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Gegen Pro NRW vor Flüchtlingsheimen in Frintrop und Kupferdreh

Sogar nach der Bundestagswahl Eq-transpiProNRW20131005.jpg

In Frintrop am 5.Oktober 2013

lässt die rassistische Partei Pro NRW die Flüchtlinge nicht in Ruhe.

Bei einem zweiten Versuch hat sie für den 5. Oktober 2013 erneut Aufmärsche vor zwei Essener Flüchtlingsheimen in Frintrop (wo vorerst noch keine Flüchtlinge eingezogen sind) und in Dilldorf, angekündigt.

Essen-stellt-sich-quer führte daher zwei Gegenkundgebungen durch:

  • In Essen-Frintrop an der Flüchtlingsunterkunft Walter-Pleitgen-Schule ab 12:30 Uhr.
  • In Essen-Kupferdreh in direkter Nähe zur Flüchtlingsunterkunft Dilldorfschule ab 14:30 Uhr.

Da dieses Heim schon belegt ist, hatte die Polizei den Aufmarsch von Pro Nrw in die unmittelbare Nähe verboten. Essen-stellt-sich-quer führte in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft eine Kundgebung durch, die zum Ausgangspunkt einer kurzfristig angemeldeten Demonstration zum Kundgebungsort von Pro NRW wurde.


Pro NRW war kurz in den Schlagzeilen, weil sie die geplanten (aber verhinderten) Nahrungsmittelpakete für Essener Asylbewerber beworben haben.

Über die sonstige Aktivitäten der Pro-Gruppierungen in Essen kann man sich in der Seite von essen-stellt-sich-quer informieren.



Inhaltsverzeichnis

über die Gegenaktionen am 5.10.2013

Essen-stellt-sich-quer: Erfolgreich gegen Pro NRW

Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus



Pressemitteilung
zu den Kundgebungen von Essen stellt sich quer am 5.10.2013 in Kupferdreh und Frintrop
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Im Büro des Anti-Rassismus-Telefons
Friedrich-Ebert-Str. 30,45147 Essen
Telefon/Fax: 0201-232060
www.essen-stellt-sich-quer.de
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www.facebook.com/pages/
Essen-stellt-sich-quer

Essen, 5. Oktober 2013

Mit zwei Kundgebungen und rund 200 Teilnehmern demonstrierte „Essen stellt sich quer“ heute gegen die unsäglichen Pro NRW – Auftritte in Essen-Frintrop und -Kupferdreh.

Die Sprecher von Essen stellt sich quer auf den Kundgebungen stellten dar, welche Wölfe sich unter dem Schafspelz von Pro NRW verstecken.
Weitere Redner verschiedener Organisationen und Parteien geißelten mit Worten die menschenverachtende Politik dieser rechtspopulistischen Splitterpartei.

Bei der Kundgebung in Frintrop gab es viele Diskussionen mit Anwohnern der Walter-Pleitgen-Schule. Es war dabei festzustellen: Es existieren dumpfe Ängste, die sich in Ablehnung der Flüchtlinge manifestieren, obwohl man noch gar nicht genau weiß, welche Menschen dort untergebracht werden. Eine gute Nachbarschaft scheint dort nur schwer entstehen zu können. Diese ablehnende Haltung wird durch solche Kundgebungen oder Flyer-Verteilaktionen von Nazis noch geschürt.
Dem gilt es durch sachliche Informationen entgegen zu wirken.

In Kupferdreh fand in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft „Dilldorfschule“ eine Kundgebung statt, die zum Ausgangspunkt einer kurzfristig angemeldeten Demonstration zum Kundgebungsort von Pro NRW wurde. Auch in Kupferdreh wird von den Bürgern und Bürgerinnen viel diskutiert. Immerhin waren dort allerdings die Bezirksvertretung und der Runde Tisch in der Lage,
eine Erklärung gegen Pro NRW zu verabschieden. Wirklich Flagge gegen die Rechtspopulisten haben jedoch in Kupferdreh die Bürger gezeigt, die ein selbst erstelltes Transparent mit zur Kundgebung von „Essen stellt sich quer“ brachten, und die Vertreter von SPD, Bündnis 90 – Die Grünen und der Partei die Linke, von denen Mitglieder und Bezirksvertretungsmitglieder an unserer Kundgebung und Demonstration teilnahmen. Mehrere Kupferdreher Bürger bedankten sich ausdrücklich bei „Essen stellt sich quer“ da mittels der Organisation der Kundgebung und Demonstration mehr. und vor allem aktiv etwas gegen Pro NRW unternommen werde konnte. Das Veröffentlichen von Pressemitteilungen war diesen Bürgern nicht genug, und das ist auch gut so!

Essen stellt sich quer als stadtweit arbeitendes Bündnis wird auch in Zukunft die Bürger vor Ort in den Stadtteilen gegen Nazis und Rechtspopulisten unterstützen, denn wir alle sind Essener und in ganz Essen dafür verantwortlich, aktiv gegen Nazis einzustehen!


