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Seitenübersicht

Ausklang des Jahres und der Emotionen.

Lokale Politiker reagieren noch ein mal heftig, wenn das Gerücht hochkommt, die Notunterkunft der Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop könnte zu einer Dauerwohnheim werden.

Aber gegen Ende des Monats, vielleicht auch wegen der Feiertagen, scheint die emotionelle Diskussion ein wenig abzuklingen. Anscheinend können die erste Flüchtlinge aus den Notunterkünften bald in Wohnungen einziehen. Für den Winter sollte kein Bedarf mehr an Notunterkünften zu erwarten sein.


Inhaltsverzeichnis

WAZ, 03.01.2014 Leserbrief: In Wohnungen

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WAZ / Essen, Rubrik Leserbrief,Freitag, 03.01.2014

In Wohnungen


Asyl. Die Einquartierung von

Flüchtlingen in ungenutzten Schulen findet bei betroffenen Anwohnern meist keine Akzeptanz. Andererseits gibt es in Essen viele leer stehende Wohnungen. Wenn man deren Eigentümer ermuntern könnte, ihre Wohnungen einzubringen, könnten alle profitieren. Die Wohnungen würden wieder Mieten einbringen – die von der Stadt zu tragen wären –, und eine befürchtete Ghettobildung wäre vermieden. Allerdings setzt das voraus, dass kompetente und mobile Betreuer zur Verfügung stehen. Es könnte sein, dass so eine Integration der Betroffenen erleichtert würde. Dieter Holste, Essen

WAZ/NRZ, 21.12.2013 Ein multikultureller Jahresausklang

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WAZ/NRZ / Essen-Stadtteil,Samstag, 21.12.2013

Ein multikultureller Jahresausklang

Ehrenamtliche vom Runden Tisch Haarzopf hatten die Asylbewerber eingeladen


Von Elli Schulz

Haarzopf. Die Mitarbeiter des Runden Tisches Haarzopf, die sich um die Flüchtlinge in der Asylbewerber-Unterkunft Auf’m Bögel kümmern, hatten ganz bewusst zur „Jahresabschlussfeier“ in die Gemeinschaftsräume eingeladen. „Wir vermeiden das Wort ,Weihnachtsfeier’, weil die Bewohner in der Regel nicht christlichen Glaubens sind“, sagt Bernd Brack vom Runden Tisch.

Trotzdem fürchteten wohl einige der Erwachsenen, dass es zu weihnachtlich zugehen würde und ließen sich nicht blicken. Spaß hatten dagegen die Kinder, die pünktlich und zahlreich zum Treffen kamen und keinerlei Berührungsängste zeigten. Musikalisch begleitet von Gitarrist Johannes tanzten sie zu aktuellen Hits und poppigen Weihnachtsliedern. Mit dabei: Schauspielerin Veronika Maruhn, die seit einem Jahr jede Woche mit den Kindern spielt, bastelt, singt oder kleine Puppentheaterstücke erarbeitet. Auch für die Jahresabschlussfeier hatte sie ein Figurentheaterstück vorbereitet.

Für die Helfer vom Runden Tisch war es der erste Versuch einer gemeinsamen Feier, seit die drei Häuser in Haarzopf wieder mit Flüchtlingen unterschiedlicher Nationalität belegt sind. „Die Bewohner kennen sich zwar untereinander, bleiben aber die meiste Zeit in ihren ethnischen Gruppen“, weiß Brack.

Die Ehrenamtlichen hatten ein Kuchen- und Plätzchenbuffet zusammengestellt, für kalte und warme Getränke gesorgt. In den 1990er-Jahren hatte der damalige Arbeitskreis Flüchtlinge jedes Jahr Geschenktüten an die Kinder in den Unterkünften verteilt. Jetzt war das Ziel eher, die Bewohner miteinander in Kontakt zu bringen, was zumindest in Bezug auf die Kinder auch gelang.
Bildunterschrift:
Mitklatschen erwünscht: Die Asylbewerber feierten mit den Ehrenamtlichen vom Runden Tisch den Jahresausklang.   FOTO: SEBASTIAN KONOPKA

WAZ, 17.12.2013 „Wir kümmern uns einfach“

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WAZ / Essen-Stadtteil,Dienstag, 17.12.2013

