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Seitenübersicht

Das Bild von "Kriminellen Ausländern" wird in der Öffentlichkeit präsentiert.

Die meisten Migranten suchen Sicherheit -sei es ökonomische, politische oder Lebenssicherheit von Armut, Krieg und Verfolgung.

Zu oft aber werden sie aber zu Gefahr hochstilisiert und somit wiederum höchst gefährdet, wie die NSU-Morde gezeigt haben.

Die Berichterstattung über die zwei verhaftete Drogendealer an der Limbecker Platz ist ein Beispiel: Durch die gezielte Auswahl, oft auch nur dadurch, dass ein ausländisches Herkunftsland herausgestrichen wird, wird den Eindruck vermittelt, dass eine hohe Anzahl von Migranten kriminell wären.

Dabei ist in unseren Augen irrelevant, ob hier eine bewusste Kampagne stattfindet oder nur der aktuelle "Zeitgeist" spricht.


Inhaltsverzeichnis

07.04.2012, "entwürdigend", Lesebrief in der WAZ

Waz20120407Limbeck.png

waz / Essen,Samstag, 07.04.2012

entwürdigend

Zu: Razzia zur besten Einkaufszeit Platz


Ich frage mich, was die WAZ mit diesem Foto (gezeigt wurden festgenommene mutmaßliche Drogendealer, d. Red.) erreichen wollte. Dass Menschen in solch entwürdigender Weise der Öffentlichkeit präsentiert werden, hätte ich mehr in der Boulevardpresse erwartet. Zudem waren ja "Ausländer" davon betroffen - und schon drängt sich bei mir der Verdacht auf, dass man es mit denen ja machen kann; Wenn man die vorführt, ist offenbar der Beifall gewiss - fragt sich nur von wem. Diese Verhaftungsinszenierung am Berliner Platz wird wohl kaum so viel Kritik erfahren, wie die Verhaftung eines Herrn Strauss-Kahn in Amerika.

Ich glaube, man kann Berichte so schreiben und gestalten, dass sie nicht den Sarrazins und Rassisten in die Hände spielen.

Rainer Sonntag

04.04.2012, Razzia zur besten Einkaufszeit

Waz20120404Limbeck.jpg

waz / Essen,Mittwoch, 04.04.2012

Razzia zur besten Einkaufszeit

Polizei stellt mutmaßliche Dealer im U-Bahnhof unter dem Einkaufszentrum Limbecker Platz


Kai Süselbeck

Die Polizei zeigt Flagge am Limbecker Platz; Bei einer Razzia haben Beamte des Drogenkommissariates und der Einsatzhundertschaft zwei mutmaßliche Dealer und einen Käufer gestellt. Der Einsatz richtete sich gegen eine Bande sehwarzafrikanischer Kokain- und Heroindealer, gegen die die Drogenfahnder seit Monaten ermitteln. Weitere Razzien werden folgen, hat die Polizei schon angekündigt. Seitdem die Polizei hart durchgegriffen hat gegen den verdeckten und offenen Drogenhandel auf Altendorfer und Helenenstraße, hat sich unter dem Einkaufszentrum eine neue Szene gebildet. Der Handel lief in den Tunneln, aber inzwischen sogar im Einkaufszentrum, zuweilen so offen ab, dass Pendler, Einkaufsbummler, Kaufleute und die Evag massive Beschwerden bei der Polizei vorgebracht haben. Jetzt hat die Behörde beschlossen, in die Offensive zu gehen.


„Wir wollen den

Dealern keine
Freiräume

überlassen"

Die schwarzafrikanischen Dealer sind 16 bis 25 jahre alt und stammen ausnahmslos aus Guinea. Sie handeln mit kleinen Portionen Kokain und Heroin, die sie im Mund tragen und bei der Gefahr einer Kontrolle herunterschlucken. Nach Einschätzung der Drogenfahnder sind sie sehr gut organisiert und betreiben eine Gegenaufklärung gegen die Polizei. "Wenn am Cinemaxx ein Streifenwagen vorbei fährt, kriegen die Dealer im U-Bahn-Tunnel einen Anruf aufs Handy und springen in die nächste Bahn", berichtet ein Drogenfahnder.

Deshalb musste die erste Razzia der geplanten Serie sorgfältig organisiert sein. Zivilfahnder des Drogenkommissariates observierten die U Bahn- und die Straßenbahnebene darunter vor dem eigentlichen Einsatz: Nichts peinlicher, als am Ende der Razzia mit leeren Händen dazustehen.