Pressenberichte

WAZ, 8.10.2013 Leserbrief: Nicht unser Plakat

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Dienstag, 08.10.2013

Leserbrief: Nicht unser Plakat


Asylheim spaltet Nachbarschaft. Wir distanzieren uns aufs Schärfste von dem Bericht, der versucht, eine Verbindung zwischen den Plakaten von Pro NRW und denen unserer Bürgerinitiative (BI) herzustellen! Die „Herzlich willkommen in Deutschland“-Transparente haben nicht das geringste mit unseren Plakaten zu tun, die sich in erster Linie an die Vertreter der Stadt wenden. Wir haben die Pro NRW-Plakate längst abgehängt. Es kann keine Rede von üblen Parolen an der Schulmauer sein: Die Mauer der Walter-Pleitgen-Schule dient als Forum, die Öffentlichkeit über den Schriftverkehr mit Stadt, Landtag und Bundestag zu informieren. Dass Herrn Renzel, Herrn Paß und Frau Keil sowie 83 Ratsmitgliedern gedruckte Polemik widerfährt, ist bei dem groben Fehlverhalten dieser Damen und Herren wohl allzu verständlich! Weiterhin unberücksichtigt blieb in dem Artikel die Standortfrage, die überhaupt erst die Gründung der BI auslöste. Die BI „Stadt Essen hintergeht Frintroper Bürger“ distanziert sich von Rechtsextremen, Linksextremen, Liberalen etc. Die Asylpolitik muss radikal geändert werden, die Zwangsintegration darf nicht über die Köpfe der Bürger vollstreckt werden, schon gar nicht auf Kosten der Nachbarschaft! Ein Bobbycar in Ehren, aber hier muss mit anderen Mitteln verfahren werden! Wolfgang Röttges, BI „Stadt hintergeht Frintroper Bürger“


SO IST ES RICHTIG

Asylheim spaltet Nachbarschaft. Das Plakat mit dem Text „Herzlich willkommen! Hier in Deutschland können Sie abkassieren, stehlen. . .“ wurde nicht – wie in der Montagsausgabe berichtet – von Anwohnern Im Neerfeld aufgehängt. Richtig ist, dass Anhänger von Pro NRW das üble Transparent neben Plakaten der Frintroper Bürgerinitiative anbrachten

NRZ, 7.10.2013 Friedliche Proteste gegen rechte Parolen

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NRZ / Essen,Montag, 07.10.2013

Friedliche Proteste gegen rechte Parolen

Mit zwei Kundgebungen in Frintrop und Dilldorf stellten sich am Samstag rund 200 Aktivisten den Rechtspopulisten von „Pro NRW“ entgegen. Sie waren mit einem Demo-Bus im Ruhrgebiet unterwegs


Von Pascal Hesse

„Es ist mal wieder so weit“, beklagt Manfred Thöne. Er und seine Frau Elke wohnen in der Straße Im Neerfeld, unweit der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule. Dort wird bis Ende Oktober renoviert, um dann Flüchtlinge unterzubringen. Und vor allem protestiert, so wie diesen Samstag: Mit reichlich Verspätung treffen rund 40 Aktivisten der rechtspopulistischen Bürgerbewegung „Pro NRW“ mit einem weißen Reisebus in Frintrop ein, um gegen Flüchtlinge und Zuwanderer Stimmung zu machen. „Haut ab ihr Reisede­monstranten“, ruft ihnen ein junger Mann zu, der auf der anderen Seite steht. Denn obwohl die Stimmung in Frintrop derzeit geladen scheint und Sozialdezernent Peter Renzel reichlich Kritik entgegen weht – ge­gen Rechts geht Frintrop dennoch auf die Straße. Gut 80 Bürger finden sich bei der Gegendemo zusammen. „Pro NRW ist hier uner­wünscht“, meint auch Thöne energisch. Mit Tröten, Trommeln, Rasseln „Nazis raus“- und „Haut ab“- Rufen und lauter Partisanen-Musik aus der Zeit des spanischen Bürgerkriegs übertönen sie die Parolen.

Die Anwohner sind genervt
„Es ist anstrengend, dauert haben wir Einsätze vor der Tür. Vor ein einigen Tagen haben sie hier Autos demoliert“, sagt Reinhold Wilting. Er und seine Frau wohnen ebenfalls Im Neerfeld und sind vom Flüchtlingsheim mitten in ihrem Wohngebiet wenig erbaut: „Das sind doch keine Verhältnisse. Die Flüchtlinge leben dort auf engstem Raum und haben keine Privatsphäre.“ Die Menschen hätten keine Möglichkeit sich sinnvoll zu beschäftigen. „Zwangsläufig muss das zu Konflikten führen, aber das interessiert die Stadt überhaupt nicht“, meint Gabriele Wilting. „Unser Anliegen ist, dass sich grundlegend etwas in der Flüchtlingspolitik verändert“, pflichtet ihr Elke Thöne bei. Dass die ehemalige Walter-Pleitgen-Schule als Zwangsarbeiter-Un­terkunft im zweiten Weltkrieg nun als Flüchtlingsheim herhalten soll, „fördert die Debatte wirklich nicht“, ist sich Manfred Thöne sicher.

Laut und friedlich ist es aber nicht nur in Frintrop; auch in Dilldorf stellen sich die Gegendemonstranten von SPD, Jusos, Linken, Grünen, AUF, MLPD, SDAJ, Antirassismus-Telefon, Antifa und dem Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus – „Essen stellt sich Quer“ – rechter Stimmungsmache. Beide Gruppen treffen am Kreisverkehr an der Hammer Straße aufeinander, „zum Glück weit genug von der Un­terkunft entfernt, so dass die Menschen in Not das nicht mit ansehen müssen“, sagt ein Demonstrant. Einige Roma haben sich eingefunden – und protestieren mit.