„Wir kümmern uns einfach“

Mitglieder des Runden Tisches Haarzopf organisieren Hausaufgabenhilfe und Deutschstunden für Asylbewerber - und vermitteln auch zwischen den Nachbarn


Von Elli Schulz

Haarzopf. Nicht überall verläuft das Leben mit Asylbewerbern so reibungslos wie in Haarzopf. Nachdem schon in der Vergangenheit immer wieder Flüchtlinge unterschiedlichster Herkunft in den Häusern an der Straße Auf’m Bögel vorübergehend Unterkunft gefunden hatten, sind dort seit gut zwei Jahren wieder Asylbewerber untergebracht. Derzeit leben gut 80 Menschen in den drei Häusern am Bürgerpark Haarzopf. Die meisten von ihnen sind Roma aus Serbien und Mazedonien, aber auch Ägypter, Syrer und Menschen aus unterschiedlichen Ländern Afrikas haben dort eine vorübergehende Bleibe gefunden, berichtet Bernd Brack (77), der sich seit Langem im Rahmen des Rundes Tisches für die Menschen in den Unterkünften engagiert.


„Wenn wir ein
Vertrauensverhält-
nis aufgebaut
haben, kann man
Wünsche äußern“
Bernd Brack,
Ehrenamtlicher

„Das Zusammenleben im Stadtteil funktioniert im Prinzip gut“, sagt Brack. „Das liegt aber auch daran, dass wir uns einfach um die Menschen kümmern - um die Flüchtlinge und um die Nachbarn“, sagt Brack. Natürlich gebe es - vor allem im Sommer - die üblichen, nachbarschaftlichen Differenzen über die Lautstärke der Musik, die Häufigkeit des Grillens oder über Bälle, die über den Zaun fliegen. Brack setzt auf Vermittlung: „Das sind Kleinigkeiten, die überall vorkommen. Da wir ein Vertrauensverhältnis aufgebaut haben, kann man einfach mal Wünsche äußern, die dann auch respektiert werden.“

Brack, früher hauptamtlicher Geschäftsführer von Pro Asyl, heute Ehrenvorsitzender, Angela Lietzmann (56), Alfred Keienburg (66) und 15 weitere Haarzopfer Bürger gehören zum harten Kern des Runden Tisches. Sie verbindet die Überzeugung, dass man die Flüchtlinge in das Leben im Stadtteil einbinden muss. Die Ehrenamtlichen sorgen für Angebote in der Unterkunft selbst: Regelmäßig stehen Hausaufgabenhilfe, Spielstunden, aber auch Deutsch für Afrikaner aus dem englisch- oder französischsprachigen Raum auf dem Plan. „Wir suchen dringend Material für die Deutschkurse“, hofft Angela Lietzmann auf Spenden der Bürger.

Um ein wenig Feststimmung in der Unterkunft aufkommen zu lassen, richten die Ehrenamtlichen am Freitag, 20. Dezember, eine Vorweihnachtsfeier für die Bewohner aus. „Für die Kinder, die ja auch etwas vom aktuellen Trubel mitbekommen, wird es kleine Geschenke geben“, sagt Brack. Er ist überzeugt, dass die Bewohner großes Interesse an solchen Gemeinschaftsaktivitäten haben.


Die ersten Flüchtlinge kamen schon in den 1980er-Jahren

Manchmal gibt es ein Wiedersehen

Haarzopf. Die drei Häuser an der Straße Auf’m Bögel wurden eigentlich für Spätaussiedler aus Polen und Russland errichtet. 1985 zogen dort Tamilen ein. Damals gründete sich als Vorgänger des heutigen Runden Tisches der ökumenische Arbeitskreis Flüchtlinge. Ab 1990 kamen dann Flüchtlinge aus Jugoslawien, aber auch Afghanen und andere, blickt Bernd Brack zurück.

Um mehr Menschen unterbringen zu können, baute man damals die inzwischen abgerissenen Wohncontainer auf dem angrenzenden Gelände, auf dem sich heute der Bürgerpark Haarzopf befindet. „Früher gab es hier eine Kleiderkammer, eine Fahrradwerkstatt und regelmäßige Kinderbetreuung für Flüchtlinge. Nachdem sich der alte Arbeitskreis damals aufgelöst hatte, haben wir uns jetzt wieder zusammengefunden, als wir gemerkt haben, dass uns die Flüchtlinge, besonders die Kinder, wieder brauchen“, so Alfred Keienburg.

