Aus Anti-Rassismus-Telefon

nach unten Hauptseite LogoArtKlein.gif Wir helfen! Wer sind wir?
E-Mail: artessen<a>gmx.dePost_icon.png
1ordnerZu.gif
Anti-Rassismus-Telefon »
1ordnerZu.gif
ZAB in Essen
1ordnerZu.gif
Flüchtlinge in Essen »
1ordnerZu.gif
Lokale Arbeit »
1ordnerZu.gif
Gedenken »
1ordnerZu.gif
"Das Boot ist voll" »
1ordnerZu.gif
Islamfeindlichkeit »
1ordnerZu.gif
Oury Jalloh »
1ordnerZu.gif
Nazi-Kriegsverbrechen »
1ordnerZu.gif
Seitenübersicht

Gegen die NPD im Frintrop

Am 7.9. hat die NPD versucht, in Frintrop aufzumarschieren.

Das Bündnis Essen-stellt-sich-quer hat in einer erfolgreichen Gegenveranstaltung deutlich gezeigt, dass Hetze gegen Flüchtlinge nicht geduldet wird.


Inhaltsverzeichnis

Rede und Berichterstattung zu der Gegendemonstration

NRZ 09.09.2013 "Keine Hetze in Frintrop"

NRZE20130909a.jpg

NRZ / Essen,Montag, 09.09.2013

"Keine Hetze in Frintrop"

250 Bürger protestierten am Samstag mit dem Bündnis "Essen stellt sich quer" gegen die NPD. Obwohl sie sich lautstark gegen die Rechten stellten, bleibt das Flüchtlingsheim ein Streitthema


von Pascal Hesse "Geht dahin, wo ihr hergekommen seid. Ihr habt in Frintrop nichts verloren", "Macht Euch vom Acker" und "Nazis raus" hallt es am Samstagnachmittag lautstark durch Frintrop. Dazu sind Glocken, Trommeln und Trillerpfeifen zu hören, Pfiffe und "Buh"-Rufe. Wer sich dem Frintroper Markt nähert, der merkt rasch: Hier wird demonstriert - auf der einen Seite wettern rund 25 Anhänger der NPD dagegen, in der früheren Walter-Pleitgen-Schule im Stadtteil rund 100 Flüchtlinge unterzubringen. Auf der anderen Seite, getrennt von Polizei und Absperrung, protestieren mehr als 250 Bürger gegen die Rechten - lautstark und friedlich.

Trotz zahlreicher Wahlkampfaktionen, die parallel in der Stadt stattfinden, ist es ein breites Bündnis gegen Rechts, das sich in Frintrop zusammenfindet: SPD und Jusos, Grüne, Linke, DKP, Flüchtlingsrat Pro-Asyl "Essen stellt sich quer", Antifa, DIDF-Jugend, Borbecker und Frintroper Kirchengemeinden udn Pfadfindnern. Unter ihnen sind die Bundestagskandidaten Elke Zeeb (Grüne) und Arno Klare (SPD), Bezirksbürgermeister Helmut Kehlbreier(SPD) und sein Vize Thorsten Drewes(Grüne), Rainer Marschan, Chef der SPD-Ratsfraktion, seine Ratskollegin Karla Brennecke Roos, Ratsherr Walter Wandtke(Grüne) sowie die Linken Ratsleute Gabriele Giesecke und Wolfgang Freye, um nur einige zu nennen. Einer, der sich zusammen mit seiner Tochter ebenfalls einen Eindruck vom Treiben in Frintrop verschafft, ist NRW-Justizminister Thomas Kutschaty(SPD).


"Die Informations-
politik der Stadt ist
mangelhaft"
Max Adelmann, Sprecher
beim Bündnis
"Essen stellt sich quer"

Kathrin Richter, Vorsitzende von "ProAsyl", wirbt bei der Gegendemo für die "Menschenwürde auch für Flüchtlinge" und geht auf Konfrontationskurs mit der Stadt: "Durch den ständigen Abbau von Flüchtlingsunterkünften in Essen haben Verwaltung und Politik versäumt, Reserven vorzuhalten." Dies zeuge von einer kurzsichtigen Planung. ProAsyl fordert unter anderem, dass Notunterkünfte in Schulen keine Dauerlösungen bleiben dürfen, Flüchtlinge vielmehr human untergebracht werden, vorrangig in Wohnungen, auch um ein Recht auf Intimsphäre und Hygienestandards zu gewährleisten. Auf Sachleistungen müsse verzichtet, vielmehr weiterhin Barleistungen ausgezahlt werden. Außerdem sollten Flüchtlinge gleichmäßig in allen Essener Stadtteilen untergebracht werden.

Obwohl viele Frintroper deutlich gegen die NPD Stellung beziehen, fällt eine Gruppe mit mehreren Dutzend Menschen am Rande der Gegendemo auf. Dort ist die geplante Notunterkunft im Stadtteil ein streitbares Thema, das ganz offensichtlich verborgene Ängste schürt.

"kommt das Heim, können wir unsere Kinder nicht mehr auf die Straße lassen", meint Monique Groß (38), seit 21 Jahren Frintroperin. "Die sollen woanders hin, meinetwegen nach Bredeney, aber nicht zu uns". Ebenfalls besorgt ist Kirstin Zimmer (43), die seit ihrer Geburt in Frintrop lebt: "Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt und von der Stadt nicht richtig informiert." Mit ihrer Einstellung sind die beiden Frauen nicht alleine im Stadtteil. weiter Lokalseite 2

Alles eine Frage der Information
"Essen stellt sich quer" kritisiert die Stadt

NRZE20130909aa.png Fortsetzung von Seite 1
"Ich bin nicht rechts und ganz sicher kein Nazi", sagt Bettina Blowel (42), "und ich will mich nicht als solcher beschimpfen lassen, nur weil ich hier kein Heim haben will." Vor 19 Jahren zog sie nach Frintrop, ihre Kinder schickte sie in die Walter-Pleitgen-Schule. "Die sanitären Anlagen waren grottenschlecht, wir Eltern haben im Schulhaus vieles selbst gemacht und auch gestrichen. Für die Flüchtlinge wird nun alles auf Kosten des Steuerzahlers neu gemacht: das verstehe ich nicht", so Blowel. Sie ist gegen die Notunterkunft und fühlt sich von der Stadtverwaltung veralbert: "Die Informationspolitik ist grottenschlecht, das Allerletzte. Uns wurde jüngst erzählt, es sei noch nichts entschieden. Aber da wurden bereits Betten in die Schule hinein getragen, wie mir der Hausmeister erzählte." Wo die Flüchtlinge stattdessen hin sollen? Darauf hat sie keine Antwort. Wie viele, die gegen die Notunterkunft wettern.