Marion Masthoff nimmt die Parolen der Rechtspopulisten ebenfalls nicht hin: „Pro Mensch. Essener sagen al­len herzlich willkommen“ ist auf ihrem Transparent zu lesen. In der dritten Generation lebt die pensionierte Lehrerin der Frida-Levy-Gesamtschule in Dilldorf. Ihren Mann, ihre Tochter und ihren Enkel hat sie gleich mitgebracht. „Wir möchten uns unseren Stadtteil nicht von diesen Dumpfbacken besetzen lassen. Wir zeigen, dass es viele Menschen gibt, die die Parolen der Rechten nicht unwidersprochen hinnehmen“, bekräftigt Masthoff.

Die Hilfsbereitschaft der Bürger in Dilldorf und Kupferdreh gegenüber den Asylbewerbern sei „erstaunlich groß“. Etwa die Hälfte von ihnen sind Roma, überwiegend aus Mazedonien. Die andere Hälfte sind Syrer, aber ebenso Flüchtlinge aus Indien und Albanien wohnen im Heim in der ehemaligen Dilldorfschule. Bürger aus dem Stadtteil würden dort schon seit Tagen Schuhe, Kleidung, Lebensmittel und Gardinen vorbei bringen, um zu helfen. „Es gibt auch einige, die ihre Hilfe und Mitarbeit angeboten haben. Das bürgerschaftliche Engagement ist sehr wichtig. Nur so schaffen wir eine friedliche Koexistenz und eine entspannte Nachbarschaft“, so Masthoff.

Dem kann sich Jürgen Gentzmer, Koordinator für den Runden Tisch in Kupferdreh, nur anschließen: „Es ist gut mit anzusehen, wie die Leute helfen. Wir haben bereits eine Liste über die Ärzte und Sportvereine im Stadtteil erstellt, um die Flüchtlinge weiter mit einzubinden.“
Bildunterschrift:
 
  • Während Pro NRW vor der Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop gegen das Flücchtlingsheim demonstriert, protestiert der Stadtteil gegen "Pro NRW"   FOTO: KNUT VAHLENSIECK
  • Jürgen Gentzmer, Kupferdreh   FOTO: KOKO
  • Marion Mastoff und ihr Enkel Bruno demonstrieren gegen Pro NRW.   FOTO: KOKOSKA
  • In Dilldorf standen sich die Demonstranten ebenfalls gegenüber   FOTO: KERSTIN KOKOSKA

WAZ, 7.10.2013 Asylheim spaltet Nachbarschaft

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WAZ / Essen,Montag, 07.10.2013

Asylheim spaltet Nachbarschaft

Die Demos an zwei Behelfseinrichtungen in der Stadt verliefen ohne Vorfälle. Doch in Frintrop ist die Stimmung aufgeladen. Der Runde Tisch will vermitteln


Von Christina Wandt

Die geplante Behelfseinrichtung für Flüchtlinge in der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop sorgt weiter für Unruhe in der Nachbarschaft und stellt die Stadt langfristig vor Herausforderungen.

Das zeigte sich auch am Samstag, als die ausländerfeindliche Splitterpartei „Pro NRW“ auf ihrer Propaganda-Tour durchs Ruhrgebiet in Frintrop Station machte. Nach einem kurzen Auftritt, der durch linke Gegendemonstranten erfolgreich gestört wurde, reiste die Truppe weiter nach Kupferdreh. Dort sind in der Dilldorfschule bereits erste Kriegsflüchtlinge aus Syrien untergekommen. Um die traumatisierten Menschen zu schützen, hielt die Polizei hier rechte wie linke Demonstranten auf Abstand zu der Schule; der Schlagabtausch fand an einem Kreisverkehr statt.

Wütende und Wohlmeinende
In beiden Stadtteilen gab es keine Vorfälle, doch als die Transparente eingerollt und der Reisebus mit den rechten Hetzern abgefahren war, blieb die Wut in Frintrop zurück. Viele Anwohner der Straße Im Neerfeld leben unmittelbar gegenüber der aufgegebenen Pleitgen-Schule; sie wollen nicht akzeptieren, dass hier bald Flüchtlinge Obdach finden. Die Schulmauer haben sie mit üblen Parolen beklebt: „Herzlich willkommen! Hier in Deutschland können Sie abkassieren, stehlen, sich im Supermarkt satt essen. . .“ Zwischen ihre Häuser und die Schule haben sie ein Transparent gespannt: „Stadt Essen hintergeht Frintroper Bürger“.


"Unser Stadtteil
wird zum sozialen
Brennpunkt"
Michael Scheele, Frinroper

So empfinden es viele hier, so sagt es Michael Scheele, dessen Tochter im nächsten Jahr nicht zur Pleitgen-Schule gehen kann: „Die ist ja zu, also wird ihr Schulweg lang. Und jetzt steckt man in die Schule so viel Geld wie nie zuvor. Die Politiker lassen uns allein!“ Auch andere Anwohner sehen das Asylheim nur als weiteres Zeichen eines Niedergangs: „Die Post ist weg, Läden fehlen, bald haben wir hier Dreck und Kriminalität – dann wird das ein sozialer Brennpunkt.“ In Dilldorf, behauptet Scheele, seien ja jetzt schon bettelnde Roma-Kinder unterwegs. Seine Frau Jutta nickt: „Wenn wir sowas sagen, gelten wir gleich als Rechtsradikale.“

Hartmut Peltz seufzt, der Büroleiter von Sozialdezernent Renzel blickt auf das unfreundliche Transparent: „Wir müssen hier täglich Gerüchte dementieren.“ So haben sie im September auf einer Bürgerversammlung dargelegt, dass die 250 000 Euro nicht in den Luxus-Umbau der Schule fließen, sondern vor allem in einen Duschcontainer... Der wird Anfang November erstmals benutzt werden, wenn Syrer wie Roma in die Schule ziehen. „Wenn die da sind und mit ihnen die Betreuung, werden sich die Gemüter beruhigen“, hofft Peltz.