Manchmal gibt es ein unverhoff tes Wiedersehen. Ungefähr die Hälfte der Haarzopfer, die sich jetzt engagieren, seien schon vor 25 Jahren dabei gewesen. Und auch einige der damaligen Flüchtlingskinder seien jetzt wieder da - mit ihren eigenen Familien.   elli
Bildunterschrift:
 
  • Seit Langem engagieren sich Angela Lietzmann und Bernd Brack im Rahmen des Runden Tisches für die Asylbewerber in den Häusern Auf’m Bögel.   FOTOS: KLAUS MICKE
  • Die Bewohnerin Senada Ajvazi im Gespräch mit Bernd Brack.

WAZ/NRZ, 14.12.2013 Flüchtlinge in Frintrop beschenkt

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WAZ/NRZ / Essen-Stadtteil,Samstag, 14.12.2013

Flüchtlinge in Frintrop beschenkt


Das Übergangswohnheim in der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop hatte gestern viel Besuch: Die knapp 100 Bewohner kamen mit Anwohnern und ehrenamtlichen Helfern zusammen und zelebrierten ein besinnliches Weihnachtsfest. „Wir hatten schöne Aufführungen und angenehme Gespräche“, freute sich Ridda Martini, Standortleiter der Unterkunft.   tosch/ FOTO: KOKOSKA

NRZ, 13.12.2013 Keine weitere Notunterkunft für Asylanten

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NRZ / Essen,Freitag, 13.12.2013

Keine weitere Notunterkunft für Asylanten

Stadt sieht für den Winter Entspannung


Die ehemalige Schule an der Schwanhildenstraße in Stoppenberg wird nicht zur Notunterkunft für Asylbewerber umgebaut. Für den bevorstehenden Winter ist keine weitere Behelfseinrichtung notwendig. Dies hat die Sozialverwaltung nach „eingehender Analyse der aktuellen Situation“ gestern entschieden. Demnach leben in den städtischen Unterkünften aktuell 1025 Menschen. Die Zahl ist seit über einer Woche konstant. Nach wie vor stehen 35 Plätze in der früheren Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop zur Verfügung. Es sei in den kommenden drei Wintermonaten nur noch mit geringen Zuweisungen von Flüchtlingen durch die Bezirksregierung Arnsberg zu rechnen. Nach dem so genannten Königssteiner Schlüssel hat Essen seine Aufnahmequote zu mehr als 104 Prozent erfüllt. Wie Sozialdezernent Peter Renzel gestern berichtete, sind im November und Dezember 82 Menschen aus den Übergangsheimen aus- und 76 eingezogen. 19 Wohnungen für 50 Asylbewerber werden zurzeit hergerichtet. Die Stadt kann aktuell auf 840 Plätze in Heimen zurückgreifen. Bis zum Herbst 2014 werden rund 1.800 nötig sein.   j.m.

WAZ, 13.12.2013 Keine neuen Behelfsheime

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WAZ / Essen,Freitag, 13.12.2013

Keine neuen Behelfsheime

Stadt will lieber gleich dauerhafte Asylunterkünfte schaffen


Von Christina Wandt

Überraschend hat sich die Sozialverwaltung am Donnerstag von neuen Behelfseinrichtungen für Asylbewerber bis auf weiteres verabschiedet. Schon vergangene Woche hatte Sozialdezernent Peter Renzel mitgeteilt, dass man nicht auf „die Notlösung“ Turnhalle zurückgreifen müsse, weil sich die Zahl der Asylbewerber stabilisiert habe.

Nun heißt es, die Stadt müsse auch in den kommenden drei Wintermonaten nur „mit geringen Zuweisungsraten der Bezirksregierung Arnsberg“ rechnen. Zum einen gehe die Zahl der Erstantragsteller nach Auskunft der Bezirksregierung derzeit zurück, zum anderen habe die Stadt Essen ihre Quote im Moment bereits übererfüllt.

