

Die Reaktionen auf die Zunahme von Flüchtlingen erinnern stark an die Jahre um 1995: damals wurde mit Parolen wie "Das Boot ist voll" eine Welle von Rassismus im Land losgetreten. Flüchtlinge und Migranten wurden abermals zu Opfern. Und das wurde gerade ausgenutzt, um die Asylgesetze so zu verwässern, dass es faktisch unmöglich wurde, in die Bundesrepublik zu flüchten. Sollte heute wieder eine rassistisch aufgeheizte Stimmung Menschen, deren Schicksal schon traurig genug ist, wieder in Angst versetzen?

Obwohl die Anzahl der Flüchtlinge nur leicht steigt, geben sich Vertreter von Stadt und Land überrascht und zeigen sich unvorbereitet.


Stadt Essen unvorbereitet

Wir dokumentieren hier die einzelnen Etappen der Unterbingungspolitik in der Stadt Essen.


Seit Herbst 2012 beherrscht dieses Thema den öffentlichen Diskurs auch in Essen, es werden in aller Eile Lösungen gebastelt, viel zu oft ohne Rücksichtnahme auf die Hilfesuchenden. Verheerend ist es, wenn sich die Unzufriedenheit und Ablehnung nicht gegen das schlechte Vorgehen der Stadt wendet, sondern gegen die Flüchtlinge selbst. Denn zu gerne verbreiten selbst Verantwortliche der Stadt die diskriminierende Theorie, wonach die Flüchtlinge nur kämen, um Sozialhilfe zu kassieren. Darauf aufbauend wird dann angeblich versucht, die Flüchtlinge durch unwürdige Behandlung abzuschrecken. Leider finden solche Flüchtlingsbeschimpfungen nicht nur bei den Rechtsradikalen offene Ohren.


Wie die Bundesregierung "Sicherheit" schafft!

Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina - das sind aus Sicht von Innenminister De Maizière sichere Herkunftsstaaten. Asylbewerber von dort sollen künftig schneller abgeschoben werden. Sie sollen nach einem Gesetzesentwurf, der dem Bundestag am 6. Juni 2014 zur ersten Lesung vorgelegt wurde, zu sicheren Herkunftsländer für Asylbewerber erklärt werden. Damit wäre eine faire Anhörung der Flüchtlinge nicht mehr möglich.

PRO ASYL widerspricht in einer Stellungnahme der Auffassung des Bundesinnenministers Thomas de Maizière, dass Asylbewerber aus den Balkanstaaten keinen Schutz brauchen und Armutszuwanderer seien. „Wenn Roma keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu Bildung, zu medizinischer Versorgung haben, ihre Siedlungen zwangsgeräumt werden und dies alles im Zusammenwirken massive Folgen hat, dann kann dies kumulative Verfolgung darstellen. Jedenfalls ist eine einzelfallbezogene Betrachtung in einem sorgfältigen und individuellen Asylverfahren nötig. Die geplante Einstufung der drei Balkanstaaten verhindert jedoch genau diese einzelfallbezogene Aufklärung der Fluchtgründe. „
http://www.proasyl.de/de/themen/zahlen-und-fakten/

Essener Flüchtlingspolitik polarisiert

Im wesentlichen dokumentieren wir die Essener Lokalpresse. Das Thema wird dort sehr unterschiedlich dargestellt - die große Menge der Artikel zeigt auf, wie gefühlsbeladen das Thema ist.

So kann es passieren, dass blanker Rassismus die soziale Probleme vor Ort verschärft und rassistische Mobilisierung durch die Rechten möglich sind und sogar gewaltsame Übergriffe stattfinden.

Das haben auch die vielen Gutwilligen erkannt, die in Runden Tischen oder anderswo sich Mühe geben, die Flüchtlinge willkommen zu heißen.

Besonders perfide ist es, wenn Roma offen oder versteckt zur Zielscheibe gemacht werden. Eine Ursache dafür könnte sein, dass derzeit gehäuft Roma aus Mazedonien und Serbien hier Zuflucht suchen. Damit spricht man tief verwurzelte Vorurteile an , die schnell in Rassismus umschlagen. Die historische Schuld, die Deutschland auf sich geladen hat, wird zu schnell vergessen.

Wir können uns freuen, wenn es versucht wird, das Leben der Flüchtlinge in Essen abseits der Polemiken darzustellen.


WAZ/NRZ, 22.05.2014 Eine fremde Welt

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WAZ / Zeus - Zeitung und Schule,Donnerstag, 22.05.2014

Eine fremde Welt

Das Leben in einem Asylbewerberheim


Essen. Sie hoffen auf eine bessere Zukunft, doch ihr leben ist bestimmt von Ausgrenzung und Armut: Flüchtlinge nehmen viele Entbehrungen auf sich, um in Deutschland zu leben. Doch nur wenige dürfen bleiben. Die Zeus-Reporterinnen Lisa Bettenworth und Lea Hegler haben im Asylbewerberheim in Burgaltendorf mit Bewohnern gesprochen. Und spannende Geschichten gehört.