Für Max Adelmann, Sprecher von "Essen stellt sich quer", ist diese verfahrene Situation "logisch begründbar durch die mangelhaften Informationspolitik der Stadt". Das Unwissen vieler Anwohner bringe ihre verborgenen Ängste hervor und sorge für Unmut. Den Rechten und ihrer "Propagandashow" helfe dies nur, "ihre armselige Politik unter die Leute zu bringen". Trotz dieser Umstände gebe es auch viele, die helfen wollen, wie Vertreter der Kirchen und die St. Georgs-Pfadfinder. Sie wollen für die Flüchtlinge sammeln. pHes
Bildunterschrift:

  • Daumen runter für die NPD: Damit die Rechten kein Gehör bekommen, pfiffen und riefen viele Bürger am Samstagnachmittag auf dem Frintroper Markt   FOTO KERSTIN KONOSKA
  • Erst abgesperrt, dann aufgebaut: Viel zu tun hatten die Polizisten auf dem Frintroper Markt nicht. Kundgebung und Gegendemonstration mit vielen Frintroper Bürgern verliefen friedlich.
  • Dass in Frintrop nicht alle mit einer Notunterkunft für Flüchtlinge einverstanden sind, zeigt dieses Transparent Text: "Kein Asylheim ..(unleserlich).. Kinder"
  • Mancher Gegendemonstrant bekräftigte mit eigenen Plakaten seine Meinung. Text: "Keine Hetze in Frintrop"

WAZ 09.09.2013 Bürger demonstrieren gegen Rechts

WAZE20130909.jpg

WAZ / Essen,Montag, 09.09.2013

Bürger demonstrierten gegen Rechts

Das geplante Asylbewerberheim sorgt für Unmut in Frintrop. Der Versuch der NPD, in dem Stadtteil auf Stimmenfang zu gehen, verfängt aber nicht


von Markus Grenz

Rund 250 Frintroper, Politiker und engagierte Bürger aus dem ganzen Stadtgebiet folgten am Samstag dem Aufruf zur Gegendemonstration von "Essen stellt sich quer" und pfiffen, trommelten und schrien 25 NPD-Vertreter auf dem Frintroper Markt nieder. Die hatten sich den Stadtteil für ihren Stimmenfang ausgesucht, weil es dort derzeit wegen der geplanten Unterbringung von Asylbewerbern in der früheren Walter-Pleitgen-Schule mächtig brodelt. Trotz der aufgeheizten Stimmung verlief der Nachmittag laut Polizei friedlich.

"Ich bin hier, weil ich nicht möchte, dass die NPD mit ihrer falschen Sicht zu Wort kommt" erklärt die Frintroperin Cornelia Raabe, während sich um sie herum die übliche Choreographie von Kundgebung und Gegenkundgebung abspielt: Beide Lager stehen sich gegenüber, die Rechten abgeriegelt von der Polizei. Ruhepausen wechseln sich ab mit den hartnäckigen Versuchen der kahlen Clique, mit Mini-Verstärker gegen den ohrenbetäubenen Lärm der Gegendemonstranten anzukommen. Dazwischen dröhnt Rechtsrock aus der Konserve - der klingt auf dem gesperrten Marktplatz, auf dem nur die Rechten und die Polizisten stehen, so richtig schaurig.

Die Stimmung im Stadtteil ist ohnehin angespannt,das wissen die braunen Stimmenhascher. Ob sie aber mehr als nur heisere Kehlen mit nach Hause nehmen, ist die Frage: "Die können wir in Frintrop überhaupt nicht gebrauchen", hört man immer wieder, wenn man durch die dicht an dicht stehenden Anwohner läuft.


"Mit Engagement
aus Frintrop kann
das gelöst werden"
Cornelia Raabe sieht keine
unüberwindbaren Probleme
im Stadtteil

Dennoch: Auch wenn die Kameraden von der NPD im Stadtteil nicht willkommen sind - die bis zu 130 Asylbewerber, die voraussichtlich ab Ende Oktober in den Stadtteil kommen sollen, sind es in den Augen vieler Demo-Besucher aus Frintrop auch nicht. Die Entscheidung der Stadt, die jüngst auslaufende Walter-Pleitgen-Grundschule als Unterbringungsort auszuwählen, stößt bei vielen auf Unverständnis. "Ich kenne keinen der sagen würde, er hätte nichts dagegen", sagt der Frintroper Carsten Preuß. "Die Kriminalität wird ansteigen", fürchtet Kevin Kaminski. Cornelia Raabe ist die Stimmung in der Nachbarschaft nicht entgangen. "Ja, das ist ein Problem. Aber mit Hilfe der Stadt und Engagement aus Frintrop - etwa der örtlichen Josef-Gemeinde - kann das hier gelöst werden", sagt sie.

Wie viele andere Demonstranten, ist sie derzeit nicht gut auf die Verwaltung zu sprechen. Der Frintroper Werner Bahrmann erklärt: "Die Leute hier sind einfach verunsichert und fühlen sich überrumpelt." Die Stadt will auf einer Bürgerversammlung am kommenden Mittwoch einiges erklären und auffangen müssen. Denn der Unmut vieler Frintroper über die Informationspolitik ist groß.