Laut Verwaltung liegt die Zahl der Asylbewerber seit einer Woche unverändert bei 1025. In der Behelfsunterkunft in der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop sind weiterhin 35 Plätze frei. Während es also keinen akuten Handlungsbedarf mehr gebe, müsse die Stadt langfristig die Kapazität in den Asylbewerber-Heimen von jetzt rund 840 Plätzen bis zum Herbst 2014 auf 1800 Plätze ausbauen, betont das Büro von Sozialdezernent Renzel. Dazu seien auch Neubauten erforderlich.

Aber auch ein Umbau des Behelfsheims in Frintrop zur Dauer-Unterkunft könne nicht ausgeschlossen werden. Diese Einschätzung hatte am Mittwoch für erheblichen Unmut in der Bezirksvertretung IV gesorgt, Stadtteilpolitiker warfen der Verwaltung vor, man ziehe sie über den Tisch. Am Donnerstag legte SPD-Ratsfraktionschef Rainer Marschan nach: „Sozialdezernent Peter Renzel begeht Wortbruch. Die Bürger sind genauso getäuscht worden wie die Politik.“ Die Pleitgen-Schule in Frintrop sei immer nur als Behelf vorgestellt worden. Hier freilich irrt die SPD; tatsächlich hatte Renzel schon auf einer Bürgerversammlung im September in Frintrop „nicht ausschließen“ wollen, dass die Schule zur Dauereinrichtung werde.

Renzel ging am Donnerstag nur indirekt auf den heftigen Vorwurf ein, indem er – zum wiederholten Mal – erklärte, dass „erst einmal keine Standorte und Flächen bei der weiteren Prüfung ausgeschlossen werden“.

WAZ/NRZ, 12.12.2013 Politiker fühlen sich „über den Tisch gezogen“

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WAZ/NRZ / Essen-Stadtteil,Donnerstag, 12.12.2013

Politiker fühlen sich „über den Tisch gezogen“

Ärger über „Salamitaktik“ der Sozialverwaltung, die in Frintrop nun doch ein Dauerwohnheim für Flüchtlinge anzustreben scheint. Bisher war stets von einer Übergangslösung die Rede


Von Frank-Rainer Hesselmann

Frintrop. Wenn aus einem „Behelfsheim“ für Asylbewerber und Flüchtlinge plötzlich eine „Dauerunterkunft“ wird, protestieren nicht nur Anlieger. Auch die Bezirkspolitiker fühlen sich von der Sozialverwaltung „über den Tisch gezogen“. Als Thomas Römer, Geschäftsbereichsbeauftragter des Sozialdezernates, in der Bezirksvertretung IV (Borbeck) andeutete, dass aus dem Behelfs- ein Dauerwohnheim werden kann – „weil wir alle Möglichkeiten prüfen müssen“ – hagelte es Protest.

Vollendete Tatsachen
„Beim Behelfsheim hat man uns schon vor vollendete Tatsachen gestellt. Scheibchenweise legt die Verwaltung jetzt immer wieder nach“, reagierte Ulrich Schulte-Wieschen, Sprecher der SPD-Fraktion, richtig sauer. „Wenn aus dem Behelfsheim, das wir mittragen, ein Dauerwohnheim wird, dann werde ich die Proteste der Bürger mit anführen“, bezog Thomas Mehlkopf, Sprecher der CDU-Fraktion, auf der Sitzung am Dienstagabend klar Position.


„Wenn das
ein Dauer-
wohnheim
wird, dann
werde ich die Pro-
teste der Bürger
mit anführen "
Thomas Mehlkopf,
Sprecher der CDU

Vor dieser Debatte hatte ein Anlieger in der Bürgersprechstunde die Stadtverwaltung gefragt: „Wann wird die Asylbehelfsunterkunft wieder geschlossen? Wie lange dauert das?“ Als Thomas Römer beim folgenden Tagesordnungspunkt dann die „Katze aus dem Sack ließ“ (Dauerunterkunft), riefen die Zuhörer „unerhört“, „die veräppeln uns“, „die können doch mit uns nicht machen, was sie wollen.“

„Dass sich in Altendorf ein großer Wohnungsbauer durchgesetzt und ein Asylheim verhindert hat, das hat schon ein Geschmäckle“, erklärte Ulrich Schulte-Wieschen. Immer wieder würden die Probleme in den Essener Nordwesten geschoben. „Wenn das Behelfsheim in Frintrop nach einer bestimmten Zeit wieder geschlossen wird, ist das in Ordnung. Das war so vereinbart. Jetzt aber mit einer Salamitaktik daraus einen Dauerzustand zu etablieren, bei dem auch die Rund-um-die-Uhr-Betreuung nicht mehr bezahlbar ist, das machen wir nicht mit“, ergänzte Thomas Mehlkopf.