Ute Hegh jedenfalls hält schon ein Bobbycar für die Kinder bereit. Sie wohnt Im Neerfeld und ist besorgt, „dass es eine Zerreißprobe in der Nachbarschaft gibt“. Leicht sei es nicht, sich zu der Behelfseinrichtung zu bekennen. „Man muss die Sorgen der Nachbarn ernst nehmen und zwischen ihnen vermitteln“, sagt Ralf Oyen, der den Runden Tisch in Frintrop leitet. Die Verwaltung werde die Anwohner einladen, die umgestaltete Schule anzusehen. Er hoffe, dass danach die bösen Parolen entfernt werden.

Das mag arg optimistisch klingen, doch in Kupferdreh scheint dieser Wandel gelungen zu sein. Vor einem Jahr gab es eine tumultöse Bürgerversammlung und großen Argwohn. „Doch schon beim zweiten Treffen haben alle gefragt, wie sie helfen können“, sagt Jürgen Gentzmer vom Runden Tisch Dilldorf. „Hier laufen auch keine bettelnden Kinder ‘rum, hier bringen Nachbarn Spielzeug und Kleidung in die Einrichtung.“ In Kupferdreh stellen am Samstag nicht die wütenden, sondern die wohlmeinenden Nachbarn die Mehrheit.

Weitere Fotos finden Sie auf waz.de/essen
Bildunterschrift:
 
  • Zwischen die Häuser und die Walter-Pleitgen-Schule haben aufgebrachte Anwohner im Neerfeld in Frintrop ein Banner gehängt. Sie wollen nicht hinnehmen, dass die Stadt die Schule zur Behelfsunterkunft macht. Am Samstag trafen in der Straße Demonstranten, Nachbarn und Polizei aufeinander   FOTO: VAHLENSIECK
  • "Herzlich willkommen", sagen Marion Mastoff und Enkel Bruno zu den Flüchtlingen, die derzeit in der früheren Dilldorfschule in Kupferdreh leben   FOTO: KOKOSKA

Vor den "pro NRW"-Auftritten am 5.10.2013

Antifaschistische Anrufe

03.10.2013 Antifa Essen Z.: Hetzplakate in Essen-Frintrop entfernt


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Antifa Essen Z

antifaessen<a>riseup.netPost_icon.png www.Antifa-Essen.de


Pressemitteilung vom 03.10.2013

Unbekannte entfernen Hetzplakate in Essen-Frintrop

Unbekannte haben in den letzten Tagen mehrere rassistische Plakate und Transparente entfernt, die Anwohner an einem ehemaligen Schulgebäude in Essen-Frintrop angebracht hatten. Dort soll in den nächsten Wochen eine Behelfsunterkunft für Flüchtlinge entstehen.

Seit Wochen bringen Anwohner und Neonazis an der Außenmauer der ehemaligen Walter-Pleitgen- Schule in Essen-Frintrop immer wieder Plakate und Transparente mit rassistischen und rechtspopulistischen Parolen an. Zu lesen sind dort Aufschriften wie „Syrians: YES – Gipsies: NO“ oder „Hier in Deutschland können Sie abkassieren, stehlen, sich im Supermarkt sattessen und das bezahlte Geld in Ihre Heimat schicken!!!“. In dem ungenutzten Schulgebäude soll in den nächsten Wochen eine provisorische Behelfsunterkunft für Flüchtlinge entstehen.

Unbekannte haben nun einige Plakate und Banner beseitigt und entsorgt. Das berichtete das linke Nachrichtenportal „Indymedia“ am Mittwoch (1). In einer dort veröffentlichten Erklärung heißt es: „Mit unserer Aktion wollen wir deutlich machen, dass rassistische Hetze gegen Flüchtlinge und Migranten in Frintrop keinen Platz hat. Wir werden die Aktivitäten von rassistischen Anwohnern und Rechtsradikalen auch weiterhin beobachten und notfalls dagegen einschreiten“.

„Es ist beschämend, dass derartige Hetzplakate über Wochen hinweg an dem Gebäude angebracht waren“, meint Tessa Kuijer, Pressesprecherin der Antifa Essen Z. „Die Stadt Essen muss dafür sorgen, dass sämtliche Plakate mit fremdenfeindlichen und volksverhetzenden Inhalten so schnell wie möglich entfernt werden. Es kann nicht sein, dass Flüchtlinge, die in Essen Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, bei ihrer Ankunft mit rechten Hetzplakaten begrüßt werden.“

Seit Wochen protestieren rechte Parteien und Teile der Anwohnerschaft gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft in Frintrop. Anwohner haben bereits über 1000 Unterschriften gegen die Eröffnung des Flüchtlingsheims gesammelt. Auch die Essener NPD demonstrierte am 07.09. gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in dem Stadtteil. Für den kommenden Samstag hat die rechtspopulistische Kleinpartei „PRO NRW“ eine Kundgebung vor dem ehemaligen Schulgebäude angekündigt. Antifaschistische Initiativen rufen ab 12.30 Uhr zu einer Gegenkundgebung auf.

