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Seitenübersicht

Neue Standorte in Gespräch

Die Zahl der Asylbewerber in Essen steigt anscheinend schneller als von der Sozialverwaltung erwartet.

Die Verwaltung bringt darum neu Standorte ins Gespräch.
Potenzielle Standorte sollten ehemalige Schulgebäude in Stoppenberg, in Altendorf und im Nordviertel sein.
Somit wird die Diskussion breiter, aber nicht weniger zugespitzt. Da Notunterkünfte die Wahrung der Menschenwürde nicht möglich machen, wird immer mehr verlangt, dass Flüchtlinge beschleunigt in Wohnungen untergebracht werden.

Wieder rassistische Untertöne: Renzel will, dass Flüchtlinge aus Balkanländer "die faktisch keine Chance auf Anerkennung haben" erst gar nicht nach Essen kommen. Mit dem Beschuss der Asylunterkunft in Burgaltendorf mit Feuerwerkskörpern am 07.November gibt es einen neuen Höhepunkt der physischen Gewalt. Die Flüchtlinge sind traumatisiert, ein Kind muss ins Krankenhaus.
Nicht weniger besorgniserregend stellt sich die verbale Gewalt durch Anfeindungen und der allseitige Untergrundrassismus dar: Besorgte Hausbesitzer und sogar die städtische Wohnungsgesellschaft Allbau stellen die Anwesenheit von Flüchtlingen wie eine Katastrophe dar, die sogar die Preisentwicklungen von Wohnungen negativ beeinflussen könnte. Sie sind es nicht wert, in der Nähe "vom Niederfeldsee mit den schmucken neuen Mietwohnungen" zu sein.


Inhaltsverzeichnis

WestAnz, 16.11.2013 Schule wehrt sich gegen neues Asylbewerberheim

WestA20131116-SchuleWehrtSich.png

West-Anzeiger / Essen,Samstag, 16.11.2013

Schule wehrt sich gegen neues Asylbewerberheim

Hannelore Herz-Höhnke sieht schon jetzt Bedarf für eine weitere Grundschule in Altendorf


Die Altendorfer Bodelschwing-Schule platzt schon jetzt aus allen Nähten. 31 Schüler in der Klasse - überwiegend Migranten - kein Einzelfall. Da stoßen Sozialverwaltungspläne, die Markscheideschule zur Asylunterkunft umzubauen, auf Widerstand. Die Schulleiterin: Zu kurzfristig denkt die Stadt. Hier die weitsichtigen Argumente...

Von Ingrid Schattberg

Wer denkt an die Kinder? Hannelore Herz-Höhnke zählt auf: "Nachdem sich Altendorf in den vergangenen Jahren so positiv entwickelt hat, werden sich auch am Niederfeld-See und am Krupp-Park sicherlich viele Menschen ansiedeln, die hoffentlich gerne in Altendorf leben möchten. Mehr Menschen bedeuten bestimmt auch mehr Kinder."

Ihre Vorbehalte: "Hierzu benötigt Altendorf jetzt schon eine neue Grundschule! Die Markscheideschule würde bei gutem Erhalt just Kinder aufnehmen können. Seit Beginn des Jahres unterrichten wir an unserer Schule auch eine altersgemischte Gruppe von sechs bis elf Jahren: Kinder, die mit Null-Deutsch-Sprachkenntnissen nach Deutschland gekommen sind. Sie kommen aus Bulgarien, Rumänien, Syrien, Irak. Die neuen Schüler erhalten bei uns täglich drei Stunden gemeinsamen Unterricht, danach gehen sie in den Regelunterricht."

Tja, wo bleiben unsere Kinder? Vergessen? Fakt: Gebaut wird am Güterbahnhof (Hagenbeck) am alten Real-Gelände - Krupp-Park, Niederfeld-See

  • Was meinen Sie, liebe Leser? diskutieren sie mit unter www.lokalkompass.de/368844
    Bildunterschrift:
     
  • Kinder aus Kriegsgebieten werden an der Bodlschwingschule besonders gefördert. Sie erhalten täglich drei Stunden gemeinsamen Unterricht. Danach gehen sie in den Regelunterricht.   FOTO: privat
    (auf der Tafel:) Wir lernen die deutsche Sprache
  • Schulleiterin Hannelore Herz-Höhnke.

WestAnz, 16.11.2013 Kommentar Asylanten am Niederfeldsee?

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West-Anzeiger / Essen, Rubrik Der Kommentar,Samstag, 16.11.2013

Asylanten am Niederfeldsee?


von Frank Blum Der Autor ist Redakteur beim WEST-ANZEIGER ESSEN (STADTSPIEGEL ESSEN)

Nein, die Altendorfer sind nicht grundsätzlich gegen Asylbewerber. Schließlich hat man noch vor wenigen Jahren mit bis zu 120 Flüchtlingen aus aller Herren Länder friedlich zusammengelebt, die eine neue Heimat in den hölzernen Schwedenhäusern in der Senke an der Bockmühle gefunden hatten.

Doch gegen ein angedachtes, neues Übergangswohnheim in der ehemaligen Markscheideschule regt sich nun der Widerstand.

Zu Recht: Wird Altendorf doch in den letzten Jahren mühevoll gepäppelt, um den Stadtteil aufzuwerten.

Eine Unterbringung von Flüchtlingen in der Nähe des Niederfeldsees sorgt nicht nur bei Allbau, der dort neue Mietwohnungen errichtet, für sorgenvolle Stimmung.

Durchdachte und nachhaltige Stadtentwicklung schaut irgendwie anders aus. Zumal das Gebäude der ehemaligen Markscheideschule noch vor wenigen Wochen mit Blick auf die Unterbringung von Asylbewerbern als ungeeignet eingeschätzt wurde.

Was sollte sich inzwischen geändert haben? Und: Dieses hilflose und unprofessionelle Hin und her sorgt nicht gerade dafür, dass Altendorfer Hausbesitzer Planungssicherheit haben und in ihre Immobilien investieren.

Warum, so fragt man sich, werden die Schwedenhäuser an der Bockmühle abgerissen und das städtische Areal von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für die gastronomische Nutzung freigegeben?

Es war doch schon damals abzusehen, dass der Tag kommen würde, an dem Essen eine neue Asylanten-Welle zu bewältigen haben wird.


Ihre Meinung?

  • Zuschriften sind willkommen, aber wir behalten uns Kürzungen vor. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht.
  • Schreiben Sie an: Redaktion Stadtspiegel, Stichwort Leserbrief, Bert-Brecht-Straße 29, 45128 Essen, Fax 0201 / 804 - 1576 E-Mail leserbriefe@ stadtspiegel-Essen.de
  • Oder komentieren sie die Beiträge direkt in unserem Internetportal: www.lokalkompass.de/368625
    Bildunterschrift:
    Die ehemalige Markscheideschule als Übergangswohnheim? ein optimaler Standort sieht anders aus.   Foto: Bernd Schlieper / Lokalkompass.de


Leserbrief: Lieber arme und anständige Nachbarschaft

Veröffentlichung bisher noch nicht bekannt

Essen, d. 17.11.2013
via E-Mail

betr. WestAnzeiger, 16.11.2013, Kommentar v. Frank Blum "Asylanten ..."