Die Stadt lädt am kommenden Mittwoch, 11. September, ab 19 Uhr, zur Info-Veranstaltung in den Gemeindesaal der St. Josef-Kirche, Schlenterstraße 18.
Bildunterschrift:

  • Abgeriegelt: Die Polizei trennte NPD-Vertreter und Gegendemonstranten, und sperrte darum den Frintroper Markt am Samstag ab.   FOTOS: KERSTIN KOKOSKA
  • wenn Asylbewerber in einem Wohngebiet untergebracht werden, sind die Hetzer nicht weit. Dagegen setzten sich engagierte Bürger mit Plakaten zur Wehr (Plakattext: "keine Hetze in Frintrop")

Essen-stellt-sich-quer 07.09.2013: Pressemitteilung. Erfolgreiche Kundgebung

Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus



Erfolgreiche Kundgebung von
Essen stellt sich quer
gegen die NPD in Essen-Frintrop
EqLogoKastenTrans160.png
Im Büro des Anti-Rassismus-Telefons
Friedrich-Ebert-Str. 30,45147 Essen
Telefon/Fax: 0201-232060
www.essen-stellt-sich-quer.de
info<a>essen-stellt-sich-quer.dePost_icon.png
www.facebook.com/pages/
Essen-stellt-sich-quer

Essen, 7. September 2013

Mehr als 250 Bürger, davon erfreulich viele ( > 50% ) aus Frintrop, protestierten heute Nachmittag am Frintroper Markt gegen die Kundgebung der NPD. Der Protest war bunt, laut und friedlich.

Der Sprecher von Essen stellt sich quer, Max Adelmann, stellte dies auch in seiner Kundgebungseröffnung fest und freute sich besonders über die große Zahl der Frintroper Bürger/innen bei der Gegenkundgebung.

Weiter führte er aus:

  • Die NPD ist generell gegen Flüchtlinge und möchte sie auf keinen Fall in Deutschland haben. Egal wo.
Sie versucht Ihren berechtigten Unmut über eine mangelhafte Informationspolitik der Stadt Essen zu nutzen um ihre ganz eigenen Ziele zu verfolgen. Die NPD möchte einen Keil zwischen Anwohner und Flüchtlinge treiben, die in Kürze hier in der „Walter-Pleitgen-Schule“ befristet untergebracht werden sollen. Es soll ein Klima der Angst und Voreingenommenheit erzeugt werden. Dies können und wollen wir nicht unterstützen.
  • Deshalb machen wir heute hier unsere Kundgebung
Es gibt weltweit ca. 45 Millionen Flüchtlinge. Wenn davon nur 1000 bis Jahresende in Essen ankommen ist dies der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Wenn unser Innenminister Friedrich so generös wäre wie Schweden, dass 8000 syrische Flüchtlinge aufnimmt, müssten wir in Deutschland 75000 aufnehmen und keine kümmerlichen 5000 dieser Kriegsflüchtlinge.
  • Fehler der Stadtverwaltung
Jahrelang wurden Flüchtlingsunterkünfte in Essen abgebaut. Nun ist die Stadt durch eine steigende Zahl von Flüchtlingen in die Situation gekommen wieder Notunterkünfte einrichten zu müssen. War dies schon keine vorausschauende Politik, so ist zusätzlich die mangelhafte Informationspolitik der Stadt Essen gegenüber den Bürgern anzuprangern. Die Forderungen aus der Verwaltung Flüchtlinge durch Sachleistungen „abzuschrecken“ ist unmenschlich. Solche Konzepte fördern die falsche Debatte um angeblichen „Asylmissbrauch“ den es, so wie NPD oder Pro NRW beschreiben einfach nicht gibt.
  • Die aktuell notwendigen Notunterkünfte (Dilldorfschule in Kupferdreh und die Walter-Pleitgen-Schule hier in Frintrop) können und dürfen keine Dauereinrichtung werden!
    Deshalb schließen wir uns den Forderungen von ProAsyl an:
    • humane Unterbringung von Flüchtlingen mit abgeschlossenen Wohneinheiten
    • Einhaltung von Hygienestandards und ein Recht auf Intimsphäre
    • Einhaltung der vom Essener Rat beschlossenen Belegungsdichte von 8 m² / Person
    • Verzicht auf Sachleistungen und Auszahlung von Barleistungen
    • Verzicht auf Massenunterkünfte
    • Gleichmäßige Unterbringung von Flüchtlingen in allen Essener Stadtteilen
    • vorrangige Unterbringung in Privatwohnungen
    • Ausbau der sozialen Betreuung, Anbindung an den Stadtteil durch stadtteilorientierte soziale Arbeit und runde Tische
  • Wir bitten Sie, die Flüchtlinge in ihrer schwierigen Lebenssituation in Essen willkommen zu heißen, und der NPD hier und heute eine Abfuhr zu erteilen. Deren Vorstellungen von Flüchtlingspolitik haben mit Menschlichkeit nichts zu tun.

Es folgten Beiträge von Kathrin Richter für Pro Asyl, Ahmad Omeirat von Bündnis90 – Die Grünen, Gabriella Guidi vom Anti-Rassismus-Telefon Essen und Wolfgang Freye Stadtrat für Die LINKE.
So bunt wie die Rednerliste war auch das Publikum: SPD, Jusos, Falken, DIDF-Jugend, Grüne, St. Georgs-Pfadfinder, DKP, mitten drin als Zuschauer und Teilnehmer auch die lokale Prominenz, z. B. Bezirksbürgermeister Kehlbreier und Landesjustizminister Kutschaty und all die vielen Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils.

Als die NPD ihre Hetztiraden gegen Migranten und Flüchtlinge begann, ging dies in ohrenbetäubendem Lärm unter. Und dies 2 Stunden lang…
Überhaupt hatte die NPD wohl nur mit Mühe die gemeldete Teilnehmerzahl von 30 erreichen können, denn es waren viele „Reisedemonstranten“ u. a. die bekannten Gestalten aus Krefeld, Kleve und Gelsenkirchen dabei.