Für mögliche Rückfragen stehen wir unter der E-Mail-Adresse antifaessen<a>riseup.netPost_icon.png gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Berichterstattung


(1) https://linksunten.indymedia.org/de/node/96508


02.10.2013 Essen-stellt-sich-quer, 02.10.13: "Zwei Kundgebungen gegen Pro NRW

Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus



Pressemitteilung
Beginn der Aktionswochen gegen
Neonazismus und Rechtspopulismus
wird vorverlegt -
Zwei Kundgebungen gegen Pro NRW am 5.10.2013
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Im Büro des Anti-Rassismus-Telefons
Friedrich-Ebert-Str. 30,45147 Essen
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Essen-stellt-sich-quer

Essen, 02. Oktober 2013

Der geplante Beginn der Aktionswochen gegen Neonazismus und Rechtspopulismus von „Essen stellt sich quer“ wird vom 16. auf den 5. Oktober vorverlegt.

Beginnen sollten die Aktionswochen mit einem Filmtag am 16. Oktober, an dem für unterschiedliche Zielgruppen der Film „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ u. a. in der Lichtburg gezeigt wird.

Weil die rechtspopulistische und islamophobe Gruppierung „Pro NRW“ nun am Samstag, 5. Oktober im Rahmen einer Kurztournee gleich zwei Kundgebungen in Essen plant, hat „Essen stellt sich quer“ beschlossen dies zum Anlass zu nehmen den Beginn der Aktionswochen auf den 5. Oktober vorzuverlegen.

„Eigentlich sollen die Aktionswochen der Vorbereitung auf den 75. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November dienen. Das nun die Provokateure von Pro NRW wieder einmal mit einer Demo-Reisegruppe in Essen haltmachen und ausgerechnet vor zwei Flüchtlings-Notunterkünften demonstrieren wollen, begreifen wir von „Essen stellt sich quer“ als willkommene Gelegenheit denen wieder einmal zu zeigen das sie in Essen nicht erwünscht sind.“ …so der Sprecher von „Essen stellt sich quer“.
Alleine die Absicht in der Nähe der Dilldorfschule in Kupferdreh aufzumarschieren, wo, wie bekannt ist, überwiegend syrische Kriegsflüchtlinge untergebracht sind, zeigt das niederträchtige Denken dieser Gruppe die nicht davor zurückschreckt selbst gegen evtl. traumatisierte Menschen, die Verwandte und Bekannte im Bürgerkrieg in Syrien verloren haben, eine Drohkulisse aufzubauen. Eine solche politische Haltung ist für Demokraten unerträglich und darf in Essen keinen Raum bekommen. Deshalb wehren wir uns gegen diese Gruppe von fehlgeleiteten Möchtegern-Politikern mit zwei Aktionen…

Essen stellt sich quer ruft zu zwei Kundgebungen am Samstag, 5. Oktober in Essen auf:

  1. In Essen-Frintrop in der Straße „Im Neerfeld“ direkt an der Flüchtlingsunterkunft Walter-Pleitgen-Schule ab 12:30 Uhr. (Zugang zum Kundgebungsort über die Teisselstraße)
  2. In Essen-Kupferdreh in der Oslenderstraße (in direkter Nähe zur Flüchtlingsunterkunft Dilldorfschule) Treffen ab 14:00 Uhr, Beginn um 14:30 Uhr.

Jeder, der mit uns gegen Pro NRW demonstrieren möchte, besonders die Bürger der betroffenen Stadtteile, die die Flüchtlinge unterstützen möchten, ist bei unseren Kundgebungen willkommen.

Unsere Kundgebungen überschneiden sich zeitlich. Wir gehen davon aus, das eine große Zahl der Teilnehmer in Frintrop von dort aus nach Kupferdreh kommen um die dortige Kundgebung von „Essen stellt sich quer“ zu unterstützen.

Im Anhang zu dieser Pressemitteilung senden wir Erstinformationen zu unseren Aktionswochen gegen Neonazismus und Rechtspopulismus mit. Weitere Materialien sind abrufbar (Mail an: info@essen-stellt-sich-quer.de), bzw. werden in den nächsten Tagen gesondert veröffentlicht.


Grüne, 13.09.2013: Keine Kundgebung von PRO NRW vor Flüchtlingsheim!

Bündnis 90 / Die Grünen
Ratsfraktion Essen
Kopstadtplatz 13
45127 Essen
Telefon: 0201 2476413
Mobil: 0177 8371641
Telefax: 0201 2476419
Helmar.Pless<a>gruene-fraktion-essen.dePost_icon.png
Internet: www.gruene-fraktion-essen.de

PRESSEMITTEILUNG

Essen, den 13. September 2013

An die lokalen Medien


Asyl-Notbehelfsunterkunft in Dilldorf
Müller-Hechfellner: Keine Kundgebung von PRO NRW vor Flüchtlingsheim!


Nach Informationen der grünen Ratsfraktion plant die rechtsextremistische Organisation PRO NRW für den 5. Oktober eine Kundgebung in der Osländerstraße vor der ehemaligen Grundschule in Dilldorf, in der im Laufe dieses Monats noch Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Christine Müller-Hechfellner, fordert die Polizeipräsidentin der Stadt Essen, Frau Fischer-Weinsziehr, deshalb öffentlich auf, einer derartigen Veranstaltung keine Genehmigung zu erteilen: „Es muss mit allen Mitteln verhindert werden, dass rechtsradikale Extremisten die Möglichkeit erhalten, ausgerechnet vor einem belegten Flüchtlingsheim ihr braunes Gedankengut zu verbreiten. Wer die Örtlichkeit kennt, weiß außerdem, dass die Osländerstraße eine schmale Straße durch ein Wohngebiet ist und die Schule am Ende der Sackgasse liegt. Es liegt auf der Hand, dass sich hier sehr schnell eine für die Flüchtlinge bedrohliche Situation entwickeln kann.“

Die grüne Fraktion erwartet von der Polizeipräsidentin, dass sie in Kenntnis dieser Situation und des Gefahrenpotentials die Kundgebung verhindert, um die Sicherheit der Flüchtlinge und der sonstigen Öffentlichkeit zu gewährleisten.