Ihrem Kommentar nach muss man sich allerdings Sorgen um Altendorf machen. Allbau und Hausmodernisierer suchen wohl eine besondere Kundschaft: Nämlich Leute, die bereit ist, extra mehr zu bezahlen, um keine Flüchtlinge (oder "keine Ausländer" oder gar einfach nur "keine armen Menschen"?) in der Nachbarschaft zu haben. Ist das wirklich eine erstrebenswerte "Wohnumgebung"? Ich zum Beispiel wohne lieber mit armen und anständigen Nachbarn zusammen, als mit Reichen, die sich in dieser asozialen Weise abgrenzen wollen.

So wird ihr Kommentar dem Thema nicht gerecht. Es ist wenig hilfreich, einfach nur "Nicht vor meiner Tür" zu rufen. Hier geht es um die Unterbringung von Flüchtlingen - Es geht um Menschen in Not. Das als "Asylanten-Welle" abzutun ist den Hilfesuchenden gegenüber einfach nicht fair. Genauso ist es ist falsch, vom angeblich friedlichen Zusammenleben in Altendorf zu schwärmen, gab es doch am 15.3.2005 einen Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim.

Rainer Sonntag, Essen



Leserbrief: bitte menschenwürdige Sprache

Veröffentlichung bisher noch nicht bekannt

Essen, d. 17.11.2013
via E-Mail

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wünsche mir eine menschenwürdige Sprache: Das Wort 'Asylanten' alleine verstellt schon den Blick auf das menschliche Schicksal hinter jedem Einzelnen. Und wenn Sie dann noch das Wort 'Welle' daran hängen, dann wird jeder der Menschen, um die es geht, komplett seiner Individualität beraubt. In Lampedusa hausen Familien bei Wind und Wetter teils unter freiem Himmel. Viele der Betroffenen hatten die Wahl zwischen dem ziemlich sicheren Hunger-/Kriegs-/Krankheitstod im Elendsgebiet ihrer Herkunft einerseits oder andererseits dem lebensgefährlichen Fluchtversuch über das Mittelmeer. Wenn das jemand auf sich nimmt, dann macht er das nicht, weil es in Europa ein Sozialsystem oder ähnliches gibt, er/sie macht es aus purer Verzweiflung, und mit Todesmut. Die Menschheit hat bisher auf der Erde überlebt, weil sie fähig ist, Menschen in Not zu helfen.
Diese armen Seelen bringen keine Drogen, Kriminalität oder Gewalt mit, jedenfalls nicht mehr als jeder Normalbürger in sich trägt. Die Ausländerfeindlichkeit hat es bekanntlich dort am leichtesten, wo am wenigsten Ausländer oder gar Flüchtlinge wohnen. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit führt uns Menschen in den Abgrund. Solange es Menschen gibt, ist Menschlichkeit die bessere Idee. Pro Mensch zu sein fängt damit an, dass wir Flüchtlinge "Flüchtlinge" nennen, und dass Menschen keine Tropfen einer Flutwelle sind, sondern Individuen.

Mit freundlichen Grüßen Bernhard Trautvetter, Essen


Leserbrief: Schutz von Menschen

Veröffentlichung bisher noch nicht bekannt

Essen, d. 17.11.2013
via E-Mail


Betreff: »Schule weht sich gegen neues Asylbewerberhaus« und Kommentar »Asylanten am Niederfeldsee?« in: Westanzeiger, 16.11.2013

Die fragmentierten Zitate der Schulleiterin Frau Herz-Höhnke geben keinen Aufschluss darüber, ob sie sich tatsächlich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in Altendorf ausspricht oder nur für den Bau einer neuen Grundschule eintritt. Die reißerische Überschrift ist also völlig fehl am Platze.

Im Kommentar wird zurecht gefragt, wieso die Übergangshäuser an der Bockmühle abgerissen wurden, statt städtischerseits vorzubeugen und Noträume vorzuhalten. Auf keinen Fall akzeptabel ist allerdings die Verwendung des Begriffs »neue Asylanten-Welle«. Dieser ist eindeutig negativ konnotiert, weckt dumpfe, unangebrachte Ängste und war einer der Kampfbegriffe bei den Pogromen Anfang der 90er Jahre.

Die Beschwerden über und Warnungen vor angeblichen »Wertverlusten« ihrer Immobilien durch die Allbau AG und private Hausbesitzer sind zurückzuweisen: Das größte »Kapital« und der edelste Wert, den wir Menschen besitzen, ist die Mitmenschlichkeit. Dies schliesst die Aufnahme und den Schutz von Menschen in Not ein, die zu uns kommen bzw. es als Flüchtlinge überhaupt bis hierher schaffen – Stichwort: Lampedusa.

Heinz-W. Hammer, E.-Altendorf


WAZ, 15.11.2013 Leserbrief An Aylheim gespendet? / Woher das Geld?

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WAZ / Essen, Rubrik Frage des Tages / Leserforum,Freitag, 15.11.2013

An Aylheim gespendet? / Woher das Geld?


FRAGE DES TAGES

Haben Sie mal etwas an ein Asylheim gespendet?
Nein, aber das ist gerade zur Weihnachtszeit eine gute Idee. Ich kann die Aufregung um die wachsende Zahl der Asylbewerber und auch die irrationalen Ängste nicht verstehen. Wir in Deutschland können doch ein kleines Stück unseres Reichtums abgeben.“ Jasmin Brock, Studentin

LESERFORUM

Woher das Geld?

Asylheime. Als besorgter Bürger der Stadt Essen sehe ich verwundert, dass meine arme Heimatstadt keine Gelder für Jugendarbeit, Kindertagesstätten, Schulen und Sportanlagen hat, aber für Asylheime im Essener Norden plötzlich 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen kann. Wo kommt dieses Geld her, wo anderswo soll es eingespart werden? Und haben andere Stadtteile, zum Beispiel im Süden, keine Räumlichkeiten oder wollen unsere Politiker lieber ihre Ruhe? Klaus Real, Essen

WAZ, 14.11.2013 Turnhallen als Not-Asyl geplant

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WAZ / Essen,Donnerstag, 14.11.2013

Turnhallen als Not-Asyl geplant

Die steigenden Flüchtlingszahlen bringen die Stadt in Zugzwang. Schon jetzt sind 1000 Asylbewerber hier, bis Weihnachten werden 150 weitere Plätze gebraucht


Von Christina Wandt

Die Unterbringung von Asylbewerbern in Turnhallen wird sich angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen wohl nicht mehr abwenden lassen. Die Verwaltung prüft bereits, welche Halle möglichst rasch hergerichtet werden könnte – so einfach wie im Katastrophenfall. Schon wirft die Linke-Ratsfraktion Sozialdezernent Peter Renzel vor, er drohe mit einer „menschenunwürdigen Unterbringung“.