Im Gegensatz zum Gelände der NPD war das der Gegenkundgebung von Essen stellt sich quer nicht von der Polizei eingezäunt, was einige NPD Sympathisanten und auch stadtbekannte Neonazis nutzen wollten, um vom Rande des Geländes aus zu stören.
Der Kundgebungsleiter von Essen stellt sich quer verwies daraufhin mehrere dieser Leute vom Kundgebungsgelände. Als diese der Anweisung nicht Folge leisteten, trat die Polizei auf den Plan und erledigte ihren Job unter Beifall der Umstehenden.

Im Vergleich zu diversen Einsätzen der Polizei in den letzten Monaten in Essen, hat Essen stellt sich quer festgestellt, dass dieses Mal der Einsatz der Polizei weitgehend korrekt und ohne Nickeligkeiten und Provokationen verlief. Das ist schon mal ein Anfang, um wieder zu einem entspannten Verhältnis zu kommen.

Nun bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten in Frintrop in der kommenden Woche eine sachliche Bürgerversammlung mit vielen ausführlichen Informationen durchführen damit die Rechtspopulisten und Rechtsextremen in Frintrop keinen nennenswerten Einfluss erlangen.
Wir werden weiterhin darauf aufpassen.


Pro Asyl 07.09.2013: Rede auf der Gegendemonstration

Kathrin Richter sprach für Pro Asyl Essen auf der Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch in Frintrop. Hier veröffentlichen wir ihr Redemanuskript
Dass so viele Menschen heute hierher gekommen sind, und nicht dort drüben stehen, ist für mich ein Zeichen, dass es ihnen nicht gleichgültig ist, wie das Land aussieht, in dem wir leben wollen.

Es ist für mich ein Zeichen, dass sie nicht auf die unsäglichen Parolen „Asylmissbrauch“, „Asylflut“ hereinfallen.
Es ist für mich ein Zeichen , dass sie nüchtern sehen, dass Deutschland nur einen winzigen Anteil der weltweiten Flüchtlinge aufnimmt,
dass die von der Verwaltung genannten Flüchtlinge in den Heimen gerade einmal 0.13 % unserer Stadtbevölkerung ausmachen.
Welch eine Flut!!!!

KRichter20130907.jpgHeute stehen wir in Frintrop, weil in der Walter-Pleitgen-Schule 130 Flüchtlinge behelfsmäßig untergebracht werden sollen. Flüchtlinge aus Bürgerkriegesgebieten, Flüchtlinge, die wegen ihrer Religion verfolgt sind, Flüchtlinge, die wegen ihrer Volkszugehörigkeit in ihrer Heimat keinen Zugang zu der Grundversorgung wie Wohnung, Wasser, Arztbehandlung, Schule hatten. Diese Menschen suchen bei uns Schutz.

Schon vor zwei Jahren hat die Landesregierung die Kommunen aufgefordert, mehr Plätze für Flüchtlinge bereit zu halten.
Viel zu spät und zu langsam hat sich Essen auf die zu erwartenden Flüchtlinge eingestellt. Dauerhafte Unterkünfte für menschenwürdige Aufnahme fehlen nun noch in Essen. Deshalb müssen jetzt im Eiltempo behelfsmäßig Notunterkünfte geschaffen werden. Dabei werden die bisher selbstverständlichen Standards aufgegeben.

  • Wir fordern, dass die Flüchtlinge schnellstens aus den Behelfsunterkünften wie Schulen ausziehen, in ordentliche Flüchtlingsheime oder Mietwohnungen.
  • Wir fordern, dass mit Druck an der Einrichtung von Regelunterkünften gearbeitet wird – gleichmäßig auf das Stadtgebiet verteilt.
  • Wir fordern, dass dabei die bisherigen Maßstäbe nicht verschlechtert werden.
  • Wir fordern den Ausbau der Betreuung und die Anbindung an den Stadtteil durch runde Tische.

ProAsyl fordert die politischen Entscheidungsträger der Stadt Essen auf, nicht durch populistische Aussagen den Eindruck zu erwecken, Flüchtlinge seien eine Bedrohung.

Lasst uns weiter aktiv im Gespräch mit Nachbarn, Arbeitskollegen und auch den Politikern für ein respektvolles Miteinander aller Menschen in Essen eintreten.


Grüne Essen 07.09.2013: Rede auf der Gegendemonstration

Ahmad Omeirat sprach für Die Grünen / Bündnis 90 auf der Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch in Frintrop. Hier veröffentlichen wir den Text vom youtube-Mitschnitt ( http://youtu.be/5exXi2kXS4c )
Einen schöne guten Tag an alle Anwesenden

Ein gutes Zeichen, auch ein klares Zeichen, dass so viele Bürgerinnen und Bürger heute hier erschienen sind um gegen die NPD und ihren Ansagen ein klares Zeichen zu setzen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger

In Essen gibt es Flüchtlinge, seitdem es die Stadt gibt. Mit unterschiedlichen Hautfarben, Kulturen, Sprachen und Religionen bilden auch sie einen Teil dieser Gesellschaft.

Omeirat20130907.jpgIn Erinnerung nicht nur an die Ersten- und Zweiten-Weltkriegs-Flüchtlinge, wo über zehn Millionen Deutsche von Osten nach Westen flohen, ist es naheliegend, diesen Menschen mit Empathie und Respekt zu begegnen.

Es sind Opfer von Flucht und Vertreibung in ihren Herkunftsländern. Viele von ihnen haben Zuflucht und Sicherheit in der Stadt Essen gesucht und manche dann auch gefunden.

Es gibt viele Gründe für Flucht: Krieg, Verfolgung und Diskriminierung und wirtschaftliches Elend. Keine Arbeit. Keine Hoffnung. Jeder, der sich in diese Umstände hineinversetzt, wird die Motivation der Betroffenen verstehen, ihre Situation nachfühlen können.