Presseberichte

WAZ, 3./4. 10.2013: Kirche öffnet zum Friedensgebet für Flüchtlinge

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WAZ / Essen,Donnerstag, 03.10.2013

Kirche öffnet zum Friedensgebet für Flüchtlinge

Christen setzen Zeichen gegen Rechtsextreme - Gegendemos in Frintrop und Dilldorf


Von Gerd Niewerth

Frintrop/Dillworf. Viele Essener wollen an diesem Samstag, 5. Oktober, Flagge zeigen, wenn Rechtsextreme in Frintrop und Kupferdreh Stimmung gegen Asylbewerber machen.

So ruft das Bündnis „Essen stellt sich quer“ zu zwei Gegendemonstrationen auf, die bei der Polizei von 12.30 - 15 Uhr (Frintrop, Im Neerfeld) und von 14 bis 16.30 Uhr (Kupferdreh, Oslenderstraße) angemeldet sind. Damit wollen sie der als verfassungsfeindlich eingestuften Bewegung Pro NRW die Stirn zeigen, die mit der provokativen Parole „Asylmissbrauch bekämpfen“ in Essen unterwegs ist.

Insbesondere in der Kupferdreher Bürgerschaft regt sich Unmut über die nicht willkommenen Demo-Touristen. Der Runde Tisch Dilldorf etwa stellt sich demonstrativ vor die rund 70 Bewohner des Behelfsheims Dilldorfschule und geißelt die „beleidigenden und vorverurteilenden Aussagen“ gegen die Heimbewohner. Etwa die Hälfte der Neuankömmlinge sind Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien.

Ursprünglich wollten die Rechtsextremen unmittelbar vor der alten Schule in der Oslenderstraße protestieren. Das hat die Polizei ihnen jedoch untersagt. Nun müssen sie auf der anderen Seite der Autobahn A 44 aufziehen - am Kreisverkehr Hammerstraße/Rodbergerstraße.

Ein kräftiges Zeichen setzen in Kupferdreh auch die katholische und evangelische Kirche. Die Kirche St. Mariä Geburt öffnet am Samstag ihre Pforten von 14.30 bis 17 Uhr zum gemeinsamen Gebet. „Wir heißen die Flüchtlinge ausdrücklich willkommen“, sagt Pfarrgemeinderatsmitglied Christian Sieg, der für die SPD dem Bezirksparlament angehört. „Wir Christen“, sagt er, „wollen den Samaritergedanken in den Vordergrund rücken".

NRZ, 3./4. 10.2013: Pro NRW nicht willkommen

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NRZ / Essen,Donnerstag, 03.10.2013

Pro NRW nicht willkommen

Runder Tisch verurteilt geplante Demo der Rechtspopulisten


Von Gerd Niewerth

Dilldorf. In aller Schärfe verurteilt der Runde Tisch Dilldorf die für kommenden Samstag geplante Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung „Pro NRW“. Diese sei provokativ und störe den Gemeinschaftsfrieden. „Pro NRW ist in unserem Stadtteil, in unserem Kupferdreh/Dilldorf nicht willkommen!“, macht Jürgen Gentzmer, der Leiter des Runden Tisches in Dilldorf, deutlich.

Gleichzeitig verurteilt der Runde Tisch die „zum Teil beleidigenden und vorverurteilenden Aussagen bezüglich der Heimbewohner“. Pro NRW versuche hier wie auch andernorts, die Sorgen und Ängste der Betroffnenen zu schüren und sie für ihre menschenverachtende Politik zu vereinnahmen, heißt es weiter.

Unterdessen streckt der Runde Tisch die Hand aus zum Dialog. Die Sorgen und Probleme in der Nachbarschaft würden ebenso ernst genommen wie die der Heimbewohner. Der Runde Tisch heiße die Flüchtlinge „im Namen von Gastfreundschaft, christlichem Miteinander und der Hilfe für Not leidende Menschen willkommen und bittet die Anwohner, dieses Willkommen zu teilen“. Geplant seien Kleider- und Spielzeugspenden. Auch Sportvereine wollen sich den Neuankömmlingen öffnen.

Dem Gremium gehören gesellschaftliche Gruppen, Kirchen, Vereine und Verbände an. Die große Resonanz in der Bürgerschaft zeige auch, wie hilfsbereit die Menschen seien. CDU-Ratsherr Dirk Kalweit lobt ferner den parteiübergreifenden Konsens und sagt im Hinblick auf die Pro NRW“-Demo: „Unser Stadtteil zeigt Flagge.“

NRZ, 3./4. 10.2013: „Die hier ankommen, sind Menschen“

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NRZ / Essen,Donnerstag, 03.10.2013

„Die hier ankommen, sind Menschen“

Zwei Jahre lang stand die Dilldorfschule in Kupferdreh leer. Seit wenigen Tagen dient sie als Behelfsheim für Flüchtlinge. Der Runde Tisch wirbt im Ortsteil für Gastfreundlichkeit


Von Gerd Niewerth

Dilldorf. Hassan legt mit ängstlicher Miene seinen schwarzen Blouson ab, zieht zögernd den Kapuzenpullover über den Kopf und dann das weiße Unterhemd. Zum Vorschein kommen zwei breite Narben auf seiner Brust. Schreckliche Verletzungen, die das ganze Drama des syrischen Bürgerkriegs widerspiegeln. „Ich bin mehrfach gefoltert worden“, berichtet der 27 Jahre alte Schneider. Zusammen mit seiner Frau, den beiden kleinen Kindern (5 Jahre, 11 Monate) und seiner Mutter ist Hassan (Name von der Red. geändert) vor einem Monat nach Deutschland geflohen. Jetzt sind sie in Essen angelandet: im Behelfsheim Dilldorfschule.