„Dass in
Altendorf
ein Woh-
nungsbauer
ein Asylheim ver-
hindert hat, das hat
ein Geschmäckle“
Ulrich Schulte-
Wieschen
, SPD

„Es bleibt ja der interfraktionelle Arbeitskreis, dem wir unsere Vorschläge unterbreiten. Der wird letztlich darüber mit dem Rat entscheiden“, wollte Thomas Römer die Ortspolitiker beruhigen: „Dass aus dem Behelfsheim eine Dauerunterkunft wird, habe ich so nicht gesagt.“ Bei den Mitgliedern der Bezirksvertretung IV hat er Vertrauen verspielt. „Schon auf der Bürgerversammlung hat uns die Verwaltung klar gesagt, es bleibt in Frintrop bei einem befristeten Behelfsheim“, sagte Regina Hallmann (CDU). Andere Bezirksvertreter aus allen Fraktionen bestätigten das.

An die Hilfe des interfraktionellen Arbeitskreises ihrer Ratskollegen glauben die Ortspolitiker im Essener Nordwesten nicht mehr. „Die Verwaltung präsentiert ihr Konzept und schneidet es nach ihren Prüfungen zurecht. Da bleibt nur noch die Entscheidung, wo Umbauten günstig oder teuer sind. Und wir wissen ja, dass es im Süden stets teurer ist“, sagte Thomas Mehlkopf. Ulrich Schulte-Wieschen hoffte dagegen: Der Umbau der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule ist für die Stadt zu teuer. „Dann wäre die Dauerunterkunft vom Tisch. Sicher ist das aber nicht. Wir müssen jetzt aufpassen.“


Struktur in den Tagesablauf der Familien bringen

Feste Mahlzeiten gehören dazu. Bewohner müssen ihre Räume reinigen

Frintrop. Insgesamt 96 Menschen verschiedener Nationalitäten leben in der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule. In den Klassenräumen, in denen einst Kinder lernten, wohnen jetzt komplette Familien.

Sie werden rund um die Uhr von Fachleuten betreut. Dazu gehört vor allem ein geregelter Tagesablauf mit Frühstück, Mittag- und Abendessen. Auch müssen die Bewohner ihre Räume sowie die Gemeinschaftsflure und -zimmer reinigen. „Struktur in den Tag bringen, nicht die Zeit tatenlos vorbeiziehen lassen“, lautet das Konzept.

Aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, dem Kosovo, Aserbaidschan, Ägypten, Ghana, Syrien und anderen Ländern stammen die Menschen, die zur Zeit in der ehemaligen Schule in Frintrop untergebracht sind. Einige Kinder der Familien besuchen bereits nahe Horte. Auch Deutschkurse für die Flüchtlinge werden direkt vor Ort angeboten.

Vier Familien, die vor eineinhalb Monaten in Frintrop angekommen sind, können demnächst bereits in eine eigene Wohnung ziehen, hörten die Bezirksvertreter auf ihrer Sitzung.

Einige Mädchen und Jungen besuchen eine Förderklasse in einer nahen Grundschule.

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Bildunterschrift:
Die Anlieger und Ortspolitiker wollen keine Dauerunterkunft für Asylanten in Frintrop.
  FOTO: KLAUS MICKE

WAZ, 12.12.2013 Asylheim jetzt doch auf Dauer?

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WAZ / Essen,Donnerstag, 12.12.2013

Asylheim jetzt doch auf Dauer?

Streit im Stadtteilparlament Borbeck um Standort Walter-Pleitgen-Schule


Von Frank-R. Hesselmann

Das Tischtuch zwischen Ortspolitikern in der Borbecker Bezirksvertretung IV und der Sozialverwaltung ist seit Dienstagabend zerschnitten. Grund: Aus dem bisherigen „Behelfsheim“ für Flüchtlinge in Frintrop kann ein „Dauerwohnheim“ werden. Das lehnen die Bezirksvertreter im Nordwesten strikt ab.