Seit Anfang der 80er Jahre gibt es vor allem Flüchtlinge aus dem Libanon, aus dem Iran, aus Ex-Jugoslawien, Irak, Türkei, Mazdonien, Serbien, Afghanistan, Pakistan, Kosovo, Sri Lanka und aus afrikanischen Ländern in Essen.

Auf privater Ebene erleben diese Menschen, wie auch hier heute in Frintrop durchaus auch Solidarität und Mitgefühl. Im institutionellen Rahmen sind sie hier in der Regel nur Gegenstände von Verwaltungsakten.

Flüchtling sein - was bedeutet das hier und heute?

Diejenigen die flüchteten, flüchteten zunächst dahin, wo sie Ruhe und Frieden vorzufinden hofften - in der Hoffnung für sich selbst, aber auch für ihre Kinder, ein würdiges Leben führen zu können. In den letzten drei Jahrzehnten sind diesen Menschen in Deutschland oftmals entmutigenden politische Debatten, und Äußerungen und Anschläge von Rechtsextremisten oder Neonazis ausgesetzt gewesen. Dabei sind diese Menschen oftmals isoliert, haben keine Bezugsperson und bewegen sich in einem Land, dessen Sprache ihnen noch fremd ist.

Menschen in Not, die der Unterstützung und der Hilfe bedürfen.

Wir bitten Sie, die Flüchtlinge in ihren schwierigen Lebenssituationen in Essen willkommen zu heißen! Und der NPD hier und heute eine Abfuhr zu erteilen!

Deren Vorstellung von Flüchtlingspolitik hat mit Menschlichkeit nichts zu tun.

Vielen Dank, liebe Bürgerinnen und Bürger


Vor der NPD-Demo am 07.09.2013


Essen-stellt-sich-quer 07.09.2013: Flugblatt-Text für Frintrop

An die Bürgerinnen und Bürger von Essen-Frintrop!
  • Wir laden Sie ein mit uns heute gegen die NPD – Kundgebung zu protestieren!
Die NPD ist generell gegen Flüchtlinge und möchte sie auf keinen Fall in Deutschland haben. Egal wo.
Sie versucht Ihren berechtigten Unmut über eine mangelhafte Informationspolitik der Stadt Essen zu nutzen um ihre ganz eigenen Ziele zu verfolgen. Die NPD möchte einen Keil zwischen Anwohner und Flüchtlinge treiben, die in Kürze hier in der „Walter-Pleitgen-Schule“ befristet untergebracht werden sollen. Es soll ein Klima der Angst und Voreingenommenheit erzeugt werden. Dies können und wollen wir nicht unterstützen.
  • Deshalb machen wir heute hier unsere Kundgebung
Es gibt weltweit ca. 45 Millionen Flüchtlinge. Wenn davon nur 1000 bis Jahresende in Essen ankommen ist dies der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Wenn unser Innenminister Friedrich so generös wäre wie Schweden, dass 8000 syrische Flüchtlinge aufnimmt, müssten wir in Deutschland 75000 aufnehmen und keine kümmerlichen 5000 dieser Kriegsflüchtlinge.
  • Die aktuell notwendigen Notunterkünfte (Dilldorfschule in Kupferdreh und die Walter-Pleitgen-Schule hier in Frintrop) können und dürfen keine Dauereinrichtung werden!
    Deshalb schließen wir uns den Forderungen von ProAsyl an:
    • humane Unterbringung von Flüchtlingen mit abgeschlossenen Wohneinheiten
    • Einhaltung von Hygienestandards und ein Recht auf Intimsphäre
    • Einhaltung der vom Essener Rat beschlossenen Belegungsdichte von 8 m² / Person
    • Verzicht auf Sachleistungen und Auszahlung von Barleistungen
    • Verzicht auf Massenunterkünfte
    • Gleichmäßige Unterbringung von Flüchtlingen in allen Essener Stadtteilen
    • vorrangige Unterbringung in Privatwohnungen
    • Ausbau der sozialen Betreuung, Anbindung an den Stadtteil durch stadtteilorientierte soziale Arbeit und runde Tische
  • Wir bitten Sie, die Flüchtlinge in ihrer schwierigen Lebenssituation in Essen willkommen zu heißen, und der NPD hier und heute eine Abfuhr zu erteilen. Deren Vorstellungen von Flüchtlingspolitik haben mit Menschlichkeit nichts zu tun.


WAZ 07.09.2013 Leserbrief: Lächerlich klein

WAZE20130907.png

WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Samstag, 07.09.2013

Leserbrief: Lächerlich klein


Asylbewerber in Frintrop Ob in Haarzopf, Altenessen und auch in Frintrop. Immer, wenn die professionellen Ausländerhasser von NPD, Pro-Deutschland und Konsorten in Essen auftreten, machen sie doch vor allem eines deutlich: Wie lächerlich klein doch diese Truppe ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Frintroper durch solche Reden verängstigen lassen.

Es gibt so viel Not und Elend in der Welt. Es sind so wenig Flüchtlinge, die es zu uns schaffen: Man kann als normal mitfühlender Mensch doch nur Mitleid mit ihnen haben. Einfach nur "Überall, nur nicht bei mir" zu rufen und den Niedergang eines ganzen Stadtteiles herbeizureden, hilft niemanden.
Rainer Sonntag, Essen


Es folgt der ungekürzte Leserbriefes, der als Antwort auf den Leserbrief von Herrn Wilting konzipiert war

Betrifft: Leserbrief von Reinhold Wilting (WAZ, 04.09.) (hier dokumentiert)

Aufgrund der "Asylantenflut" werden die Alten sich nicht mehr auf die Straßen trauen, die Flüchtlinge sollen kaserniert werden, auf jeden Fall nicht hierhin, ins "reine Wohngebiet". Denn Frintroper würden sonst ausziehen, Hausbesitzer und der ganze Stadtteil werde ruiniert. Und das alles noch garniert mit dem versteckten Verweis auf Berlin und Duisburg, wo Flüchtlinge gegen den Mob geschützt werden müssen.