„Wir spielen bei gutem Wetter draußen und sind eigentlich die ganze Zeit über im Freien!“, erzählt uns ein junges Mädchen aus dem Asylbewerberheim in Essen-Burgaltendorf. Wir sitzen in einem kleinem Raum in der Zwei-Zimmer-Wohnung (27 Quadratmeter), die jeder Familie mit bis zu vier Personen zusteht. Eine Küchenzeile mit Herd und Kühlschrank, ein Kaffeetisch. Ein schmaler Flur führt zu einem Zimmer mit zwei Doppelstockbetten. Draußen laufen Kinder durch die Gegend, eine Gruppe spielt Fußball. Die Älteren spielen mit den Jüngeren, die Erwachsenen quatschen miteinander. Man hört Lachen und Kreischen. Die Familie des Mädchens kommt aus Serbien, sie kam vor kurzer Zeit in Deutschland an. Normalerweise bekäme die fünfköpfige Familie zwei Wohnungen zur Verfügung gestellt, doch wegen des Platzmangels wurde nur eine bereitgestellt. Eine Wohnung mit vier Stühlen, vier Besteck-Sets, vier Betten. Vier für Fünf.

Handytelefonate in die Heimat
Nach ein paar Wochen wurde einer der Söhne abgeschoben, da er mit seinen 19 Jahren erwachsen ist und nicht mehr als Teil der Familie gilt, jedenfalls nicht als Teil ihres Antrages auf Asyl.

Der Familie geht es wie vielen Familien, die in Deutschland ankommen: Sie fühlen sich fremd – sie sprechen die Sprache nicht, kennen sich nicht aus, werden von den Meisten als Außenseiter behandelt. Außerdem ist es schwierig, den Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern in der Heimat zu halten.

Die Asylbewerber sind nicht nur fremd, sie sind bei manchen auch einfach unerwünscht: Ein Anschlag auf das Asylheim in Essen-Burgaltendorf hatte eine Waschmaschine in Brand gesetzt. Glücklicherweise haben aufmerksame Bewohner und die Feuerwehr Schlimmeres verhindert. Trotzdem musste ein kleiner Junge traumatisiert ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Doch warum tun sich die Leute die anstrengende und oft erfolglose Reise nach Deutschland an? Oft gibt es in ihrer Heimat keinen Krieg, also „was suchen sie hier“? Dort, wo die Familien leben, herrscht meist völlige Armut. Ein Leben als Tagelöhner, der an einem Zwölf-Stunden-Tag nicht mehr als fünf Euro verdienen. Ganze Familien, die unter Brücken leben, betteln müssen. Kinder ohne Schulausbildung, mit einer Zukunft ohne Perspektiven. Menschen, die verfolgt werden und ihren Glauben nicht ausleben können.

Sie erhoffen sich mit ihrer Reise nach Deutschland ein besseres Leben, in dem ihre Kinder lernen können, in dem sie später mal die Möglichkeit haben, zu entscheiden, was sie aus ihrem Leben machen wollen.

Die Kinder im Heim sind sehr eng miteinander verbunden, sagt uns ein Mädchen: „Wir mögen uns alle sehr, aber oft werden Kinder abgeholt – sie dürfen dann nicht länger hier bleiben. Das ist sehr schlimm für uns.“

Kinder teilen ein Schicksal
Obwohl die Kinder und Jugendlichen durch Schule und Kindergarten ein soziales Umfeld bekommen, sind sie verbundener mit den Menschen, die ihr Schicksal teilen: Andere, die auch aus ihrer Heimat geflohen sind, sei es aus Armut, Verfolgung oder Angst, im Krieg zu sterben.

Eine Jugendliche hat uns besonders beeindruckt. Obwohl sie selbst eine anstrengende Reise hatte und ein alles andere als leichtes Leben führt, tut sie alles, um den Kindern im Heim Freude zu schenken – durch Tanzstunden und Bibelunterricht. Viele wissen gar nichts über die Menschen „da unten“ in der fremden Welt. Die meisten von ihnen sind aufgeschlossen und freundlich; und sie alle haben verschiedene Geschichten, aber ein Ziel: In Deutschland ein besseres Leben zu führen.
Lisa Bettenworth und Lea Hegler, 8b, Carl-Humann-Gymnasium
Bildunterschrift:
Das Asylbewerberheim an der Worringstraße in Burgaltendorf in der Außenansicht   FOTO: KNUT VAHLENSIECK

Flüchtlinge schützen!!!

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Das Anti-Rassimus-Telefon wird weiterhin auf dem Standpunkt beharren "Flüchtlinge sind willkommen".

Wir möchten nicht, dass eventuelle schon traumatisierte Menschen hier nochmals terrorisiert werden. Wir möchten auch nicht, dass durch fremdenfeindliche Propaganda in unseren Stadtvierteln die sozialen Probleme verschärft werden. Denen, die sich weiterhin um gute Beziehungen mit allen Menschen bemühen, bieten wir unsere Unterstützung an.


Wir sind umgezogen: von der Friedrich-Ebert-Str. zur Steubenstr.49, 45138 Essen
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