„Mit einer Sa-
lamitaktik ein
Dauerwohn-
heim einzurich-
ten geht mit
uns nicht“
Thomas Mehlkopf,'
Sprecher der CDU
im Bezirk Borbeck

Eine Dauerunterkunft in der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule hatte Thomas Römer, Geschäftsbereichsbeauftragter der Sozialverwaltung, auf der Sitzung des Vorortparlamentes nicht mehr ausgeschlossen – „wir müssen alle Möglichkeiten prüfen“.

Mitte Januar müsse der interfraktionelle Arbeitskreis des Rates über die zukünftigen Gebäude und deren Umbauten zu Flüchtlingsheimen entscheiden.

Anwohner und Bezirkspolitiker fühlen sich jedoch von der Sozialverwaltung „über den Tisch gezogen“. „Ein Behelfsheim mit 24-Stunden-Betreuung haben wir mitgetragen. Jetzt aber mit einer Salami-Taktik dort ein Dauerwohnheim einzurichten, geht mit uns nicht“, stellt Thomas Mehlkopf, Sprecher der CDU-Fraktion im Bezirk IV klar.

Dass ein „Wohnungsbauer in Altendorf ein Flüchtlingsheim verhindern hat, hat ein Geschmäckle“, fügt Ulrich Schulte-Wieschen, Sprecher der SPD, hinzu.

Auf einem Bürgertreffen habe die Sozialverwaltung bekräftigt, in Frintrop solle es nur ein befristetes Behelfsheim geben. „Jetzt hören wir eine neue Version. Unser Vertrauen schwindet“, so Schulte-Wieschen. Im Essener Norden seien nur noch Frintrop und Stoppenberg geblieben. Altendorf und die Tiegelstraße seien ausgeschieden. Proteste in Frintrop, mit Unterstützung der Ortspolitiker können deshalb näherrücken.

NRZ, 06.12.2013 Kein Hotel für Essens Asylbewerber

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NRZ / Essen,Freitag, 06.12.2013

Kein Hotel für Essens Asylbewerber

Pläne für Unterkunft an der Hachestraße vom Tisch. Stadt hofft, ohne weiteres Notheim auszukommen


Von Jörg Maibaum

Essens Asylbewerber ziehen nicht in ein ehemaliges Hotel. Die Verhandlungen mit einem Werdener Immobilienmakler über das Haus Kessing mit 14 Doppel- und 28 Einzelzimmern an der Hachestraße sind gescheitert. Man sei sich nicht handelseinig geworden, heißt es seitens der Stadt. Das Hotel sei inzwischen verkauft, sagte Sozialdezernent Peter Renzel gestern.

Die Stadt hatte bereits kalkuliert, in der Immobilie bis zu 80 Flüchtlinge unterbringen zu können. Ein Anmietung sei gegebenenfalls ab Februar möglich, hieß es noch vor wenigen Tagen. Daraus wird nun nichts mehr. Da auch die Verhandlungen über das Studentenwohnheim an der Meistersingerstraße in Kray mit immerhin 264 Zimmern noch zu keinem erkennbaren Ergebnis geführt haben, setzt die Stadt nun weiter verstärkt auf die Vermittlung der Menschen in Wohnungen, um nicht noch eine weitere Behelfsunterkunft herrichten zu müssen.

Noch will sich man sich aber nicht festlegen: Bis Ende nächster Woche werde sich entscheiden, ob die ehemalige Schule an der Schwanhildenstraße in Stoppenberg zur Notaufnahme für Asylbewerber wird, sagte Sozialdezernent Peter Renzel gestern. 200.000 Euro würde der Umbau nach Berechnungen der städtischen Immobilienwirtschaft kosten. Es gibt allerdings eine leise Hoffnung in der Sozialverwaltung, ohne diese zusätzliche Investition auskommen zu können. Die Flüchtlingszahlen stagnieren zurzeit und in der Behelfsunterkunft Walter-Pleitgen-Schule in Unterfrintrop sind noch 35 Plätze frei. Was der Stadt zusätzlich Hoffnung macht: Im Dezember zogen zwei Neuankömmlinge in ein Heim ein. Zwölf Asylbewerber konnten aber in eine Wohnung vermittelt werden. Im November habe es 56 Auszüge gegeben, so Renzel. Zudem werden aktuell 19 Wohnungen für weitere 50 Menschen hergerichtet, um Platz in den Unterkünften zu schaffen.