Renzel widerspricht: „Ich zeige nur ein Risiko auf“. Im September sei man davon ausgegangen, dass bis Jahresende 1000 Asylbewerber nach Essen kommen. „Nun sind es 1038, und der Zustrom hält an. Bis Weihnachten brauchen wir weitere 150 Plätze.“ Selbst in der im Oktober eröffneten Unterkunft in Frintrop gebe es nur noch 50 Plätze.

Der Dezernent ist überzeugt, dass sich kurzfristig nur Abhilfe schaffen lasse, indem drei weitere Schulgebäude zu Behelfsheimen umgestaltet werden: Die Nikolausschule an der Schwanhildenstraße in Stoppenberg, die Markscheideschule in Altendorf und die Tiegelschule im Nordviertel. „So könnten wir auch die Standards einer wohnungsähnlichen Unterbringung erhalten.“ Doch habe der Rat die Entscheidung dazu auf den 28. November verschoben.


„Plätze in Turnhal-
len wird es nie
wieder geben“
Sozialdezernent
Peter Renzel am
11. September 2013

Renzel rechnet vor, dass man an der Schwanhildenstraße in acht Wochen 50 neue Plätze schaffen könnte; durch die Verschiebung habe man drei Wochen verloren. Daher müsse er nun über die ungeliebte Hallen-Lösung nachdenken, obwohl er vor zwei Monaten gesagt hatte: „Plätze in Turnhallen und Zelten wird es nie wieder geben.“

Langfristig brauche Essen drei neue, dauerhafte Asylheime, dafür müsse man mit einer Bauzeit von mindestens 12 Monaten rechnen. Erschwert werde die Lage durch den prompten Protest an jedem denkbaren Standort: Erst Dienstag hatte die Allbau AG eine Nutzung der Markscheideschule kritisiert, weil so die Aufwertung Altendorfs gefährdet werde (wir berichteten).

Den Vorwurf, bestehende Einrichtungen zu schnell aufgegeben zu haben, weist Renzel nicht rundweg zurück: 40 Unterkünfte seien bis 2007 weggefallen. „In den 90er Jahren mussten wir 4500 Asylbewerber unterbringen, solche Kapazitäten kann man einfach nicht ewig vorhalten! Aus heutiger Sicht muss man aber sagen, dass da zu viel niedergelegt worden ist.“

Als Lichtblick betrachtet Renzel die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch die European Home Care in den neuen Unterkünften in Frintrop und Kupferdreh: „Das nutzt nicht nur den Flüchtlingen, die einen Ansprechpartner haben, es befriedet auch das Umfeld.“ Derzeit spreche man mit Caritas und Diakonie, um auch die Dauereinrichtungen intensiver zu betreuen. Für das Sicherheitsgefühl sorgen dort schon die Streifen der städtischen Servicegesellschaft RGE.
Bildunterschrift:
Nur noch 50 Plätze sind in der Behelfseinrichtung in Frintrop frei.

WAZ, 14.11.2013 Leserbrief: Bitte alle ins Boot

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Donnerstag, 14.11.2013

Bitte alle ins Boot


Asyl. Es ist schon erstaunlich, dass es angeblich nur in bestimmten Stadtteilen leerstehende Schulen gibt. Bitte veröffentlichen Sie doch alle Schulen in sämtlichen Stadtteilen, die eine Möglichkeit der Unterbringung bieten würden, damit alle Essener Bürger „ins Boot“ genommen werden können. Rosemarie Laux, Essen
Bildunterschrift:
S. Fischer-Weinsziehr

NRZ, 14.11.2013 Asylheim bremst Investoren

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NRZ / Essen,Donnerstag, 14.11.2013

Asylheim bremst Investoren

Altendorfer Hauseigentümer wollen in der Aufbruchstimmung Wohnungen modernisieren und das Umfeld verschönen. Aber jetzt zweifeln manche


Von Frank-Rainer Hesselmann

Altendorf. „Nachhaltig die Lebensqualität und das Wohnfeld verbessern. Darum haben wir 1997/98 die Ideen für Altendorf und Bochold auf den Weg gebracht. Jetzt sind der Niederfeldsee, eine Radwegverbindung und die ersten neuen Häuser fertig. Es lohnt sich, hier zu investieren“, ermutigt Oberbürgermeister Reinhard Paß mehr als 130 Hauseigentümer.

Sie treffen sich auf Einladung der Stadt in der Gesamtschule Bockmühle, um sich „über neue Chancen am Immobilienmarkt“ zu informieren. Aber der Zeitpunkt ist gerade ungünstig: Die von der Stadt angedachte Unterbringung von Flüchtlingen bremst die seit einem Jahr erkennbare Aufbruchstimmung nördlich der Altendorfer Straße – ein Dämpfer, den das Quartier nicht braucht.


„Wir haben bereits
genug Integrations-
arbeit geleistet.
Wir sind schon
damit fertig“
Hauseigentümer
aus Altendorf

„Ich habe gerade 500 000 Euro für die Modernisierung meiner Wohnungen ausgegeben. Jetzt sollen gegenüber Flüchtlinge in die Markscheideschule einziehen. Damit kann ich eine gute Vermietung doch vergessen“, schildert eine Eigentümerin ihre Sorgen, den Investitionskredit wegen ausbleibender Mieteinnahmen nicht zurückzahlen zu können.

Ein zweiter Redner zweifelt am Sinn der 700 000 Euro Umbaukosten, um das Schulgebäude für Flüchtlinge nutzbar zu machen. „Für 18 Monat Unterbringung ist der Aufwand zu hoch. Bringen Sie die Leute besser gleich in Wohnungen unter. Nachher werden aus eineinhalb Jahren auch mehr, damit sich alles für die Stadt rechnet.“ Die Kosten für eine Betreuung seien noch gar nicht genannt.

Der Oberbürgermeister erläutert sachlich die Not der Stadt, welche ihr der Bund aufzwingt: „Noch hat der Rat nicht über Stadtorte für Flüchtlingsunterkünfte entschieden. Wohnungen haben wir bisher keine, was die bessere Lösung wäre. Die Verwaltung prüft alle Möglichkeiten.“ Die Bedenken der Eigentümer kann Reinhard Paß damit nicht zerstreuen.

Ein anderer ist der Ansicht, Altendorf habe „mit einem überproportionalen Ausländeranteil in den vergangenen 20 Jahren bereits genug Integrationsarbeit geleistet. Wir sind schon damit fertig.“ „Jetzt muss auch mal Rüttenscheid Flüchtlinge aufnehmen“, ruft eine Frau aus dem Publikum.