Während Hassan mit Händen und Fingern gestikuliert und die Dutzenden Toten in seiner Verwandtschaft aufzählt, kullern seiner 60 Jahre alten Mutter dicke Tränen über die hageren Wangen. „Es sind Freudentränen“, sagt ein Dolmetscher. Freude über die Geborgenheit in Essen, darüber, nach wochenlanger Odyssee endlich ein sicheres Dach überm Kopf zu haben.

Zwei Jahre lang hat die ehemalige Grundschule in der Oslenderstraße leergestanden. Jetzt ist sie binnen weniger Tage zum Asyl für 70 Flüchtlinge geworden – die Hälfte sind Syrer, die anderen Tschetschenen und Inder, Guineer und Mazedonier. Menschen, denen die Verunsicherung in den Augen geschrieben steht. Als würden sie ahnen, dass sie bei so manchem Nachbarn tiefes Unbehagen auslösen könnten.


"Die Narben - das
sind Bajonettstiche.
Anderen haben sie
den Kopf abge-
schnittten"
Hassan ist aus
Syrien geflüchtet.

Geht es nach Menschen wie Jürgen Gentzmer, dem Leiter des Runden Tisches Dilldorf, dann sind die Sorgen der Neuankömmlinge in dieser fast dörflichen Ecke Kupferdrehs ziemlich unbegründet. „Wir wollen Spannung rausnehmen und dafür sorgen, dass das Miteinander mit den Neuankömmlingen in vernünftigen Bahnen läuft“, sagt er.

Im Gemeinschaftsraum hat Heimleiter Ridda Martini (43) soeben eingetroffene Familien aus Tschetschenien in Empfang genommen. Essen ist nach Oldenburg, Bielefeld und Neuss der vierte Einsatzort des engagierten Deutsch-Syrers. Sorgen der einheimischen Bevölkerung vor dem anschwellenden Flüchtlingsstrom und damit auch vor Radau und Vermüllung, möglicherweise sogar vor Diebstahl, kennt er zur Genüge. Doch billige Schwarz-Weiß-Malerei, etwa die heikle Unterscheidung zwischen „guten“ Bürgerkriegs- und „bösen“ Armutsflüchtlingen, weigert er sich mitzumachen. Er sagt: „Die, die hier ankommen, sind Menschen.“

Hassan berichtet von den Gräueln des Bürgerkriegs in seiner kurdischen Heimatstadt Qamishli nahe der türkisch-iranischen Grenze. Militärs und oppositionelle Milizen bombardierten sich gegenseitig, jetzt gebe es gar nichts mehr: kein Wasser, kein Essen, keine Ärzte. Sie, die Zivilisten, gerieten ständig zwischen die Fronten. „Mein Cousin ist von einer Panzergranate getroffen worden, sie haben ihn als Stück Kohle zurückgebracht.“ Ergriffen fügt er hinzu: „Die Narben auf meiner Brust, das sind Bajonettstiche.“ Anderen sei es noch schlimmer ergangen. „Denen haben sie den Kopf abgeschnitten.“

Auf dem Schulhof entwickelt sich derweil eine idyllische Szene. Flüchtlingskinder aus aller Herren Länder turnen ausgelassen auf dem Klettergerüst – und verstehen sich prima. Auch ohne Worte. „Ein Lächeln genügt“, freut sich Ridda Martini.


Firma betreut Behelfsheime rund um die Uhr

„European Homecare“ stellt auch Security

Dilldorf. In den Behelfsheimen Dilldorfschule und Walter-Pleitgen-Schule betritt die Stadt Neuland. In beiden kümmert sich das Unternehmen „European Homecare“ um die Bewohner - und zwar rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche.

In der Dilldorfschule steht Heimleiter Ridda Martini, der einen syrischen Vater und eine deutsche Mutter hat und in Syrien aufwuchs, eine Stellvertreterin zur Verfügung. Er spricht Deutsch, Englisch und Arabisch, sie beherrscht die Sprachen Ex-Jugoslawiens. Unterstützt werden sie von einem privaten Sicherheitsdienst und einem Hausmeister der Stadt. Weil es in der Dilldorfschule keine Küche gibt, muss das Essen angeliefert werden. Essen rechnet in diesem Winter mit 1000 Asylbewerbern.
Bildunterschrift:
 
  • Neuankömmlinge in der Dilldorfschule: Diese syrische Familie ist den Gräuel des Bürgerkriegs entkommen FOTO: UVB
  • Kinder auf dem Klettergerüst. Wo die Worte fehlen, hilft ein Lächeln
  • Narben am Oberarm: Die Stichverletzungen stammen von den Folterern

NRZ, 01.10.2013:Pro NRW in Kupferdreh unerwünscht

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NRZ / Essen,Dienstag, 01.10.2013

Pro NRW in Kupferdreh unerwünscht

Runder Tisch verurteilt geplante Demo


Von Gerd Niewerth

Dilldorf. In aller Schärfe verurteilt der Runde Tisch Dilldorf die für kommenden Samstag geplante Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung „Pro NRW“. Diese sei provokativ und störe den Gemeinschaftsfrieden. „Pro NRW ist in unserem Stadtteil, in unserem Kupferdreh/Dilldorf nicht willkommen!“, so Jürgen Gentzmer, der Leiter des Runden Tisches in Dilldorf.