Um 15.20 Uhr gab Einsatzleiter Bernhard Minnebusch von der Polizeiinspektion Mitte das Signal zum Zugriff. Beamte der Einsatzhundertschaft, gesteuert von den Zivilfahndern, blockierten die zahlreichen Zugänge zu den U-Bahn- und Straßenbahngleisen. Zwei mutmaßliche Dealer (18 und 19 Jahre) aus Guniea sowie ein Käufer (35 Jahre) aus Katernberg flüchteten vor den Beamten hinauf in die Verteilerebene - um dort weiteren Beamten der Einsatzhundertschaft in die Arme zu laufen. Mit Handschellen und Kabelbindern gefesselt, wurden die Tatverdächtigen zur erkennungsdienstlichen Behandlung ins Polizeipräsidium gebracht.

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. insgesamt 18 Mitglieder der Bande haben die Drogenfahnder der Polizei in den letzten Monaten verhalten können. Sie haben den Eindruck, dass der Nachschub an Dealern ins Stocken gekommen ist.

Während die Einsatzhundertschaft weiter das Tunnelsystem unter dem Limbecker Platz durchstreifte, zog Einsatzleiter Minnebusch eine erste Bilanz. Nicht die Zahl der Festnahmen sei entscheidend gewesen, sagt der Polizeihauptkommissar "Ziel des Einsatzes war es unter anderem, den Dealern keine Freiräume zu überlassen. Weiterhin soll das Sicherheitsgefühl der Bürger durch die massive Kontrolltätigkeit gestärkt werden." Botschaft angekommen.
ONLINE Weitere Fotos auf DerWesten.de/essen


KOMMENTAR

Eine Demonstration

Kai Süselbeck

Mit der Razzia unter dem Limbecker Platz hat die Polizei in zwei Richtungen Zeichen gesetzt. Natürlich war die Aktion ein offener Schlag gegen die organisierte Drogenszene, die sich dort seit Dezember festgesetzt hat und gegen die das Drogenkommissariat seit Monaten verdeckt und mit immer neuen Festnahmen ermittelt, ohne die Szene damit zu vertreiben

Mit der bewusst sehr öffentlichen Razzia hat die Polizeiführung der Öffentlichkeit aber auch die Botschaft senden wollen: Seht her, wir tun was! Schon seit dem Entstehen einer ungenierten Drogenszene in Altendorf stand die Polizei in der Kritik, Dann hat sie dort zugeschlagen. Mit dem Ergebnis, dass sich im U-Bahnhof Berliner Platz eine neue Szene bildete. Ausgerechnet unter dem Vorzeige-Einkaufszentrum der Stadt war die tägliche Präsenz von Dealern nur schwer erträglich.

Erledigt ist das Problem jetzt keineswegs. Die Frage ist nicht, ob die Dealer wieder auftauchen werden. Die Frage ist nur: wo.
Bildunterschrift:
Beamte der Einsatzhundertschaft haben zwei mutmaßliche Dealer im U-Bahnhof gestellt.     Foto: Klaus Micke
Abführen, den Mann: Polizisten eskortieren einen Festgenommenen zum Abtransport ins Präsidium.     Foto: Klaus Micke

04.04.2012, Nadelstich gegen Heroin-Handler

Nrz20120404Limbeck.jpg

nrz / Essen,Mittwoch, 04.04.2012

Nadelstich gegen Heroin-Handler

Bei einem Großeinsatz zeigte die Polizei Präsenz fürs Sicherheitsgefühl: Zwei mutmaßliche Dealer wurden festgenommen


Jörg Maibaum

Es war eine Öffentlichkeitswirksame Aktion mit Ansage: Seht her, wir tun was. Wenige Tage nachdem die Polizei gegenüber der NRZ erklärt hatte, den Druck auf die Dealer in der Innenstadt erhöhen zu wollen, holte die Behörde gestern nach fortwährenden Klagen der Evag und der ansässigen Kaufleute zum ersten nennenswerten Schlag gegen die Szene in der U-Bahn am Berliner Platz aus. Zahlreiche Beamte in Blau, Grün und Zivil besetzten unter den Augen tausender Bürger schlagartig die Bahnsteige und die Ausgänge. Doch allzuviel zu tun bekamen sie dann doch nicht.

Nach Wochen der verdeckten Ermittlungen war die etwa Razzia am Nachmittag nicht mehr als ein Nadelstich gegen die Heroin-Händler und der Erfolg überschaubar: Zwei mutmaßliche Rauschgiftverkäufer im Alter von 18 und 19 Jahren und einer ihrer potenziellen Kunden (35) aus Katernberg wurden bei den Kontrollen festgenommen.

Es war wohl genau das passiert, was die Ermittler im Vorfeld befürchtet hatten: Die Heroin-Händler wurden durch ihre Späher gewarnt, denen der Auflauf der Uniformierten kaum verborgen geblieben sein dürfte. Ein Hinweis übers Handy und die Kriminellen machten sich vor dem Zugriff vermutlich mit der nächsten einfahrenden Bahn aus dem Staub.