Argumente bekannt

Ricarda Fischer vom Stadtteilbüro Altendorf sieht das ebenso: „Es täte dem Quartier nicht gut, wenn noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund dort lebten.“ Aus ihrer Projektarbeit kennt sie die Argumente der Bewohner bestens.
Bildunterschrift:
Frisch getünchte Fassaden und beleuchtete Bäume, so zeigte sich der Ehrenzeller Platz zu seiner Eröffnung mit verschönertem Wohnumfeld.   FOTO: CHRISTINE HOLTHOFF

NRZ, 13.11.2013 Allbau wehrt sich gegen Asylheim

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NRZ / Essen,Mittwoch, 13.11.2013

Allbau wehrt sich gegen Asylheim

Unweit des Niederfeldsees


Von Marcus Schymiczek

Pläne der Sozialverwaltung, die Markscheideschule in Altendorf neben zwei weiteren ehemaligen Schulgebäuden im Essener Norden kurzfristig zu einer Asylunterkunft umzubauen, stoßen beim Allbau auf erhebliche Vorbehalte. „Wir sind alles andere als begeistert von dieser Idee“, sagte Dirk Miklikowski im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Vorstand der städtisch beherrschten Wohnungsgesellschaft fürchtet, die geplante Unterbringung von Flüchtlingen nur einen Steinwurf vom Niederfeldsee mit den schmucken neuen Mietwohnungen entfernt, die der Allbau dort gebaut hat, könnte jene Aufbruchstimmung konterkarieren, um die sich die Stadt so sehr bemüht.

Ausgerechnet Altendorf! 17 Millionen Euro hat allein der Allbau dort investiert. Die Stadt baut darauf, dass private Hausbesitzer sich davon anstecken lassen. Wie groß die Vorbehalte nach Bekanntwerden der Pläne von Sozialdezernent Peter Renzel sind, musste Oberbürgermeister Reinhard Paß erfahren, als er am Montag in Altendorf „über neue Chancen am Immobilienmarkt“ informieren wollte. Hauseigentümer stellten Investitionen in Frage. Auch Interessenten für die neuen Allbau-Wohnungen am Niederfeldsee haben sich laut Miklikowski bereits mit der Frage gemeldet: Stimmt das? Sollte die Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft eine Asylunterkunft eröffnen, würden sie ihre Reservierung zurückziehen.

„Bei aller Verständnis für die Nöte der Sozialverwaltung und der betroffenen Menschen, die um Asyl bitten - die Verwaltung sollte einen Standort finden, der geeigneter ist als dieser“, so der Allbau-Chef.

Ein solcher wird längst gesucht.

Zwar hieß es gestern auf Anfrage in Renzels Dezernat, die Verwaltung sehe derzeit keine Alternative zu den drei ausgeguckten ehemaligen Schulgebäuden. Notfalls, so Renzel in der Ratssitzung am vergangenen Freitag, müsste die Stadt Asylsuchende eben in Turnhallen unterbringen. Dass die Markscheideschule aber wieder aus der Liste der Asylstandorte gestrichen werden könnte, scheint jedoch mehr als nur ein Gedankenspiel. Im Sozialdezernent räumt man jedenfalls ein, dass es mit der zugesagten sozialen Balance, um die sich die Verwaltung bei der Verteilung der Standorte bemühen will, nicht weit her ist. Keiner der drei ausgeguckten liegt im Süden der Stadt.

WAZ, 13.11.2013 Allbau wehrt sich gegen Asylheim

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WAZ / Essen,Mittwoch, 13.11.2013

Allbau wehrt sich gegen Asylheim

Unweit des Niederfeldsees in Altendorf soll ein Übergangswohnheim entstehen. Die städtische Wohnungsgesellschaft sorgt sich um den erfolgreichen Stadtumbau


Von Marcus Schymiczek

Pläne der Sozialverwaltung, die Markscheideschule in Altendorf neben zwei weiteren ehemaligen Schulgebäuden im Essener Norden kurzfristig zu einer Asylunterkunft umzubauen, stoßen beim Allbau auf erhebliche Vorbehalte. „Wir sind alles andere als begeistert von dieser Idee“, sagte Dirk Miklikowski im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Vorstand der städtisch beherrschten Wohnungsgesellschaft fürchtet, die geplante Unterbringung von Flüchtlingen nur einen Steinwurf vom Niederfeldsee mit den schmucken neuen Mietwohnungen entfernt, die der Allbau dort gebaut hat, könnte jene Aufbruchstimmung konterkarieren, um die sich die Stadt so sehr bemüht. „In Altendorf wächst gerade ein zartes Pflänzchen erfolgreicher Stadtentwicklung heran. Wir sorgen uns, dass diese Pflänzchen durch das öffentliche Empfinden plattgetreten werden könnte“, so Miklikowski.

Ausgerechnet Altendorf! 17 Millionen Euro hat allein der Allbau dort investiert. Die Stadt baut darauf, das private Hausbesitzer sich davon anstecken lassen. Wie groß die Vorbehalte nach Bekanntwerden der Pläne von Sozialdezernent Peter Renzel allerdings sind, musste Oberbürgermeister Reinhard Paß persönlich erfahren, als er am Montagabend in Altendorf „über neue Chancen am Immobilienmarkt“ informieren wollte. Hauseigentümer stellten Investitionen in Frage. Auch Interessenten für die neuen Allbau-Wohnungen am Niederfeldsee haben sich laut Miklikowski bereits mit der Frage gemeldet: Stimmt das? Sollte die Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft tatsächlich eine Asylunterkunft eröffnen, würden sie ihre Reservierung wieder zurückziehen.


"Wir sind
alles ande-
re als
begeistert
von dieser Idee"
Dirk Miklikowski,
Allbau-Vorstand

„Bei aller Verständnis für die Nöte der Sozialverwaltung und der betroffenen Menschen, die um Asyl bitten - die Verwaltung sollte einen Standort finden, der geeigneter ist als dieser“, so der Allbau-Chef.

Ein solcher wird längst gesucht.

Zwar hieß es gestern auf Anfrage in Renzels Dezernat, die Verwaltung sehe derzeit keine Alternative zu den drei ausgeguckten ehemaligen Schulgebäuden. Notfalls, so Renzel in der Ratssitzung am vergangenen Freitag, müsste die Stadt Asylsuchende eben in Turnhallen unterbringen. Dass die Markscheideschule aber wieder aus der Liste der Asylstandorte gestrichen werden könnte, scheint jedoch mehr als nur ein Gedankenspiel. Im Sozialdezernent räumt man jedenfalls ein, dass es mit der zugesagten sozialen Balance, um die sich die Verwaltung bei der Verteilung der Standorte bemühen will, nicht weit her ist. Keiner der drei ausgeguckten liegt im Süden der Stadt.
Bildunterschrift:
Die Markscheideschule in Altendorf soll nach den Plänen der Verwaltung zur Asylunterkunft umgebaut werden.   FOTO: SEBASTIAN KONOPKA

WAZ, 13.11.2013 Kommentar: Auf einem schmalen Grat

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WAZ / Essen, Rubrik Kommentar,Mittwoch, 13.11.2013