Beim Leserbrief von Herrn Wilting habe ich den Eindruck, da hat wohl einer von der falschen Wahlkampfbroschüre abgeschrieben.

Ich glaube nicht, dass er für die Frintroper spricht. Ob in Haarzopf, Altenessen und auch in Frintrop: Immer, wenn die professionellen Ausländerhasser von NPD, Pro-Deutschland und Konsorten in Essen auftreten, machen sie doch vor allem eines deutlich: wie lächerlich klein doch diese Truppe ist.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die Frintroper durch solche Reden so verängstigen lassen, dass sie sich deshalb den Hilfesuchenden gegenüber besonders ekelig verhalten werden. Es gibt so viel Not und Elend in der in der Welt. Es sind so wenig Flüchtlinge, die es bis zu uns schaffen: man kann als normal mitfühlender Mensch doch nur Mitleid mit ihnen haben.

Richtig ist: Die Stadtverwaltung Essen muss sich in der Standortauswahl von Flüchtlingsheimen so manche kritische Frage gefallen lassen. Aber man muss dann auch bitte die richtigen Fragen stellen: Warum stehen eigentlich zuwenig Einzelwohnungen zur Verfügung? Wie sollen in der Wilhelm-Pleitgen-Schule die Klassenräume als Wohnräume umgestaltet werden? Und warum bitteschön will man (die NRZ berichtete) die Spielplatzgeräte der Wilhelm-Pleitgen-Schule wegschaffen? Wie will die Stadt potielle Konflikte der Hausbewohner aus so vielen Nationen verhindern?

Einfach nur "Überall, nur nicht bei mir" zu rufen, "reine Wohngebiete" zu fordern, daher die Hilfesuchenden in irgendwelche Kasernen stecken zu wollen und den Niedergang eines ganzen Stadteiles herbeizureden schürt nur den Hass untereinander und hilft niemanden. Auch bei neuen Nachbarn gilt der Grundsatz: so wie man in den Wald hereinruft, so schallt es hinaus.

NRZ 07.09.2013 Frintrop: Demo gegen Rechts

NRZE20130907.png

NRZ / Essen,Samstag, 07.09.2013

Frintrop: Demo gegen Rechts

"Essen stellt sich quer" setzt auf Lärm


Protest gegen die geplante NPD-Kundgebung in Frintrop: Das Bündnis "Essen stellt sich quer" ruft am heutigen Samstag zur Gegen-Demonstration auf dem Frintroper Markt an der Seestraße auf. Nach Angaben der Polizei wollen bis zu 150 Teilnehmer gegen die Rechtsextremen demonstrieren, die offenbar nur mit maximal 30 Demonstranten rechnen. Die NPD wolle nur die gerade offiziell verkündete Entscheidung der Stadt, in der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule im Stadtteil rund 100 Flüchtlinge unterzubringen, für ihre Stimmungsmache ausnutzen, so Max Adelmann, Sprecher des Bündnisses. Dies sei nun die Folge der schlechten Informationspolitik der Stadt. Das Bündnis will sich mit allen Frintroper Bürgern um 14.30 Uhr am Markt treffen, um mit Megafon, Tröten, Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Topfdeckel "friedlich und lautstark zeigen, dass die Nazis unerwünscht sind".

WAZ 07.09.2013 Mit Krach und Scheppern gegen Rechts

WAZE20130907c.png

WAZ / Essen,Samstag, 07.09.2013

Mit Krach und Scheppern gegen Rechts

In Frintrop: Heute Demonstrationen


In Frintrop gibt es am heutigen Samstag eine Kundgebung der rechtsextremen NPD. Deshalb lädt das Bündnis "Essen stellt sich quer" zur Gegenkundgebung auf dem Frintroper Markt (Seestraße) angemeldet. Laut Polizei wollen bis zu 150 Teilnehmer gegen die NPD demonstrieren, die offenbar nur mit maximal 30 Demonstranten antritt.

Einige Brisanz erwartet

Wegen des gerade offiziell verkündeten Beschlusses der Stadt, in der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule im Stadtteil Asylbewerber unterzubringen, wird die Polizei mit ausreichend Kräften vor Ort sein. Sie rechnet aber mit einem friedlichen Verlauf auf beiden Seiten, sagt Polizei-Sprecherin Tanja Hagelüken.

Die Anhänger des Bündnisses treffen sich ab 14.30 Uhr. Sie wollen Megaphone, Tröten, Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Topfdeckel mitbringen, "um friedlich zu zeigen, dass die Nazis unerwünscht sind".

WAZ 07.09.2013 Es bleibt die Angst vor Kriminalität

WAZE20130907b.jpg

WAZ / Essen,Samstag, 07.09.2013

Es bleibt die Angst vor Kriminalität

Streitthema Asylheim: Rund 400 Bürger kamen, als die WAZ in Frintrop Gelegenheit zur Diskussion gab. Stadt und Polizei versuchten zu beruhigen


Erst war es ein Gerücht, dann wurde es zur Nachricht: Das Gebäude der früheren Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop soll Flüchtlingsunterkunft werden. Empörung und Wut waren die Folge, entsprechend viele Anwohner fanden sich am Donnerstagabend ein, als die WAZ mit ihrer rollenden Redaktion auf den Frintroper Markt kam. Redakteurin Claudia Pospieszny brachte eine Gewissheit mit: "Heute hat die Stadt bestätigt, dass in der Schule bis zu 130 Menschen untergebracht werden. Das wird voraussichtlich ab Oktober der Fall sein."