„Ziel des Einsatzes war es, den Drogenhandel zu bekämpfen", sagte Einsatzleiter Bernhard Minnebusch. Zudem wolle man aber auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken, Das dürfte in der Tat arg gelitten haben, seitdem die meist schwarzafrikanischen Dealer auf die U—Bahnstationen unterm Berliner Platz abtauchen, weil ihnen das A1tendorfer Pflaster zu heiß geworden ist. Nach massiven Bürgerbeschwerden hatte die Polizei vor fast genau einem Jahr damit begonnen, in dem Stadtteil durchzugreifen. 650 Strafanzeigen wurden seitdem geschrieben und etwa 20 kriminelle Händler hinter Gitter gebracht.

Ausnahmslos waren es Schwarzafrikaner, die zu Haftstrafen zwischen 15 Monaten und zweieinhalb Jahren verurteilt wurden. Die, die jetzt hinter Gittern sitzen, werden - wenn auch zunehmend zögerlich - durch junge Männer aus Guinea ersetzt, die versuchen, den Handel mit Heroin in Schwung zu halten, Zwei, die mit den Einnahmen aus den kriminellen Geschäften ihren Lebensunterhalt bestreiten, gingen der Polizei nun ins Netz. Der Rest dealt weiter. Deshalb soll die gestrige Razzia auch nicht die letzte gewesen sein, so Polizeisprecher Raymund Sandach.

ONLINE Fotostrecke auf Derwesten.de/essen
Bildunterschrift:
Beamte der Einsatzhundertschaft und Zivilfahnder machten gestern in der U-Bahn am Berliner Platz Jagd auf die Drogendealer. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.     Foto: Klaus Micke
Ein mutmaßlicher Heroin-Käufer wurde abgeführt.     Foto: Klaus Micke

24.03.2012, Lesebrief des Anti-Rassissmus-Telefons zu WAZ/NRZ von 14.03.2012

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Interkulturelles Solidaritätszentrum e.V.

Anti-Rassismus-Telefon

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Fredrich-Ebert-Str. 30, 45127 Essen,

Tel/Fax: 0201-232060


Essen, den 24.03.2012
Leserbrief

zu WAZ/NRZ 14.3.: Schwarze Drogendealer am Limbecker Platz


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Artikel in der WAZ und der NRZ vom 14. 3. 2012 von Herrn Süselbeck über die Drogendealer am Limbecker Platz hat sicher großes Interesse und viele Ressentiments bei der Essener Bevölkerung geweckt.

Es gibt hier ein Drogenproblem und ein Problem mit Dealern. Aber Sie stellen besonders eine Bevölkerungsgruppe in den Vordergrund, nämlich Schwarze aus Guinea. Damit liefern Sie den Stammtischen reichlich Material. Vorurteile über „Asylanten“ und Schwarze werden so verfestigt, und es wird übersehen, dass die weitaus größte Zahl der Menschen hier sich ehrlich um Arbeit und Integration bemüht. Es wird ihnen auch so oftmals sehr schwer gemacht. Artikel wie dieser tragen nicht zur gegenseitigen Verständigung und Akzeptanz bei.

Wir wissen, dass ein Großteil der Menschen ausländischer Herkunft teilweise sogar drei Arbeitsplätze hat, um die Familie zu ernähren und um einen gewissen Lebensstandard zu erreichen. Sie benutzen auch die Straßenbahn. Stehen jetzt alle Schwarzen Menschen unter Generalverdacht, wenn sie an der Haltestelle warten und vielleicht einen Freund getroffen haben? Nirgends wird im Artikel konkret belegt, warum Schwarze Menschen unter Verdacht gestellt werden - selbst auf dem Foto wurden die Gesichter der angeblich Verdächtigen unkenntlich gemacht.

Wir arbeiten schon lange gegen Vorurteile und Rassismus und müssen leider immer wieder feststellen, wie leichtfertig damit umgegangen wird. Wir hoffen sehr, dass Sie in Zukunft sensibler mit solchen oder ähnlichen Themen umgehen. Wenn sich Vorurteile erst verfestigt haben, ist es sehr schwer, sie wieder zu beseitigen. Vorurteile schaden uns allen.

Mit freundlichen Grüßen

14.03.2012, Drogendealer am Limbecker Platz

Waznrz20120314Limbeck.jpg

waz/nrz / Essen,Mittwoch, 14.03.2012

Drogendealer am Limbecker Platz

Nach den Razzien in Altendorf ist unter dem Einkaufszentrum eine neue Szene entstanden. Polizei wird oft genarrt


Kai Süselbeck

Ausgerechnet unter dem Einkaufszentrum Limbecker Platz ist eine neue Drogenszene entstanden. Eine Gruppe von 15 bis 20 Schwarzafrikanern aus Guinea versorgt dort Süchtige mit Heroin und Kokain in Portionspackungen, Die Drogenfahnder sind seit Monaten hinter der Bande her und haben bereits 18 Haftbefehle erwirkt und vollstreckt.