Auf einem schmalen Grat


Von Marcus Schymiczek

Würde er danach fragen, wo die Stadt denn Unterkünfte für Asylsuchende eröffnen soll, dürfe er sich der Antwort sicher sein, sagt Sozialdezernent Peter Renzel: Nicht bei uns! So sieht es auch der Allbau. Vorstand Dirk Miklikowski sorgt sich um den Stadtumbau in Altendorf und wohl auch um seine Mieteinnahmen am Niederfeldsee. Der Chef der städtischen Wohnungsgesellschaft wandelt auf einem schmalen Grat. In dem er seine Bedenken damit begründet, dass die Öffentlichkeit gegen Asylbewerber Vorbehalte hege, befeuert er diese öffentliche Meinung noch. Dass Miklikowski mit seiner Einschätzung aber nicht falsch liegt, zeigen Reaktionen von Hausbesitzern und potenziellen Mietern. Die Stadt bringt der Allbau in eine Zwickmühle. Sollte sie die Markscheideschule von der Liste potenzieller Asylunterkünfte streichen, müsste sie Anwohnern in Stoppenberg und im Nordviertel erklären, was ihre Stadtteile von Altendorf unterscheidet. Denn auch dort sind Asylheime geplant. Es wäre das öffentliche Eingeständnis, dass Asylsuchende nicht willkommen sind.

WAZ, 13.11.2013 Asylheim bremst Investoren

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WAZ / Essen-Stadtteil,Mittwoch, 13.11.2013

Asylheim bremst Investoren

Altendorfer Hauseigentümer wollen in der Aufbruchstimmung Wohnungen modernisieren und das Umfeld verschönen. Aber jetzt zweifeln manche


Von Frank-Rainer Hesselmann

Altendorf. „Nachhaltig die Lebensqualität und das Wohnfeld verbessern. Darum haben wir 1997/98 die Ideen für Altendorf und Bochold auf den Weg gebracht. Jetzt sind der Niederfeldsee, eine Radwegverbindung und die ersten neuen Häuser fertig. Es lohnt sich, hier zu investieren“, ermutigt Oberbürgermeister Reinhard Paß mehr als 130 Hauseigentümer.

Sie treffen sich auf Einladung der Stadt in der Gesamtschule Bockmühle, um sich „über neue Chancen am Immobilienmarkt“ zu informieren. Aber der Zeitpunkt ist gerade ungünstig: Die von der Stadt angedachte Unterbringung von Flüchtlingen bremst die seit einem Jahr erkennbare Aufbruchstimmung nördlich der Altendorfer Straße – ein Dämpfer, den das Quartier nicht braucht.


„Wir haben bereits
genug Integrations-
arbeit geleistet.
Wir sind schon
damit fertig“
Hauseigentümer
aus Altendorf

„Ich habe gerade 500 000 Euro für die Modernisierung meiner Wohnungen ausgegeben. Jetzt sollen gegenüber Flüchtlinge in die Markscheideschule einziehen. Damit kann ich eine gute Vermietung doch vergessen“, schildert eine Eigentümerin ihre Sorgen, den Investitionskredit wegen ausbleibender Mieteinnahmen nicht zurückzahlen zu können.

Ein zweiter Redner zweifelt am Sinn der 700 000 Euro Umbaukosten, um das Schulgebäude für Flüchtlinge nutzbar zu machen. „Für 18 Monat Unterbringung ist der Aufwand zu hoch. Bringen Sie die Leute besser gleich in Wohnungen unter. Nachher werden aus eineinhalb Jahren auch mehr, damit sich alles für die Stadt rechnet.“ Die Kosten für eine Betreuung seien noch gar nicht genannt.

Der Oberbürgermeister erläutert sachlich die Not der Stadt, welche ihr der Bund aufzwingt: „Noch hat der Rat nicht über Stadtorte für Flüchtlingsunterkünfte entschieden. Wohnungen haben wir bisher keine, was die bessere Lösung wäre. Die Verwaltung prüft alle Möglichkeiten.“ Die Bedenken der Eigentümer kann Reinhard Paß damit nicht zerstreuen.

Ein anderer ist der Ansicht, Altendorf habe „mit einem überproportionalen Ausländeranteil in den vergangenen 20 Jahren bereits genug Integrationsarbeit geleistet. Wir sind schon damit fertig.“ „Jetzt muss auch mal Rüttenscheid Flüchtlinge aufnehmen“, ruft eine Frau aus dem Publikum.

Argumente bekannt

Ricarda Fischer vom Stadtteilbüro Altendorf sieht das ebenso: „Es täte dem Quartier nicht gut, wenn noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund dort lebten.“ Aus ihrer Projektarbeit kennt sie die Argumente der Bewohner bestens.


Anlaufstellen und kostenlose Beratung

  • Mehrere Förderprogramme können Hauseigentümer für die Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität in Altendorf-Nord und Bochold nutzen. Dazu sind die verschiedenen Beratungsangebote des Netzwerkes Idee-Altendorf kostenlos.
  • An jedem ersten Donnerstag im Monat trifft sich der Modernisierungsstammtisch, von 19 bis 21 Uhr, im Restaurant Lindos, Altendorfer Straße 232; Ansprechpartner ist Werner Westkamp von „Haus & Grund“, 8106-616.
  • Im Blickpunkt 101, im Stadtumbaubüro, Haus-Berge-Straße 101, sind an jedem zweiten Donnerstag im Monat, ab 17 Uhr, Termine bei Regina Moock zu vereinbaren: 4781051. Ein Faltblatt bietet weitere Informationen. Das Fassadenprogramm wird 2014 fortgesetzt.
    Bildunterschrift:
     
  • Frisch getünchte Fassaden und beleuchtete Bäume, so zeigte sich der Ehrenzeller Platz zu seiner Eröffnung mit verschönertem Wohnumfeld.   FOTO: CHRISTINE HOLTHOFF
  • Oberbürgermeister Reinhard Paß wirbt bei Altendorfer Hauseigentümer für Investititonen, um die Lebensqualität im Quartier zu steigern.   FOTO: DANIEL ELKE

NRZ, 11.11.2013 Stadt hält Asyl in Turnhallen für denkbar

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NRZ / Essen,Montag, 11.11.2013

Stadt hält Asyl in Turnhallen für denkbar

Grund: der Aufschub der Ratsentscheidung


Von Wolfgang Kintscher

Um den in Essen eintreffenden Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf bieten zu können, wird die Stadt im Januar womöglich gezwungen sein, städtische Turnhallen als Behelfsheime zu nutzen. Dieses Szenario malte Sozialdezernent Peter Renzel in der jüngsten Ratssitzung an die Wand, nachdem auf Wunsch der SPD die Entscheidung über drei Notunterkünfte von der Tagesordnung genommen wurde. Wie berichtet, sollen drei leerstehende Schulen - die Markscheideschule in Altendorf, die Nikolausschule an der Schwanhildenstraße in Stoppenberg und die Tiegelschule im Nordviertel - zu Behelfsheimen für insgesamt 270 Flüchtlinge umgebaut werden. Der Aufschub der Standortentscheidung bis zur turnusmäßigen Ratssitzung am 27. November verzögere die Vorbereitungen um drei Wochen, während die Zuwanderung nicht abreiße. Den vorsichtigen Hinweis, man könne doch wenigstens schon mal die Planung weitertreiben, konterte die Verwaltung betont trocken: „Wir müssen nichts planen, wir müssen Aufträge erteilen. Und das geht jetzt nicht.“

NRZ, 09.11.2013 Anschlag auf Asylheim.