Aus der aufgewühlten Menge tönten schon an dieser Stelle Buhrufe, und es entbrannte bald eine teils hitzige Diskussion zwischen den rund 400 Bürgern auf der einen, sowie Politikern und Vertretern der Stadt auf der anderen Seite. Nie hat es einen Termin mit der mobilen Redaktion gegeben, an der mehr Bürger teilnahmen - allein das zeigt schon die Brisanz des Themas. - Dass Sozialdezernent Peter Renzel sich durch den Geschäftsbereichsbeauftragten Thomas Römer und Sozialamtsleiterin Brigitte Keil vertreten ließ, kam ebenfalls nicht gut an. "Der Renzel hat wohl Angst" hieß es. Auch Römers Erklärung, die Stadt habe keine andere Wahl, sie müsse die vom Land zugewiesenen Asylbewerber aufnehmen, überzeugte viele nicht.

Viele der Anwohner fürchteten schlimme Zustände oder eine erhöhte Kriminalität im Stadtteil. Da beruhigte auch der Hinweis des Leiters der Polizeiinspektion Nord, Klaus-Peter Netz, nicht, dass es in den zehn Asyleinrichtungen in Essen bislang nie derartige Probleme gegeben habe. Lediglich Anwohner-Beschwerden nach Ruhestörungen habe es gegeben: "Asylbewerber dürfen keiner Beschäftigung nachgehen und halten sich schon wegen der Enge in den Unterbringungen viel im Freien auf. Das führt schon mal zu Lärm." Meist habe es sich als hilfreich erwiesen, auf die Menschen zuzugehen und sie auf die Ruhestörung hinzuweisen.

Wie denn für Sicherheit gesorgt werde, wollten viele Bürger wissen. Römer erklärte dazu, dass die Stadt die Einrichtung rund um die Uhr betreue: tagsüber von einem Sozialarbeiter, nachts vom Sicherheitsdienst. An dieser Stelle der Diskussion versuchten rechtsradikale Störer den Unmut der Bürger für ihre Propaganda zu nutzen: "Und wer schützt die Asylbewerber vor uns." Ein Vorgeschmack auf die für den heutigen Samstag geplante Demo der NPD in Frintrop.

Bei vielen Bürgern am WAZ-Mobil verfing diese Strategie nicht, sie waren durchaus dankbar, dass man ihr Anliegen ernst genommen hat. Trotzdem blieben nach der gut zweistündigen Debatte noch Fragen offen und manche Sorge hält an. Stoff genug für ein Bürgerversammlung am Mittwoch, 11. September, 19 Uhr im Pfarrheim an der Schlenterstr. 18. Dann will auch Sozialdezernent Peter Renzel Rede und Antwort stehen.

Zwölf Schlafplätze im Klassenzimmer
Pleitgen-Schule soll zunächst nur Übergangswohnheim sein, sagt die Stadt

Ob in der Walter-Pleitgen-Schule auf Dauer Flüchtlinge untergebracht werden, sei noch völlig offen. Aktuell werde sie für sechs Monate als Behelfseinrichtung benötigt, erklärte Sozialamtsleiterin Brigitte Keil am Donnerstagabend den Anwohnern in Frintrop.

Ein Teil der Flüchtlinge aus Serbien und Mazedonien, zumeist Roma, würden nach dem Winter in ihre Heimatländer zurückkehren. Flüchtlinge aus Krisengebieten wie Syrien und Afghanistan, die Aussicht haben, als Asylbewerber anerkannt zu werden, versuche man später in Wohnungen unterzubringen. Ratsfrau Gabriele Giesecke (Linke) hält die Unterbringung von bis zu zwölf Personen in einem Klassenraum für problematisch. Sie spricht von "menschenunwürdigen Zuständen für Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebiete nach Deutschland fliehen."

Ob die Schule für eine dauerhafte Unterbringung geeignet sei, lasse sich erst sagen, nachdem sie wieder freigezogen ist, sagt Keil. "Dann kann man drüber nachdenken, sie eventuell umzubauen, um sei zur festen Unterkunft zu machen." Entschieden sie noch nichts, die Stadt prüfe derzeit noch andere Standorte. Doch bei vielen Anwohnern sorgt die bloße Überlegung für Unmut: "Lieber sollte man die Schulen unserer Kinder sanieren."
Bildunterschrift:
Viele Bürger kamen am Donnerstagabend zum WAZ-Mobil auf den Frintroper Markt, um über das geplante Flüchtlingsheim zu reden.   FOTO: KERSTIN KOKOSKA

NRZ 06.09.2013 Stadt bestätigt Behelfs-Asyl in Frintrop

NRZE20130906.jpg

NRZ / Essen,Freitag, 06.09.2013

Stadt bestätigt Behelfs-Asyl in Frintrop

Ab Oktober bis zu 130 Personen in der Schule


von Wolfgang Kintscher

Was die NRZ vor einer Woche meldete, ist seit gestern Abend offiziell: Die im Sommer leergezogene Walter-Pleitgen-Schule an der Straße Im Neerfeld in Frintrop wird demnächst als vorübergehende Behelfsunterkunft für Asylsuchende genutzt. Bis zu 130 Menschen sollen dort voraussichtlich ab Oktober unterkommen, wenn - wohl noch im September - die Dilldorfschule in Kupferdreh mit maximal 80 Plätzen voll belegt ist. Das derzeit in Heisingen umgehende Gerücht, auch in dem ehemaligen Schullandheim an der Straße Obere Aue könnte eine Unterkunft für Asylbewerber eingerichtet werden, entbehrt laut Stadt dagegen jeder Grundlage.

Als Behelfs-Asyle sollen die beiden leerstehenden Schulen nur dann genutzt werden, wenn die Regelunterkünfte ausgelastet sind. Das dürfte sehr bald der Fall sein, weil der Bau dreier neuer Standorte seine Zeit dauert und Sozialdezernent Peter Renzel schätzt, dass die Zahl der Asylbewerber bis zum Frühjahr von jetzt 700 auf 1200 ansteigt.