"Die Kameras liefern

keine vor Gericht
verwertbaren

Bilder"

Aber am Berliner Platz kämpfen sie mit stumpfen Waffen. Nach den Bürgerprotesten über den offenen Drogenhandel an der Kreuzung Altendorfer/Helenenstraße, dessen Hauptstützpunkt ein Backshop war, haben die Drogenfahnder Ende letzten Jahres mit Unterstützung von Einsatztrupps und Einsatzhundertschaft "Schwerpunktmaßnahmen gefahren, dass es nur so gekracht hat", erinnert sich Kripochef Heinz Jüschke. In- zwischen hat die Polizei die Lage dort wieder im Griff. Aber Jüschke weiß: "Es wachsen immer wieder Leute nach." Dafür ist das illegale Geschäft einfach zu lukrativ, Und so hat sich die Szene nur wenige hundert Meter und drei Straßenbauhaltestellen weiterverlagert.

Die Gruppe von Schwarzafrikanern, die sich dort festgesetzt hat, hat nach den bisherigen Erfahrungen der Fahnder "kaum Verbindungen zu der anderen Gruppe in Altendorf". Die jungen Männer im Alter von 16 bis 25 Jahren sind fast immer in Gruppen unterwegs. Ein Team spricht Kunden an, ein zweites sorgt für Nachschub. Ein drittes und viertes wacht darüber, dass kein Ärger droht von Polizei oder dem Sicherheitspersonal der Evag.

"Wenn am Cinemaxx ein Streifenwagen vorbei fährt, bekommen die eine Nachricht aufs Handy und springen in die nächste Bahn", berichtet ein Drogenfahnder.

Am Anfang beschränkte sich die Anbahnung der Drogengeschäfte auf die Straßenbahnebene ganz unten im Tunnel. „Inzwischen dealen die auf allen Ebenen", sagt ein Drogenfahnder. Sein Kollege ergänzt: "Wir sind denen auch schon quer durchs Einkaufszentrum nachgelaufen."

Wenn es den Fahndern doch mal gelingt, einen Trupp zu überrumpeln, läuft immer das gleiche Spiel ab. Die Dealer haben die Portionspackungen Heroin und Kokain mit Wirkstoffgehalten um die 0,1 Gramm im Mund. "Erst versuchen sie zu flüchten", berichtet ein Fahnder. "Dann leisten sie massiven Widerstand, bis die Portionen verschluckt und im Magen sind. Dann werden sie plötzlich friedlich." Also sind die Täter zwar gestellt, die Beweismittel aber verschwunden. "Unser Problem ist die Beweislage", sagen die Drogenfahnder vom Rauschgiftkommissariat, die seit dem Jahreswechsel beim KK 12 angesiedelt sind.

Die Kameraüberwachung in den Bahnhöfen und U—Bahnen, die den Kollegen schon bei mehreren Öffentlichkeitsfahndungen geholfen hat, ist den Drogenfahndern noch keine große Hilfe. Sie haben die Erfahrung gemacht: "Die Kameras liefern bisher keine vor Gericht verwertbaren Bilder." Entweder ist die Qualität zu schlecht, um die Täter einwandfrei zu identifizieren. Oder die Übergabe läuft halb verdeckt in der Straßenbahn zwischen Berliner Platz und Cronenberg ab.

"Auf den Bildern sieht man dann im besten Fall, wie einer dem anderen etwas zusteckt", so die Erfahrung der Drogenfahnder. "Jeder Rechtsanwalt wird es vor Gericht bei solchen Bildern erst mal versuchen mit der Behauptung: "Die haben doch nur Geld gewechselt."

Ein weiteres Problem der Fahnder ist juristischer Natur. Für einen Dealer, den sie mit zwei Kilo Koks auf frischer Tat erwischen, stellt der Richter schnell einen Haftbefehl aus. Bei Straßendealern und Gramm—Mengen wird das schon schwieriger, zumal viele der jungen Dealer noch unter das Jugendstrafrecht fallen. Gleich mehrere Drogenverkäufe müssen die Fahnder nachweisen können, bevor sie einen Haftbefehl bekommen.

18 solcher Haftbefehle haben sie dennoch schon vollstreckt. Und so langsam merken sie, dass der Bande das Personal knapp wird: immer weniger Zeit vergeht zwischen der Einreise der neu rekrutierten Männer aus Guinea und deren erster Festnahme beim Drogendeal unter dem Berliner Platz.
Bildunterschrift:
Auffällig unauffälliges Warten auf Käufer: Drogendealer auf der Straßenbahnebene um U-Bahnhof Berling Platz.     Foto: Ulrich von Born
Steubenstr. 49, 45138 Essen
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