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NRZ/WAZ / Essen, Rubrik Kurz gemeldet,Samstag, 09.11.2013

Anschlag auf Asylheim.


Unbekannte haben am späten Donnerstagabend eine Asylunterkunft in Burgaltendorf mit Feuerwerkskörpern beworfen. Kurz nach 23 Uhr wurden die Feuerwehr und die Polizei zur Worringstraße gerufen. Zeugen sprachen von einem hellen Fahrzeug, dessen Insassen mehrere Feuerwerkskörper gegen das Haus warfen. Ein neunjähriger Junge erschreckte sich so sehr, dass er vorsorglich ins Krankenhaus kam.Die Kriminalpolizei und der Staatsschutz wurden eingeschaltet. Zeugen sollen sich unter Tel. 829-0 melden.

WAZ, 09.11.2013 Mit Feuerwerkskörpern Asylheim beworfen

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WAZ / Essen, Rubrik Kurz gemeldet,Samstag, 09.11.2013

Mit Feuerwerkskörpern Asylheim beworfen


Unbekannte haben am späten Donnerstagabend eine Asylunterkunft in Burgaltendorf mit Feuerwerkskörpern beworfen. Ein neunjähriger Junge erschreckte sich so sehr, dass er vorsorglich ins Krankenhaus kam.

Kurz nach 23 Uhr wurden Feuerwehr und Polizei zur Worringstraße gerufen. Zeugen sprachen von einem hellen Fahrzeug, dessen Insassen offenbar mehrere Feuerwerkskörper gegen das Haus warfen und flüchteten. Die Kriminalpolizei und der Staatsschutz wurden eingeschaltet. Zeugen sollen sich unter Tel. 829-0 melden.

NRZ, 08.11.2013 Leserbrief: Unmenschlich

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NRZ / Essen, Rubrik Leser-Klartext,Freitag, 08.11.2013

Unmenschlich


Asylverfahren. Der Essener Sozialdezernent Peter Renzel und das Ausländeramt beklagen sich, dass sie hilfesuchende (Armuts-)Flüchtlinge aus Krisenzonen nicht schnell genug ins Elend zurück abschieben können. Die Bundesregierung erklärt wie selbstverständlich, dass selbst ein Herr Snowden bei uns kein politisches Asyl bekommen könne. 75 Jahre nach der Reichspogromnacht marschieren die Nazis wieder in Essen auf und mit einer oft unmenschlichen Paragrafenreiterei wird Flüchtlingen die Hilfe verweigert: Man möchte vor Scham in den Boden versinken.
Rainer Sonntag, Essen

NRZ, 07.11.2013 Nur aus Krisenzonen in die Kommune

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NRZ / Essen,Donnerstag, 07.11.2013

Nur aus Krisenzonen in die Kommune

Sozialdezernent Renzel fordert, das Asylverfahren zu ändern: Flüchtlinge vom Balkan ohne Chance auf Anerkennung sollten in Landes-Aufnahmestellen bleiben


Von Jörg Maibaum

Auch wenn die derzeitigen Flüchtlingsströme letztlich immer in einer Kommune enden – aus Sicht der Städte sind sie bislang denkbar unübersichtlich. Wie viele Menschen in den nächsten Wochen und Monaten in Essen ankommen werden, weiß niemand genau. So sind die Prognosen ein Mix aus Kaffeesatzleserei und Erfahrung der vergangenen Jahre, sagt Sozialdezernent Peter Renzel. Mit einer „tendenziellen Zunahme“ aus den Krisenregionen Afrikas sei zu rechnen und es werden verstärkt Kontingentflüchtlinge mit besonderem Schutzbedarf wie die 1060 Syrer, die nach NRW kommen sollen, aufgenommen, schätzt der städtische Beigeordnete, der eines aber genau weiß: „Der Grundstock derer, die nicht ausreisen, wird immer größer.“


„Der Grundstock
derer, die nicht
ausreisen, wird
immer größer“
Peter Renzel,
Sozialdezernent

Die Winterwanderung aus den Ländern Serbien und Mazedonien sei auf „mindestens gleich hohem Niveau“ wie in den vergangenen Jahren. Jedoch reisten immer weniger Menschen vom Balkan wieder aus, selbst wenn ihr Asylantrag abgelehnt sei. Deshalb fordert Renzel, Asylbewerber, die faktisch keine Chance auf Anerkennung haben, in den zentralen Aufnahmestellen des Landes zu versorgen und nur die Flüchtlinge, die aus Kriegs- und Krisengebieten kommen und Aussicht auf ein Bleiberecht und damit Integration haben, an die Kommunen weiterzuleiten. Für diese Praxis, die Renzel für „eine gute Idee“ hält, sei es jedoch zwingend, das Asylverfahrensgesetz zu ändern. Dafür sei aber nicht die Kommune zuständig, die inzwischen oft das Nachsehen habe, wie Brigitte Keil vom Sozialamt sagt. Ausreisepflichtige Asylbewerber brächten regelmäßig Hemmnisse vor, die eine Abschiebung hinauszögern sollen. Bis etwa eine angegebene Krankheit sorgfältig begutachtet ist, „können Monate vergehen“. Zudem wüssten die Rechtsanwälte der Asylbewerber genau Bescheid über die Termine der so genannten „Sammler“. Das sind die Flüge, die die Landesregierung für eine Ausreise der Menschen in ihre Heimatländer bucht. Wenn die Passagiere am Abreisetag nicht anzutreffen sind, vergehen oft Monate, bis das Land die nächste Maschine chartert. Der letzte „Sammler“ machte sich im September auf zum Balkan, der nächste folgt in den nächsten Wochen. Viele der Plätze, die die Essener Ausländerbehörde gebucht hat, dürften dann wieder frei bleiben. „Die Familien tauschen ihre Kinder untereinander aus“, sagt Keil, „auch dann können wir nicht abschieben.“
Bildunterschrift:
Ein Blick in die ehemalige Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop, die zur Behelfsunterkunft für Asylbewerber umfunktioniert wurde. FOTO: DANIEL ELKE

NRZ, 07.11.2013 Asyl: Linke vermisst die soziale Balance

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NRZ / Essen,Donnerstag, 07.11.2013

Asyl: Linke vermisst die soziale Balance


Die Linke im Rat der Stadt kritisiert die zunehmende Unterbringung von Asylbewerbern in Behelfsunterkünften. „Eine Massenunterbringung in Schulen mit Suppenküchencharakter ist schlicht menschenunwürdig“, meint Ratsfrau Gabriele Giesecke. Es scheine, dass der Sozialdezernent sein gescheitertes Asylkonzept durch die Hintertür durchsetze. Giesecke kündigte an, nachhaken zu wollen, ob tatsächlich alle Alternativen der dezentralen Unterbringung – etwa in Wohnungen – geprüft worden sei.