Gestern legte die städtische Planungsverwaltung der Politik eine Liste mit 36 Standorten in der Stadt vor, bei denen es keine rechtlichen Bedenken gäbe, dort ein Asylheim zu errichten. Legt man darüber die Raster der Kosten, der sozialpolitisch ausgewogenen Verteilung im Stadtgebiet oder der Umweltverträglichkeit bleiben am Ende vielleicht ein Dutzend Flächen oder Gebäude über, die für eine dauerhafte Asyl-Nutzung geeignet sein dürften. Über die künftigen Standorte soll der Rat der Stadt im Februar des kommenden Jahres entscheiden. Die Unterkünfte könnten dann frühestens für den Winter 2014/2015 zur Verfügung stehen.
Bildunterschrift:
Ob die Schule an der Schwanhildenstraße belegt wird, entscheidet sich in der nächsten Woche.

WAZ, 06.12.2013 Asylbewerber müssen nicht in Turnhallen ziehen

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WAZ / Essen,Freitag, 06.12.2013

Asylbewerber müssen nicht in Turnhallen ziehen

Auch Hotel-Lösung ist vom Tisch. Stadt prüft 36 Standorte


Von Christina Wandt

Die Stadt wird in diesem Jahr offenbar keine Asylbewerber in Turnhallen unterbringen müssen. „Wenn sich die Lage weiter so stabilisiert, müssen wir auf diese Notlösung vorerst nicht zurückgreifen“, sagte Sozialdezernent Peter Renzel nach einer Sitzung mit dem interfraktionellen Arbeitskreis zum Thema Asyl. Von einer Entspannung der Lage wollte Renzel aber nicht reden: „Derzeit leben 1026 Asylbewerber in der Stadt, damit liegen wir deutlich über den Vorjahreszahlen. Und wir haben noch gerade 35 Plätze in der Behelfseinrichtung Im Neerfeld in Frintrop.“

50 Wohnungen werden hergerichtet
Immerhin erfülle Essen damit die Quote, nach der die Asylbewerber auf einzelne Städte verteilt werden, zu knapp 105 Prozent. Das heißt, dass im Moment keine weiteren Erstantragssteller nach Essen kommen. Anders sieht es bei so genannten Folgeantragstellern aus: Sie werden in der Regel immer der Stadt zugewiesen, in der sie sich bei ihrem ersten Deutschland-Aufenthalt gemeldet haben. In Essen handelt es sich zumeist um Sinti und Roma aus Serbien und Mazedonien, die kaum Chancen auf Anerkennung haben, aber regelmäßig in den Wintermonaten anreisen. Allein im Oktober, November und den ersten Dezembertagen kamen 108 Folgeantragsteller. Renzel rechnet hier bis Januar mit einem „hohen Niveau“.

Erste Erfolge erziele man beim Umzug von Asylbewerbern in Wohnungen. So seien im November 70 Personen neu in Asylheime gezogen, gleichzeitig habe es auch 56 Auszüge gegeben. In den ersten Dezembertagen habe es erst zwei Neuzugänge in den Heimen gegeben, aber schon 12 Asylbewerber seien in eine Wohnung umgezogen. „Wir haben weitere 19 Wohnungen vom Allbau angemietet, die wir jetzt herrichten. Bis Anfang Januar werden dort 50 Asylbewerber einziehen.“ Während über weitere Wohnungen verhandelt werde, sei das von der Sozialverwaltung auch ins Auge gefasste Hotel in der Innenstadt inzwischen verkauft und stehe daher nicht mehr als Unterkunft zur Verfügung.

Über Stoppenberg wird entschieden
Ob die frühere Schule an der Schwanhildenstraße in Stoppenberg angesichts der Entwicklungen noch in eine Behelfseinrichtung umgewandelt werden müsse, werde Ende kommender Woche entschieden, so Renzel. Planungsdezernent Hans-Jürgen Best habe in der Arbeitskreis-Sitzung am Donnerstag 36 Grundstücke benannt, die für Asylheime grundsätzlich geeignet sein könnten. Sie werden bis zur nächsten Sitzung des Arbeitskreises Ende Januar intensiv geprüft; die Entscheidung trifft der Rat im Februar.


Steubenstr. 49, 45138 Essen
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