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WAZ / Essen,Dienstag, 30.09.2008
Zehn kleine Mörderlein . . .
Das Kleine Theater am Gänsemarkt setzt seine Krimi-Klassiker-Reihe mit Agatha Christies "Und dann gab's keines mehr" erfolgreich fort
Das "Kleine Theater" am Gänsemarkt setzt auch in der neuen Spielzeit seine Krimi-Tradition fort. Nach der erfolgreichen Inszenierung von Agatha Christies' "Mausefalle" steht nun der nächste Klassiker der Krimi-Königin auf dem Programm. Am Freitag feierte dort das Stück "Und dann gab's keines mehr" seine Premiere. Bekannt wurde das Stück von 1939 unter dem Titel "Zehn kleine Negerlein". Doch 2002 wurde es von der Antidiskriminierungsstelle umbenannt. Erzählt wird die Geschichte von zehn Personen mit dunkler Vergangenheit, die von einem ominösen Unbekannten eingeladen werden, ein Wochenende auf einer abgeschiedenen Insel zu verbringen. Sie halten Gericht über sich selbst, bis einer nach dem anderen nicht nur sein Gesicht, sondern auch sein Leben verliert. Sie wissen, der Mörder muss jemand aus der Gruppe sein. Wem können sie noch trauen? Können sie überleben, bis das rettende Boot am Montag die Insel erreicht? Unweigerlich fiebern die Zuschauer mit. Kein Detail möchten sie verpassen. Selber den Mörder entlarven. Regisseurin Monika Pischner gelingt die enorme Leistung, die komplexe Handlung derart zu verdichten, dass die Geschichte auf kleinstem Raum sehr gut funktioniert und die Spannung bis zur Lösung des Rätsels konstant gesteigert wird. Denn im Kleinen Theater ist der Name Programm. Die Garderobe bietet gerade fünf Schauspielern Platz. Schnell wird es gemütlich im Saal. Eine Klimaanlage gibt es in dem 1965 eröffneten Theater ebenso wenig, wie einen Fahrstuhl. Auch für aufwändige Spezialeffekte ist in diesem Haus verständlicherweise kein Platz. Doch die erwartet der Besucher auch gar nicht: Man kommt wegen der familiären Atmosphäre und der Qualität des Schauspiels. Und was der Zuschauer bei "Und dann gab's keines mehr" von den zehn ambitionierten Laienschauspielern geboten bekommt, ist wahrlich beeindruckend. Fazit: Spannende Unterhaltung zum Mitfiebern für junge und alte Krimi-Freunde.
Bildunterschrift: Wem ist noch zu trauen? Einer aus der Gruppe - hier ein Ensemblebild der Neuproduktion - ist der Mörder Foto:KTE |
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