Von sozialer Balance könne bei der Wahl der neuen Standorte keine Rede mehr sein. „Der Sozialdezernent öffnet mit seiner Asylpolitik der rechten Hetze Tür und Tor“, sagt Giesecke. Und: „Wieder mussten Anwohner über die Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft aus der Zeitung erfahren.“ Damit schüre Renzel Ängste und Verunsicherung umso mehr.

WAZ, 07.11.2013 Linke will Wohnungen für Flüchtlinge

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WAZ / Essen,Donnerstag, 07.11.2013

Linke will Wohnungen für Flüchtlinge

Schulen seien „menschenunwürdig“


Die Linken-Ratsfraktion prangert die Lebensbedingungen in den Essener Flüchtlingsheimen an. „Massenunterbringung in Schulen mit Suppenküchencharakter ist schlicht menschenunwürdig“, findet Gabriele Giesecke, Mitglied im Sozialausschuss und Integrationsrat.

Auch Flüchtlinge hätten das Recht auf „ein Minimum an Selbstbestimmung und Privatsphäre“. Die Linke dringt darauf, Flüchtlinge stattdessen in Wohnungen oder wohnungsähnlichen Einrichtungen unterzubringen. Dies sei auch für den städtischen Haushalt günstiger.

Von sozialer Balance bei der Verteilung von Flüchtlingen im Stadtgebiet, wie es Sozialdezernent Peter Renzel noch vor einigen Tagen versprochen habe, könne spätestens durch die gewählten neuen Standorte keine Rede mehr sein. Die massive Unterbringung von Flüchtlingen in Behelfsunterkünften – derzeit sind schon weit über 400 Plätze geplant – verschärfe die Situation weiter. Die Ratsfraktion tadelt auch die Informationspolitik der Verwaltung. „Wieder mussten die Anwohner über die Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft aus der Zeitung erfahren“, so Giesecke. Das verstärke die Ängste der Anwohner. Um die Diskussion zu versachlichen, regt die Linke an, kurzfristig Runde Tische in den betroffenen Stadtteilen einzuberufen.

WAZ, 07.11.2013 Leserbrief Abwarten

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Donnerstag, 07.11.2013

Abwarten


Flüchtinge. Es ist richtig, dass die Befürchtungen der Frintroper bisher nicht eingetreten sind. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich bei voller Auslastung bis zu 135 Personen die Ruhe weiterhin bewahren lässt. Von einem bezahlten Standortleiter der Firma European Homecare, der dort die Aufgaben, der städtischen Sozialarbeiter wahrnimmt, erwarte ich selbstverständlich nur positive Nachrichten. Das Bild der Behelfsunterkunft ist durch die errichteten offenen Stromleitungen nicht gerade schöner geworden. Hier wird schon äußerlich jedem vorbeigehenden Bürger ein negativer Eindruck vermittelt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn noch ein paar Euro für Farbe gefunden werden könnten.
Reinhold Wilting, Essen

NRZ, 06.11.2013 Asyl macht weiter Schule

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NRZ / Essen,Mittwoch, 06.11.2013

Asyl macht weiter Schule

Flüchtlings-Zustrom zwingt zum Handeln: Drei weitere Notunterkünfte sollen an früheren Lehrstandorten in Stoppenberg, Altendorf und im Nordviertel entstehen


Von Jörg Maibaum

Der anhaltende Zustrom von Asylbewerbern wirft alle bisherigen Prognosen über den Haufen und bringt die Stadt unter Zugzwang. Es müssen weitere Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden und das möglichst schnell. Deshalb wird die Sozialverwaltung dem Rat in seiner Sondersitzung am Freitag drei mögliche Standorte vorschlagen, die als so genannte Behelfsunterkünfte mit Platz für insgesamt 270 Neuankömmlinge in Betrieb genommen werden können. 50 Plätze sollen in der Filiale der Nikolausschule an der Schwanhildenstraße in Stoppenberg entstehen. 100 weitere Menschen, so der Plan, wären in der Markscheideschule an der Markscheide in Altendorf und weitere bis zu 120 Flüchtlinge in der Tiegelschule an der Tiegelstraße im Nordviertel unterzubringen, wenn es das Planungsrecht erlaubt. 1,5 Millionen Euro veranschlagt die städtische Immobilienwirtschaft für den Umbau der drei Gebäude, die seit dem 1. August leer stehen. Wie die ehemalige Walter-Pleitgen-Schule in Frintrop und die Dilldorfschule in Kupferdreh, in die bereits Asylbewerber eingezogen sind (die NRZ berichtete), will die Stadt auch die drei neuen Einrichtungen rund um die Uhr von einem externen Dienstleister betreuen lassen. Ob abermals die Essener „european homecare GmbH“ zu Zuge kommt, ist offen. „Wir sind in der Prüfung, ob die Aufträge ausschreiben lassen müssen“, sagte Sozialdezernent Peter Renzel bei der gestrigen Vorstellung der Pläne.

Infoabende in den Stadtteilen

Wir wollen die Bevölkerung möglichst schnell informieren“, machte Renzel deutlich: Für die kommende Woche sind Infoveranstaltungen in den Stadtteilen geplant. Wo und wann genau, konnte Renzel gestern noch nicht sagen. Die Termine sollen rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Der Druck auf die Kommune wächst: Die für Ende des Jahres vorausgesagte Zahl von rund 1000 Asylbewerbern, die in Essen ein Dach über dem Kopf benötigen, wurde bereits Ende Oktober erreicht. Renzel geht inzwischen davon aus, bis zum Ende des Jahres 150 weitere Flüchtlinge unterbringen zu müssen, und der Trend werde sich fortsetzen, so dass 2014 rund 1800 Plätze in Unterkünften benötigt werden. 985 Menschen kann die Stadt zurzeit mit einem Dach über dem Kopf versorgen: 720 in regulären Übergangsheimen, 215 in den Behelfseinrichtungen an der Oslender Straße und Im Neerfeld sowie 50 im Haus an der Dahlhauser Straße.

Was heißt: Selbst wenn die drei neuen Standorte in zwei bis vier Monaten bezugsfertig sind, müssten mehr als 500 weitere Plätze her. Die Immobilienwirtschaft sucht bereits nach Grundstücken, die für einen Neubau von Heimen geeignet sind. Im neuen Jahr will Renzel erste Vorschläge machen. Großunterkünfte seien nicht geplant.


VON DER SCHULE ZUM ASYL

  • 18 Wochen Bauzeit und 700.000 Euro Kosten fallen für die Markscheideschule an.
  • In acht Wochen wäre die Nikolausschule bezugsfertig. Kosten: 200.000 Euro.
  • Der Umbau der Tiegelschule kostet rund 600.000 Euro und dauert drei Monate.