Die Stadt versuchte gestern, möglichen Bürgersorgen entgegenzutreten: Die Behelfseinrichtungen würden rund um die Uhr betreut, jederzeit stehe ein Ansprechpartner für Bewohner wie auch Anwohner zur Verfügung. Zunächst aber kommt der Sozialdezernent selbst, um die Pläne für Frintrop zu erläutern - auf einer Bürgerversammlung am Mittwoch, 11. September ab 19 Uhr im Pfarrheim an der Schlenterstraße.
Bildunterschrift:
Behelfs-Asyl ab Oktober: die Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop   FOTO: W. K.

WAZ 06.09.2013 Frintroper Schule wird Asylbewerber-Unterkunft

WAZE20130906.jpg

WAZ / Essen,Freitag, 06.09.2013

Frintroper Schule wird Asylbewerber-Unterkunft

Stadt bestätigt 130 Plätze in der Walter-Pleitgen-Schule, dementiert gleichzeitig Pläne in Heisingen


In der Walter-Pleiten-Schule in Frintrop wird eine Behelfseinrichtung zur Unterbringung von Asylbewerbern mit rund 130 Plätzen hergerichtet, das bestätigt nun die Stadt. Zur Diskussion in Heisingen stellt sie klar: "Das derzeit diskutierte Gerücht, auch im ehemaligen Schullandheim Obere Aue könnte eine Unterkunft für Asylbewerber eingerichtet werden, entbehrt jeder Grundlage."

Fest steht schon länger, dass es in der Kupferdreher Dilldorfschule 80 Plätze geben wird. Belegen will die Stadt die Plätze, wenn in regulären Unterkünften keine Möglichkeiten mehr bestehen: in der Dilldorfschule voraussichtlich noch im September, in der Walter-Pleitgen-Schule voraussichtlich ab Ende Oktober

Hintergrund ist die wachsende Zahl der Antragssteller. Befanden sich Mitte Juli noch 494 Menschen in den städtischen Unterkünften, sind diese Ende August bereits mit 703 Asylbewerbern nahezu ausgelastet. Neben den Folgeantragstellern aus Serbien und Mazedonien sind der Stadt vermehrt Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Ägypten und weiteren 16 Staaten zugewiesen worden. Darüber hinaus rechnet die Stadt bis zum Jahresende mit der Zuweisung weiterer rund 300 Flüchtlinge.

Die Behelfseinrichtungen sollen laut Stadt rund um die Uhr betreut werden. Heißt: Es steht jederzeit ein Ansprechpartner für die Bewohner und die Anwohner zur Verfügung. Im Gebäude der Walter-Pleitgen-Schule sind die notwendigen Unterbringungsmöglichkeiten, Speiseräume, aber auch Spielmöglichkeiten für Kinder vorhanden.

In Dilldorf will die Stadt den von der Bürgschaft eingerichteten runden Tisch kurzfristig über die aktuelle Entwicklung informieren, in Frintrop lädt sie zur Informationsveranstaltung für die Anwohner ein: im Gemeindesaal der St. Josef-Kirche, Schlenterstr., am Mittwoch, 11. September, 19 Uhr. Sozialdezernent Peter Renzel wird die aktuelle Situation und die weitere Entwicklung sowie die Maßnahmen der Stadt vorstellen und Fragen beantworten.
Bildunterschrift:
Die ehemalige Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop   FOTO: SEBASTIAN KONOPKA

Essen-stellt-sich-quer 05.09.2013: Pressemitteilung Gegen die NPD

Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus



Pressemitteilung
EqLogoKastenTrans160.png
Im Büro des Anti-Rassismus-Telefons
Friedrich-Ebert-Str. 30,45147 Essen
Telefon/Fax: 0201-232060
www.essen-stellt-sich-quer.de
info<a>essen-stellt-sich-quer.dePost_icon.png
www.facebook.com/pages/
Essen-stellt-sich-quer

Essen, 06.09.2013

Die NPD führt am Samstag, 07. September ab 15 Uhr auf dem Frintroper Markt in Essen eine Kundgebung durch.
Essen stellt sich quer macht eine Gegenkundgebung! Diese ist bereits bei der Polizei angemeldet. Wir sammeln uns am Samstag, 07.09.2013 ab 14:30 Uhr auf dem Frintroper Markt.
Kundgebungsbeginn ist um 14:45 Uhr!
Wir fordern die Essener_Innen auf:
Bringt Sachen mit die laut sind! Megafone, Tröten, Trillerpfeifen, Vuvuzelas, Topfdeckel! Wir wollen den Nazis friedlich und lautstark zeigen dass sie nicht erwünscht sind! Bringt Fahnen und Transparente mit!

Befürchtet hatten wir es schon länger angesichts des missratenen Unterbringungskonzepts für Flüchtlinge das die Verwaltung unter Herrn Renzel vorlegte und welches von Pro NRW populistisch ausgenutzt wurde.
Die schlechte Informationspolitik der Stadtverwaltung sorgt bei den Bürgern in Frintrop für Unsicherheit. Das Durchsickern von Informationen ohne offizielle Reaktion lässt Fantasien sprießen. Unbewiesene Behauptungen, Gerüchte, verborgene Ängste werden nun in Frintrop öffentlich geäußert. Sei es bei selbstorganisierten Bürgerversammlungen oder öffentlichen Diskussionen einer großen Tageszeitung.
Solche Stimmungslagen werden immer sehr gerne von braunen Bauernfängern ausgenutzt. Flugblätter mit Ausländerhetze werden verteilt, bei Diskussionen wird gehetzt, bei Versammlungen gezielt Mundpropaganda gestreut. Da konnte es ja nicht mehr lange dauern bis sich die NPD wieder einmal traut eine Kundgebung in Frintrop anzumelden. Wie 2010 in Frintrop werden wir jedoch etwas dagegen haben und dies auch 2013 zeigen.




Steubenstr. 49, 45138 Essen
. nach oben Hauptseite Wir helfen! E-Mail: artessen<a>gmx.dePost_icon.png