Gleichzeitig verurteilt der Runde Tisch die „zum Teil beleidigenden und vorverurteilenden Aussagen bezüglich der Heimbewohner“. Pro NRW versuche, die Ängste der Betroffenen zu schüren und sie für ihre menschenverachtende Politik zu vereinnahmen, heißt es weiter.

Die Sorgen und Probleme in der Nachbarschaft würden ebenso ernst genommen wie die der Heimbewohner. Der Runde Tisch heiße die Flüchtlinge „im Namen von Gastfreundschaft, christlichem Miteinander und der Hilfe für Not leidende Menschen willkommen und bittet die Anwohner, dieses Willkommen zu teilen“. Geplant seien Kleider- und Spielzeugspenden. Auch Sportvereine wollen sich den Neuankömmlingen öffnen.

Dem Gremium gehören gesellschaftliche Gruppen, Kirchen, Vereine und Verbände an. Die große Resonanz in der Bürgerschaft zeige auch, wie hilfsbereit die Menschen seien. CDU-Ratsherr Dirk Kalweit lobt ferner den parteiübergreifenden Konsens und sagt im Hinblick auf die Pro NRW“-Demo: „Unser Stadtteil zeigt Flagge.“

WAZ, 14.09.2013: Rechte "Pro NRW" plant Demos vor Asylheimen

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WAZ / Essen, Rubrik kurz gemeldet,Samstag, 14.09.2013

Rechte "Pro NRW" plant Demos vor Asylheimen


Die rechtsextreme Partei "Pro NRW" plant am Samstag, 5. Oktober, zwei Kundgebungen vor den künftigen Übergangswohnheimen für Asylbewerber in Frintrop und Dilldorf. Wie berichtet, werden in beiden Stadtteilen ehemalige Schulgebäude noch in diesem Monat in provisorische Flüchtlingsheime umgewandelt. Die rechtsextreme "Pro NRW" will an beiden Standorten mit jeweils 20 bis 50 Teilnehmern demonstrieren, bestätigte die Polizei am Freitag. Es erhebt sich bereits Protest: "Die Kundgebungen müssen verhindert werden", fordern die Grünen.

NRZ 14.09.2013: Kommentar: jetzt ist umso mehr Solidarität gefragt

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NRZ / Essen, Rubrik In diesen Tagen,Samstag, 14.09.2013

Kommentar: jetzt ist umso mehr Solidarität gefragt


Von Jörg Maibaum

Man stelle sich eine solche Szenerie vor: Wenige Tage nach der Ankunft der ersten Flüchtlinge in der Notunterkunft an der Oslenderstraße in Kupferdreh baut sich vor den verunsicherten Bewohnern lautstarker Widerstand auf. Rechte fordern unmissverständlich "Asylmissbrauch bekämpfen- Renzel-Konzept umsetzen". Eine solch bedrohlich erscheinende Situation könnte schon bald Realität werden: "Pro NRW" holt am 5. Oktober zum Rundumschlag im Revier aus und hat für Essen zwei Kundgebungen angemeldet. Eine von 13 bis 14 Uhr vor der Walter-Pleiten-Schule in Frintrop, in die bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Flüchtlinge eingezogen sein dürften, und die zweite anschließend bis 17 Uhr in Kupferdreh, die noch in diesem Monat belegt werden soll. "Pro NRW" hat seine Auftritte bereits bei der Polizei angemeldet.

Die ersten, die reagierten, waren gestern die Grünen im Rat der Stadt, die die Polizeipräsidentin nun öffentlich auffordern werden, eine solche Kundgebung voller Gefahrenpotential zu untersagen. "Es muss mit allen Mitteln verhindert werden", ließ sich die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, Christine Müller-Hechfellner, vernehmen, "dass rechtsradikale Extremisten die Möglichkeit erhalten, ausgerechnet vor einem belegten Flüchtlingsheim ihr braunes Gedankengut zu verbreiten." Die Grünen sehen die öffentliche Sicherheit in der schmalen Sackgasse gefährdet. Ob die Polizei diese Einschätzung teilt, bleibt abzuwarten.

Finden die Kundgebungen statt, wäre es ein Armutszeugnis für die Zivilcourage der Essener, wenn sie den Flüchtlingen durch ihre Anwesenheit nicht deutlich zeigen sollten: Ihr seid nicht allein. Je mehr Menschen die Stadt in Unterkünften unterbringen muss, desto mehr ist die Solidarität der Bürger gefragt, die sich jeder rassistischen Hetze in den Weg stellen müssen um des sozialen Friedens willen.

Der erste Info-Abend der Stadt in Frintrop lässt da hoffen. Er ist friedlich und sachlich über die Bühne gegangen und war von gegenseitigem Respekt und Verständnis geprägt, obwohl die Unruhe unter den Anwohnern eine große ist. Wieder einmal hat sich gezeigt: Nur Transparenz kann Sorgen nehmen.



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