"Wir wollen die Bevölkerung möglichst schnell informieren"
Peter Renzel Sozialdezernent


STADT MUSS SCHNELL HANDELN

Die erste Behelfseinrichtung wird frühestens in zwei Monaten bezugsfertig sein. Deshalb möbelt die Immobilienwirtschaft zusätzlich Wohnungen aus dem städtischen Bestand auf. Um Asylbewerbern, die dafür in Frage kommen, möglichst schnell eine Wohnung zu verschaffen, will die Stadt entsprechende Abkommen mit Wohnungsunternehmen treffen.
Bildunterschrift:
Diese Frau aus Syrien hat einen Platz in der ehemaligen Dilldorfschule und dort mit ihrer Familie Ruhe nach einer kräftezehrenden Flucht gefunden.   FOTOS: ULRICH VON BORN/SEBASTIAN KONOPKA(3)

WAZ, 06.11.2013 Stadt will drei neue Asylunterkünfte eröffnen / Kommentar

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WAZ / Essen,Mittwoch, 06.11.2013

Stadt will drei neue Asylunterkünfte eröffnen

Ehemalige Schulgebäude in Stoppenberg, Altendorf und im Nordviertel sollen umgebaut werden


Von Marcus Schymiczek

Weil die Zahl der Asylbewerber schneller steigt als von der Sozialverwaltung erwartet, muss die Stadt nach den Worten von Sozialdezernent Peter Renzel so schnell wie möglich weitere Übergangswohnheime eröffnen. Schon in der Sondersitzung des Stadtrates am Freitag wird Renzel der Politik deshalb drei potenzielle Standorte vorschlagen. Es handelt sich um die ehemalige Dependance der Nikolausschule an der Schwanhildenstraße in Stoppenberg, um die leerstehende Markscheideschule in Altendorf und die leergezogene Tiegelschule im Nordviertel; letztgenannte steht unter dem Vorbehalt, dass das Planungsrecht die angedachte Nutzung als Asylunterkunft zulässt.

Die drei Immobilien sollen für 1,5 Millionen Euro zu Sammelunterkünften umgebaut werden. Insgesamt 270 Asylsuchende könnte die Stadt dort unterbringen. Angedacht ist eine 24-Stunden-Betreung nach dem Beispiel der erst jüngst eröffneten Übergangsheime in Kupferdreh-Dilldorf und in Frintrop. Anwohner will die Stadt noch in der kommenden Woche detailliert über die Pläne informieren.

Der Druck auf die Stadt wächst. „Wir haben keine Zeit mehr“, sagte Renzel in Anspielung auf den wachsenden Zuzug von Asylsuchenden, der sämtliche Prognosen über den Haufen wirft.

Mit Stand 31. Oktober lebten in Essen 1009 Asylbewerber in Unterkünften und in von der Stadt angemieteten Wohnungen. Diese Zahl hatte die Sozialverwaltung erst zum Jahresende erwartet. Die Sozialverwaltung rechnet deshalb damit, dass schon bis Ende Dezember für weitere 150 Menschen Platz geschaffen werden muss. Renzel geht davon aus, dass es dabei nicht bleiben wird. Im kommenden Jahr müsse die Stadt voraussichtlich 1800 Asylsuchende unterbringen.

Auch wenn der Rat dem Vorschlag des Sozialdezernenten grünes Licht für den Umbau der drei ausgeguckten Schulgebäude gibt, ist abzusehen, dass weitere Unterkünfte her müssen. Die städtische Immobilienwirtschaft sucht bereits fieberhaft nach freien Grundstücken, auf denen neue Übergangswohnheime errichtet werden könnten. Anfang kommenden Jahres will Renzel der Politik auch dazu konkrete Vorschläge unterbreiten. Die soziale Ausgewogenheit werde bei der Auswahl ein wichtiges Kriterium sein, versichert Renzel und betont, dass heute bereits 36 Prozent der Asylbewerber in Unterkünften im Essener Süden untergebracht sind. Die Verwaltung rechnet damit, dass in zwölf bis achtzehn Monaten die ersten Unterkünfte stehen, je nachdem ob Container aufgestellt werden oder Gebäude in Massivbauweise errichtet werden.


KOMMENTAR: Das Abendland geht nicht unter

M. Schymiczek

Mitte der 1990er Jahre lebten 4500 Flüchtlinge in Essen, woran Sozialdezernent Peter Renzel gestern aus gegebenem Anlass erinnerte. Das Abendland ist deshalb nicht untergegangen. Wenn die Stadt nun zusätzliche Flüchtlinge aus Krisengebieten aufnimmt, dann geschieht dies aus humanitären Gründen im Sinne der Gesetzes. Dieses erlaubt es auch Armutsflüchtlingen, Asyl zu beantragen - selbst wenn ihr Antrag wenig Aussicht auf Erfolg hat. Renzel ist mit seinem Konzept im Rat gescheitert, den Zuzug einzuschränken, indem den Menschen weniger finanzielle Anreize geboten werden. Armutswanderung ist eine Realität, die nicht überraschen kann und der sich die Stadt Essen stellen muss. Dass die Zahl der Asylsuchenden steigen würde, zeichnete sich ab. Nun rächt sich, dass die Politik zu früh darauf drängte, Unterkünfte aufzugeben.
Bildunterschrift:
In der Tiegelschule im Nordviertel will die Stadt 120 Flüchtlinge unterbringen. Umbaukosten: 600 000 Euro FOTOS: KONOPKA

WAZ, 06.11.2013 Asylsuchende bleiben länger

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WAZ / Essen,Mittwoch, 06.11.2013

Asylsuchende bleiben länger

Zwei von drei Flüchtlingen stellten Folgeantrag


Von den 1009 Asylbewerbern, die derzeit in Essen leben, sind nach Auskunft der Verwaltung 678 so genannte Folgeantragsteller. Das heißt: Die betroffenen Personen haben bereits mindestens einmal in Essen um Asyl nachgesucht. In der Regel handelt es sich um Menschen aus Serbien und Mazedonien, die zum wiederholten Male um Asyl bitten. Die Chance, dass ihr Antrag positiv beschieden wird, tendiert laut Sozialdezernent Renzel fast gen null. Seit die EU die Einreisebestimmungen für Bürger dieser Staaten gelockert hat, verzeichnet die Stadt eine steigende Zahl an Asylbewerbern. 2012 lag das Plus bei 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Renzel führt dies auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zurück, das Asylsuchenden höhere finanzielle Leistungen zugesprochen hat. Die bis dato gezahlten Leistungen lagen unterhalb des Existenzminimums. Inzwischen stellt die Stadt fest, dass Folgeantragsteller immer länger in Essen bleiben oder sich einer Abschiebung ganz entziehen.
Bildunterschrift:
 
  • Die Zweigstelle der Nikolausschule soll 50 Personenaufnehmen. Umbaukosten: 200 000 Euro.   FOTOS: KONOPKA
  • 100 Flüchtlinge will die Stadt in der Markscheideschule unterbringen. Umbaukosten: 700 000 Euro   FOTOS: SK


Steubenstr. 49, 45138 Essen
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